WERNICKE APHASIE

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Aphasie / Afemia / Broca-Aphasie / Paraphasie / Gehirn und Sprache

 

Wernicke-Aphasie

Nach dem Psychiater Carl Wernicke (1858-1905) benannte erworbene Sprachstörung bei ausgeprägtem Redefluss mit erhaltener Prosodie (auch bekannt als »flüssige« oder »sensorische« Aphasie. Charakteristisch sind häufige Auslassungen, Umstellungen oder Hinzufügungen von Lauten (phonematische Paraphasie, Jargon), die Wahl von Wörtern, die zwar derselben syntaktischen Kategorie wie das Zielwort angehören, aber zu diesem z.B. nur in einer bedeutungsähnlichen Relation stehen (vgl.: Beispiele unter semantischer Paraphasie), ferner Neologismen sowie morphologische Fehler, Verletzungen von Selektionsrestriktionen, Verdopplungen von Satzteilen und Verschränkungen von unterschiedlichen syntaktischen Konstruktionen (Paragrammatismus). Darüber hinaus ist häufig das Sprachverständnis gravierend gestört. Im Vergleich zu den Beeinträchtigungen dieser Modalitäten kann das Lesen und Schreiben in einem geringeren Ausmaß betroffen sein. Häufig ist die Ursache für W. eine Durchblutungsstörung im Versorgungsgebiet der Aorta temporalis posterior (vgl.: Wernicke-Zentrum), so dass W. ebenso wie die Broca-Aphasie als ein typisches Gefäßsyndrom angesehen wird. Die Annahme, dass sich W. eindeutig lokalisieren lasse, ist jedoch umstritten.“ [Bußmann, H., S. 846-847]