WORTFELDTHEORIE  

Teoría del campo léxico

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Wortfeld

 

Wortfeldtheorie

Vorwiegend semantisches Konzept vor allem der Inhaltsbezogenen Grammatik, demzufolge ein Wort nicht isoliert im Bewusstsein von Sprecher/Hörer existiert, sondern stets zusammen mit begriffsverwandten Wörtern eine strukturierte Menge sich gegenseitig beeinflussender Elemente bildet. Die in ihren Anfängen besonders mit dem Namen von J. Trier verbundene W. steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer allgemeinen sprachwiss. Tendenz, von isolierender, atomistischer Einzelbetrachtung zu einer „ganzheitlichen“, systembezogenen Betrachtungsweise überzugehen. Sowohl F. de Saussures Systemgedanke als auch Einflüsse der Gestaltpsychologie sowie der Erkenntnistheorie von E. Cassirer haben die Entwicklung der W. beeinflusst.

Folgende Prämissen liegen der W. im Trierschen Sinn zugrunde:

a)     Die Bedeutung des einzelnen Wortes ist abhängig von der Bedeutung der übrigen Wörter des gleichen Wort- bzw. Begriffsfeldes (vgl. Notenskala).

b)     Das einzelne Wortfeld ist mosaikartig und lückenlos zusammengesetzt, und die Gesamtmenge aller Wortfelder einer Sprache spiegelt ein in sich geschlossenes Bild der Wirklichkeit.

c)      Erfährt ein einziges Wort einen Bedeutungswandel, so ändert sich die Struktur des gesamten Wortfeldes. Daraus folgt, dass die isolierte historische Wortforschung durch Feldforschung zu ersetzen ist.

Neben diesem paradigmatischen bildet sich schon früh ein syntagmatischer Feldbegriff aus.

Vielfältige Kritik an der W. vor allem durch Scheidweiler, Kandler, Öhrmann, Betz, Oksaar hat zu Differenzierungen bzw. Modifikationen geführt. Präzisierung in terminologischer und inhaltlicher Hinsicht bewirte zunächst die Entwicklung der Komponentenanalyse, durch die einerseits die Bedeutungsbestimmung der einzelnen Lexeme systematischer überprüfbar wurde, andererseits aber auch syntagmatisch Aspekte berücksichtigt wurden: Sowohl das leidige Vollständigkeitsproblem, die Frage eines Kriteriums für die Entscheidung, ob ein bestimmtes Element zum Wortfeld gehört oder nicht, als auch das Ausdifferenzierungsproblem, d.h. die Frage, ob ein bestimmtes Element seine eigene Position im Wortfeld hat, konnte inzwischen durch die Hinzuziehen der Semantischen Relationen zur semantischen Strukturierung des Wortfeldes einer Lösung näher gebracht werden.“ [Bußmann, S. 855]

Wortfeldtheorie

In Deutschland auf J. Trier (1931, 1934) zurückgreifender Theorieansatz zur Strukturierung eines Begriffsfeldes. Trier beließ es dabei bei dem gegen die lexem-atomistisch vorgehende Etymologieforschung gerichteten Gedanken zum Forschungsverfahren: nämlich dass die Erforschung der Bedeutung des Einzellexems nie gelöst von den Begriffen der zu diesem Lexem sinnverwandten Lexemen stattfinden sollte; die Lexembedeutung ergebe sich erst in der Gesamtheit der graduell verschiedenen Begriffe in einem Sachbezirk. Trier vermittelte zu seiner Idee das Bild eines Mosaiks, in dem jeden Steinchen seine Bedeutung in Abhängigkeit von den anderen Steinchen zukommt.

Forschungshistorisch ist Triers Ansatz sowohl Saussures Strukturalismuskonzept als auch der gestaltpsychologischen Forschung um 1930 verpflichtet. Unabhängig von Trier ist in Amerika von den Anthropologen E. Sapir [+1939] und B. L. Whorf [+1941] z. T. ein ähnlicher sprachphilosophischer Ansatz entwickelt worden, nämlich dass die Gliederung des Wortschatzes einer Sprache die Gliederung der Wirklichkeit ihrer Sprecher lückenlos abdeckt.

Trotz vielfältiger germanistischer Kritik an Triers Feldbegriff gelang eine konstruktive Präzisierung erst mit Baumgärtner [1967] auf der Grundlage der Komponentialanalyse, d.h. der Theorie zur Zerlegung von bedeutungsverwandten begriffen in Bedeutungskomponenten.

Begriffsverwandten sind damit erstmals nuanciert zu differenzieren und in Verwandtschaftshierarchien auszugliedern.

Der Feldbegriff und der operationalisierte Zugriff, den die Komponentialanalyse bietet, ist Ausgangspunkt für automatische Dokument- und Informationserschließungssysteme (Abraham 1973).“ [Abraham, Bd. 2, S. 1008]