SINN und BEDEUTUNG bei Gottlob Frege

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Bedeutung / Bedeutung und Sinn / Sinn vs. Bedeutung / Referenz / Begriff / Idee / Noema / Mathematik / Logik / Frege / Logizismus / Semantik / Sinn und Bedeutung bei Edmund Husserl / Sinn und Bedeutung bei Ludwig Wittgenstein / Satz von der Identität / Begriffsschrift von Frege / Zahlen /   Formalismus /  Nominalismus / Konstruktivismus / Platonismus / Intuitionismis / Mathematik / Peirce, Charles Sanders / Idiographie / Eigenname / Appelativ

 

Siehe ausführlich bei:

Schneider, Hans Julius: Phantasie und Kalkül. Über die Polarität von Handlung und Struktur in der Sprache. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1992.

Kap. III: Eine inhaltliche Deutung sprachlicher Komplexität und die Erfassung der Formen möglicher Inhalte in einem Kalkül. Zu Gottlob Freges ‘Begriffsschrift’

Kap. IV: Das Zusammenspiel der ‘Form der Darstellung’ mit der ‘Phantasie’. Die Kritik an der Konzeption einer ‘Begriffschrift’ als Sprachphilosophie in den Überlegungen des späten Wittgenstein.

«Gottlob Frege (1848-1925) gilt als einer der Väter der modernen Logik und der Sprachanalyse. Er entwickelt eine Lehre, die einem Ausdruck, einer Formel oder einem Satz zweierlei zuspricht: Sinn und Bedeutung.

»Scott« und »der Autor von ›Waverley‹« haben die gleiche Bedeutung: die Person »Walter Scott«. Aber sie haben verschiedenen Sinn. »Der gegenwärtige König von Frankreich« hat als Ausdruck zwar einen Sinn, aber keine Bedeutung. Sinn und Bedeutung von Sätzen ergeben sich aus denen ihrer Bestandteile.

Von Leibniz übernahm er das Prinzip der »Substitution«:

»Dinge sind identisch, die sich wechselseitig ersetzen (substituieren) lassen, ohne dass dabei die Wahrheit verändert wird (salva veritate.«

Wird also ein wesentlicher Bestandteil eines Ausdrucks ersetzt durch einen anderen Teil, der dieselbe Bedeutung hat, wird dabei der Sinn geändert, aber nicht die Bedeutung.

Die Bedeutung eines Satzes ist sein Wahrheitswert (also wahr oder falsch). Der Sinn eines Satzes ist der Gedanke, den er ausdrückt. Gedanken sind verschieden, wenn jemand den einen für wahr und den anderen für falsch halten kann.

An Freges Beispiel: Morgenstern und Abendstern haben verschiedenen Sinn, aber die gleiche Bedeutung (den Planten Venus). Die Sätze »Der Morgenstern geht auf« und »der Abendstern geht auf« drücken verschiedene Gedanken aus (für jemand, der z.B. nicht weiß, dass die Venus gemeint ist); ihr Bedeutung ist gleich: ist der eine wahr, dann auch der andere; ist der eine falsch, dann auch der andere.»

[Kunzmann, Peter / Burkard, Franz-Peter / Wiedmann, Franz: dtv-Atlas Philosophie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1991, S. 219]

Sinn / Bedeutung

In der Sinntheorie Freges wird zwischen dem Sinn eines Ausdrucks und seiner Bedeutung, d.h. seiner Referenz, unterschieden. Die Bedeutung des Zeichens ist der bezeichnete Gegenstand, während der Sinn des Zeichens die Art des Gegebenseins betrifft. So haben z. B. Morgenstern und Abendstern dieselbe Bedeutung, nicht aber denselben Sinn. Es ist nicht allein der Sinn bestimmend für einen Satz, sondern auch die Bedeutung, als dessen Wahrheitswert sie gilt. Bei Husserl werden die Termini Sinn und Bedeutung synonym verwendet; der Gegensatz zu ihnen bildet der Begriff des »Gegenstands«.“

[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 530]

Freges Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung von Ausdrücken:

Frege spricht sprachlichen Ausdrücken einen Sinn und eine vom Sinn verschiedene Bedeutung zu. Sprachliche Ausdrücke kommen, nach Frege, in drei verschiedenen Kontexten vor: in normaler Rede, in ,,gerader Rede" (direkte Zitate) und in ,,ungerader" Rede (indirekte Rede). Sie haben je nach Kontext sowohl einen anderen Sinn als auch eine andere Bedeutung.
Ein Zeichen (= ein sprachlicher Ausdruck) drückt in fregescher Terminologie seinen Sinn aus und bezeichnet seine Bedeutung (SB. S. 31)

Frege erläutert nicht explizit, was er allgemein unter Sinn und Bedeutung versteht. David Bell ist aber der Ansicht, man könne aus verschiedenen Aufsätzen Freges implizit herauslesen, dass die Bedeutung eines Ausdruckes 'A' das sei, aufgrund dessen ein anderer Ausdruck salva veritate für 'A' eingesetzt werden könne. Der Sinn eines Ausdruckes sei die Bedingung, die ein Ding erfüllen müsse, um Bedeutung von 'A' zu sein.

Warum Frege neben dem Zeichen selbst noch zwei weitere Momente (Sinn und Bedeutung) verbunden sieht und damit die so genannte Dichotomie-These, die mit einem Zeichen jeweils nur ein semantisches Moment verknüpft sieht, ablehnt, erklärt er ausführlich in einem undatierten Brief an Philip E. B. Jourdain: ,,Wenn wir in zwei Sätzen dasselbe Wort, z.B. 'Aetna', finden, so erkennen wir auch in den entsprechenden Gedanken etwas Gemeinsames, das diesem Wort entspricht. (...) Nun, dieser Teil des Gedankens, der dem Namen 'Aetna' entspricht, kann nicht der Berg Aetna selbst sein, kann nicht die Bedeutung dieses Namens sein. Dann wäre ja auch jedes einzelne Stück erstarrter Lava, das ein Teil des Aetna ist, auch Teil des Gedankens, dass der Aetna höher ist als der Vesuv."

Sinn und Bedeutung von Ausdrücken in normaler Rede

Frege gebraucht den Terminus ,,normale Rede" selbst nicht. Es soll damit nur angedeutet werden, dass hier weder ein direktes, wörtliches Zitat, noch die indirekte Rede gemeint ist. Es handelt sich also um Behauptungssätze oder darin vorkommende Eigennamen und Prädikate in ,,normalen Kontexten".

Sinn und Bedeutung von Eigennamen und eigentlichen Eigennamen

Frege unterscheidet zwischen ,,Eigennamen" und ,,eigentlichen Eigennamen". ,,Eigentliche Eigennamen" sind nach Frege konkrete Namen wie ,,Paul", ,,Maria" etc.

,,Eigennamen" können auch aus mehreren Worten bestehen; gemeint sind wohl definite Beschreibungen oder Kennzeichnungen, wie z.B.: ,,die Hauptstadt Frankreichs". Frege macht nun die Konvention, dass auch eigentliche Eigennamen kurz ,,Eigennamen" genannt werden. (SB. S. 27).
Die Bedeutung eines Eigennamens ist nach Frege der durch den Eigennamen bezeichnete Gegenstand selbst. (SB. S. 30)

Diese Annahme führt zu folgender Schwierigkeit:

Der Satz ,,a = a" ist offenbar analytisch und enthält keinen Erkenntnisgewinn.
Der Satz ,,a = b" ist nicht analytisch und enthält einen Erkenntnisgewinn.

Falls ,,a" und ,,b" den selben Gegenstand bezeichnen (d.h. falls ,,a" und ,,b" die selbe Bedeutung haben), und den beiden Zeichen kein weiteres semantisches Moment zukommen würde, so ,,würde der Erkenntniswert von ,,a = a" wesentlich gleich dem von ,,a = b" sein" (SB. S. 26). Also nimmt Frege als weitere semantische Funktion der Eigennamen neben der Bedeutung noch deren Sinn an. Der Sinn eines Eigennamens ist die Art des Gegebenseins des durch den Ausdruck bezeichneten Gegenstandes.

Verschiedene Ausdrücke können den selben Sinn ausdrücken, und der Gegenstand kann auf verschiedene Arten gegeben sein. (SB. S. 27)

Was aber ist die ,,Art des Gegebenseins"?

In einem Beispiel verdeutlicht Frege, was er damit meint: In einem Dreieck, in dem a, b und c die Seitenhalbierenden sind, sind die durch die Eigennamen ,,Schnittpunkt von a und b" und ,,Schnittpunkt von b und c" bezeichneten Punkte (Gegenstände) identisch, aber auf eine andere Art gegeben. Die Kennzeichnungen haben die selbe Bedeutung aber einen verschiedenen Sinn. (SB. S. 26)
Frege unterscheidet zwischen dem Sinn und der Vorstellung. Letztere ist subjektiv, während der Sinn objektiv ist.

Frege gibt zu, dass es bei eigentlichen Eigennamen komplizierter sei, den Sinn eindeutig zu bestimmen, denn ,,die Meinungen über den Sinn (können) auseinander gehen" (SB. S. 27). Er klärt nicht exakt, was der Unterschied zwischen ,,Meinung über den Sinn" und ,,Vorstellung" ist , er bleibt eine genaue Erklärung, was der Sinn eines eigentlichen Eigennamens sei, schuldig.
Grammatisch richtig gebildete Eigennamen haben, so Frege, immer einen Sinn, jedoch nicht immer eine Bedeutung. Beispiele hierfür sind: ,,die am wenigsten konvergente Reihe" (SB. S. 28) oder ,,der Froschkönig".“

[Jakob Lempp: Gottlob Frege.  Quelle: http://www.hausarbeiten.de/cgi-bin/superRD.pl]

„Es liegt nun nahe, mit einem Zeichen (Namen, Wortverbindung, Schriftzeichen) außer dem Bezeichneten, was die Bedeutung des Zeichens heißen möge, noch das verbunden zu denken, was ich den Sinn des Zeichens nennen möchte, worin die Art des Gegebenseins enthalten ist. Es würde danach in unserem Beispiele zwar die Bedeutung der Ausdrücke „der Schnittpunkt von a und b“ und „der Schnittpunkt von b und c“ dieselbe sein, aber nicht ihr Sinn. Es würde die Bedeutung von „Abendstern“ und „Morgenstern“ dieselbe sein, aber nicht der Sinn.

Aus dem Zusammenhange geht hervor, dass ich hier unter „Zeichen“ und „Namen“ irgendeine Bezeichnung verstanden habe, die einen Eigennamen vertritt, deren Bedeutung also ein bestimmter Gegenstand ist (dies Wort im weitesten Umfange genommen), aber kein Begriff und keine Beziehung, auf die in einem anderen Aufsatze näher eingegangen werden soll. Die Bezeichnung eines einzelnen Gegenstandes kann auch aus mehreren Worten oder sonstigen Zeichen bestehen. Der Kürze wegen mag jede solche Bezeichnung Eigenname genannt werden.

Der Sinn eines Eigennamens wird von jedem erfasst, der die Sprache oder das Ganze von Bezeichnungen hinreichend kennt, der er angehört; damit ist die Bedeutung aber, falls sie vorhanden ist, doch immer nur einseitig beleuchtet. Zu einer allseitigen Erkenntnis der Bedeutung würde gehören, dass wir von jedem gegebenen Sinne sogleich angeben könnten, ob er zu ihr gehöre. Dahin gelangen wir nie. Die regelmäßige Verknüpfung zwischen dem Zeichen, dessen Sinn und dessen Bedeutung ist derart, dass dem Zeichen ein bestimmter Sinn und diesem wieder eine bestimmte Bedeutung entspricht, während zu einer Bedeutung (einem Gegenstande) nicht nur ein Zeichen zugehört. Derselbe Sinn hat in verschiedenen Sprachen, ja auch in derselben verschiedene Ausdrücke. Freilich kommen Ausnahmen von diesem regelmäßigen Verhalten vor. Gewiss sollte in einem vollkommenen Ganzen von Zeichen jedem Ausdrucke ein bestimmter Sinn entsprechen; aber die Volkssprachen erfüllen diese Forderung vielfach nicht, und man muss zufrieden sein, wenn nur in demselben Zusammenhange dasselbe Wort immer denselben Sinn hat. Vielleicht kann man zugeben, dass ein grammatisch richtig gebildeter Ausdruck, der für einen Eigennamen steht, immer einen Sinn habe. Aber ob dem Sinne nun auch eine Bedeutung entspreche, ist damit nicht gesagt. Die Worte „der von der Erde am weitesten entfernte Himmelskörper“ haben einen Sinn; ob sie aber auch eine Bedeutung haben, ist sehr zweifelhaft. Der Ausdruck „die am wenigsten konvergente Reihe“ hat einen Sinn; aber man beweist, dass er keine Bedeutung hat, da man zu jeder konvergenten Reihe eine weniger konvergente, aber immer noch konvergente finden kann. Dadurch also, dass man einen Sinn auffasst, hat man noch nicht mit Sicherheit eine Bedeutung.

Wenn man in der gewöhnlichen Weise Worte gebraucht, so ist das, wovon man sprechen will, deren Bedeutung. Es kann aber auch vorkommen, dass man von den Worten selbst oder von ihrem Sinne reden will. Jenes geschieh z.B., wenn man die Worte eines anderen in gerader Rede anführt. Die eigenen Worte bedeuten dann zunächst die Worte des anderen, und erst diese haben die gewöhnliche Bedeutung. Wir haben dann Zeichen von Zeichen. In der Schrift schließt man in diesem Falle die Wortbilder in Anführungszeichen ein. Es darf also ein in Anführungszeichen stehendes Wortbild nicht in der gewöhnlichen Bedeutung genommen werden.

Wenn man von dem Sinne eines Ausdrucks ‚A’ reden will, so kann man dies einfach durch die Wendung „der Sinn des Aus- drucks ‚A’“. In der ungeraden Rede spricht man von dem Sinne z.  B. der Rede eines anderen. Es ist daraus klar, dass auch in dieser Redeweise die Worte nicht ihre gewöhnliche Bedeutung haben, sondern das bedeuten, was gewöhnlich ihr Sinn ist. Um einen kurzen Ausdruck zu haben, wollen wir sagen: die Wörter werden in der ungeraden Rede ungerade gebraucht, oder haben ihre ungerade Bedeutung. Wir unterscheiden demnach die gewöhnliche Bedeutung eines Wortes von seiner ungeraden und seinen gewöhnlichen Sinn von seinem ungeraden Sinne. Die ungerade Bedeutung eines Wortes ist also sein gewöhnlicher Sinn. Solche Ausnahmen muss man immer im Auge behalten, wenn man die Verknüpfungsweise von Zeichen, Sinn und Bedeutung im einzelnen Falle richtig auffassen will.

Von der Bedeutung und dem Sinne eines Zeichens ist die mit ihm verknüpfte Vorstellung zu unterscheiden. Wenn die Bedeutung eines Zeichens ein sinnlich wahrnehmbarer Gegenstand ist, so ist meine Vorstellung davon ein aus Erinnerungen von Sinneseindrücken, die ich gehabt habe, und von Tätigkeiten, inneren sowohl wie äußeren, die ich ausgeübt habe, entstandenes inneres Bild. Dieses ist oft mit Gefühlen getränkt; die Deutlichkeit seiner einzelnen Teile ist verschieden und schwankend. Nicht immer ist, auch bei demselben Menschen, dieselbe Vorstellung mit demselben Sinne verbunden. Die Vorstellung ist subjektiv: die Vorstellung des einen ist nicht die des anderen. Damit sind von selbst mannigfache Unterschiede der mit demselben Sinne verknüpften Vorstellungen gegeben. Ein Maler, ein Reiter, ein Zoologe werden wahrscheinlich sehr verschiedene Vorstellungen mit dem Namen „Bucephalus“ verbinden. Die Vorstellung unterscheidet sich dadurch wesentlich von dem Sinne eines Zeichens, welcher gemeinsames Eigentum von vielen sein kann und also nicht Teil oder Modus der Einzelseele ist; denn man wird wohl nicht leugnen können, dass die Menschheit einen gemeinsamen Schatz von Gedanken hat, den sie von einem Geschlechte auf das andere überträgt. [...]

Die Bedeutung eines Eigennamens ist der Gegenstand selbst, den wir damit bezeichnen; die Vorstellung, welche wir dabei haben, ist ganz subjektiv; dazwischen liegt der Sinn, der zwar nicht mehr subjektiv wie die Vorstellung, aber doch auch nicht der Gegenstand selbst ist.  Folgendes Gleichnis ist vielleicht geeignet, diese Verhältnisse zu verdeutlichen. Jemand betrachtet den Mond durch ein Fernrohr. Ich vergleiche den Mond selbst mit der Bedeutung; er ist der Gegenstand der Beobachtung, die vermittelt wird durch das reelle Bild, welches vom Objektivglase im Innern des Fernrohrs entworfen wird, und durch das Netzhautbild des Betrachtenden. Jenes vergleiche ich mit dem Sinne, dieses mit der Vorstellung oder Anschauung. Das Bild im Fernrohre ist zwar nur einseitig; es ist abhängig vom Standorte; aber es ist doch objektiv, insofern es mehreren Beobachtern dienen kann. Es ließe sich allenfalls einrichten, dass gleichzeitig mehrere es benutzen. Von den Netzhautbildern aber würde jeder doch sein eigenes haben. Selbst eine geometrische Kongruenz würde wegen der verschiedenen Bildung der Augen kaum zu erreichen sein, ein wirkliches Zusammenfallen aber wäre ausgeschlossen. Dies Gleichnis ließe sich vielleicht noch weiter ausführen, indem man an nähme, das Netzhautbild des A könnte dem B sichtbar gemacht werden; oder auch A selbst könnte in einem Spiegel sein eigenes Netzhautbild sehen. Hiermit wäre vielleicht zu zeigen, wie eine Vorstellung zwar selbst zum Gegenstande genommen werden kann, als solche aber doch dem Betrachter nicht das ist, was sie unmittelbar dem Vorstellenden ist. Doch würde, dies zu verfolgen, wohl zu weit abführen.

Wir können nun drei Stufen der Verschiedenheit von Wörtern, Ausdrücken und ganzen Sätzen erkennen. Entweder betrifft der Unterschied höchstens die Vorstellungen, oder den Sinn aber nicht die Bedeutung, oder endlich auch die Bedeutung. In Bezug auf die erste Stufe ist zu bemerken, dass, wegen der unsicheren Verbindung der Vorstellungen mit den Worten, für den einen eine Verschiedenheit bestehen kann, die der andere nicht findet. Der Unterschied der Übersetzung von der Urschrift soll eigentlich die erste Stufe nicht überschreiten. Zu den hier noch möglichen Unterschieden gehören die Färbungen und Beleuchtungen, welche Dichtkunst [und] Beredsamkeit dem Sinne zu geben suchen. Diese Färbungen und Beleuchtungen sind nicht objektiv, sondern jeder Hörer und Leser muss sie sich selbst nach den Winken des Dichters oder Redners hinzuschaffen. Ohne eine Verwandtschaft des menschlichen Vorstellens wäre freilich die Kunst nicht möglich; wieweit aber den Absichten des Dichters entsprochen wird, kann nie genau ermittelt werden.“

[Gottlob Frege: „Über Sinn und Bedeutung“. Textauszug: Gottlob Frege: Funktion, Begriff, Bedeutung. Fünf logische Studien. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1994. Quelle: http://www.wasserburg-inn.de/herbert-huber/HHP31.htm]

Sinn y Bedeutung en Gottlob Frege

En Function und Begriff (1891) y más detalladamente en Über Sinn und Bedeutung (1892) establece Frege la distinción entre «denotación» y «sentido», pero aplicada exclusivamente a los nombres (lógicamente) propios: «A un signo (nombre, unión de palabras, signo escrito), además de lo designado, que podría llamarse la denotación (Bedeutung) del signo, va unido lo que yo quisiera denominar el sentido (Sinn) del signo, en el cual se halla contenido el modo de darse». La denotación de un nombre propio es el objeto mismo que designamos con él; el sentido de un nombre propio es el modo de darse el objeto designado por él. También hay que distinguir de la denotación y del sentido de un signo (nombre propio) la representación (Vorstellung) a él asociada: las imágenes internas formadas a partir de recuerdos de impresiones sensibles y de actividades. La representación es subjetiva, en tanto que la denotación y el sentido son objetivos. Frege asume así estas tres dimensiones de los nombres propios:

«La denotación de un nombre propio es el objeto mismo que designamos con él; la representación que tenemos, entonces, es totalmente subjetiva; entre ambas se halla el sentido, que ciertamente ya no es subjetivo como la representación, pero, con todo, tampoco es el objeto mismo». (Über Sinn und Bedeutung, 1892, S. 55)

[...] La distinción entre sentido y denotación de los nombres cobra importancia cuando se aplica a los nombres (lógicamente) propios complejos (no simples como «incentro» o «baricentro»). El «principio de intercambio» establece que la denotación y el sentido de los nombres complejos son funciones de las denotaciones y los sentidos de sus nombres constituyentes.

Así: la sustitución de un nombre complejo, de un nombre constituyente por otro nombre poseyendo la misma denotación no altera la denotación del todo; y la sustitución, en un nombre complejo, de un nombre simple por otro nombre poseyendo el mismo sentido no altera el sentido del todo. Resulta difícil determinar cuándo dos nombres tienen el mismo sentido; Frege no ofrece un criterio para decidirlo. Sólo exhibe ejemplos para distinguir el sentido de la denotación. Determinar la denotación en cuanto distinta del sentido, sí que resulta fundamental en el sistema de Frege.”

[Velarde Lombraña, Julián: Historia de la lógica. Oviedo: Servicio de Public. de la Universidad. O. J., p. 340]

Frege y Husserl pueden considerarse justamente como los pensadores que desarrollaron con más precisión una interpretación del lenguaje en la que la referencia objetiva se explicase mediante el concurso de un sentido o significación residentes en la mente de quien habla. Atendiendo un ejemplo elemental de locuciones nominales estudiadas por Frege en su artículo «Sobre el sentido y la referencia», se puede creer que expresiones tales como «lucero de la mañana» y «lucero de la tarde» hacen referencia a un mismo objeto (que podemos designar también como «el planeta Venus»); pero en un caso lo presentan como algo que luce por la mañana y, en el otro, como algo que luce por la tarde. Es decir, según Frege, ambas locuciones tienen una misma referencia (Bedeutung) por apuntar a un objeto idéntico o igual (gleich) aunque, haciéndolo de forma distinta, posean diverso sentido (Sinn). Ahora bien, importa subrayar que Frege estableció una estrecha vinculación entre el sentido y la referencia objetiva.  Es cierto que aquél puede ser captado con relativa independencia de la segunda, pues «es comprendido por cualquiera que conozca suficientemente la lengua o la totalidad de designaciones a que pertenece». Es decir, quien no sepa que las palabras «lucero de la mañana» se refieren al planeta Venus visible en el cielo matutino, comprenderá al menos que se está hablando de algo que luce por la mañana. Pero se diría que esa comprensión es inocua si no se refiere a un objeto, tal como el planeta recibido. Entonces, cuando el sentido funciona plenamente, es algo más que una serie de palabras usuales en un lenguaje con el que se está familiarizado: es «el modo de darse de lo designado» (die Art des Gegebensein des Bezeichneten). Podemos colegir, por tanto, que los diversos sentidos que corresponden a un mismo objeto mantienen su diversidad porque ese objeto tiene distintas maneras de presentarse. Esto no obsta para que en determinados casos el sentido pueda funcionar sin una referencia objetiva: basta con que haya «una expresión formada de manera gramaticalmente correcta» para que se dé el sentido. Pero esta corrección no arrastra consigo una forzosa referencia, pues es posible que una frase correcta gramaticalmente falle en su referencia, es decir, apunte a un objeto indeterminado o irreal, sin que la expresión delate esa irregularidad por su simple forma. [...] ... en frases como la de «el actual rey de Francia».

Es efecto, la relevancia que Frege (o los autores que aproximadamente compartieron su teoría, Husserl y Meinong) dio al sentido pudo hacer creer que éste arrastraba consigo necesariamente una referencia a algo existente y que la consistencia del sentido equivalía sin más a la existencia del objeto.[...] Debemos hacer constar que, sin embargo, para Frege la consistencia de la significación o del sentido nunca equivale a la referencia objetiva, que puede apuntar tanto a objetos reales como a los meramente ideales o ficticios. [...]

Ahora bien, no se puede negar que Frege facilitó esa confusión en la medida en que acentuó el sentido y su consistencia a la vez que debilitaba la referencia objetiva o suplía al mismo objeto referido por medio del sentido. tal ocurrió cuando sostuvo que la referencia de las proposiciones verdaderas es algo tan vaporoso como «el vabor de verdad», en lugar de decir que fuese la situación objetiva referida, cuya complejidad podía correr paralela a la que tuviese la proposición expresada. Mientras que su teoría de la proposción mantenía incólume la entidad del sentido, convertía su referencia en algo indefinido, en un «valor de verdad» que parecía disolverse en una utopía de claro signo idealista. Por otra parte, su teoría del «estilo indirecto» (ungerade Rede) convertía al sentido en el objeto referido por gran número de nuestras proposiciones. [...]

Esta consistencia del sentido queda subrayada cuando Frege se enfrenta con la posibilidad de confundirlo con una «representación» (Vorstellung), entendida a la manera psicologista como algo subjetivo y relativo a la mentalidad de cada individuo, psíquicamente considerado. Frege dice que, a diferencia de una representación, el sentido «puede ser propiedad común de muchos y, por tanto, no una parte o modo de su alma particular; pues no se podrá negar que la humanidad tiene un tesoro común de pensamientos que transmite de una generación a otra». [...] Lo que queda claro es que con ello no hace sino ensalzar la dignidad de esa entidad que es el sentido. Y que subraya al mismo tiempo su consistencia en tanto que es algo que puede ser transmitido de unas generaciones a otras. [...] Más adelante, insistiendo en su rechazo del psicologismo y la consiguiente subjetividad de las representaciones (que podrían haber sido entendidas erróneamente como sentido), dice que éste «no es el acto subjetivo de pensaminto, sino su contenido objetivo (objektiver Inhalt), que es susceptible de ser propiedad común de muchos». Evidentemente ahora no está mencionando sin más al objeto término de la referencia, sino al sentido desde el que se ejerce esa referencia. Pero es revelador que lo considere como un contenido objetivo, ratificando con ello nuestra sospecha de que le atribuía una firme consistencia que le permite diferenciarlo del objeto referido por la locución.

Todo esto significa que en la semántica de Frege el sentido es el elemento más relevante. Es cierto que la referencia objetiva es un presupuesto (Voraussetzung) cuando hablamos de algo. Como también lo es el valor de veracidad en el uso de las proposiciones (que es lo que constituye la referencia proposicional). Pero no deja de ser alarmante esa calificación de «presupuesto»: aunque con ellas se atribuya una innegable importancia a lo objetivo, no se puede negar que centra en el sentido la atención del estudio semántico. Para Frege radica en él lo que decimos. La referencia parece quedar desplazada a un plano extralingüístico: para saber lo que es una locución basta con examinar su sentido, aunque se suponga que éste hace referencia a algo y que esa referencia constituye el valor de verdad en el caso de las proposiciones. Es cierto que inicialmente se dijo que el sentido es «el modo de darse de lo designado», es decir, del objeto referido. Pero se diría que Frege no supo explotar las posibilidades de esta tesis y dejó que el objeto se esfumara, mientras que el sentido ocupaba el centro de sus indagaciones. Con ello su Semántica adquiría un fuerte sello idealista al que, se podría pensar, había predestinado su filiación leibniziana. En este primer embate la Filosofía del lenguaje había conseguido recuperar de alguna manera el vértice mental del triángulo semántico: el sentido freguiano aparecía como un buen refuerzo para las teorías clásicas de la idea o concepto como contenido mental acompañante del uso de las palabras. En cambio, el vértice objetivo, a pesar de un prometedor comienzo, quedó prácticamente excluido del análisis del lenguaje realizado por Frege.”

[Montero, Fernando: Objetos y palabras. Valencia: Fernando Torres, 1976, pp. 45-50]

“Frege pasa insensiblemente de la consideración de las identidades matemáticas a la de la mismidad de objetos tales como las estrellas, que no son estrictamente entes matemáticos. En el campo utópico de las Matemáticas, se puede admitir que hay un objeto absolutamente idéntico (el punto referido) porque así ha sido definido o decidido por el cálculo matemático. Pero en el caso del Sol que es el mismo todos los días (o del «lucero de la mañana» y «lucero de la tarde») arroja una notable diferencia que Frege parece no advertir. Ahora ya no se trata de un objeto ideal, definido rigusoramente en virtud de unos principios matemáticos que deciden de antemano sus propiedades: ahora es una masa gigantesca que rueda por el espacio real, sujeta a infinidad de vicisitudes y continuas transformaciones. Es decir, no se puede excluir que aquello que se califica como «lucero de la mañana» y «lucero de la tarde» haya sufrido modificaciones entre esos dos momentos de manera tal que, siendo el mismo astro, no sea absolutamente idéntico a sí mismo. [...]

Todo esto viene a cuento para señalar algo muy importante: no es igual la identidad de seres utópicos concebidos idealmente que la mismidad de los que hallamos en nuestro contorno real. Idealmente, en el mundo de las Matemáticas (y en otros similares), es lícito postular seres que sean absolutamente idénticos a sí mismos a lo largo de un tiempo que, en rigor, no se ha decidido que les afecte a ellos, sino a los matemáticos que los piensan. Pero en en este mundo real, en el que el tiempo muerde sobre la misma entidad de las cosas, y éstas aparecen como conglomerados de propiedades que en gran medida son fortuitos y distan mucho de manifestar una razón de ser determinante de su concurrencia, esa identidad se convierte en una quimera. [...]

Con otras palabras, sugerimos que el principio de identidad ha sido un supuesto nacido con las entidades ideales que el hombre ha formado mentalmente en reinos utópicos y ucrónicos en los que pudo parecer plausible que cada ente se cerrara en sí mismo dentro de límites bien marcados. [...]

El principio de identidad, llevado a sus últimas consecuencias, acaba en doctrinas tan quiméricas como la monadología de Leibniz (digno remate del sustancialismo de Aristóteles), en la que cada ente tiene en sí mismo su razón de ser y el principio de cuanto le acaece, como una individualidad absoluta que está más allá del curso temporal de los fenómenos. [...]

La identidad puede ser vista también como una distorsión enfática de la mismidad. O, dicho de otra forma, el principio de identidad ha sido algo así como la formulación superlativa de un principio de mismidad que tiene sobre aquél la ventaja de que, al menos, se acomoda al aspecto más trivial de las cosas. El principio de mismidad basta para dar cuenta de la función referencial del lenguaje, sin cargar con los enredos que arrastran las exigencias desmesuradas del principio de identidad. Es decir, se salva de las dificultades de la monadología leibniziana, así como de la aniquilación de lo objetivo a que aludíamos anteriormente al comentar las teorías de la significación o sentido de Frege y Russel [ver bajo: Sinn und Bedeutung bei Gottlob Frege y Sinn und Bedeutung bei Edmund Husserl].

Una interesante aproximación a este principio de mismidad puede ser hallada en el artículo de Quine «Identidad, ostensión e hipóstasis», includio en Desde un punto de vista lógico. Apelando al río de la tradición heraclítea, en el que no podemos bañarnos dos veces, replica Quine que es lícito decir que nos bañamos dos veces en el mismo río; lo único que se puede negar es que nos bañemos dos veces en el mismo «estado» del río. Pero basta con que los distintos «estados» del río se hallen re unas relaciones de «parentesco fluvial» para que podamos hablar apropiadamente de «bañarnos dos veces en el mismo río». Sin embargo, es látima que Quine (demasiado encariñado con el término identidad) admita que podamos usarlo para referirnos a ese «parentesco fluvial», considerando que la atribución de identidad a los objetos es esencial para fijar la referencia ostensiva de las palabras con respecto a ellos. Ciertamente, es más cómodo y económico hablar de un objeto determinado, al que debamos hacer referencia, que mencionar sucesivamente la serie de estados o notas que, por su relación de «parentesco», lo integran. Pero no podemos evitar cierta inquietud ante el uso de la palabra «identidad» y sugerimos que una economía similar la depara el uso de la «mismidad». Pues, en definitiva, ésta posee un sentido similar, pero más rebajado, que la «identidad». O unas exigencias menos drásticas, más acomodadas a los aspectos fluidos y variados de las cosas.

En efecto, la mismidad no requiere la persistencia de la entidad absoluta de un objeto: se contenta con la permanencia de la mayor parte de los caracteres de ese objeto o de los más relevantes a lo largo de las sucesivas etapas de su evolución. Por tanto, puede ocurrir que un objeto sea calificado de «el mismo» aunque sea absolutamente distinto en dos momentos distanciados de su proceso. Por ejemplo, es lícito decir de una persona que es «la misma» cuando se tome en consideración su etapa de recién nacida y la de su vejez (y sin necesidad de recurrir a ningún supuesto sustancial que quedase por debajo de sus aspectos visibles). [...] Su mismidad queda justificada por el hecho de que esos dos momentos están relacionados por una serie de etapas intermedias que, consideradas consecutivamente y en priodos más breves, registran la persistencia de la mayor parte de los caracteres somáticos y mentales del individuo mencionado. [...]

Y, en segundo lugar, la mismidad significa también una atenuación de la unidad que exigía el principio de identidad. En efecto, un objeto que sea el mismo puede abarcar aspectos que entrañen su participación en objetos extrañois, con los que mantenga relaciones de semejanza, contraste, procedencia, influencia mutua, etc. [...] Mientras que la identidad de una cosa consigo exigía un corte drástico entre lo que quedase «dentro» de ella y su contorno, la mismidad tolera que un objeto pueda ser «el mismo» aunque pensemos que su entidad está compromedita por lo que son las otras cosas y que «lo que no es» está incorporado en «lo que es». Dicho de otro modo, todo objeto consiste en un haz de relaciones con otros objetos. [...]

Con todo esto, lo que se pretende sugerir es que la necesidad de identificación de los objetos (mejor sería decir la «necesidad de mismificación») que es ineludible para la práctica del lenguaje o de su función referencial, se satisface con la mismidad y no necesita recurrir a la identidad. [...]

La renuncia del ideal de la identidad objetiva (en su acepción dura) supone que no tenemos por qué diferenciar lo que se dice con cada una de esas expresioens y el objeto referido por ellas. Ahora ya se puede explotar hasta sus últimas consecuencias la tesis de Frege de que el sentido es «el modo de darse» del objeto. Pues un mismo objeto tiene muy diversos modos de hacerse presente. [...] En rigor, tornando al ejemplo de Frege, es una quimera suponer que las distintas fórmulas «lucero de la mañana» y «lucero de la tarde» exigen una identidad objetiva referida. De esta identidad no sabemos nada en absoluto. [...] Basta con que haya una transición o familiaridad entre esos diversos aspectos del objeto (o entre esos diversos sentidos expresados) para que todos valgan como aspectos del mismo objeto. [...]

Desaparecido ese motivo fundamental que indujo a diferenciar la significación o el sentido del objeto, gana fuerza el primer motivo aducido para protestar contra esa diferenciación: la significación o el sentido no pueden consistir en una entidad mental poseedora de un contenido diferenciable del objeto, pues ese contenido nos impediría hablar de los objetos. Hablaríamos sólo de contenidos mentales o espirituales que, pretendiendo ser un medio de acceso al objeto, en rigor cerrarían el paso hasta él.”

[Montero, Fernando: Objetos y palabras. Valencia: Fernando Torres, 1976, pp. 80-89]