THEORIEN ÜBER DEN SUBJUNTIVO

Teorías sobre el subjuntivo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Definition des subjuntivo 

"Angesichts der Verschiedenheit und Vielfalt der modalen Nuancen, die durch den Konjunktiv ausgedrückt, oder, besser gesagt, evoziert werden, könnte  man fast glauben, dass es unmöglich sei, den Grundwert dieses Modus zu  bestimmen.

Die Grundkonzeption des Konjunktivs ist trotz der Verschiedenheit in einzelnen Anwendungsfällen im Französischen und Spanischen die gleiche, sodass die Theorie des Konjunktivs für beide Sprachen gültig in einem  Abschnitt behandelt werden kann.

[Schifko, Peter: Subjonctif und subjuntivo. Zum Gebrauch des Konjunktivs im  Französischen und Spanischen. Wien, Stuttgart: W. Braumüller, 1967, S. 1-2]

Modus und Modalität

"Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Modus und Modalität. Viele  Fehlinterpretationen des Konjunktivs haben ihren Grund in der Tatsache, dass diese beiden Begriffe nicht auseinander gehalten werden. Der Modus als  solcher ist immer einheitlich und hat eine bestimmte Grundbedeutung. In  jedem konkreten Anwendungsfall dient er als Ausdruck spezieller Nuancen, die allerdings mit dem Grundwert vereinbar sein müssen: das ist jeweilige  Modalität, die nicht nur durch den Modus, sondern auch durch andere Mittel  ausgedrückt wird (bipolare Struktur). Es ist also zu unterscheiden zwischen  Grundwert und Anwendungswert der Modi (Modus und Modalität, "valeur de  base" und "valeurs dérivées").

Vom Konjunktiv gibt es die verschiedensten Definitionen: als Modus der  Willensäusserung, der Irrealität, der Unterordnung, der psychischen Energie, der Subjektivität, des supponierten Geschehens, des nur  vorstellungsmässig Erfassten und viele andere.

Meines Erachtens ist der Konjunktiv der Modus des nicht in seiner  Konkretheit Erfassten, des nur allgemein, virtuell Betrachteten. 

Die meisten Definitionen dieses Modus kranken an der Verwechslung zwischen Modus und Modalität, wobei Modus für Modalität steht und eine Modalität  verabsolutiert wird. Ausserdem ist der Standpunkt der Definitionen kein  einheitlicher: Zweifel, z.B., ist eine modale Definition; Unterordnung eine  funktionalle und Subjektivität eine psychologische. 

Eine Aussage oder Handlung wird vom sprechenden Subjekt in irgendeiner  Weise beurteilt oder auch nur kommentiert. Sie passiert das Filter des  Verstanden, des Willens und des Affektes, wenn ich mich so ausdrücken darf.  Sie erscheint dem Sprecher als möglich, zweifelhaft, wünschenswert, er  fürchtet sie oder freut sich darüber: das sind die Modalitäten. Sie  repräsentieren die subjektive Haltung des Sprechenden zur Aussage. Es liegt  nur auf der hand, dass es sehr viel mehr Modalitäten als Modi gibt; daher  die Plurivalenz der Modi, wie der meisten grammatikalischen Kategorien  überhaupt. Daher auch die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen Modi und  Modalität. In einem Satz wie dudo que venga der Zweifel wird vor allem  durch das Verbum des übergeordneten Satzes und nicht durch den Konjunktiv  ausgedrückt. Diese Tatsache beweist die Unmöglichkeit einer engen modalen  Definition und erklärt die Berechtigung der amodalen Definitionen des  Konjunktivs als Ausdruck des nicht in seiner Konkretheit oder des nur vorstellungsmässig Erfassten

Modalitäten werden nicht nur durch Modi in Verbindung mit anderen Elementen  ausgedrückt, wobei Situation, Kontext, Intonation, usw. eine maßgebliche  Rolle spielen; es gibt dafür auch andere Ausdrucksmittel:

Betonung: Ein Satz wie tu viens kann eine Frage, eine Feststellung, eine Bitte, ein Befehl oder ein Ausruf der Überraschung sein.

Tempora: Die Syntax der Tempora ist eng mit der der Modi verknüpft. So  drückt beispielsweise das Futur in tu viendras einen Befehl, das Futur antérieur in il aura oublié de venir eine Vermutung, Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit aus. Auch das Imperfekt kann verschiedene modale Nuancen  ausdrücken.

Modalverben: querer, poder, deber, usw.

Wortstellung: besonders Hervorhebung affektiver Ausdrücke: ¡Bien lo ha hecho!  drückt die Zustimmung intensiver aus als lo ha hecho bien. 

Modi: Die Modi sind natürlich das Ausdrucksmittel schlechthin für die  verschiedenen Modalitäten; dabei ist jedoch nie die Mitwirkung des  semantischen Gehalts der Verben zu vergessen.

Es steht also fest, dass ein und derselbe Modus oft völlig verschiedene  Modalitäten ausdrücken kann, so der Konditional Eventualität in on le prendrait pour un acteur und Abschwächung, Bescheidenheit in je voudrais vous demander un service. Andererseits kann aber auch ein und dieselbe  Modalität durch verschiedene Mittel, ja durch verschiedene Modi ausgedrückt  werden. Der Zweifel beispielsweise: durch den Indikativ: je sors ou je reste? - durch den Konditional: sortirais-je? - durch den Konjunktiv: ils n'est pas sorti, que je sache. 

Man könnte diese Beispiele beliebig mehren. Man kann daraus ersehen, dass  manchmal zwischen den einzelnen Modi ein regelrechter Kampf tobt, bei dem  der Konjunktiv im Französischen einige Positionen verloren hat, während  sich sein spanischen Gegenstück fest behauptet.

[Schifko, Peter: Subjonctif und subjuntivo. Zum Gebrauch des Konjunktivs im  Französischen und Spanischen. Wien, Stuttgart: W. Braumüller, 1967, S. 6-9]

Theorien über den Konjunktiv

"Eine Theorie, mit Hilfe derer man mit mathematischer Genauigkeit bestimmen  könnte, wann ein Konjunktiv stehen muss und wann nicht, ist illusorisch und  dem Wesen der Sprache als eine sich in Entwicklung befindliche Schöpfung  des Menschen widersprechend. An dieser Tatsache scheitern alle zu strengen  grammatikalischen Systeme. Der Gebrauch steht an erster Stelle, die Theorie ist eine Rechtfertigung, ein nachfühlendes Ertasten von Tendenzen und nie  mathematisches Axiom". 

[Schifko, Peter: Subjonctif und subjuntivo. Zum Gebrauch des Konjunktivs im  Französischen und Spanischen. Wien, Stuttgart: W. Braumüller, 1967, S. 173]

Abgesehen von einigen Ausnahmen und Grenzfällen sind sich die meisten  Forscher über den Gebrauch des Konjunktivs einig. Doch sind sie weit davon  entfernt, zu einer einheitlichen Anschauung über die tieferen logischen, psychologischen und funktionellen Gründe dieses Gebrauches zu gelangen.

Man kann die verschiedenen Theorien über den Konjunktiv in zwei große  Gruppen: dualistische (pluralistische) und monistische Theorien.

A. Dualistische und pluralistische Theorien 

Für viele Linguisten besitzt der Konjunktiv zwei oder mehrere Grundwerte,  die nicht voneinander ableitbar sind. Die Dualität vor allem ergibt sich  aus dem historischen Ursprung der Konjunktivs in den romanischen Sprachen.  Der Konjunktiv ist historisch gesehen die Fortsetzung des lateinischen  Konjunktivs, der wiederum das Erbe der entsprechenden indoeuropäischen Modi  angetreten hatte. Der lateinische Konjunktiv ist das Ergebnis einer Fusion  des indoeuropäischen Optativs und Konjunktivs, die im Griechischen noch  geschieden waren und im Latein formal zusammenfielen, woraus sich für das  Lateinische und die romanischen Sprachen eine Zweiteilung in Konjunktiv als  Ausdrucks des Wollens und Konjunktiv als Ausdruck des Zweifelns, der Unsicherheit, der Irrealität usw. ergibt. Diese Unterscheidung ist seit  Meyer-Lübke klassisch geworden.

Wir werden sehen, dass sich die meisten Forscher, die eine dualistische Theorie vertreten, auf das Latein oder Altfranzösische stützen und berufen; wir werden aber auch sehen, dass immer wieder mit psychologischen Begriffen  argumentiert wird.

1) E. Lerch: Lerch unterscheidet zwischen "Konjunktiv des Begehrens" und "Konjunktiv des psychologischen Subjekts". Der erste ist volitiv und  findet sich sowohl im unabhängigen Satz als auch im abhängigen Satz. Der zweite, ursprünglich "Konjunktiv der Unsicherheit" genannt, findet sich nur in untergeordneten Sätzen. Historisch gesehen ist der Konjunktiv des Begehrens alt und ursprünglich, der Konjunktiv des psychologischen Subjekts habe sich erst ab dem 17. Jh. so richtig entwickelt. [...]

Ich glaube, dass Lerch die Wichtigkeit der Tatsache, dass die Aussage des Nebensatzes als bekannt vorausgesetzt wird, überschätzt. Viel wichtiger erscheint mir bei der Konzeption des psychologischen Subjekts und Prädikats die Aufmerksamkeits- bzw. Akzentverteilung. Die  Konjunktivtheorie Lerchs bildet eine gute Erklärung für eine Reihe von Anwendungen dieses Modus, umfasst aber nicht alle Gebrauchsarten, da die Definition des Konjunktivs zu eng ist; besonders die Umstandssätze  werden von Lerch ziemlich vernachlässigt.

2) M. Regula geht von einer vom Alexius v. Meinong inspirierten  psychodynamischen Theorie des Satzes aus. Das ausschlaggebende Element für die Moduswahl ist immer die "Erfassungsart" und die Festlegung der "Seinsart" einer Handlung und mit ihr der psychodynamische Wert der Aussage des untergeordneten Satzes, deren psychologische Beziehung zum  Hauptverbum durch den Modus angezeigt wird. Es gibt nach Regula zwei verschiedene Konjunktivarten, einen dynamischen, modalen, der in unabhängigen Sätzen vorkommt ("Konjunktiv des psychologischen Prädikats") und einen adynamischen, amodalen, der nach stark unterordnenden Ausdrücken vorkommt und letzten Endes das nur geistige Erfassen der Handlung zum Ausdruck bringt. Der Gegensatz beider zum Indikativ wird folgendermaßen definiert: "L'indicatif, mode de la décision, sert à porter des jugements, le subjonctif, mode de la prise en pensée, marque tous les objets de volonté, de supposition, d'appréciation, d'envisagement et de considération." Der Fortschritt der Theorie Regulas besteht darin, dass er dem  Konjunktiv nicht mehr primär bestimmte Modalitäten zuteilg. Die  Modalität des Wollens ist nicht mehr die Basis des Konjunktivs wie bei Lerch, und die Kategorie des Konjunktivs des psychologischen Subjekts ist in die weitere und daher umfassendere des "nur gedanklich Erfassten" eingebettet. Immerhin bleibt eine Dualität zwischen modalem und amodalem Konjunktiv bestehen, zwischen dynamischer und adynamischer Erfassung eines Vorganges. Die Dualität wird von einer modalen zu einer weitgehend funktionellen, die Regula nicht überwindet.

3) C. de Boer: Die dualistischen Theorien finden in den Anschauungen de Boers ihren klarsten und reinsten Ausdruck. Er betrachtet die Sprache von einem strikt funktionellen Standpunkt.

"Il y a deux subjonctufs très différents l'un de l'autre. Le premier se rencontre partout où le verbe es psychologiquement indépendant ... L'autre se rencontre dans toutes les subordonnées où le verbe présente  un certain degré de dépendance psychologique par rapport à l'idée exprimée dans la principale."

Je größer das psychologische Gewicht des übergeordneten Satzes, bzw. je psychologisch schwächer der Nebensatz ist, desto leichter und eher steht im untergeordneten Satz der Konjunktiv.

Der holländische Syntaktiker stellt allerdings auch fest, dass das  Wechselspiel zwischen über- und untergeordnetem Satz und die dadurch  bedingte Wahl des Modus nicht frei funktioniert, d.h. dass der Modusgebrauch oft ganz oder teilweise grammatikalisiert und erstarrt ist. Das Problem verdeutlicht sich immer mehr. Die Hauptschwierigkeit für die monistischen Theorien darin, den Konjunktiv im unabhängigen Satz unter einen Hut zu bringen. De Boer macht allerdings den Fehler, den Konjunktiv im Hauptsatz rein modal zu definieren, während er im  Nebensatz nur funktionell als Indiz der Abhängigkeit bzw. Unterordnung betrachtet wird. Diese logisch nicht zusammenhängenden Grundfunktionen können kaum befriedigen. Außerdem unterlässt de Boer, eine genauere Definition dessen zu geben, was er unter psychologischer Abhängigkeit versteht, sodass dieser Begriff etwas vage bleibt. Als positiv herauszustreichen ist die Unterscheidung zwischen Grund- und  Anwendungswert der Konjunktivs.

4) Wartburg/Zumthor versuchen ebenfalls nicht, den Dualismus auf eine ursprüngliche oder grundsätzliche Einheit zurückzuführen. Im unabhängigen Satz hat der Konjunktiv eine starke modale Bedeutung behalten, wird aber selten gebraucht. Im Nebensatz unterscheiden die beiden Forscher zwei Kategorien, den "subjonctif du postulé", der dem Optativ der klassischen Sprachen entspricht, er ist der einzige noch wirklich lebende Konjunktiv. Und den "subjonctif de l'existenciel", der die Handlung in seiner Existenz (im Gegensatz z um Konjunktiv des Wollens, der etwas Realisierbares ausdrückt) und zwar  insofern, als seine Realität als fraglich oder nicht ganz sicher darstellt wird. Während unbestreitbare Realität und Irrealität durch den Indikativ ausgedrückt werden, stellt der Konjunktiv die Aussage des Nebensatzes in den Bereich zwischen diesen sicheren Aussageformen bezüglich der  Realität. Diese Nuance wird heute allerdings in den meisten Fällen von  den Sprechenden nicht mehr als solche empfunden.  Auch in diesem Ansatz zu einer Theorie des Konjunktivs lassen sich eine  Reihe schwerer Mängel feststellen. Im Hauptsatz ist der Konjunktiv der "mode de l'énergie psychique", während sein modaler Wert und sein affektivisches Potential im Nebensatz oft so schwach ist, dass er als eine Art Substitut des Indikativs erscheinen kann. Ausserdem ist die Konzeption des "subjonctif de l'existenciel" als Modus des Ausdrucks einer Seinsweise zwischen Realität und Irrealität offensichtlich falsch denn im Kompletivsatz und im Konzessivsatz handelt es sich um eindeutige  Realitäten. Der Konjunktiv nimmt eben zur Realität eines Sachverhaltes in dieser Weise nicht Stellung; diese Ansicht teilen wohl die meisten Forscher, die sich in jüngerer Zeit mit dem Modusproblem beschäftig haben.

5) Sonstige: Es sei hier noch eine Gruppe von Forschern erwähnt, die alle pluralistische oder dualistische Theorien vertreten:

E. Gamillscheg unterscheiden den "Konjunktiv des nachklingenden Wunsches", den "Konjunktiv des supponierten Geschehens" und den "Konjunktiv der psychischen Unterordnung" im Nebensatz und den "Konjunktiv des Wunsches im unabhängigen Satz, wobei der Unterschied zwischen dem Konjunktiv des supponierten Geschehens und dem der psychischen Unterordnung nicht klar ersichtlich ist. Gamillscheg ist überzeugter "Dualist" und hält die Rückführung dieser Grundwerte des Konjunktivs auf eine ursprüngliche Einheit nicht für  möglich: "Schon aus dieser Übersicht ergibt sich, dass weder Konditional noch der Konjunktiv auf je eine Grundfunktion zurückgeführt werden kann... Der lateinische Konjunktiv ist selbst aus dem indogermanischen Optativ als Ausdruck des Wunsches und aus dem indogermanischen Konjunktiv durch Verschmelzung hervorgegangen und hat trotz der einheitlichen Form zwei innerlich voneinander verschiedene Funktionen übernommen." 

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. war man der einhelligen Auffassung, dass der Konjunktiv im Lateinischen und in den romanischen Sprachen nur durch zwei verschiedene Grundfunktionen erklärt werden könne. Die Autoren unterscheiden einen Konjunktiv des Wollens einerseits und einen Konjunktiv der Irrealität, des Zweifels oder der Unsicherheit andererseits.   K. Ettmayer spricht ebenfalls von einem volitiven und suppositiven Konjunktiv. Zu dieser Gruppe gehören außerdem auch fast alle Forscher, die sich mit dem Konjunktiv in der spanischen Sprache beschäftigt haben:

A. Bello spricht von einem Konjunktiv des Zweifelns und des Wunsches

R. Lenz von einem "subjuntivo potencial o dubitativo" und "optativo, final.

F. Hanssen unterscheidet gleich drei Konjunktivarten, einen "subjuntivo final, potencial" und "hipotético".

S. Gil y Gaya sprich ebenfalls von "subjuntivo potencial" und "optativo".

R. K. Spaulding: "In general, its main uses may be grouped under two heads: desire and uncertainty."

W. H. Rice unterscheidet, etwas abweichend, einen Konjunktiv der Gefühlsbewegung, zu dem auch der nach Willensäußerungen zählt, und einen Konjunktiv der Unsicherheit bzw. des Fehlens der Sicherheit.

Alle diese pluralistischen und dualistischen, meistens historisch  inspirierten Theorien können aus einer Reihe von Gründen nicht befriedigen.  Zunächst aus einem grundsätzlichen: Der Konjunktiv ist in den romanischen  Sprachen, unabhängig von der historischen Herkunft der einzelnen Formen, zu einer zumindest morphologisch klar bestimmten Einheit geworden; es ist  daher anzunehmen, dass dieser Einheit auch als Grundbedeutung eine semantisch-syntaktische Einheit entspricht, ebenso wie beim Imperativ, der  trotz der morphologischen Zweiheit eine eindeutige Bedeutung hat und ebenso  wie beim Indikativ, dem alle Grammatiker trotz der vielen Bedeutungen, die  dieser Modus im Einzelfall annehmen kann, eine einheitliche Grundbedeutung  zuerkennen.

Das Gegenargument der ursprünglichen Dualität dieses Modus ist nicht  unbedingt stichhaltig. Es gibt so etwas wie System in einer Sprache, eine  Sprachökonomie, eine gewisse, jeder Sprache eigentümliche Struktur, die  sich im Laufe der historischen Entwicklung ändern kann, wie das Beispiel  der Syntax der Tempora in den romanischen Sprachen zeigt. Es ist daher auf  Grund des aktuellen Modusgebrauchs anzunehmen, dass die modernen  romanischen Sprachen den ursprünglichen Dualismus im lateinischen  Konjunktiv überwunden und durch eine einheitliche Konzeption ersetzt haben. 

Tatsächlich steht es fest, dass sich der Gebrauch des Konjunktivs nach  Ausdrücken des Wollens in allen romanischen Sprachen ausnahmslos gut  erhalten hat, sodass die schwächste finale Nuance schon genügt, diesen Modus herbeizuführen. Diese Tatsache zwingt jedoch m. E. nicht dazu,  Gegebenheiten der Grammatik des Indoeuropäischen und Lateinischen auf die romanischen Sprachen zu übertragen, sondern legt nur die Annahme nahe, dass sich die optativische Komponente des Konjunktivs innerhalb der modernen  Grundfunktion dieses Modus besonders gut erhalten hat. 

So sehen die praktischen Vorschläge der Anhänger dualistischer Theorien aus: Es gibt zwei Möglichkeiten

a) Entweder werden zwei "modale" Grundfunktionen des Konjunktivs angegeben,  etwa Ausdruck des Wollens und des Zweifelns. Es liegt nun auf der Hand,   dass zwei so enge Definitionen niemals die ganze Vielfalt der  Gebrauchsweisen des Konjunktivs erklären können.

b) Die zweite Möglichkeit besteht darin, die erste Grundfunktion des Konjunktivs modal zu definieren als Ausdruck des Wollens, wie es meistens geschieht, und alle anderen Gebrauchsarten, die durch kein  volitives Element erklärt werden können, in einer amodalen Grundfunktion, etwa des "nur vorstellungsmässig Erfassten", zusammenzufassen, wobei diese zweite Gruppe sehr oft den Charakter einer  Verlegenheitslösung hat. 

Aus prinzipiellen Erwägungen heraus ist eine dualistische Definition des Modus gar nicht notwendig, da sich alle Gebrauchsarten des Konjunktivs in  einer Grundbedeutung unterbringen lassen, es sei denn, man legt dem  historischen dualistischen Ursprung dieses Modus eine so entscheidende Bedeutung bei, dass er auch noch in den modernen romanischen Sprachen  unverändert weiterwirkt.

B. Monistische Theorien

Zwei große Gruppen sind zu unterscheiden: Für die einen hat die einzige Grundbedeutung des Konjunktivs modalen, für die anderen amodalen Wert.

1. Modale Theorien

a) Zweifel und Unsicherheit

Es gibt eine lange Reihe von Linguisten, für die der Zweifel die  Grundbedeutung des Konjunktivs ist:

Für H. Soltmann gibt es im Französischen drei fundamentale Modalitäten, nämlich die der Sicherheit, der Unsicherheit und des Wollens. Die  Sicherheit des Sprechenden bezüglich des Ausgesagten wird mit Hilfe des  Indikativs ausgedrückt, das Wollen durch den Imperativ und der Konjunktiv  ist die "Spiegelung des Gefühls der Unsicherheit". Auch L. Clédat nahm zunächst den Zweifel als Grundwert des Konjunktivs an, änderte dann jedoch seine Anschauung. Auch L. Foulet betrachtet den Konjunktiv als stilistische Variante des Indikativs und als Modus des Zweifels.

Eine Theorie, die den Grundwert des Konjunktivs so eng definiert wie die  hier besprochene, ist einfach unhaltbar.

b) Wollen

H. W. Philp versucht alle Anwendungsmöglichkeiten des Konjunktivs vom  Konjunktiv des Wollens her abzuleiten. Er verfällt damit in den gleichen  Irrtum wie Soltmann, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Es ist unmöglich, die vielfältigen Gebrauchsmöglichkeiten des Konjunktivs auf ein volitives Prinzip zurückzuführen.

c) Subjektivität

Ausgehend von seiner Definition der Modi in allgemeinen: "attitude psychique  du sujet parlant par rapport à l'idée énoncée", bezeichnet W. van der Molen den Konjunktiv als "mode de la subjectivité", während der Indikativ eine  neutrale und objektive Haltung des sprechenden Subjekts zur Haltung ausdrückt. Diese Subjektivität schließt alle Bedeutungen und Modalitäten, wie Befehl, Bitte, Einräumung, Furcht, Zweifel usw. in sich ein. Es handelt  sich also um eine psychologisierende Konzeption des Konjunktivs, die eher  die psychische Aktivität des Sprechenden als den Aussagewert des  Konjunktivs selbst ins Auge fasst.

Diese Theorie hat immerhin den Vorteil, als Grundwert des Konjunktivs keine  enge Modalität, sondern die subjektive Haltung des sprechenden Subjekts  anzusetzen. Es muss allerdings festgestellt werden, dass dies ja die  Definition überhaupt der Modi ist, nämlich die subjektive Haltung des  Sprechers zur Aussage. Die Definition ist also in diesem Sinne zu weit.  Wenn der Autor mit Subjektivität aber ein psychisches Engagement meint,  dann wird die Definition zu eng, denn es gibt viele Gebrauchsarten des  Konjunktivs bei denen die Psyche des Sprechenden keinerlei Rolle spielt,  sondern nur sein Verstand: J'ignore qu'il l'ait fait  beispielsweise. Der  Autor muss auch zugeben, dass es auch mehr oder weniger mechanische  Anwendungsfälle des Konjunktivs gibt, aber: "on trouvera toujours une base  psychologique". 

Van der Molen polemisiert vor allem gegen die Konzeption des Konjunktivs als Instrument der Unterordnung und übersieht dabei, dass es doch gewisse Abhängigkeitsverhältnisses und Akzentverschiebungen im Gewichte der Aussage  gibt, die entscheidend zum Verständnis des Konjunktivs beitragen.

Das modale Prinzip auf psychologischer Grundlage wird vor allem von G. und  R. Le Bidois vertreten. Für diese Forscher ist der Konjunktiv "le mode de l'énergie psychique, le plus mode de tous les modes, par quoi il faut entendre le plus en relation avec l'âme, ... ses plus fortes, ses plus  fines vibrations y viennent retentir". Diese Auffassung ist eine ziemlich scharfe und zum Teil heilsame Reaktion  gegen die Interpretation des Konjunktivs als Modus der Unterordnung; der  Konjunktiv, weit davon entfernt, ein reiner syntaktischer Mechanismus zu  sein, ist "le mode indépendant, pleinement autonome". Die Behauptung, der Konjunktiv sei ein völlig freier und autonomer Modus,  erscheint sehr gewagt, denn das hieße ja die Verbindung zwischen Haupt-  und Nebensatz leugnen, sowie die unterschiedliche Akzent- und Gewichtsverteilung, die wir als entscheidendes Element bei der Moduswahl  erkannt haben. 

Schließlich muss man sich fragen, was "mode de l'énergie psychique" eigentlich bedeutet. Abgesehen von der Allgemeinheit dieses Ausdrucks  bezeichnet er ja nicht das, was der Konjunktiv wirklich ausdrückt oder  bedeutet, sondern nur das, was im sprechenden Subjekt angeblich in diesen  Fällen vorgeht, dass nämlich dieses Subjekt keine objektive und  intellektuelle Haltung zur Aussage einnimmt, und das stimmt nicht immer.

2. Amodale Theorien

a) Objektive Nichtrealität 

E. Tanase entwickelt ein ziemlich kompliziertes System des Konjunktivs, indem er von seiner Grundbedeutung als Ausdruck der Nichtexistenz ausgeht  und über eine Reihe von abgeleiteten Bedeutungen bis zum Gegenpol der zwar  existenten, aber zweitrangigen Existenz gelangt. Die ganze Theorie ist viel  zu kompliziert.  Ein weiterer Vertreter des Grundwertes des Konjunktivs als Modus der  Nichtrealität ist J. Hanse. Der Autor unterscheidet allerdings nicht immer  klar zwischen objektiver Realität und der geistigen Haltung des Sprechers,  die eine Handlung nicht als Realität betrachtet.

Man kann über ein reales Geschehen eine Aussage machen, ohne dieses  Geschehen als solches in seiner Konkretheit zu betrachten. Ich sehen von  der Realität als solcher ab, da ich durch etwas anderes sozusagen abgelenkt bin. Immer wieder lehnt Hanse in überzeugender Weise den "Konjunktiv des Wollens, Zweifelns" usf. ab, ebenso wie den Konjunktiv als Modus der  psychischen Energie. Alles in allem eine gute Theorie, die wohl nur zwei  Schwächen aufweist: Die nicht konsequente Durchführung des Prinzips des  Abstandnehmens von der Realität und die Verkennung der  Abhängigkeitsverhältnisse zwischen über- und untergeordnetem Ausdruck, die  dieses Abstandnehmen zwar nicht bedingen, wohl aber wesentlich erleichtern  und nahe legen. 

b) Das nur geistig oder vorstellungsmässig Erfasste 

Nur ein kleiner Unterschied trennt die nun folgenden Theorien von der eben  besprochenen: Der Konjunktiv drückt das subjektiv nicht als Realität Erfasste aus, unabhängig davon, ob eine objektive Realität vorliegt oder  nicht. 

R. Wähmer stellt den Indikativ als Modus der Kenntnisnahme und Erfahrung  dem Konjunktiv als Modus der abstrakten Vorstellung gegenüber: "Der Indikativ zeigt an, dass der Redeinhalt als wahrnehmbar festgestellt werden soll, der Konjunktiv, dass von seiner Wahrnehmbarkeit abgesehen wird."

Für Th. Kalepky gibt es nur einen Konjunktiv, dessen Grundfunktion darin  besteht, von der Realität der Aussage abzusehen; alle anderen Bedeutungen  kommen ihm vom Kontext oder der jeweiligen Situation. Der Indikativ setzt  eine Tatsache als real; der Konjunktiv sagt bezüglich der Realität oder  Irrealität einer Handlung überhaupt nichts aus: "Der Konjunktiv drückt  weder Realität noch Irrealität aus, er besagt bezüglich der Realitätsfrage überhaupt nichts, ist modal völlig indifferent und steht in dieser Hinsicht  auf der gleichen Stufe mit Gerundium und Infinitiv." Heilsam ist der von  Kalepky immer wieder betonte Standpunkt, dass der Konjunktiv als solcher  und allein keine Modalität ausdrückt. Seine eigene Definition der  Grundfunktion des Konjunktivs ist allerdings zu weit. Der Konjunktiv erfasst eine Aussage zwar weder als Realität, noch als Irrealität, er ist  aber auch nicht indifferent in diesem Sinne, denn er sieht ja ausdrücklich  von der Realität eines Sachverhalts oder Geschehens ab.

Eine ähnliche Theorie des Konjunktivs vertreten J. Damourette und E.  Pichon. Sie bezeichnen den Konjunktiv als den Modus der Nichtbeurteilung,  im Gegensatz zum Indikativ, der der Modus der Beurteilung ist. Diese  Definition gilt sowohl für abhängige als auch für unabhängige Sätze. 

Ebenfalls hierher gehört eine Gruppe von Linguisten, die, vom Konjunktiv im Spanischen ausgehend, zur gleichen Meinung gelangt sind wie die eben  besprochenen Forscher:

J. F. Lemon: " ... the subjunctive ist used what the speaker does not  present as an actual fact."

L. Togeby formuliert zwei verschiedene Theorien über den Konjunktiv, eine  strukturalistische und eine semantische. Nun die Abgrenzung der drei Modi  Indikativ, Konjunktiv und Imperativ nur in ihrer Beziehung zueinander als  intensiv und extensiv geht an der sprachlichen Realität zwar nicht vorbei, besagt aber nicht viel. Auch der Autor selbst hat das Bedürfnis, eine semantische Definition des Konjunktivs zug eben, und mit dieser reiht er  sich in die hier besprochene Gruppe ein: "On pourrait caractériser le  subjonctif par la notion de 'suspension de l'affirmation'... Le mode  s'applique donc parfaitement à des faits réels, mais seulment quand on ne  veut pas les affirmer ou quand ce n'est pas nécessaire."

c) Der Konjunktiv als Modus der Unterordnung

Die Ansicht, der Konjunktiv habe nur die Funktion der Unterordnung einer  Aussage unter eine übergeordnete ist der reinste Ausdruck des amodalen  Prinzips, denn bei dieser funktionellen Betrachtungsweise bleibt jedes semantische und somit modale Element ausgeschlossen. Der Konjunktiv wird zu  einem grammatikalischen Zeichen.

Diese Tradition des Konjunktivs erneuert nur eine alte Tradition, von der  sogar der Name des Modus herstammt, "subjonctif/subjuntivo". Diese These wurde von den lateinischen Grammatiken vertreten und im 18. Jh.  wiederaufgenommen. Die meisten Latinisten vertreten diesen Standpunkt:

La suma de todos estos factores (debilitación del significado como consecuencia de la subordinación y uso indebido del subjuntivo por influencia de una atracción) explica que poco a poco se acostumbraron los romanos a ver en el subjuntivo no una forma verbal dotada de un contenido modal preciso y determinado, sino una forma por medio de la cual podía acusarse con claridad la relación de subordinación en que se hallaba una oración con respecto a otra. (M. Bassols de Climent, Sintaxis histórica de la lengua latina, Bd. II, 1, S. 438)

W. Ricken hat diese Theorie mit großer Klarheit dargestellt: "Der  Subjuntivo ist der Modus oder die Ausdrucksweise für die als unselbständig  gefasste Vorstellung. Unselbständig aber ist eine Vorstellung dann, wenn  sie einer anderen, selbständigen herrschenden Vorstellung innerlich  untergeordnet und unterworfen, gleichsam "untergebunden" ist, so dass sie eine selbständige Bedeutung neben jener nicht hat."

Die Theorie Rickens ist nicht weit von der Definition des Konjunktivs als Modus des nur vorstellungsmässig Erfassten entfernt, nur legt er den Akzent  auf das Abhängigkeitsverhältnis zwischen über- und untergeordnetem Satz. 

Eine Theorie, die im Konjunktiv tatsächlich nur ein grammatikalisches  Zeichen der Unterordnung sieht, wird in jüngerer Zeit kaum noch vertreten. Eine Frage bleibt bei Ricken allerdings offen: Worunter ist der Konjunktiv  im unabhängigen Satz untergeordnet? 

d) Die psycho-systematische Theorie von Guillaume

G. Guillaume (Temps et verbe, 1929) stellt das Problem des Konjunktivs mit seiner psychosystematischen Theorie in den gesamten Rahmen der verbalen Syntax und Morphologie. Folgende Grundthese liegt der Psychosystematik zu Grunde: Die Modi, sowie die so genannten "nominalen Modi", die Aspekte und  temporalen Formen des Verbums stellen nur sukzessive Etappen der  Konstruktion der Zeit ("l'image-temps") im Geiste des Sprechenden dar; d. h. die psychische Darstellung und Realisierung der Zeit ist die Basis aller  verbalen Formen: "Le système verbal correspond à la représentation du  temps, et les différences de mode ne sont que des différences dans la manière dont le temps est conçu".

Diese Konzeption der Zeit ist eine psychische Operation, die selbst eine  gewisse Zeit beansprucht, die durch eine Achse dargestellt werden kann. Guillaume nennt sie "axe du temps chronogénétique, et l'opération de pensée  qui s'y développe la chronogenèse".  Dieser Prozess der Ausformung der Zeit kann durch einen Schnitt dieser  Achse unterbrochen werden, was eine Profilansicht des Phänomens der Zeitbildung ergibt. Die französische Psyche kennt drei charakteristische  Punkte, wo ein solcher Schnitt möglich ist, nämlich den Beginn [Zeit "in  posse"], die Mitte [Zeit "in fieri", im Werden] und das Ende [Zeit "in  esse", realisiert] der chronologischen Achse.  Diese drei charakteristischen Abschnitte der Chronogenese werden von Guillaume "axes chonothétiques" und die geistige Operation, die sich auf diesen Achsen entwickelt, "chronothèse" genannt. Die Bewegung von der Zeit  "in posse" zur Zeit "in esse" ist ein geistiger Vorgang, der nicht nur die  Zeit, sondern das ganze Verbum realisiert; sie wird "visée" genannt. Durch  diese Bewegung entstehen eine Reihe von verbalen Formen, die jedoch alle  temporalen Charakter haben, insofern sie nur verschiedene  Realisationsstufen der Zeit darstellen. 

Der Realisierung des Verbums auf der Stufe der Zeit "in posse" entsprechen die "nominalen Modi", Infinitiv und Partizipien.

Aus der Realisierung des Verbums auf der Stufe der Zeit "in esse" ergibt  sich schließlich der Indikativ mit zehn Formen, deren Charakteristikum es ist, die drei Zeitstufen der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft klar zu  unterscheiden und auszudrücken. Wenn nun die Bewegung von der Zeit "in  posse" zur Zeit "in esse" vollständig ist und nicht unterbrochen wurde,  dann wird der Indikativ gebraucht.

Wenn diese chronothetische Bewegung jedoch unterbrochen wurde, steht regelmäßig der Konjunktiv. Wenn der Begriff (übergeordneter Ausdruck,  Kontext, Situation), durch den hindurch die chronogenetische Bewegung  erfolgt, diese nicht aufhält, es also zulässt, dass die Zeit und somit das  ganze Verbum des untergeordneten Satzes realisiert wird, dann steht der  Indikativ, ansonsten der Konjunktiv. Wenn diese Bewegung erst gar nicht  stattfindet, bleibt das Verbum im embryonalen Stadium der nominalen Modi  stecken. Es folgt daraus, dass das Problem der Modi wesentlich ein Problem  der "visée" ist. Es ist für die Moduswahl daher notwendig zu untersuchen,  welche Begriffe es der chonogenetischen Bewegung erlauben, sich zu  realisieren und welche nicht (affektive, volitive Elemente usw.).

Wir sehen also, dass Guillaume auf einem Umweg wieder zu traditionellen  Kriterien zurückkehrt. Was Guillaume beim übergeordneten Ausdruck "idée  interceptive" nennt, heisst bei anderen Forschern psychologisches Subjekt,  Akzent oder Gewichtsverlagerung und die Zeit in fieri wäre das nur  vorstellungsmässig oder nicht als Realität Erfasste.

Und das ist m. E. die Schwäche im System von Guillaumes und Moignets. Es wird hier eine Folgeerscheinung der Konjunktivs, nämlich die  Nichterreichung der expliziten Zeitangabe, der zeitlich amorphe Charakter,  als das Wesen des Konjunktivs angenommen. Der Konjunktiv ist nach meiner Definition der Modus des nicht in seiner Konkretheit Erfassten, was auch  einschließt, dass das Zeitverhältnis oft - nicht immer - nicht so genau  wie durch den Indikativ ausgedrückt wird. 

Die Reduzierung der Modi auf eine rein temporale Basis ist schon aus dem  Grunde problematisch, weil doch selbst die einzelnen Formen des Konjunktivs  modale Werte annehmen können, so z .B. das Imperfekt des Konjunktivs als  Irrealis der Gegenwart. 

P. Imbs, der der Schule von Guillaumes sehr nahe steht, modifiziert und  präzisiert die eben besprochene Theorie. Der Grundwert des Konjunktivs ist  nach Imbs, in Übereinstimmung mit Guillaume, "qu'il s'empoie fois que le  fait relaté n'est pas entièrement actualisé, ou que sa réalitá actuelle  n'est pas la visée principale du sujet parlant." Imbs bezieht sich also  nicht ausdrücklich auf eine temporale Aktualität, sondern spricht von  Aktualität überhaupt, und das erscheint mir eine wesentliche Korrektur der  Anschauungen von Guillaume und Moignet. 

Ein wichtiger Gedanke von Imbs sei noch erwähnt: "Il importe de ne pas se  représenter l'unité des valeurs du subjonctif comme une unité logique; nous  avons affaire à une unité qui se dégage au cours de l'histoire et ne  s'étend pas nécessairement à tous les cas auxquels elle pourrait  théoriquement s'étendre." Diese Tatsache darf nie aus den Augen verloren  werden

e) das nicht in seiner Konkretheit Erfasste

Vergleichen wir nochmals die wichtigsten Definitionen des Konjunktivs: Modus des Wollens, Zweifelns, der Subjektivität, der Eventualität, Irrealität, der Nichtfeststellung der Realität oder Irrealität, des psychologischen Subjekts, des nur vorstellungsmässig Erfassten, der  Nichtbeurteilung, der nichtaktualisierten Zeit, der Unterordnung. Man  überzeugt sich sofort, dass jede einzelne dieser Definitionen einen Aspekt  oder selbst Wesentliches des Konjunktivs trifft und erfasst. Es schient mir  nun, dass viele Probleme und Abweichungen in der Einschätzung des  Konjunktivs nur deshalb auftauchen, weil die Forscher auf verschiedenen Ebenen diskutieren. Es stellt sich somit das Problem der Methode und des  Standpunktes.

Die modalen Definitionen: Der Konjunktiv drückt etwa das Wollen, oder den Zweifeln oder Unsicherheit aus. Der methodische Fehler besteht in der  Verwechslung von Grundbedeutung und unmittelbarer Bedeutung des Konjunktivs  im jeweils konkreten Fall. Diese Verwechslung von Modus und Modalität, die aus der engen Verbindung der beiden zu erklären ist, führt dann dazu, dass  man alle Gebrauchsweise des Konjunktivs durch diese eine Modalität zu  erklären sucht, was nur zu sehr gewundenen Argumentationen führen kann. 

Die Betrachtung des Konjunktivs von einem psychologischen Standpunkt aus: Der Konjunktiv wird in Hinblick auf das psychologische Geschehen im  sprechenden Subjekt definiert, als Modus der Subjektivität, der psychischen  Energie, der Anspannung aller Seelenkräfte. Dieser Aspekt ist natürlich  sehr interessant und wertvoll (wenn auch der Konjunktiv bei weitem nicht  immer ein größeres psychisches Engagement mit sich bringt als der  Indikativ, und somit oft über das Ziel hinausgeschossen wird), doch wird  dabei das Problem von der Sprache auf den Sprecher verlagert und das Wesen  des Konjunktivs als Ausdrucksmittel erfasst man dabei nicht. 

Die Betrachtung des Konjunktivs von einem rein funktionellen Standpunkt:  Man kommt dann zur Definition des Konjunktivs als Modus der Unterordnung, womit sich Sätze wie Je suppose qu'il viendra - Je suppose qu'il vienne   auf eine Opposition schwacher und starker Unterordnung reduzieren. Diese  Methode trifft somit das Eigentliche der sprachlichen Realität genauso wenig  wie die strukturalistischen Häufigkeitsrelationen zwischen den einzelnen  Modi.

Der Grundwert des Konjunktivs muss auf alle Gebrauchsweisen anwendbar sein.  Er muss sich von den Grundwerten anderer Modi klar unterscheiden, eine Tatsache, wie oft vergessen wird. Nehmen wir beispielsweise die Konzeption  des Konjunktivs als Modus der Willensäußerung. Drückt nicht auch der  Imperativ ein Wollen aus? Diese Frage wird von den meisten Vertretern  dieser Theorie mit diskretem Schweigen übergangen.

Betrachten wir zunächst, ob die Definition des Konjunktivs als Modus des  nicht in seiner Konkretheit Erfassten auf alle Fälle anwendbar ist:

Je veux que tu viennes - Quiero que vengas. 

Der unmittelbare Wert, den der Konjunktiv im Verein mit dem Verbum vouloir - querer ausdrückt, ist ein Wollen. Seine Grundbedeutung jedoch ist, dass  das Objekt dieses Wollens, das Kommen, nicht in seiner Konkretheit, sondern als virtuelles, angestrebtes Ziel dargestellt wird. Da das Kommen noch keine Aktualität besitzt, kann es auch gar nicht in seiner Konkretheit  betrachtet werden.

Je vois qu'il vient - Veo que viene

Das Kommen wird in seiner Konkretheit betrachtet, man hat den Handlungsablauf des Kommens direkt vor Augen, es ist sogar wahrnehmbar, während es als volitives Ziel nur als abstrakte Vorstellung des Subjekts  existiert.

Je comprends qu'il vienne - Je comprends qu'il vient

In beiden Fällen handelt es sich um eine Realität. Im ersten Fall wird sie  jedoch nicht als solche betrachtet; der Akzent liegt auf dem Verstehen, mit  leicht affektiver Nuance, das Kommen ist nur das Zugrunde liegende, über das  die entscheidende, die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmende Aussage gemacht  wird; es wird daher nicht konkret, anschaulich, sondern nur am Rande, als  Konzept betrachtet. Im zweiten Fall hingegen steht das Kommen im Vordergrund, es wird gleichsam avisiert und daher konkret angesehen. 

Zwei Dinge ergeben sich aus dem Beispiel: Die nicht konkrete  Betrachtungsweise der Aussage des untergeordneten Satzes wird wesentlich  erleichtert durch die Fixierung des Akzents der Aussage und der Aufmerksamkeit auf den übergeordneten Satz, wodurch der Vordergrund scharf  aufgenommen, der Hintergrund jedoch durch die auf den Vordergrund  eingestellte Bildschärfe verschwimmt und daher nicht in seiner Klarheit und  Konkretheit erfasst wird. Fernen ist einleuchtend, dass diese Fixierung des  Akzents auf den Hauptsatz umso leichter erfolgen kann, wenn der Inhalt des  que-Satzes schon bekannt ist , oder als solcher vorausgesetzt wird, sodass  nur die Aussage des Hauptsatzes eigentlicher Mitteilungsgrund des zusammengesetzten Satzes ist. 

Je regrette qu'il soit venu - Lo siento que haya venido. 

Auch nach Ausdrücken der Gefühlsbewegung gilt die gleiche Erklärung.  Mitteilungsanlass ist das Bedauern über das Kommen, nicht das Kommen  selbst, welches als zweitrangig im Hintergrund steht und nicht konkret  betrachtet wird. Das Bedauern über das Kommen kann ja überhaupt erst  ausgesprochen werden, wenn das Kommen als solches schon zur Kenntnis  genommen worden ist. 

Die Theorien, mit denen die hier vertretene Auffassung in enger Verwandtschaft steht, ist einerseits die Konzeption des Konjunktivs als Modus der nur geistig oder vorstellungsmässig Erfassten und andererseits als Modus der Indifferenz bezüglich der Realitätsfrage. Die erste  Definition ist zu weit, da der Mensch die Realität nie direkt in den Griff, sondern nur im Bewusstsein reflektiert. Die zweite Definition ist ebenfalls zu weit, ja sogar falsch oder zumindest ungenau formuliert. Der Konjunktiv  ist nicht indifferent bezüglich der Realitätsfrage; er leugnet diese  Realität, die, wie im obigen Beispiel, objektiv vorhanden sein kann, nicht,  aber er setzt sie auch nicht als solche, sondern betrachtet sie nur nicht  in ihrer Konkretheit. Der Gegensatz zwischen Realität und Nichtrealität ist  ein kontradiktorischer; der zwischen Realität und Nichterfassung der  Realität ist ein konträrer. Der Konjunktiv als Modus des nicht in seiner Konkretheit Erfassten ist jedoch etwas drittes, nämlich eine Einengung des Realitätsbegriffes.

Busco a una persona que hable inglés - 

Busco a una persona que ayer me habló en inglés.

Die gesuchte Person ist unbestimmt, für mich noch unbekannt und daher noch  nicht Aktualität. Sie kann daher auch nicht als konkrete Person ins Auge  gefasst werden. Im zweiten Falle hingegen denke ich an eine bestimmte Person, die als Englisch sprechend konkret betrachtet wird.

Saldré aunque llueva [selbst wenn es regnen sollte] -

Saldré aunque llueve. 

Im ersten Fall liegt die Betonung auf dem Hauptsatz; das Ausgehen ist die  vorherrschende Idee, die Tatsache, dass es regnet, spielt nur eine  untergeordnete Rolle, sie wird nicht in ihrer Konkretheit betrachtet. Im  zweiten Falle hingegen könnte man sich vorstellen, dass der Sprecher gerade  zum Fenster hinausblickt und feststellt, dass es regnet; er beschliesst  aber trotzdem auszugehen.      

Hazlo como quieras  -

Hazlo como quieres [mache es so, wie du gesagt hast]

Ein Ehepaar diskutiert ein bestimmtes Problem, welches einer Lösung bedarf.  nach einigem hin und her beschließt die Frau die Diskussion mit einem der  oben angeführten Sätze. Im ersten Fall hat man sich auf keine bestimmte  Lösung geeinigt, bzw. sie ist der Frau unbekannt; das Wie der Lösung bleibt  offen und unbestimmt. Im zweiten Fall hat sich der Mann auf eine bestimmte  Lösung festgelegt, und die Frau stimmt ihm schließlich zu: "Mach es so, wie du willst". 

¡Quiera Dios que lo logres! -

Dios quiere que lo logres. 

Ein besonderes Problem stellt der Konjunktiv im unabhängigen Satz dar. Das  Wollen im ersten Satz ist genauso ein Akt, der nicht in seiner Konkretheit  erfasst wird, der nicht gegenständlich vor Augen geführt wird. Das Wollen  Gottes ist ja noch kein realisierter Vorgang, da dieses Wollen ja überhaupt  erst angestrebt wird. Im zweiten Fall handelt es sich um eine objektive Aussage, wie schon das Fehlen der Ausrufezeichen veranschaulicht. Der indikativische Satz ist eine Behauptung und Aussage im engeren Sinne; der Satz mit dem Konjunktiv strebt den Tatbestand dieser Behauptung erst an. 

Der Akzent auf dem übergeordneten Ausdruck erweist sich somit zwar als wichtig, ist aber keine conditio sine qua non des Gebrauchs des  Konjunktivs. Im engeren Zusammenhang damit steht das Problem des  Konjunktivs als Ausdruck des Wollens. Der Gebrauch des Konjunktivs in  diesem Sinne ist so stark und einheitlich, dass man ihm fast eine  Sonderstellung innerhalb der zahlreichen anderen modalen Nuancen einräumen möchte. Andererseits kann man nicht von einem Konjunktiv des Wollens als  Grundwert sprechen. Man darf nicht eine Modalität mit Modus verwechseln.  Der Ausdruck des Wollens stellt eine stark ausgeprägte Modalität des Konjunktivs dar, was aus historischen Gründen ohne weiteres verständlich  ist. 

Der Gegensatz zwischen dem Gebrauch des Modus im unabhängigen und abhängigen Satz einerseits, und der zwischen dem Konjunktiv als Ausdrucks  des Wollens und allen anderen Gebrauchsweisen dieses Modus wird sicherlich  von manchen Forschern stark überbetont. 

Abgrenzung der Definition des Konjunktivs gegenüber den Grundwerten  anderer Modi:

Der Indikativ ist der Modus des in seiner Konkretheit Erfassten.

Der Konditional hat den Ausdruck der Eventualität und auch der Irrealität. Der Konjunktiv kann die gleichen Nuancen ausdrücken, aber als unmittelbare Bedeutung, nicht als Grundbedeutung. Hierin liegt der Grund für möglichen Interferenzen zwischen Konditional und Konjunktiv, vor allem im  Konditionalsatz.

Der Imperativ drückt das Wollen in seiner direktesten Form aus. Der  Konjunktiv kann es als unmittelbare Bedeutung ebenfalls ausdrücken. Der  Imperativ drückt es jedoch konkret und direkt aus, weswegen man ihn als volitiven Indikativ bezeichnen könnte, der Konjunktiv hingegen in einer distanzierteren, abgerückten Form, wie es seinem Charakter als Modus des  nicht in seiner Konkretheit Erfassten entspricht.

Ich betone nochmals ausdrücklich, das es nicht zutrifft, dass der  Konjunktiv Irrealität oder Eventualität ausdrückt. Verneinung,  Infragestellung einer Realität, ihre Setzung als bedingt, eingeschränkt, unbestimmt oder allgemein legt es hingegen nahe, diese "Realität" nicht in  ihrer Konkretheit zu erfassen." 

[Schifko, Peter: Subjonctif und subjuntivo. Zum Gebrauch des Konjunktivs im  Französischen und Spanischen. Wien, Stuttgart: W. Braumüller, 1967, S. 141-182]

Der Grundwert des spanischen Subjunktivs

«Der Subjunktiv ist eine Präsentationsform von Ereignissen, die Ereignisse unter dem speziellen Aspekt ihres Eintretens (bei Abstraktion vom Eingetretensein) fokussiert (Inzidenzmodus). Die läßt sich gut mit dem formalen Tatbestand vereinbaren, dass der Subjunktiv eine Verbform ist, d.h. eine besondere Form der Bezeichnung eines Ereignisses. Versuche, den Subjunktiv als Ausdruck einer (subjektiven) Haltung zu einem Ereignis zu definieren, erscheinen in dieser Hinsicht fragwürdig, weil eine Verbform eben ein Ereignis bezeichnet und nicht eine Haltung zu diesem. Deshalb kann das Merkmal [subjektive Haltung] allenfalls als Element einer Auslösungshypothese oder als typisches Korrelat des Subjunktivs Bestand haben. In dieser Hinsicht konnte aber nachgewiesen werden, dass die Vorkommen, bei denen der Subjunktiv durch eine Konjunktion ausgelöst wird, das Merkmal [subjektive Haltung] vielfach nicht aufweisen. Bleiben wir also bei dem, was naheliegt: Eine Verbform ist eine Präsentationsform für Ereignisse.

Im Gegensatz zu den Tempora bezieht sich die durch Modi ausgedrückte Präsentation von Ereignissen nicht direkt auf die ontische Kategorie “Zeit”, sondern auf die ontische Kategorie “Wirklichkeit”. Es handelt sich um Präsentationsformen der Wirklichkeit von Ereignissen. Der Mensch ist umgehen von eingetretenen Ereignissen, er lebt aber auch im Bewusstsein, dass ständig neue Ereignisse eintreten (können), und er kann sich sogar nochmals vergegenwärtigen, dass faktisch eingetretene Ereignisse immer nur eine Möglichkeit unter mehreren waren. Die Kategorie “Subjunktiv” scheint auf den zweiten Tatbestand abzuheben. Es ist nur natürlich, dass Sprecher, die das (vorgestellte) Eintreten eines Ereignisses thematisieren, eine Haltung zu dieser Eventualität einnehmen. Daher korreliert der Subjunktivgebrauch häufig mit dem Ausdruck einer Haltung zu dem möglichen Eintreten. Offenbar hat diese sachverhaltbedingte Korrelation bei besonders charakteristischen Haltungen wie Angst, Zweifel, Hoffnung usw. zu eine gewissen wechselseitigen Bedingheit geführt, die in einigen Fällen den Charakter einer mechanischen Auslösung oder Auslösungstendenz angenommen hat. Auf die Gesamtheit seines Vorkommens bezogen hat der Subjunktiv dadurch aber nicht seine Funktionalität eingebüßt. Gerade der Subjunktiv nach bestimmten Haltungen verliert seinen optionalen Charakter nie völlig, auch wenn Abweichungen vom Usus den Status mehr oder weniger seltener Ausnahmen haben. Starke Auslösungsstrukturen wie der Gebrauch des Subjunktivs nach Konjunktionen wie para que fokussieren naturgemäß den inzidentiellen Charakter von Ereignissen. Sie korrelieren deshalb mit dem Subjunktiv, weil der Grundwert des Subjunktivs zu ihnen paßt. Wenn hier eine Grammatikalisierung des Subjunktivsgebrauchs vorliegt, dann hat sie sich im Rahmen des Grundwerts abgespielt. Hochgradige Grammatikalisierung scheint gerade bei prototypischen Vorkommensmustern des Subjunktivs erfolgt zu sein. Grammatikalisierung ist also kein Argument gegen die Annahme eines Grundwerts, sondern eine sprachgeschichtliche Folge besonders typischer Korrelationen des Grundswerts mit anderen Strukturen.»

[Hummel, Martin: Der Grundwert des spanischen Subjunktivs. Tübingen: Gunter Narr Verlag, 2001, S. 90-91]

Teorías sobre el subjuntivo

I.         Teorías tradicionales:

Es interesante que, desde el siglo XIX, se viene debatiendo el hecho de si un solo concepto podría explicar todos los usos del subjuntivo o si, por el contrario, es necesario acudir a más de uno. Se puede hablar, en consecuencia, como hace Moignet, de teorías unitarias y teorías dualistas:

Teorías dualistas: 

Se basan en la idea de que, siendo el subjuntivo de las lenguas románicas una derivación del subjuntivo latino, debe tener como éste dos valores: el de subordinación y el optativo.

Especificando estos valores se habla:

a.     de expresión de deseo y de la duda (Delbrück);

  1. de la duda y de la incertidumbre, vistas como un fenómeno subjetivo (Lerch);
  2. de la existencia de un subjuntivo modal o dinámico en las proposiciones independientes y de otro amodal o psicodinámico en proposiciones subordinadas (Regula).
  3. de un subjuntivo voluntativo con verbos psicológicamente independiente y un subjuntivo de subordinación psicológica (Boer)

Se debe observar que ya Antoine Meillet había criticado las teorías dualistas precisando que en latín no se puede hablar de en modo alguno de dos subjuntivos, pues el subjuntivo en latín está completamente unificado.

Teorías unitarias:

Dejando a un lado de la Charles Bally, según la cual el subjuntivo sería hoy un fósil en vías de desaparición como mera

variante del indicativo, las teorías unitarias pueden agruparse en dos categorías:

A.   El subjuntivo es un modo marcado, el modo por excelencia, capaz de expresar matices exclusivos. Dentro de estas teorías se especifica:

  a) el subjuntivo es el modo de la subjetividad, la emotividad, la voluntariedad, la atmósfera sentimental (Molen);

  b) expresa las particularidades profundas del alma (Le Bidois);

  c)  es el territorio de la irrealidad o la duda (Oudin);

  d) es la expresión de la norealidad (Haas);

  e) indica más bien la incertidumbre (Soltman);

  f)  se refiere a la acción no existente (Tanasse);

  g) sugiere la eventualidad (Vogel).

B.    Un segundo grupo sostiene que el subjuntivo no tiene valor modal, sino simplemente psicológico. Y así se habla de:

       a) representación imaginativa intencional (Field);

       b) acción pensada (Cledat);

       c) neutralidad en cuanto a la realidad (Kalepky);

       d) ausencia de juicio ante el hecho (Damourette - Pichon).

Naturalmente, estas teorías han tenido su correspondiente vertiente en relación al castellano. Con bastante perspicacia han sido resumidas sumariamente por John J. Bergen (1978), acumulando las diversas palabras que se han empleado para describir al subjuntivo:  prejuicio, emoción, duda, incertidumbre, imposibilidad, negación, ojalá, influencia, comunicación, mandato, volición, deseo, persuasión, prohibición, expresiones impersonales, si se trata de proposiciones nominales.

Cuando se trata de proposiciones adverbiales, se habla de: fin, proviso, excepción, suposición, como si, futuro, acción inacabada, si contrario al hecho, disyuntivas.

Si son proposiciones adjetivas, se sugiere: antecedente indefinido, antecedente inespecífico, superlativo.

A todas ellas podrían añadirse aún palabras como irrealidad, noexperiencia, optativo, dubitativo, no asertivo.

II. Teorías modernas:

Frente a estas teorías tradicionales que todavía, por supuesto, se hallan en vigor, se han avanzado a lo largo del siglo XX otras nuevas que han tratado de atender los muchos logros de la Lingüística en estos años:

Gustave Guillaume (1929) aportó una original concepción del modo. Sostiene que el modo es un mecanismo de representación del tiempo dentro del sistema verbal. La explicación la desarrolla en dos planos:

A.     Plano de representación. En este plano, de carácter abstracto, los modos emergen como las diferentes etapas o „cronotesis“ de la construcción de la imagen del tiempo o „cronogénesis“. El modo nominal, primera cronotesis. El modo subjuntivo, segunda cronotesis, da una imagen del tiempo orientada hacia el futuro en sus tiempos ascendentes o presentes y una imagen orientada hacia el pasado en sus tiempos descendentes o pasados. Los característico de este modo es carecer de un punto firme de referencia en el presente. Por eso sus tiempos son direcciones, tendencias, más que estructuras fijas. El modo indicativo, o tercera cronotesis, da una imagen completa y segura del tiempo, ordenándola sobre un presente hacia el pasado y hacia el futuro. Ni el imperativo ni el condicional son modos. Los tiempos compuestos tienen la misma estructura, pero operan siempre en el pasado.

B.Plano de la expresión. En el plano de la expresión, que debe de operar a nivel de lengua, no de habla, el valor del modo depende de la idea directriz, esto es, la idea que se busca realizar en el verbo. Si esta idea es actual, se impone el indicativo; si es virtual, el subjuntivo.

Las ideas de Guillaume han sido expuestas y aplicadas al castellano por su discípulo Maurice Molho (1975).

La gramática estructural ha tratado de explicar el subjuntivo según su teoría central de las oposiciones binarias. Así al modo de llamada o imperativo se oponen los modos de representación, indicativo y subjuntivo. A su vez, indicativo y subjuntivo se oponen porque el indicativo no tiene contenido modal en tanto que el subjuntivo está marcado modalmente. La marca modal del subjuntivo es la irrealidad.  La teoría estructuralista ha sido aplicada al castellano por Emilio Alarcos Llorach.

La gramática transformativa generativa también se ha ocupado del tema. Dentro de ella se considera el modo como una categoría de la estructura profunda. Inicialmente se enfatizó la idea de que el modo era simplemente una categoría formal. Pero como los resultados obtenidos en esta dirección no fueron muy positivos, se fue aceptando más y más el hecho de que el modo entraba de lleno dentro de una categoría semántica. A partir del trabajo de Robin T. Lakoff (1968), se inició el estudio de la semántica del verbo principal o matriz y se comenzó a popularizar algunas clases verbales: verbos asertivos, fácticos, semi-fácticos, abstractos.  Finalmente se exploró el campo de los criterios pragmáticos del hablante en la elección del modo. Martín Harris afirma que los resultados no están lejos de las doctrinas tradicionales. También A. Manteca Alonso Cortés (1981) dice que la doctrina generativa ha aportado muy pocas novedades a la teoría de los modos.

III. Teorías hispanoamericanas:

Dentro de la lingüística hispánica se destacan como muy valiosas por lo mucho que tienen de anticipadoras las teorías sobre los modos expuestas por Andrés Bello (1847) y por Rodolfo Lenz (1920).

Andrés Bello: „Llámanse modos las inflexiones del verbo en cuanto provienen de la influencia o régimen de una palabra a que está o puede estar subordinada“. Admite que la palabra o proposición influyente puede estar explícita como en te digo que es verdad o implícita como en (deseo que) la fortuna te sea propicia.

Distingue tres modos: El indicativo abarca aquellas formas verbales que „pueden ser regidas por verbos como saber, afirmar, no precedidos de negación“. Expresa juicios afirmativos o negativos. El subjuntivo común abarca aquellas formas verbales que „pueden subordinarse a los verbos dudar, desear“. Expresa incertidumbre, duda, emoción. Este subjuntivo se llama común para distinguirlo del subjuntivo hipotético que aparece con  si + futuro de subjuntivo: si alguien llamare. Bello nota ya que ese futuro comenzaba a ser remplazado por otras formas. El tercer modo es el optativo, del que el imperativo forma parte. Expresa el deseo, que en las segundas personas se hace mandato. El optativo es el equivalente de lo que hay se llama subjuntivo independiente.

Bello aporta varias nociones importantes a la teoría de los modos:

a) sostiene que tanto el indicativo como el subjuntivo y el optativo son modos subordinados o pueden serlo;

b) que en toda proposición ha de entenderse siempre un subordinante, explícito o implícito;

c)  que en la elección del modo se combinan criterios sintácticos (palabras regentes) con semánticos (verbos de afirmación, de duda).

Los generativistas hispanos ha mostrado gran entusiasmo por estas teorías, afirmando que Bello anticipa nociones de la gramática transformativa como la de verbo abstracto o subordinante implícito. Así lo ha puesto de relieve María Luisa Rivero (1972)

Para Rodolfo Lenz, modo „es la categoría gramatical según la cual se clasifican las formas verbales propiamente tales, subjetivamente, desde el punto de vista del que habla, en correspondencia con su valor lógico“. El indicativo expresa hechos que se consideran reales y efectivos. El subjuntivo y el imperativo expresan hechos como existentes sólo en nuestra mente. El subjuntivo se divide en dubitativo, que presenta los hechos mentalmente como dudosos o posibles, y optativo-imperativo, que los presenta como desesables o necesarios.

En la teoría de Lenz, aparte su tendencia logicista, hay que notar estas observaciones:

a) el modo es un problema subjetivo, que implica el punto de vista del hablante;

b) tanto el indicativo como el subjuntivo operan no sobre los hechos en sí, sino sobre la manera como son considerados, reales o mentales;

c)  dentro de los mentales cabe establecer diferencias semánticas como duda, deseo, necesidad.

Las teorías de Lenz aparecen recogidas en algunas gramáticas al uso y han sido desarrolladas prácticamente por Terrell y Hooper (1974). Los generativistas las aluden ocasionalmente; pero no parece que hayan visto en ellas el anticipo de una de sus teorías: el criterio pragmático que puede determinar el uso de un modo u otro.

IV. Hacia una teoría comprensiva (Navas Ruiz, Ricardo, 1986):

Tras la extensa descripción de usos, sería ésta la hora de intentar una nueva teoría global acerca del subjuntivo. Tal intento no dejaría de ser pretencioso a la vista de las vacilaciones y aun fracasos de intentos anteriores. Lo que ahora se pretende es algo mucho modesto: apuntar una serie de reflexiones en torno a un problema que todavía parece escapar a hipótesis fiables de trabajo.

Gramática o semántica

Para unas escuelas el subjuntivo se presenta como un problema estrictamente gramatical, esto es, de presencia de ciertos elementos en la proposición como la negación, la conjunción para que o  sin que. Para otras es, en cambio, un problema semántico: presencia de significados de duda, mandato, temor. El intento de vaciar la gramática de contenido semántico parece abocado al fracaso. Todo tiene en ella significado, nunca aisladamente, siempre en relación a otros elementos del sistema. El subjuntivo, como cualquier otro problema gramatical, es una cuestión de significado dentro de la estructura verbal en este caso.

Tiempos y modos

El indicativo tiene un sistema temporal más amplio y consistente que el subjuntivo con cuatro pasados y cuatro futuros ordenados sobre un presente. No obstante, tal sistema no es rígido y permite vacilaciones curiosas: presente con valor de pasado y de futuro; imperfecto intencional con valor de futuro como en iba a hacer ahora.

El subjuntivo, mucho más pobre en tiempos, carece de un presente fijo, presentando direcciones temporales hacia el pasado o hacia el futuro más que situaciones sólidas de tiempo. Por lo tanto ofrece lo que se podría describir como un sistema temporal inestable o movedizo. Problema aparte presenta el imperativo que unos asignan al indicativo y otros al subjuntivo. Verdad que se trata de un solo tiempo, desaparecido ya en sus dos únicas personas propias. Lo que queda del mismo o todas sus personas excepto las segundas donde éstas se mantienen coinciden con el presente de subjuntivo. Por otro lado, sabido es que la expresión de mandato es una de las funciones asignadas al subjuntivo.

Quizá fuera posible resolver este problema dentro de un teoría de losmodos más amplia que la tradicional en la que fuera posible hablar no sólo de un indicativo y subjuntivo sino también de un modo interrogativo, de un modo expresivo, de un modo imperativo. Claro que siempre terminará uno en la misma barrera: la limitación de tiempos disponibles que necesariamente se repiten en sus funciones gramaticales y semánticas.

Usos del subjuntivo

Para el análisis y la práctica conviene mantener la división tradicional en subjuntivo independiente y dependiente. Dentro de éste, la división en tipos de proposiciones. Este es el único camino para una descripción metódica y exhaustiva.

Para la construcción de una teoría se debe, en cambio, tratar de relacionar los fenómenos aislados y de formular unos principios generales operativos. Lógicamente, esta teoría no es posible sin incluir contrastivamente el indicativo, pues el subjuntivo sólo tiene sentido en y como oposición a éste. Cabría proceder de la siguiente manera:

A. El indicativo es el modo de la factualidad y de la imposición de los fenómenos. Por esa razón aparece con verbos asertivos (te digo que no está); con proposiciones adjetivas de antecedente implicado como real (conozco un restaurante que sirve paella); con causa afirmada (es que no quiero, lo hago porque quiero); con cosas ocurridas en el tiempo (cuando vino, no me encontró); con condiciones reales (si llueve, no voy); con concesiones reales (aunque está, entro); con adjetivos de certeza (estoy seguro de que no se sabe).

Varios elementos determinan obligatoriamente indicativo. Tales como ahora que, desde que, eso que, a sabiendas de que y expresiones del tipo con lo listo que, con los favores que. También lo determina la interrogación en proposiciones negativas con verbos asertivos: ¿no ves que no lleva corbata? Y consecuentemente en proposiciones negativas con adjetivos y sustantivos de certeza: ¿no será evidente que no venía?

B. El subjuntivo es el modo de la virtualidad, de lo hipotético, de la valoración subjetiva de la realidad. Por esa razón aparece dependiente de verbos de mandato, emoción, reacción emocional, temor, duda (quiero que vengas, me alegra que estés); con expresiones de eventualidad (acaso venga); con la idea de hipótesis y futuro en proposiciones adjetivas, temporales, concesivas y condicionales (busco alguien que lo sepa; cuando eso pase, decidiré); con pronombres indefinidos en proposiciones adjetivas.

Varios elementos elemento determinan necesariamente subjuntivo: antes de que, a riesgo de que, así, siquiera, a menos que, con tal que, a no ser que, suponiendo que, para que, a fin de que, a que, con vistas a que, sin que, con que, como si, de ahí que.

Papel importante desempeña la negación como determinante de subjuntivo en varios casos: verbos asertivos (no creo que esté); adjetivos / sustantivos de certeza (no es verdad que lo haya dicho); causa negada (no es que lo sepa, no porque lo digas); mandato independiente (ven / no vengas); antecedente negativo no partitivo en adjetivas (no conozco a nadie que lo haga); conjunciones de valor negativo (sin que se lo digan).

La interrogación se comporta de modo ambiguo. Bloquea el subjuntivo en asertivas negativas (¿no ves que no lleva corbata?); proposiciones negativas con adjetivos / sustantivos de certeza (¿no era evidente que no venía?). Por el contrario lo favorece en asertivas afirmativas (¿crees que se atrevan?).

Hay que señalar que algunos cambios semánticos favorecen la aparición del subjuntivo cuando se operan en la dirección de los valores de éste: asertivos que se hacen de mandato (te digo que vengas); porque final o concesivo (porque no digan); como condicional (como no estés a esa hora, te castigo).

En resumen, parece claro que indicativo/subjuntivo se oponen en el sistema modal según unas líneas que abarcan lo semántico e individual (factual / virtual, objetividad / subjetividad); la presencia / ausencia de ciertos elementos (ahora que / para que); la negación (es que / no es que) y la interrogación.“

[Navas Ruiz, R.: El subjuntivo castellano. Salamanca, 1986, pp. 117-124; 150-154. Bibliografía comentada: pp. 124-155]

«En torno al concepto de modo:

El caso es que la palabra modo, tomada, como tantos otros términos gramaticales, de la lógica, ofrece una enorme polisemia dentro de la terminología lingüística e, incluso, en la más específicamente verbal. Se habla, en efecto, no sólo de “modo indicativo o subjuntivo”, sino de “modo de acción verbal”, “verbos de modo o modales”, “adverbios o complementos circunstanciales de modo”, “modo de la articulación”, “modo adverbial”, etc. El modo verbal, del que el indicativo y el subjuntivo serían los más típicos y representativos, se ha intentado definir desde diversos criterios, unas veces – las más – de orden semántico, lógico-semántico o pragmático, y otras puramente formales o sintagmáticas, esto es, sin referencia alguna al significado o contenido conceptual y sí, en cambio, al aspecto sintáctico. Surgen así las tres concepciones básicas, mentalistas o pragmáticas las dos primeras, y estrictamente formal la tercera:

a)    como tipo de comunicación establecida entre el hablante y el oyente,

b)    como actitud del hablante frente a la acción o proceso verbal, y, finalmente,

c)     como resultado del régimen ejercido por una palabra expresa o tácita del contexto.

Conviene, sin embargo, señalar que, mientras unos basn la distinción modal en tan sólo uno de estos tres puntos de vista o criterios, otros abogan por la utilización de dos y hasta de los tres juntos.

Modo vs. modalidad:

Con referencia al primer criterio, el modo viene entendiéndose como expresión o marca de modalidad oracional, lo que nos lleva a plantearnos el concepto de ésta, llamada también por algunos el modus, precisamente para distinguirlo del modo como categoría verbal, aun cuando entre ambos exista una indudable relación. Digamos que la modalidad o modus viene a corresponderse con lo que Coseriu llama significado “óntico”, es decir, será aquello por lo que una misma oración puede presentarse como aseverativa o enunciativa, interrogativa o yusiva. Siguiendo a Bally, en toda oración, hay que distinguir el dictum, constituido por la pura proposición o articulación de un sujeto y un predicado, y un modus, por el que una proposición se erige en verdadera unidad oracional; así en

Trabajáis mucho.

¿Trabajáis mucho?

Trabajad mucho

tendríamos idéntico dictum, dotado de lo que Coseriu llama significado “estructural”, pero con diferentes modus, modalidades o significados ónticos. En una terminología más reciente, utilizada por la moderna pragmática, en líneas generales el dictum se identificaría con el contenido locutivo, frente al modus, que vendría dado por los contenidos ilocutivo o enfocado al hablante, y perlocutivo o dirigido al oyente. En sentidos semejantes se habla asimismo de los contenidos frástico, trópico y néustico, respectivamente, o del lógico, expresivo e impresivo, del enunciado.

Estas diferencias modales en la oración se vienen identificando con a su vez las distintas variedades de juicios lógicos, de los que en definitiva las oraciones gramaticales serían expresión. De ahí que la modalidad se establezca con frecuencia en términos de veracidad, necesidad o posibilidad, de objetividad o subjetividad, contradictoriedad, etc., lo cual no deja de ser un error, puesto que, como ha observado el propio Coseriu, el lenguaje no es producto del pensamiento lógico, puesto que es anterior a él y en todo caso actúa como mero instrumento, no como resultado de él. [...]

Modernamente, de acuerdo con los últimos descubrimientos y distinciones en el terreno de la lógica, se habla a veces de tres tipos básicos de modalidad, con su natural correspondencia en el plano lingüístico, a saber: alética, esto es, indicadora de necesidad o contingencia; epistémica, que expresa certidumbre o probabilidad, y deóntica, referente a la obligación o permisión; modalidades que podrían, respectivamente, ejemplificarse grosso modo con los siguientes contextos:

Juan está en casa.

Creo que Juan está en casa.

Juan debe estar en casa.

Otros lingüistas, en cambio, prefieren ver la modalidad oracional no como reflejo del pensamiento lógico, sino más bien de la intención comunicativa del hablante, cosa que le confiere, por una parte, un carácter eminentemente subjetivo y equivale, por otra, a relacionarla con las diversas funciones del lenguaje. Cuando un individuo habla puede, efectivamente, no sólo pretender transmitir una información, un estado de cosas, sino de alguna manera expresar su actitud frente a lo que dice o, también, influir o tratar de influir en el oyente u oyentes. Surgen así las funciones simbólica o representativa, sintomática o expresiva, y apelativa o activa propuesta por K. Bühler, con las que podrían identificarse, respectivamente, las modalidades aseverativa, exclamativa y volitiva o yusiva; la interrogativa correspondería a la función apelativa y sintomática a a la vez, por cuanto que implica no sólo una respuesta por parte del oyente, sino un desconocimiento por parte del hablante.

Desde nuestro punto de vista, observemos que las distintas modalidades pertenecen al campo de la pragmática, en cuanto que vienen dadas por una serie de relaciones que el hablante establece entre el dictum y lo que lo rodea, a saber: con el propio hablante, con el oyente, con la realidad representada y, finalmente, con el código lingüístico empleado o el discurso a que ese dictum pertenece. [...]

El modo desde el punto de vista de la rección:

Según Andrés Bello, los modos serían las inflexiones de que es objeto un verbo por influjo de alguna palabra, expresa o tácita, del contexto. Dicho de otra manera, las diferencias modales serían producto exclusivo del régimen, punto de vista compartido en la actualidad, dentro del marco de la gramática generativa, entre otros, por M. L. Rivero.

Según el parecer de estos autores, el uso de las formas modales vendría gobernado por la presencia de un verbo regente o principal, expreso o implícito, que, por ejemplo, para el caso del indicativo sería un verbo de lengua del tipo decir, declarar, afirmar o equivalente, y para el subjuntivo otro que significase deseo o duda, como desear o dudar. Así, pues, las oraciones independientes:

Dios nos ayuda

Dios nos ayude

no serían en realidad más que una especie de abreviación de, respectivamente,

Afirmo que Dios nos ayuda

Deseo que Dios nos ayude,

y, por lo tanto, la forma ayuda de indicativo junto a ayude de subjuntivo vendrían exigidas por los verbos “implícitos” o, según la terminología generativista, “abstractos”, afirmar y desear. [...]

La idea de modo como algo sintácticamente regido goza de una amplia tradición dentro de nuestra literatura gramatical, aunque con referencia exclusiva al subjuntivo, así llamado porque a veces se ha concebido como el modo de la subordinación, postura indudablemente superada. Propiamente, no sólo el subjuntivo, sino también el indicativo o cualquier otro modo implicarían una subordinación explícita o implícita a un verbo abstracto, lo que en cierta manera haría del modo una marca de subordinación. La aceptación, sin embargo, de este punto de vista no está exenta de dificultades. [...]

Pensamos que el modo no puede concebirse como resultado de una relación de reacción, lo que no obsta para que, en determinadas circunstancias, se pueda hablar de verdaderos casos de régimen modal. [...]

El modo como actitud del hablante:

La concepción del modo como reflejo de la actitud o postura que el hablante adopta ante la acción o proceso indicado por el verbo es sin duda la más extendida y ampliamente aceptada por los gramáticos, aun cuando implique una buena dosis de imprecisión, pues ¿en qué consiste esa actitud o bajo qué aspecto se adopta? También a la actitud o punto de vista del hablante responde otra categoría, el aspecto o modo de la acción, que alude a la forma de llevarse a cabo el proceso a lo largo del tiempo. En el caso del modo el enfoque se referiría según unos al grado de verificación o cumplimiento, y entonces se habla, por ejemplo, de oposiciones modales basadas en los rasgos realidad / irrealidad, mientras que otros prefieren centrarlo en el grado de subjetividad, oponiendo entonces las formas modales del verbo en términos de objetividad / subjetividad, o finalmente, según otros, la visión del hablante se referiría al grado de realización del tiempo verbal, surgiendo así los rasgos actual / inaltual, posible o potencial / imposible, etc. [...]

El modo, en resumidas cuentas, es las tres cosas a la vez: es actitud del hablante, es marca de modalidad y a veces puede venir exigido contextualmente por razones de régimen y de pura congruencia semántica. [...]

Si tratamos de buscar un denominador común a los cambios semánticos que conlleva la alternancia de formas de indicativo y subjuntivo, observamos que, como regla general, el indicativo va asociado a la constatación de un hecho objetivo – o al menos pensado como tal por el hablante -, en tanto que el subjuntivo alude a una acción o proceso cuya existencia resulta más o menos problemática, esto es, que el hablante ve con independencia de que se cumpla o no. Esto no significa que el indicativo y el subjuntivo se opongan bajo los rasgos de realidad / irrealidad, pues estos términos aluden más bien a la existencia efectiva e inexistencia (o mejor, imposibilidad de existencia) de la acción. Para nosotros, en cambio, sería preferible hablar de actualidad para el indicativo, por referirse éste a la realización de la acción – realización que puede ser efectiva o no –, y de virtualidad para el subjuntivo, el cual no indica propiamente la irrealidd (vale decir, inexistencia o imposibilidad) de una acción, sino su virtualidad, esto es, con independencia de su realización posible o imposible; no vano G. Guillaume llamó a este modo “tiempo in fieri”. Podemos decir que el indicativo presupone la afirmación o negación de un hecho, esto es, el hablante se compromete con la verdad de lo que dice, en tanto que el subjuntivo carece de semejante presuposición, el hablante adopta una postura neutra acerca de la verdad de lo dicho; esto es particularmente claro, por ejemplo, en la alternancia

Aunque no sabe nada, aprobará,

Aunque no sepa nada, aprobará,

donde la carencia de conocimientos tan solo se constata en el primer caso.»

[Porto Dapena, José Álvaro: Del indicativo al subjuntivo: valores y usos de los modos del verbo. Madrid: Arco / Libros, 1991, p. 12 ss.]

«La casuística de usos del subjuntivo, por exhaustiva que sea, puede someterse a normas, incluso más fácilmente que otros temas de la gramática española “con major fama”.

Pensamos que el subjuntivo puede tener una caracterización unitaria, un valor general en cuanto modo, si bien en niveles de abstracción incompatibles con toda operatividad práctica. Y desde luego ese valor general no es la “duda”, la “no-realidad”, la “no-efectividad”, la “anticipación”, etc., como a menudo se dice. ¿Es que acaso es posible hallar esos valores en todo subjuntivo que aparece con el hecho de que, las concesivas de presente, lo malo es que y tantas y tantas estructuras?

On pourrait caractériser le subjonctif par la notion de “suspension de l’affirmation’ (...). Le mode s’applique donc parfaitement à des faits réels, mais seulement quand on ne veut pas les affirmer ou quand ce n’est pas nécessaire. (K. Togeby: Mode, aspect et temps en espagnol. Copenhague, 1953, pág. 118)

Exacto: con el subjuntivo el hablante suspende todo compromiso con la verdad de la oración porque no quiere o no es necesario afirmarla, como dice la cita, o porque no está en condiciones de hacerlo, podría añadirse. Creemos que esta es la buena dirección.»

[Borrego, J., Asencio, J., Prieto, E.: El subjuntivo. Valores y usos. Madrid: SGEL, 1985, p. 8]