STEREOTYP UND STEREOTYPENSEMANTIK

Estereotipos

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Prototyp und Prototypensemantik

 

Stereotyp

Soziolinguistisch-sozialpsychologischer Terminus zur Bezeichnung von gruppenspezifisch eingebürgerten Vorurteilen bzw. festen Überzeugungs- und Bewertungsklischees, gerichtet vornehmlich als Rechtfertigungsersatz gegenüber abgelehnten Gruppen rassischer, religiöser, ideologischer, beruflicher Bestimmung. Stereotypen nennt man in der Soziolinguistik/Soziologie Identifikationsbilder, die man von anderen Gruppen hat, Autostereotypen, die eine Gemeinschaft über sich selbst besitzt. Ihr Status gilt als unhinterfragbar bzw. undiskutierbar. (Wenzel 1978).“

[Abraham, Werner: Terminologie zur neueren Linguistik. Tübingen: Niemeyer, 1988, S. 812]

Stereotypensemantik

Von H. Putnam eingeführter Begriff (Putnam 1975, bes. 188-191): das Stereotyp eines Lexems ist eine Liste typischer Merkmale von Objekten, auf die sich das Lexem bezieht. Das Stereotyp für Katze z.B. könnte sein: Vierbeiner, Haustier, weiß, schwarz, grau, fuchsfarben oder mehrfärbig in diesen Tönen, erwachsen ca. 50 cm lang von der Schnauze bis zur Schwanzspitze, fellbekleidet, mit scharfen Krallen zum Klettern, die es einziehen kann. Das Stereotyp von Katze ist demnach eine Liste von Charakteristiken (u.U. unter dialektaler, soziolektischer und ethisch-anthropoligischer und jedenfalls zeitaktueller Einschränkungen), die den Prototyp beschreiben, ja irgendein wirkliches Katzindividuum ist.

Dies legt den Vergleich mit einer Merkmals- oder Komponentenanalyse im Sinne der von Katz entwickelten Semantik nahe. Die Katz/Fodorschen Vorstellungen sind nun aber in zwei Entwicklungsstufen zu gliedern: in der ersten Entwicklungsstufe standen nach bedeutungszentralen Merkmalen noch sog. distinguishers, mittels derer Spezialunterscheidungen festgelegt wurden. Spätere Ausarbeitungen bei Katz sahen nur mehr Merkmale vor. In beiden Fällen jedoch sollten alle Merkmale (+ Distinktoren) analytisch notwendige und hinreichende Bedingungen für die extensionale Zugehörigkeit sein. Diese Bedingungen der Analyzität sind bei Putnams Stereotypen nicht impliziert: ein Stereotyp ist vielmehr für Verschiebungen unter Aktualbezügen durch eine homogene Sprechergemeinschaft prinzipiell offen. Die Liste aller Lexemstereotypen bildet somit ein empirisch bis zum Letztmoment aufgearbeitetes Lexikon. Die erste Unterscheidung von Katz und Fodor in Kernmerkmale und spezifische Distinktorenmerkmale ähnelt also der Putnamschen Konzept eher, wenn auch Putnam prinzipiell von einer analytischen, gegenüber der Empirie nicht offenen Merkmalfestlegung zugunsten einer aktualisierten, mit den Kenntnis- und Überzeugungscharakteristiken von Sprechern vesehenen Merkmalen absieht.”

[Abraham, Werner: Terminologie zur neueren Linguistik. Tübingen: Niemeyer, 1988, S. 812]

Estereotipo (gr. steros, sólido + typos, impresión)

Expresión más o menos carente de significación e informativamente innecesaria en la enunciación que suele repetirse con excesiva insistencia; p. ej. o sea, ¿no?.“

[ANAYA, Diccionario de lingüística]