TEXTPHORIK

Formas fóricas

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Exophorisch / Exozentrisch / Endozentrisch / Exozentrisch / Deixis / Anaphora / Kataphora / Epipher / Rekurrenz  / Textphorik / Textverweis / Pro-Formen / Pronomen / Kontext

 

Textphorik [griech. phorá ‘das Tragen’]

Semantisch-syntaktisches Verweisungssystem innerhalb eines Textes (Textverweis). Das Phänomen der Textphorik beruht semantische auf Koreferenz und erscheint syntaktisch als Pronominalisierung, d.h. als Syntagmatische Substitution durch eine Pro-Form. Im weiteren Sinne umfasst Textforik auch andere, nicht-pronominale Formen der Wiederaufnahme von Textelemente, vgl. Rekurrenz, Kontiguität, Isotopie.“ [Bußmann, H., S. 780]

Endophorisch:

Textverweisend (siehe: anaphorisch + kataphorisch / Deixis)“ [Heupel, Carl, S. 59]

Endophorisch

Umfasst anaphorisch und kataphorisch im Gegensatz zu exophorisch, d.h. umfasst textverweisende Ausdrücke im Gegensatz zu deiktischen, situationsabhängigen Ausdrücken.“ [Abraham, Werner, Bd. 2, S. 179]

„Vagheit ist für Sprache überhaupt und auch für Fachsprache konstitutiv.

Sprache und insbesondere Fachsprache hat eine kognitive und kommunikative Funktion.

Wissenschaftssprache ermöglicht die Bezugnahme auf Entitäten in der außersprachlichen Welt; wissenschaftliche Aussagen erfolgen durch Propositionen.

Propositionen bestehen aus Argumenten und Prädikationen, die weiter spezifiziert werden (können).

Propositionen gestatten eine

a) extratextuelle (exophorisch: Entitäten der außersprachlichen Welt),

b) kontextuelle (exophorisch: Kommunikationssituation sowie Intertextualität) und

c) kotextuelle Referenz (endophorisch: anaphorisch, kataphorisch etc.)

Sprachliche Vertextungsmittel leisten Beiträge

a) zur Terminusbildung als Grundlage von Propositionen,

b) zur Textorganisation der Propositionen (Konnexität, Makro- und Superstrukturen etc.) und

c) zur Textkommentierung bzw. Modifizierung der Propositionen oder Teilen davon.

Textkommentierungen bzw. Modifizierungen können durch

a) epistemische Erfordernisse (Inhalts- bzw. Objektkommunikation bedingt sein oder

b) durch soziale Erfordernisse (Beziehungskommunikation) verursacht werden.“

[http://www.sw2.euv-frankfurt-o.de/VirtuLearn/hs.sommer00/dff/modalit/theorie.html]

Deixis (adj. deiktisch)

Verweischarakter sprachlicher Ausdrücke. Die Deixis steht zwischen Semantik und Pragmatik, insofern deiktische Ausdrücke (indexikalische Ausdrücke) auch auf Tatsachen außerhalb des Texts verweisen können (Exophorik).“

[Verzeichnis der grammatikalischen Fachbegriffe. Ein Glossar zu Grammatik, Stilistik und Linguistik: http://www.menge.net/glossar.html#alphe]

Kataphora (Katapher, adj. kataphorisch, vorausweisend)

Ein Wort, das auf ein oder mehrere folgende Wörter oder Sätze verweist. In den Sätzen ‘ die spinnen, die Römer’ und ‘ das gefällt mir gar nicht, dass du das machst’ verweisen die Pronomina ‘ die’ bzw. ‘ das’ auf ‘ die Römer’ bzw. den Subjektsatz. Vgl. auch präparativer Gebrauch. (Gegenteil: Anaphora).“

[Verzeichnis der grammatikalischen Fachbegriffe. Ein Glossar zu Grammatik, Stilistik und Linguistik: http://www.menge.net/glossar.html#alphe]

Anaphora (Anapher; adj. anaphorisch, zurückweisend)

Ein Wort, das auf ein oder mehrere vorhergehende Wörter oder Sätze verweist. In den Sätzen ‘Du meinst Fritz? Der spinnt doch!’ und ‘Dass ich das Schauspiel noch erleben darf, das hätte ich nicht gedacht!’ verweisen die Pronomina‘ der’ bzw. ‘ das’ auf das vorangehende Substantiv bzw. auf den vorangehenden Objektsatz.  (Gegensatz: Kataphora) Anapher (Anaphora) Stilfigur, bei der am Beginn aufeinanderfolgender Sätze oder Satzteile dasselbe Wort steht (u. U. in verschiedenen Kasus Polyptoton): quae victoria, quae clades, qui exercitus, qui milites, quod proelium, quod bellum. Solche Reihungen nennt man anaphorische Reihungen (vgl. § 254,2).

[Verzeichnis der grammatikalischen Fachbegriffe. Ein Glossar zu Grammatik, Stilistik und Linguistik: http://www.menge.net/glossar.html#alphe]

Endophora (adj. endophorisch)

Zusammenfassende Bezeichnung von  Kataphora und Anaphora. (Gegensatz: Exophora).“

[Verzeichnis der grammatikalischen Fachbegriffe. Ein Glossar zu Grammatik, Stilistik und Linguistik: http://www.menge.net/glossar.html#alphe]

Exophora Wort, das sich auf ein außersprachliches Objekt bezieht; diese Beziehung wird meistens mit non-verbalen Hinweisen deutlich gemacht. In dem Satz ‘in diesem Jahr haben wir große Gewinne gemacht’ bezieht sich die adverbiale Bestimmung ‘in diesem Jahr’ auf das jeweils laufende Jahr, ohne dass der Sprecher dies im Text eigens erwähnen müsste. In dem Satz ‘ der spinnt’ kann sich das Pronomen ‘ der’ auf ein Objekt beziehen, das im Text zuvor noch nicht genannt wird und auch danach nicht mehr genannt werden wird.“

[Verzeichnis der grammatikalischen Fachbegriffe. Ein Glossar zu Grammatik, Stilistik und Linguistik: http://www.menge.net/glossar.html#alphe]

“Desde otro punto de vista, se pueden reordenar la ‘anáfora’, la ‘catáfora’ y la ‘exófora’ en dos grandes grupos: las formas fóricas y las formas no-fóricas. Las formas fóricas (en las que se incluirían la ‘anáfora’ y la ‘catáfora’) se caracterizan por llevar la instrucción Mi información está en otra parte del discurso. Búsquela. La Elipsis y los pronombres son ‘formas fóricas’ por excelencia, que pretenden transmitir al receptor lo que el emisor considera como más temático o de mayor relieve porque quiere que se le preste la mayor atención posible. Las no-fóricas llevan la instrucción Mi información no está en el discurso; búsquela en el contexto exterior.”

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 44]