TEXTLINGUISTIK

Lingüística de texto

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Text / Kontext / Enunciado / Einheiten (die kleinsten distinktiven) / Diskurs / Fokus / Diskursrepräsentation / Diskursmarker / Präsupposition / Konversationsanalyse / Konversationsmaxime / Implikatur / Kommunikative Satzperspektive / Thema-Rhema / Sprechakte / Illokution / Supposition / Kohärenz / Kohäsion  / Exophorisch / Exozentrisch / Endozentrisch / Endozentrisch / Deixis / Anafora / Kataphora / Rekurrenz / Textphorik / Pro-Formen /  Textverweis

 

Teilbereich der Linguistik, in dem es um die Beschreibung übersatzmäßiger ('transphrasischer') Bezüge, um die typische Konstituenz von Texten bzw. Texttypen (Textsorten)  geht. Erweiterung der auf die Analyse von sprachlichen Einheiten im  Satzformat beschränkten Linguistik.

Textlinguistik

Sprachwissenschaftliche Analyse von Äußerungen, die über einen Satz hinausreichen; grammatische Beschreibung und Klassifizierung von Texten (Textsorten); Untersuchung der Distribution von Sätzen im Text, der Beziehungen eines Satzes oder einer Satzgruppe zum Nachbarsatz und zu weiter entfernten Sätzen des Kontextes (z. B. Satzverflechtung durch verknüpfende Elemente wie Pron., Konj. u. a.: Guten Tag, Herr Direktor! Ein Herr Müller hat angerufen. Er wollte Sie persönlich sprechen. In etwa einer Stunde wird er es noch einmal versuchen. Außerdem wartet im Nebenzimmer ein Vertreter der Firma „Meier und Söhne“.); Untersuchung der Funktion von Abschnitten, Absätzen, Kapiteln in Großtexten.“ [Ulrich, W., S. 120]

Textlinguistik

Die Notwendigkeit einer textorientierten Sprachwissenschaft haben besonders P. Hartmann, H. Weinrich und H. Glinz immer wieder betont. Nach deren Meinung war die Linguistik bisher zu sehr dem Satz verhaftet, so dass größere Strukturen (Makrostrukturen) nicht in ihren Blick fielen. Den Grund der Wort-Linguistik sieht man in der Herkunft der Grammatik aus der antiken Logik, in der der Satz als Urteil die maßgebende Einheit war. Ungeklärt ist noch, wieweit Textlinguistik mit strukturaler Sprachwissenschaft zusammenfällt und wieweit Textlinguistik als Metatheorie einer allgemeinen Texttheorie fungieren kann. Den ersten Ansatz einer strukturalen Literaturwissenschaft lieferte der russische Formalismus und die Prager Schule, für deren großen Wortführer, R. Jakobson, die Poesie ein ebenso legitimer Gegenstand der Linguistik wie jeder andere sprachliche Text ist. Für H. Weinrich bedeutet die Textlinguistik den Versuch, die Satz- zugunsten eine Makrosyntax zu sprengen.“ [Heupel, C., S. 242-243]

Die Textlinguistik und die linguistische Pragmatik gingen zunächst getrennte Wege. Die Textlinguistik entstand in einer Ausdehnung der sprachwissenschaftlichen Analyse über die Satzgrenze hinaus. Dabei wurden zunächst vor allem sprachliche Regeln der Textkonstitution wie Anaphorik, Zeitengebrauch usw. behandelt. Es kamen aber zunehmend Fragen nach der Einheit von Texten, der Kohärenz von Texten, der Typik von Texten usw. im Blickfeld. Fragen, die sich eigentlich nur aus der pragmatischen Funktion der Texte beantworten lassen.

„Wer sich etwa in Fragen der Referenz-Theorie und Semantik, bei der Analyse von Deiktika oder Kohärenzbedingungen für Texte, bei der Beschreibung der Negation oder der Darstellung der Emphase nicht mit unzureichenden syntaktischen Antworten zufrieden geben wollte, musste Texte-in-Funktion, also Sprechakte in einbettenden Kommunikationssituationen, entsprechend mitberücksichtigen; m. a. W. er musste von einer »Textlinguistik« zu einer »Textpragmatik« übergehen.“ (Schmidt 1973/1975: 23).

Bei der linguistischen Pragmatik wurde ebenfalls das Satzniveau überschritten, und zwar wurde diese Überschreitung von vornherein als qualitative aufgefasst: Nicht der Satz sollte untersucht werden, sondern der Sprechakt. Es erwies sich schließlich in der linguistischen Pragmatik, dass Sprechakte, die mit Sätzen zusammenfallen, eher die Ausnahme sind. Die Ausweitung der Untersuchung auf Sprechaktsequenzen und kommunikative Ziele und Strategien wurde notwendig. So konvergieren Textlinguistik und linguistische Pragmatik, die die Ebene des Satzes anfänglich in je verschiedener Weise überschritten hatten, zum gegenwärtigen Zeitpunkt fast völlig. Lediglich die Akzente sind leicht verschoben: Bei der Textlinguistik steht die interne Textkonstitution im Vordergrund, bei der linguistischen Pragmatik die sozialen Verpflichtungen sprachlicher Handlungen.

Die Entwicklung von Textlinguistik und linguistischer Pragmatik könnte folgendermaßen skizziert werden:

„Aus einer Kritik an der generativen Konzentration auf den Einzelsatz erwuchs das Konzept der Textgrammatik. Es war schon bei Strukturalisten wie Hjelmslev (1953), Pike und Z. H. Harris vorgedacht. Pike (1967) geht davon aus, dass sprachliches und außersprachliches Verhalten ein einheitliches Ganzes darstellen und zieht daraus die Konsequenz, dass ein Text immer in Beziehung zu einer Verhaltenssituation zu sehen ist. Z. S. Harris, Lehrer Chomskys, untersucht im Rahmen seiner „Diskursanalyse“ die Distribution von Elementen in „aufeinander folgenden Sätzen eines zusammenhängenden Textes“. Seine Analyse beachtet aber ausschließlich die syntaktische Ebene und bezog bewusst die semantische Ebene nicht ein.

Stärker ausgeführte Ansätze wurden ab etwa 1970, und als Reaktion gegen die in der generativen Linguistik herrschende einseitige Betonung des Satzes als oberster Einheit der Sprache entwickelt. Typische Vertreter dieser gegen die generative Linguistik rebellierenden, aber von ihr beeinflussten Textlinguisten: Peter Hartmann, der Text als „das originäre sprachliche Zeichen“ (1971) ansieht, sowie S. J. Schmidt, Petöfi, Rieser und van Dijk, die eine lose zusammenhängende Forschergruppe bilden. In ihren texttheoretischen Ansätzen finden sich zentrale Elemente aus der generativen Sprachkonzeption: sie nehmen eine (Text)tiefenstruktur an und sprechen von einer Textkompetenz, als der Fähigkeit, alle Texte zu generieren, und von der Performanz.

Textuell ausgerichtete Grammatikkonzeptionen beziehen die transphrastische (satzübergreifende Ebene in ihre Sprachbeschreibung mit ein.“ [Hentschel / Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik, S, 7-8]

„Die ersten Beobachtungen, die zur Begründung eines linguistischen Textbegriffes führten, wurden von Rhetorik, Poetik und Stilistik gemacht. Innerhalb der strukturellen Sprachwissenschaft brach sich kurz vor 1950 die Erkenntnis Bahn, dass nicht der Satz, sondern der Text die höchste sprachliche Einheit bildet.  In der Geschichte der Textlinguistik lassen sich folgende drei Hauptstappen unterscheiden:

1) Von 1947 bis 1965: Boost prägte den Begriff der „Satzgemeinschaft“ und verwies auf viele wichtige Mittel struktureller Gestaltung des Zusammenhangs zwischen den Sätzen.

2) Von 1965 bis 1972: Der Zeitraum, der von der Textgrammatik als selbstständiger sprachwiss. Disziplin beherrscht wird. Der Text wird primär als nach bestimmten grammatischen Regeln aus Einzelzeichen geformtes sprachliches Gebilde mit ganzheitlichem Charakter aufgefasst und analog dem Satz betrachtet (Agricola, Danes, Hartmann, Harweg, Koch, Moskalskaja u. a.).

3) Seit Anfang der siebziger Jahre: In dieser Etappe verlagern sich die Erkenntnisinteressen. Unter den Einflüssen der Pragmatik, der Theorie der Sprachtätigkeit, der Psycholinguistik, der Soziolinguistik und der Funktionalstilistik wird der Text primär als ein Phänomen sozialen sprachlich-kommunikativen Handelns verstanden (Isenberg, Leont’ev, Rehbein, Viehweger).

Textlinguistik ist also diejenige wissenschaftliche Disziplin, deren Gegenstandsbereich Texte natürlicher Sprachen sind und deren Aufgabe darin besteht, allen Textvorkommen gemeinsame Wesensmerkmale zu beschreiben bzw. den sprachlichen Text zu definieren und Texte zu ordnen und zu klassifizieren.

Moskalskaja unterscheidet: Texttheorie, Textgrammatik und Textstilistik.

Dressler u. a. gliedern in Textsemantik (untersucht die Bedeutung von Texten und wie sich diese aufbaut); Textpragmatik (erforscht, welche Funktion und Wirkung ein Text in einer bestimmten kommunikativen Situation hat); Textsyntax (geht der Frage nach, wie die Textbedeutung syntaktisch ausgedrückt wird); Textphonetik (geht an, wie ein Text lautlich repräsentiert wird). Textsemantik und Textsyntax können als Textgrammatik zusammengefasst werden.

Jede sprachliche Einheit kann in Beziehungen zum außersprachlichen Kontext (Kultur-, Erfahrungs- und Situationskontext) oder zum sprachlichen Kontext untersucht werden. Für den Einfluss des außensprachlichen Kontext auf sprachliche Strukturen gilt das „Kompensationsprinzip Peškovskis“: „Je stärker der Einfluss der Situation und die intonatorische Geformtheit sind, desto schwächer ist der grammatische Ausdruck“. Der Grad der grammatischen Geformtheit und Explizitheit (Ausführlichkeit) eines Textes hängt also wesentlich davon ab, ob er schriftlich oder mündlich realisiert wird und ob es sich - in der gesprochenen Sprache - um monologische, dialogische oder polylogische Rede handelt.“

[Sommerfeldt/Starke: Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, S. 294-295]

Textlinguistik

Als terminologisch (mehr oder minder) äquivalent seien genannt:

Diskursanalyse

Hypersyntax

Makrosyntax

Supersyntax

Suprasyntax

Textsyntax

Als ‘Textlinguistik’ bezeichnet man jenen Teilbereich der Linguistik, in dem es um eine linguistische Erfassung und Beschreibung übersatzmäßiger (‘transphrastischer’) Bezüge, um die typische Konstituenz von Texten bzw. Textypen (‘Textsorten’) geht. Wissenschaftsgeschichtlich entstand die Textlinguistik sozusagen als notwendig gewordene Erweiterung des zunächst auf die Analyse von sprachlichen Einheiten im Satzformat beschränkten linguistischen Untersuchungsbereichs. Allerdings konnte bislang noch kein formales (und finites) Regelsystem erstellt werden, das (analog zu dem von N. Chomsky 1965 ansatzweise vorgeschlagenen Satzkompetenzmodell die ‘Textkompetenz’, d.h. in etwa die Fähigkeit zur Differenzierung zwischen ‘Texten’ und ‘Nicht-Texten’ sowie das intuitive Wissen um Vertextungsstrategien und um klassenspezifische Charakteristika von Textsorten, auch nur annähernd hätte abbilden können. Dies darf jedoch nicht verwundern, da die Textlinguistik noch ‘in den Kinderschuhen steckt’ und sich derzeit eher als (nicht selten etwas utopisch anmutendes) Forschungsprogramm versteht und nicht als etablierte wissenschaftliche Disziplin.”

[Welte, W.: Moderne Linguistik: Terminologie / Bibliographie. München: Hueber Verlag, 1974, Bd. 1, S. 346]

«Durante los decenios de 1960 y 1970 una nueva forma de acercarse al estudio del lenguaje vio la luz y adquirió un rápido desarrollo: la lingüística del texto. Al nacimiento y fundamentación de esta nueva corriente lingüística se encuentran asociados nombres como los de W. Dressler, E. Coseriu, S. J. Schmidt, J. S. Petöfi, H. Weinrich, T. A. von Dijk, etc.

A pesar de la explosión bibliográfica que ha tenido lugar en esta área de investigación, las dificultades conceptuales y metodológicas que existen son numerosas. De hecho puede decirse que, hasta hoy, el objeto de la lingüística del texto no ha sido identificado con la necesaria precisión: por este motivo, bajo la etiqueta de “lingüística del texto“ se reúnen puntos de vista muy heterogéneos e incluso disciplinas científicas completamente diferentes (E. Coseriu, 1981: 5).

Actualmente se cultivan, al menos, las tres siguientes formas de lingüística del texto:

1) La lingüística del texto propiamente dicha.

Se ocupa del ámbito lingüístico constituido por los actos de habla, o el entramado de los actos de habla, que realiza un determinado hablante en una situación determinada, y que puede estar integrado por manifestaciones habladas o escritas. Esta lingüística tiene por objeto el estudio de los textos en cuanto tales, independientemente del o de los idiomas históricos en que los textos se presenten.

2) La gramática del texto.

Esta segunda forma de lingüística del texto se ocupa del texto como nivel de la estructuración de un determinado idioma. Recibe diversas denominaciones: gramática del texto, gramática transoracional, análisis transoracional ... Su objeto es, por tanto, la constitución de textos en determinadas lenguas, en la medida en que existen reglas específicamente idiomáticas que se refieran a ellos. Se trata, en realidad, de una parte de la gramática de un idioma, aquélla que describe los hechos idiomáticos que exceden el ámbito oracional, tales como la denominada “topicalización“ o “tematización“, el orden de palabras, la elipsis, la sustitución, la enumeración, etc. Todos estos hechos “van, de algún modo, más allá de los límites de la oración y no parece posible describirlos, al menos de una manera completa, en el marco de una gramática de la oración“ (Coseriu, 1981: 21).

Estos fenómenos transoracionales pueden ser de diverso tipo:

a) Hechos que se extienden a lo largo de varias oraciones: estilos directo e indirecto, enumeraciones, etc.

b) Hechos que son característicos de un cierto tipo de texto: por ejemplo, la elipsis en el estilo telegráfico o en los anuncios publicitarios por palabras.

c) Hechos que, aunque se dan en el ámbito de una oración, apuntan no obstante más allá de ella: determinadas partículas o marcadores discursivos, fenómenos lingüísticos de sustitución, anáfora, etc.

Estos tres tipos de hechos poseen en común dos propiedades:

a) conciernen, según se ha dicho, a unidades superiores al nivel de la oración (o, si se quiere, a textos);

b) pertenecen a un idioma determinado.

Se trata, por consiguiente, de fenómenos que se refieren a las construcción de textos en un idioma particular, y que la gramática tradicional, que veía en la oración la última unidad determinada por reglas idiomáticas, no solía tomar en consideración.

3) Mezcla indiscriminada de ambos puntos de vista.

Al lado de estas dos clases de lingüística del texto, existe un tercer planteamiento que reclama igualmente legitimidad metodológica textual. Este enfoque identifica y mezcla injustificadamente la función textual comprobada en un determinado texto, con la función idiomática que se trata de elucidar. Pero “el hecho de que en las lenguas existan formas previas para funciones textuales no debe inducirnos a la actitud equivocada de equiparar fundamentalmente función textual y función idiomática“ (Coseriu, 1981: 31).»

[Casado Velarde, Manuel: Introducción a la gramática del texto del español. Madrid: Arco Libros, 1993, pp. 9-11]