THEORIESPRACHE

(Recop.) Justo Fernández López

 

Theoriesprache

Bezeichnung für den Teil einer empirischen Wissenschaft, in welchem deren theoretische Gesetze oder Hypothesen formuliert sind. Die Sätze in der Theoriesprache umfassen neben logischen und mathematischen Ausdrücken die speziellen theoretischen Termini der jeweiligen Wissenschaft. Mit Hilfe von sog. Zuordnungsregeln (Korrespondenzregeln, Brückenprinzipien) werden diese Sätze mit Sätzen der Beobachtungssprache verbunden. Beispiel:  »Die Temperatur eines Gases ist proportional mit der durchschnittlichen kinetischen Energie in den Gasmolekülen«. Der Ausdruck »durchschnittliche kinetische Energie in den Gasmolekülen« wird als ein theoretischer Terminus verwendet, der der Theoriesprache zugehört; »Temperatur« dagegen gilt als Terminus, der der Beobachtungssprache zugehört (gemessen wird mit einem Thermometer, welches abgelesen wird).“

[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 569]