SITUATIONSSEMANTIK

Semántica de situaciones

(Recop.) Justo Fernández López

 

Situationssemantik

Formale, auf der Situationstheorie beruhende Theorie der Bedeutung natürlicher (aber auch künstlicher) Sprachen, die als Konkurrenzmodell zur Mögliche-Welten-Semantik auftritt und die seit Ende der 70er Jahre von J. Barwise unter Mitarbeit von J. Perry, R. Cooper, S. Peters und J. Etchemendy entwickelt wurde. Sie basiert auf folgenden Grundannahmen:

(a)  Eigenschaften und Relationen werden als Grundbegriffe angenommen und nicht mengentheoretisch aus anderen Einheiten konstruiert;

(b)  es gibt eine einzige Welt, nämlich die wirkliche, und nicht eine Vielzahl von möglichen Welten;

(c)  gültige Aussagen beziehen sich entweder auf diese Welt oder auf ihre Teile, die »Situationen« genannt werden;

(d)  die Bedeutung eines Deklarativen Satzes S ist eine Relation zwischen dem Typ von Situationen, in denen S behauptend geäußert wird, und dem Typ, dem diejenigen Situationen zugehören, die dabei beschrieben werden (»Relationale Bedeutungstheorie«). Als zentral angesehen werden dabei zwei Phänomene, die vorher eher als peripher betrachtet wurden, nämlich die Effizienz der Sprache, d.h. die vielseitige Verwendbarkeit ein und desselben Ausdrucks, und die »Partialität«, d.h. Unvollständigkeit und kontextuelle Beschränktheit der Information.“ [Bußmann, H., S. 687]