SPRACHERWERBMECHANISMUS

Mecanismo de adquisición de la lengua

(Recop.) Justo Fernández López

 

Spracherwerbmechanismus [engl. language acquisition devise; Abk.: LAD]

Von N. Chomsky im Anschluss an die Sprachauffassung des Rationalismus (Leibniz, Humboldt) postulierter spezifisch menschlicher Mechanismus zur Erklärung des Phänomens, dass Kinder, obwohl die sprachlichen Äußerungen ihrer Umwelt nur einen defizitären und unvollständigen Input darstellen, die syntaktischen Regeln ihrer Muttersprache in verhältnismäßig kurzer Zeit beherrschen und eine fast unbegrenzte Menge gramm. Ausdrücke erzeugen und verstehen können. Jedes Kind ist mit einem angeborenen Schema für zulässige Grammatiken ausgestattet (vgl. Universalien) und mit einem System von kognitiven Prozeduren zur Entwicklung und Überprüfung von Hypothesen über den Input. So formuliert das Kind Hypothesen über die grammatische Struktur der gehörten Sätze, leitet Voraussagen von ihnen ab und überprüft diese Voraussagen an neuen Sätzen. Es eliminiert diejenigen, die nicht durch ein Einfachheitskriterium eliminiert wurden. Dieser Mechanismus wird mit dem ersten Input in Gang gesetzt. Das Kind leistet somit eine Theoriebildung, die derjenigen eines Linguisten vergleichbar ist, der eine deskriptiv und explanativ adäquate Theorie einer Sprache konstruiert. Diese Parallele rechtfertigt zugleich für die Linguisten die Berücksichtigung von Problemen des Spracherwerbs bei sprachwissenschaftlichen Fragestellungen. Zur Kritik am S. siehe Levelt [1975] sowie Miller [1980: „Sprachliche Sozialisation“. In: K. Hurrelmann/D. Ulrich (eds.): Handbuch der Sozialisation. Weinheim].“ [Bußmann, H., S. 705]