SYMBOLIK  

Simbolismo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Symbol / Symbol in den Kultur- und Humanwissenschaften / Symbol in der psychoanalytischen Theorie / Symbolismus / Symbolik – diskursiv und präsentativ / Symbolfeld

 

Symbolik:

1.  Simbolgehalt, Sinnbildhaftigkeit, über das unmittelbar Wahrnehmbare hinausgehende tiefere Bedeutung von Sprache, Dichtung, Kunst, Mythos, Religion, Naturphänomenen, Gegenständen, Farben, Zahlen, Lauten, Personen, Handlungen. Bes. das mal. Denken begriff das ganze Dasein im Sinne einer umfassenden S., deutete konkrete Erscheinungen als Sinnbilder der christl. Heilslehre: zahlreiche relig., philosoph., naturkundl. und dichter. Werke widmeten sich der aus hellenist.-oriental. Traditionen überkommene Symbolik.

2.  Lehre von den Symbolen, Umschreibung ihrer Bedeutung, Herkunft, Wandlung (z. B. Umdeutung erot. Symbole zu christl.-moral. Bedeutung), meist nach bestimmten Kategorien oder Sachbereichen geordnet; man unterscheidet Tier-Symbolik (Einhorn, Lamm, z. B. als Symbole für Christus, die Schlagen für das Böse; Quellen sind Bibel und der späthellenist. „Physiologie“), Pflanzen-Symbolik (z. B. Rose, Lilie = Maria, Lorbeer, = Ruhm, Pinie = Unsterblichkeit), Farb-Symbolik (z. B. Gold im Altertum Symbol der Sonne, im MA. Gottes, Grün im AT Farbe der Gerechten, im MA. des Lebens), Rechts-Symbolik (Waage = Gerechtigkeit), Zahlen-Symbolik (z. B. Drei = Trinität, Acht = Vollendung, vgl. auch Zahlenproportionen), Buchstaben-Symbolik (a und w = Anfang und Ende der Welt; vgl. auch leipo- und pangrammat. Schriften, Figurengedichte, J. Weinheber, „Ode an die Buchstaben“), Laut-Symbolik (vgl. z. B. Lyrik der Romantik, des Symbolismus, A. Rimbaud, Lautmalerei). Auch Leitmotive (Richard Wagner, Th. Mann) können im Sinne einer musikal. oder literar. Symbolik verstanden werden.

3.  Verwendung von Symbolen in Werken der Literatur (Th. Mann: Symbolrealismus); nach dem Grad seiner Symbolhaftigkeit bestimmt sich die Symboldichte eines Werkes.

4.  Zeichensprache in Verkehr und Wissenschaft.

5.  Zweig der Theologie.“ 

[Günther und Irmgard Schweikle (Hrg.): Metzler Literaturlexikon. Stuttgart, 2. überarb. Aufl.1990, S. 451]