TEXTTHEORIE

Teoría de texto

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Text / Textgrammatik / Textlinguistik / Präsupposition

 

Texttheorie

Für S. J. Schmidt ist Text ein funktionaler Bestandteil von kommunikativen Handlungsspielen und damit eine universale Form der Überführung von Sprache in sozio-kommunikative Handlung. Er grenzt sie von der Textlinguistik folgendermaßen ab: Textlinguistik ist zeichenorientiert, Texttheorie funktionsorientiert. Ihr primäres Forschungsobjekt ist der Text als Bestandteil einer sozialen Interaktion. Entscheidende Beiträge zur Textkonstitution haben R. Harweg, H. Weinrich, M. Bense geleistet.“ [Heupel, C., S. 244]

„Durch die Umgewichtung innerhalb der Sprachwissenschaft, die Siegfried J. Schmidt mit seiner Texttheorie vornimmt, indem er vom Text als primär gegebenen sprachlichen Faktum ausgeht, ergibt sich für ihn die Forderung nach einer Instruktionssemantik, die »Wörter« auffasst als Teile von Texten, die innerhalb dieser Texte eine bestimmte Leistung zu erbringen haben.

„Einige Aspekte der hier vertretenen bedeutungstheoretischen Position basieren auf einem Modell der Sprache, das nicht vom Wort als Zeichen ausgeht und Texte nicht als geordnete Wortaggregate synthetisiert. Die Produktion von Texten im Rahmen kommunikativer Handlungsspiele wäre vielmehr als Realisierung eines kommunikativen Konzepts, einer kommunikativen Intention angesehen, d. h. als geregelter intentionaler Prozess zur Veränderung einer Situation. Beginnt man auf diese Weise am Text als kommunikativer Handlung, dann muss eine semantische Analyse von »Wörtern« von vornherein angelegt werden in Form einer Analyse von funktionalen Bestandteilen einer kommunikativen Äußerung unterhalb des Textlevels. Semantik erscheint dann notwendig als Text- und Textkonstituentensemantik und nicht als Wortsemantik.

Eine zweite Konsequenz dieses Ansatzes betrifft die Reichweite semantischer Analysen: Geht man aus vom Text als Vollzug soziokommunikativer Handlung, dann muss die Textäußerung als Kommunikationsakt im Rahmen eines kommunikativen Handlungsspiels untersucht werden. Die Fragestellung einer semantischen Analyse richtet sich also nicht primär oder gar ausschließlich auf die Frage, welche außersprachlichen Korrelate Textbestandteile »meinen«, »bezeichnen« etc., sondern darauf, was ein Text in kommunikativen Akten leistet, und wie die einzelnen Konstituenten am Zustandekommen dieser Leistung beteiligt sind. ...

Die instruktionssemantische Frage nach der Referenz eines Ausdrucks kann also nicht lauten: Was bezeichnet Ausdruck X? sondern: welche Anweisung an Kommunikationspartner gibt X in typischen Kommunikationssituationen? Wie wird X von Kommunikationspartnern realisiert?“ (Schmidt 1973: 82/84).

[Schlieben-Lange, Brigitte: Linguistische Pragmatik. Stuttgart,1975, S. 114]