UNIVERSELL vs. ALLGEMEIN

Universal vs. general

(Recop.) Justo Fernández López

 

Zum Unterschied universell - allgemein:

Kategorien sind universelle Möglichkeiten der Sprachen, die aber nicht allen Sprachen vorzukommen brauchen. Die Allgemeinheit ist eine empirische Tatsache, die einfach festgestellt wird, aber keine Notwendigkeit hat. Es ist also nicht notwendig, dass alle Kategorien/Funktionen in allen Sprachen ausgedrückt werden. Für das Nicht-ausgedrückt-sein ergeben sich folgende Möglichkeiten:

a) die Inexistenz: eine Kategorie kommt in einer Sprache nicht vor und wird nicht ausgedrückt, auch nicht als sekundäre Funktion.

b) eine Funktion ist in einer Sprache keine Kategorie, ist aber sekundär vorhanden, indem sie durch andere Kategorien als Nebenbedeutung/-funktion mit ausgedrückt wird (beispielsweise die aspektive Funktion: kompletiv-kursiv usw.)

c)  eine Funktion (der Grammatik) ist nicht kategorial, sondern sie gehört zum Lexikon; so ist z. B. die iterative Bedeutung mancher Verben nicht grammatisch gegeben, sondern gehört zur lexikalischen Bedeutung dieser Verben (entspricht der „Modifizierung“), z. B.:           

llorar  -  lloriquear

llover  -  lloviznar

fr.: boire   - buvoter

pleurer  -  pleurnicher

d) es können Funktionen, die in anderen Sprachen Kategorien darstellen, in einer Sprache auch durch die Kombination von lexikalischer Bedeutung und einer grammatischen Bedeutung entstehen. So sind fr. trouver,  encontrar, it. trovare in gewissen Fällen iterativ, obwohl diese Verben lexikalisch punktuell sind.“   

[Coseriu, E.: Das romanische Verbalsystem. Tübingen: G. Narr, 1976, S. 12-13]