WORTFELD

Campo léxico

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Bedeutungsfeld

 

Wortfeld [engl. lexical field bzw. (missverständlich) semantic field. – Auch: Bedeutungsfeld, lexikalisches Feld, Sinnbezirk].

Von J. Trier [1931] eingeführter Terminus zur Bezeichnung einer Menge von sinnverwandten Wörtern, deren Bedeutungen sich gegenseitig begrenzen und die lückenlos (mosaikartig) einen bestimmten begrifflichen oder sachlichen Bereich abdecken sollen. Dieser weitgehend intuitiv verwendete Begriff wird unter syntaktischem Aspekt als Klasse paradigmatischer Elemente präzisiert (vgl. Coseriu), und in seiner semantischen Komponente als bestimmte Struktur, die mit Hilfe der Komponentenanalyse und der Sinnrelationen beschreibbar ist.“ [Bußmann, S. 854-855]

Wortfeld

L. Weisgerber hat zum ersten Mal deutlich darauf hingewiesen, dass die Wortschatzbereiche der einzelnen Sprachen verschieden gegliedert sind. Ein bekanntes Beispiel ist die Farbskale, deren Einteilung und Abgrenzung am besten die subjektive Auffassung der einzelnen Sprachen zeigt, sowie die Verwandtschaftsbezeichnungen, die eine objektive Gegebenheit verschiedenartig gliedern. Diese Feldtheorie ist mit der ‚Wörter- und Sachen’-Methode verwand. Entscheidende Wandlungen des Feldbegriffes sind durch J. Trier in Gang gekommen. Nach ihm sind sprachliche Felder die zwischen den Einzelwörtern und der Gesamtheit des Wortschatzes lebendigen sprachlichen Wirklichkeiten. Das größte Verdienst der Feldtheorie beruht auf dem Versuch, eine Technik zu entwickeln, um den Einfluss der Sprache auf das Denken zu bestimmen. Nach St. Ullmann bedeutete Triers strukturalistisch orientierte Feldtheorie dasselbe für die Semantik, was die Prager Phonologie für die Lautlehre bedeutete.

Nach E. Coseriu stellt ein Wortfeld ein semantisches System dar, das durch die Bedeutungsunterschiede seiner Einzelglieder strukturiert ist. Jeder Wortinhalt wird demnach vom Feldganzen und den Feldnachbarn, also durch den Stellenwert im Feld bestimmt. Ein Wortfeld ist daher die Gesamtheit der durch einen gemeinsamen lexikalischen Feldwert vereinten Lexeme. Vgl. die Gliederung im Französischen/Deutschen:

kalt   | warm         warm > heiß

froid | tiède   chaud > très chaud. [Heupel, C., S. 266-267]          

Wortfeld

Gruppe von Wörtern inhaltlicher Zusammengehörigkeit, die sich mit ihren Bedeutungen gegenseitig begrenzen und zusammen ein Inhaltsfeld, einen Sinnbezirk aufgliedern, ihn als lückenlose Decke überlagern; Einzelwortinhalt wird von seinen Feldnachbarn mit bestimmt, ergibt sich aus dem Stellenwert des Wortes im Koordinatensystem des Feldes, mehrerer Felder; da kein Wort isoliert steht, vollziehen sich auch historische Inhaltsveränderungen nicht am Einzelwort allein, sondern sie sind Verschiebungen ganzer Feldstrukturen; z.B. Feld dt. Verben für das „Aussetzen des Lebens“ (nach Weisgerber/Baumgärtner):

Wortfeld

Ein Wortfeld ist eine paradigmatische Struktur, die aus lexikalischen Einheiten besteht, die sich eine gemeinsame Bedeutungszone teilen und in unmittelbarer Opposition zueinander stehen. Kriterien für die Abgrenzung der Wortfelder hat Lyons klar dargelegt. Es handelt sich immer um lexikalische Einheiten, zwischen denen man an einem gewissen Punkt der chaîne parlée die Wahl hat ... Zum Beispiel schließt das Vorhandensein von rouge in dem Ausdruck ceci est rouge die zum gleichen Feld gehörigen Begriffe blanc, vert, jaune, usw. aus, nicht aber Begriffe wie grand, petit, long usw., die zu anderen Feldern gehören.“  (Coseriu 1970: 111f)

[Abraham, Bd. 2, S. 1006]