SEMIOTISCHES DREIECK

Triángulo semántico o semiótico

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Zeichen / Bedeutung / Referent / Begriff / Bild / Bedeutung und Bezug / Sprache und Realität / Sprache und Denken / Semiotik / Semantik /  Semiotisches Viereck / Gebrauchstheorie der Bedeutung / Semiotisches Fünfeck nach Raible (1983) / Semiotisches Trapez von Kurt Heger

 

„Das Wort ist ja weder die Sache selbst, noch ist es ihr ähnlich – es ist eine bestimmte Form, die aufgrund einer stillschweigende Übereinkunft in einer Sprachgemeinschaft für ein bestimmtes Konzept (oder die Bedeutung) steht, d.h. dieses Konzept symbolisiert. Das so bezeichnete Konzept steht wiederum zu einer Menge von gedanklichen Einheiten in der Vorstellungs- und Erfahrungswelt der Menschen in Beziehung. Die Beziehung zwischen den drei Elementen Form, Konzept (oder Bedeutung) und den gedanklichen Einheiten in der Vorstellungs- und Erfahrungswelt lässt sich durch das semiotische Dreieck in folgender Abbildung darstellen.

Dieses semiotische Dreieck wurde erstmals von Ogden und Richards (1974[1923]) eingeführt. Seither ist es heftigst diskutiert und kritisiert worden, und es gibt eine ganze Reihe von Interpretationen. Wir wollen hier auf diese Diskussion nicht eingehen, sondern eine für unseren Zusammenhang im großen und ganzen zutreffende Interpretation liefern.

Zwischen A (Form) und B (Konzept/Bedeutung) sowie B (Konzept) und C (Einheit in der Vorstellungs- und Erfahrungswelt) bestehen direkte, wenn auch auf Konvention beruhende, Zusammenhänge. A (Form) und C (Einheit in der Vorstellungs- und Erfahrungswelt) hängen allerdings nur indirekt zusammen (angezeigt durch die gestrichelte Linie zwischen A und C). Das semiotische Dreieck baut auf den Überlegungen des französischen Sprachwissenschaftlers Ferdinand de Saussure auf, der die Wortform signifiant (das Bezeichnende), die Bedeutung des Wortes signifié (das Bezeichnete) nannte. [...]

Ein Referent kann etwas vereinfacht als eine gedankliche Einheit oder der Teil einer solchen Einheit definiert werden, der durch die entsprechenden Wörter abgerufen wird. Jede Wortbedeutung ruft also ein bestimmtes Mitglied einer Begriffskategorie hervor. In unserem Beispiel Frucht handelt es sich bei den Mitgliedern dieser Kategorie um Vorstellungen von materiellen Objekten. Dies muss aber nicht notwendigerweise der Fall sein: so referieren zum Beispiel Verben auf Handlungen und Adjektive auf Eigenschaften. Zudem müssen die Mitglieder einer Kategorie, auf die referiert wird, nicht notwendigerweise in unserer materiellen Umwelt existieren, sie können auch lediglich in unserer Begriffs- und Vorstellungswelt als Begriffseinheiten bestehen.“

[Pöhrings, Ralf/Schmitz, Ulrich: Sprache und Sprachwissenschaft. Eine kognitiv orientierte Einführung. Tübingen: Gunter Narr Verlag, 1999, S. 28-31]

Semiotisches Dreieck [Auch: Semantisches / Triadisches Dreieck]. Von C. K. Ogden und I. A. Richards (1923) entworfene geometrische Darstellungsform für den Zusammenhang von Symbol, Gedanke und Referent, in geläufigerer Terminologie von Bezeichnendem, Bedeutung und Bezeichnetem bzw. Bezugsobjekt.

Entscheidend für diesen Ansatz, dessen Grundideen sich bereits bei Parmenides (ca. 540-470 v. Chr.) finden lassen, ist die Hypothese, dass zwischen Symbol und Referent, zwischen sprachlichem Ausdruck und dem durch ihn bezeichneten Sachverhalt in der Realität keine unmittelbare Relation besteht, d.h. dass sich sprachliche Ausdrücke nur über ihr begriffliches Konzept auf die Wirklichkeit beziehen lassen.

[Bußmann, H., S. 180]

Ogdensches Dreieck

Ein von dem amerikanischen Sprachforscher Charles Kay Ogden (1889-1957) eingeführtes Diagramm zur Veranschaulichung der Dreiteilung Ausdruck/Sinn/Bedeutung.

[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 425]

Das ‘Semiotische Dreieck ist ein von C. K. Ogden / J. A. Richards (1923) konzipiertes triadisches Zeichenmodell; ‘triadisch’ deshalb, weil es - etwa im Gegensatz zu F. de Saussures dyadisches Modell - drei Komponenten berücksichtigt: die begriffliche Vorstellung, den sprachlichen Wortkörper zur Bezeichnung eines außersprachlichen Objekts der Wirklichkeit und eben dieses Objekt. Für diese drei Elemente hat sich eine Anzahl konkurrierender Termini eingebürgert, von denen die gebräuchlichsten in der folgenden Liste zusammengestellt sind:

In der folgenden Schematisierung

soll die gestrichelte Linie andeuten, dass die Beziehung zwischen Name und Sache nur eine indirekte, konventionelle Zuordnungsbeziehung (‘Namensrelation’) ist. Das ursprüngliche von Ogden/Richards vorgeschlagene Modell weicht nur terminologisch von dem obigen ab, nicht jedoch sinngemäß.

[Welte, W., S. 576-577]

Bedeutung = innerliche Vorstellung, Bild, Idee

Diese mentalistische Auffassung geht davon aus, dass es zwischen dem gemeinten Objekt und der Bezeichnung keine direkte Verbindung gibt, sondern eine Vorstellung in der Psyche des Sprechers bzw. Hörers, die er mit diesem Wort automatisch assoziiert:

Soll nun die Kommunikation zwischen Sprecher und Hörer garantiert sein, so muss davon ausgegangen werden, dass die Vorstellungen bei beiden immer identisch sind. Können sie dies aber aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen stets sein? Wenn das für konkrete Objekte z. T. noch zutref­fend sein mag, so werden im Bereich geistiger Prozesse und Ideen zwischen Sprecher und Hörer, Schreiber und Adressat sicher oft ganz andere Vorstel­lungen assoziiert. Hier ergibt sich darüber hinaus ebenfalls das Problem, welche Vorstellungen mit grammatischen Funktionswörtern verbunden sind.“

[Nickel, Gerhard: Einführung in die Linguistik: Entwicklung, Probleme, Methoden. Berlin: Schmidt, 21985, S. 130-131]

„In all diesen Fällen von indirekter Denotation (über den Umweg von Sinn und Form) gilt, dass der indirekte Modus selbst, wie alles, was sich auf dem Weg vom initialen Signifikanten (nuit, prof) zum letztlichen Denotat („Tod“, „Professor“) abspielt, auf einer zweiten Stufe seine Eigenschaften exemplizifiziert und also konnotiert. ( ... zum letztlichen Denotat. Ich sollte wohl strenger sagen „zum letzten Signifikat, welches das Denotat ist“. Der einfachste semiotische Weg geht von einem Signifikanten zu einem Signifikat, und vom Signifikat („Begriff“ nach Saussure; „Sinn“ nach Frege) zum Denotat oder Referent, der die Applikation oder Extension dieses Begriffs ist: vom Signifikanten Morgenstern zum Begriff Morgenstern und von diesem zum Planeten Venus. Der Unterschied zwischen Signifikat und Referent hat, wie mir scheint, nicht den ontologischen und absoluten Charakter, den man manchmal annimmt: es handelt sich eher um relative Positionen auf einem Weg, der stets abgekürzt (wenn man bei „Morgenstern“ haltmacht, ohne zu fragen, um welchen Stern unseres Sonnensystems es sich handelt) oder verlängert (wenn der Planet Venus selbst als Symbol für etwas anderes funktioniert) werden kann. Der Referent hat dem Signifikat keineswegs das Privileg der (materiellen) Realität voraus, denn es gibt imaginäre Referenten: Der Signifikant [Fisdepélé] hat als Signifikat „Sohn des Peleus“, welches als Referenten Achiles hat. Barthes sagte auf seine Weise, dass die Denotation die „letzte Konnotation“ ist (S/Z, Paris, 1970, S. 16).“

[Genette, Gérard: Fiktion und Diktion. München: Fink, 1992, S. 128-129 und 129 Anm. 1]

“Das Argument der Befürworter der Existenz eines Bedeutungskerns gegen ihre Kritiker, das isolierte Wort sei ja nicht ohne Bedeutung, löst die Streitfrage nicht, denn es ist keineswegs geklärt, was unter einem ‘isolierten Wort’ zu verstehen sei, noch, woher dieses ‘seine’ Bedeutung erhielte. Mit Wittgenstein wäre zu sagen, dass ein sprachlicher Ausdruck sich nicht völlig von jeglichem Kontext isolieren lasse. Ein Wort wird verstanden als Wort einer Sprache, als Ausdruck, der einen Platz in einer Grammatik derselben hat. (Vgl. dazu PhU, §§ 199, 432, 514, 525, 583-584, 663; Ph Gr, S. 130f.). Ein isoliert vorgestelltes Wort zu verstehen, heiße etwa, den von ihm ausgehenden Verweisungen auf Sprachspiele zu folgen, in denen es nach allgemeinem Gebrauch verwendet werden könne. «’Ein Wort verstehen’ kann heißen: Wissen, wie es gebraucht wird; es anwenden können.» (Ph Gr., S. 47; PhU, § 525). Das Paradigma des schlechthin isolierten Wortes ist für Wittgenstein der Ausdruck einer Privatsprache. In Bezug auf eine Privatsprache kann jedoch nicht ohne weiteres mehr von einer ‘Sprache’ gesprochen werden. Eine Privatsprache bestünde aus Zeichen, die keinerlei Gebrauch hätten, damit jedoch auch keinerlei Bedeutung.

Das Problems des Bedeutungskerns resultier aus einer bestimmten Sprachbetrachtung. Es wiederholt sich in verschiedenen Sprachtheorien in verschiedener Form, ist nun von einem «signifié» und einem «Designat» oder einem «Akttypus», etc. die Rede. Grundlegend für diese Betrachtungsweise ist die Unterscheidung grammatischer Formen und lexikalischer Inhalt. Ein Ausdruck habe Bedeutung, heißt für jede systematische Sprachbeschreibung, er weise wiederholt auf etwas Bestimmtes. Wittgenstein hingegen unterscheidet nicht systematisch zwischen einem verbalen (Ausdruck) und averbalen (Inhalt) Bereich. In Sprachspielen ist beides miteinander verwoben. Das Problem des Bedeutungskerns stellt sich für ihn nicht, weil er die Bedeutung von Wörtern nicht auf ihre Bedeutung als sprachliche Einheit reduziert. Wörter haben Bedeutung in den Lebenszusammenhängen, in denen sie von Bedeutung sind. Löst man sie, als sprachliche Einheiten, aus dessen Zusammenhängen, so kann streng genommen nicht mehr von Wörtern die Rede sein.

Der pragmatische Zug der Wittgensteinschen Reflexionen liegt somit nicht in der Einführung besonderer, pragmatischer Sprachregeln, die die Restriktionen der Semantik auf eine Kernbedeutung in kontrollierter Weise lockerten oder die den Gebrauch besonderer, pragmatischer Ausdrücke regelten. Die Philosophischen Untersuchungen stellen weder eine Ergänzung semantischer Theorien noch eine Alternative zu ihnen dar. Wittgensteins Kritik an der systematischen Analyse ist die Reflexion ihrer Begrenztheit. ‘Unter Umständen’, zu bestimmten Zwecken, mag es sinnvoll sein, vom tatsächlichen Gebrauch der Wörter abzusehen und mit einem Explikandum und dessen Explikation einen Gegenstandsbereich festzusetzen. Sprachwissenschaftliche Theorien erfinden, um eines überschaubaren Gegenstandes willen, Sprachen – die Sprache ‘L’, diejenige der Sprechakte, u.a. Wittgensteins Kritik an Sprachtheorien ist pragmatisch, insofern er ihren zweckgebundenen, pragmatischen, Charakter im Bewusstsein hält und auf die mit ihrer Funktion als Mittel verbundene Begrenztheit hinweist.”

[Nowak, Reinhard: Grenzen der Sprachanalyse. Tübingen: Gunter Narr, 1981, S. 226-227]

Sinn und Bedeutung

Die semiotische Behandlung des Inhalts wird oft kompliziert durch die Verwendung eines über‑simplifizierten Diagramms, welches das Problem in eine ziemliche Sackgasse gebracht hat. Es handelt sich um das bekannte Dreieck, das in seiner verbreitetsten Form von Ogden und Richards (1923) stammt.

Hier muss zunächst völlig klar gemacht werden, dass solche Dreiecke in der Tat nützlich sein können, wenn man eine Theorie der Zeichenerzeugung und insbesondere eine Theorie der >Hinweisakte< (siehe 3.3.) diskutiert, dass sie aber recht hinderlich werden können bei der Behandlung des Problems der Codes. Denn ein Modell der Zeichen-Funktion (so wie etwa Saussures Dichotomie >Signifikant‑Signifikat< oder das in 2.2. beschriebene hjelmslevsche Modell) betrifft nur die linke Seite der Dreiecke (1) und (2); für das ganze Dreieck (3) ist es nur relevant, wenn >Bedeutung< nicht als strikt extensional aufgefasst wird.

Die Semiotik von Saussure und Peirce ist eine Theorie der konventionellen (oder jedenfalls strikt semiosischen) Beziehung zwischen Symbol und Referenz (oder Signifikat) und zwischen einem Zeichen und der Reihe seiner Interpretanten (siehe 2.7.). Gegenstände kommen in Saussures Linguistik nicht vor, und sie werden im Rahmen der peirceschen Theorie nur bei der Diskussion besonderer Zeichentypen wie lkonen und Indizes in Betracht gezogen (wegen der Eliminierung des Gegenstandes im Rahmen einer Theorie der Codes selbst bei diesen Fällen siehe 2.6. und 3.5.). Gegenstände kann man im Lichte einer >engen< fregeschen Auffassung nur in Betracht ziehen, wenn man unter >Bedeutung< den real vorhandenen Gegenstand versteht, auf den das Zeichen sich beziehen kann: Versteht man die >Bedeutung< als eine >Klasse< wirklicher und möglicher Gegenstände, nicht als >token< –, sondern als >Typus<‑Gegenstand, so nähert sie sich sehr dem Inhalt in dem Sinne, wie er unter 2.6. beschrieben werden wird. Unter diesem intensionalen Gesichtspunkt wird die >Bedeutung< zum Thema einer Theorie der Interpretanten (siehe 2.7.).

Es muss absolut klar sein, dass das Folgende nichts zu tun hat mit einer Theorie der Wahrheitswerte eines Ausdrucks, das heißt mit einer extensionalen Semantik; in deren Rahmen ist, auch wenn das Signifikat eines Ausdrucks unabhängig ist vom tatsächlichen Vorhandensein der Gegenstände, auf die er sich bezieht, die Verifizierung des tatsächlichen Vorhandenseins dieser Gegenstände notwendig, um den Wahrheitswert dieses Ausdrucks festzustellen und ihn so im Rahmen eines Satz‑Kalküls zu betrachten. Doch vom Standpunkt des Funktionierens eines Codes (oder mehrerer Codes) aus muss der Referent als gefährlicher Eindringling ausgeschlossen werden, der die theoretische Reinheit der Theorie kompromittiert. Darum muss man, auch wenn in den Fällen, wo die Sprache verwendet wird, um auf etwas hinzuweisen, der Referent der vom Ausdruck genannte oder signifizierte Gegenstand sein könnte, dennoch daran festhalten, dass ein Ausdruck grundsätzlich keinen Gegenstand signifiziert, sondern vielmehr stets eine kulturelle Einheit übermittelt. Sagt man, /Walter Scott/ und /der Verfasser von Waverley/ seien zwei Ausdrücke mit derselben >Bedeutung<, aber unterschiedlichem >Sinn<, so betrifft das eine Theorie der Zeichen‑Funktion nur insofern, als (I) >Bedeutung< hier die Definition einer historischen Entität meint, die eine Kultur als eine einzige Person sieht, weshalb diese >Bedeutung< zum denotierten Inhalt wird; (II) der >Sinn< eine besondere Art ist, einen bestimmten Inhalt von anderen kulturellen Konventionen aus zu betrachten, so dass dem ersten denotierten Inhalt andere konnotierte Inhalte hinzugefügt werden.

Nimmt man an, dass die >Bedeutung< ein tatsächlicher Sachverhalt ist, dessen Verifizierung die Gültigkeit des Zeichens bestätigt, so muss man sich fragen, wie dieser Sachverhalt gewöhnlich erfasst oder analysiert wird; wie sich seine Existenz definieren oder aufzeigen lässt, wenn die Zeichen‑Funktion decodiert wird. Man wird rasch erkennen, dass man, um etwas über die >Bedeutung< zu erfahren, sie durch einen anderen Ausdruck bezeichnen muss und so fort; ein Zeichen kann, wie Peirce sagte, nur durch ein anderes Zeichen erklärt werden. So wird die >Bedeutung< durch eine Reihe von >Sinnen< erfasst, und in diesem Zusammenhang ist es sehr unklug anzunehmen, man könne den >Sinn< als zugehörig zur selben >Bedeutung< erkennen, denn es ist die >Bedeutung<, die durch den >Sinn< definiert wird und nicht umgekehrt.

Das zentrale Problem des vorliegenden Kapitels entsteht aus der Tatsache, dass das >Signifikat< tatsächlich eine sehr komplizierte Angelegenheit ist, wenn auch nicht in dem Sinn, wie die obigen Dreiecke das vermuten lassen.

Dieser zweigeteilte Bedeutungsbegriff hat das ganze moderne Denken über Zeichen durchdrungen: als Opposition zwischen denotatum und designatum oder significatum (MORRIS, 1938, 1946) oder zwischen Extension und Intension in der Logik (CARNAP, der auch von nominatum und Sinn spricht) oder als Unterschied zwischen Denotation und Konnotation (Stuart MILL), als denotation und meaning (Russell) usw. Setzen wir für die Zwecke dieser Diskussion: Bedeutung = Intension = Significatum = Sinn = meaning. Die so genannte >Bedeutung< ist dann das Signifikat oder der Inhalt eines Ausdrucks.

Sagt man, ein Signifikant korrespondiere notwendig einem wirklichen Gegenstand, so ist das eine ausgesprochen naive Einstellung, die nicht einmal eine Theorie der Wahrheitswerte besonders gern akzeptieren wird. Der Einwand dagegen ist bekannt: Es gibt Signifikanten, die sich auf nicht‑existente Entitäten wie etwa >Einhorn< oder >Seejungfrau< beziehen. In diesen Fällen zieht die Theorie der Wahrheitswerte es vor, von Ausdrücken mit >Null‑Extension< (Goodman, 1949) oder von >möglichen Welten< (Lewis, 1969) zu sprechen.

Es ist im Rahmen einer Theorie der Codes nicht nötig, auf die Begriffe Extension oder mögliche Welten zurückzugreifen; die Codes setzen, sind sie von einer Gesellschaft akzeptiert, eine >kulturelle< Welt, die ‑ im ontologischen Sinn ‑ weder wirklich noch möglich ist; ihre Existenz hängt an einer kulturellen Ordnung, nämlich der Art, wie eine Gesellschaft denkt, spricht und beim Sprechen die Bedeutung ihres Denkens durch andere Gedanken erläutert. Da Denken und Sprechen die Aktivitäten sind, durch die eine Gesellschaft sich entwickelt, expandiert oder zusammenbricht, muss eine Theorie der Codes, auch wenn sie sich mit >unmöglichen< Welten (wie ästhetischen Texten oder ideologischen Aussagen) befasst, sich unbedingt mit der Beschaffenheit solcher >kultureller< Welten beschäftigen und steht damit vor dem grundsätzlichen Problem, wie mit Inhalten umzugehen sei.

Um die Geschichte der christlichen Theologie zu verstehen, muss man nicht wissen, ob dem Wort /Transsubstantiation/ ein spezifisches faktisches Phänomen entspricht (auch wenn für viele Menschen dieser Glaube von vitaler Bedeutung war). Aber man muss wissen, welche kulturelle Einheit (welche intensional analysierbare Gesamtheit kultureller Merkmale) dem Inhalt dieses Wortes korrespondierte.

Semiotischer Gegenstand einer Semantik ist der Inhalt, nicht der Referent, und der Inhalt muss definiert werden als kulturelle Einheit (bzw. als Bündel oder System zusammenhängender kultureller Einheiten). Die Tatsache, dass /Transsubstantiation/ für viele Menschen einem Ereignis oder Ding entsprach, lässt sich semiotisch dadurch erfassen, dass man sagt, dieses Ereignis oder Ding sei durch kulturelle Einheiten erklärbar gewesen. Sonst hätte es nämlich nie so etwas wie eine theologische Diskussion geben können, und die Gläubigen hätten weiter die Heilige Kommunion empfangen, ohne über die Menschen nachzudenken, die nicht daran glaubten. Vielmehr war es nötig, eine Welt zu konzipieren, die so aufgebaut war, dass eine kulturelle Einheit, die dieser /Transsubstantiation/ korrespondierte, einen Platz in ihr finden, das heißt ein präzise segmentiertes Stück des Inhalts eines bestimmten kulturellen Hintergrunds sein konnte.”

[Eco, Umberto: Semiotik. Ein Entwurf einer Theorie der Zeichen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2., korrigierte Ausgabe 1991, S.  89-93]

«Die Einwendungen, die man gegen diese Klassifikation erheben könnte, gehen schon über den Bereich des Alltagsverstandes hinaus, weshalb wir sie hier vernachlässigen. Wir beschränken uns darauf, eine neue Version des Dreiecks zu geben, bei der wir an jede Spitze die von unterschiedlichen Klassifikatoren gebrauchen verschiedenen Kategorien eintragen:

Wie man sieht, gibt es einen Konsensus des gesunden Menschenverstandes zwar über die Dreiteilung, aber nicht über die Namen, mit denen man die drei Pole bezeichnen soll. Ja man hat sogar das, was wir als Gegenstand bezeichneten, als /Signifikat/, und das, was wir /Signifikat" nannten, als /Sinn/ bezeichnet. In manchen Fällen handelt es sich um bloße terminologische Divergenzen, in anderen verbergen sich unter den terminologischen Divergenzen tiefgehende Unterschiede im Denken. Eine Untersuchung diesee Klassifikatotischen Alternativen müsste zu einer umfassenden und polemischen Geschichte der Semantik geraten. Insbesondere ein Punkt muss uns lebhaft interessieren: Wo steckt bei dieser Klassifizierung das Zeichen? Ist es das, was an der linken Ecke des Dreiecks steht? Saussure zufolge (Saussure, 1916) ist das Zeichen ein Kompositum aus Signifikant und Signifikat (während der Referent, die rechte Seite, die Linguistik nicht interessiert). Aber Saussures Ansicht stimmt nicht mit der gängigen Auffassung überein.

Da außerdem ein Signifikant sich auf mehrere Signifikate beziehen kann, wird diese angebliche Einheit –das Zeichen– äußerst fragwürdig und löst sich oft auf in ein Geflecht ständig sich neu strukturierender Korrelationen. Andererseits wird in philosophischen Kontexten /Zeichen/ in aller Regel Synonym von "Signifikant", d. h. als "etwas, das für etwas anderes steht", benutzt. Darum werden wir, sofern wir nicht ausdrücklich angeben, dass dies nicht der Fall sein soll, /Zeichen" als "Signifikant" verwenden. Rein theoretisch sollte man den Ausdruck /Zeichen/ besser nicht gebrauchen, denn er ist überaus mehrdeutig und missverständlich. Aber die Definition des Wörterbuches, in der die Ambiguität eine Reihe von semiotischen Konstanten zugrunde liegt, die wir den Bequemlichkeit halber /Zeichen/ nennen wollen.

Eines ist gewiss: Aus einer Klassifizierung, die das Zeichen als Element des Designationsprozesses fasst, folgt, dass das Zeichen stets als etwas, das für etwas anderes steht, fungiert. Peirce definiert es als "something which stands to somebody for something in some respect or capacity" (Peirce, 1931, 2. 228) – eine Definition, die sich übersetzen lässt mit: etwas, das für jemanden in irgendeiner Hinsicht oder aufgrund irgendeiner Fähigkeit für etwas anderes steht. "In irgendeiner Hinsicht", bedeutet, dass das Zeichen nicht die Totalität des Gegenstandes repräsentiert, sondern ihn –vermittels unterschiedlicher Abstraktionen– nur vom einen bestimmten Gesichtspunkt aus oder im Hinblick auf einen bestimmten praktischen Zweck vertritt.»

[Eco, Umberto: Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag, 1977, S.  30-31]

Vorstellung

Die gerade von uns kritisierte Auffassung verbindet Wörter und Dinge direkt miteinander. Eine scharfsinnigere und auf den ersten Blick einleuchtendere Auffassung verbindet beide durch die Mediation der gedanklichen Vorstellungen. Diese Auffassung ist in ihren wesentlichen Zügen von einigen Philosophen und Sprachwissenschaftlern vom Altertum bis heute aufrechterhalten worden. Zwei der bekanntesten Versionen sind die ‚Zeichen’-Theorie von de Saussure und das ‚semiotische Dreieck’ von Ogden und Richards.

Nach Saussure besteht das sprachliche Zeichen aus einem Bezeichnenden und einem Bezeichneten; diese sind jedoch, genauer gesagt, ein Lautbild und eine Vorstellung, die beide durch eine psychologische ‚assoziative’ Verknüpfung miteinander verbunden sind. D. h., sowohl die Laute, die wir hervorbringen, als auch die realen Objekte, über die wir sprechen, werden in gewisser Weise durch begriffliche Entitäten widergespiegelt.

Ogden und Richards sahen die Beziehung als ein Dreieck:

Das ‚Symbol’ ist natürlich das sprachliche Element – das Wort, der Satz etc. –, der ‚Referent’ ist das Objektiv etc., das in unserer Erfahrungswelt existiert, während ‚Gedanke oder Referent’ eine Vorstellung ist. Dieser Theorie entsprechend besteht keine direkte Verbindung zwischen Symbol und Referent (zwischen Sprache und Welt) – die Verbindung läuft über den Gedanken oder die Referenz, d. h. über die gedanklichen Vorstellungen.

Diese Theorie vermeidet viele der Probleme der Benennungstheorie – z. B. brauchen die Klassifikationen nicht natürlich oder universell zu sein, sondern nur begrifflich. Aber hier ergibt sich ein völlig anderes Problem. Denn was genau ist diese Saussuresche ‚assoziative Verknüpfung’ oder die Verbindung zwischen Symbol und Vorstellung bei Ogden und Richards?

Die naive Antwort würde von einer psychologischen Verknüpfung sprechen: wenn wir an einen Namen denken, verknüpfen wir damit gleichzeitig die entsprechende Vorstellung und umgekehrt. Auf diese Weise ergäbe sich Bedeutung aus unserer Fähigkeit (und, mehr noch, aus unserer Übung), das eine aufgrund des anderen zu assoziieren, z. B. dadurch, dass wir uns erinnern, dass Stuhl sich auf die Vorstellung ‚Stuhl’ bezieht. Diese Auffassung ist völlig unbefriedigend. Es ist unklar, was das ‚Denken’ einer Vorstellung genau bedeutet. Einige Wissenschaftler sind tatsächlich der Ansicht, dass wir eine Art Bild von einem Stuhl vor uns sehen, wenn wir über Stühle sprechen. Aber dies ist mit Sicherheit falsch. Ich kann mir ‚mit dem Auge meines Geistes’ ein Bild von einem Stuhl machen, aber ich tue dies nicht jedes Mal, wenn ich das Wort Stuhl ausspreche. [...]

Eine besser durchdachte Version sieht die Verknüpfung nicht als etwas, was wir jedes Mal herstellen, wenn wir ein Wort äußern, sondern als eine Art permanente Assoziation, die in unserem Verstand oder Gehirn gespeichert ist. Die Schwierigkeit dieser Auffassung besteht darin, dass hierdurch überhaupt nichts ausgesagt wird. Denn wie können wir auch nur prinzipiell darlegen, was diese Vorstellungen sind? [...]

Leider gibt es heute viele Sprachwissenschaftler, die – ganz oder teilweise – eine begriffliche Auffassung von Bedeutung akzeptieren. Dies rührt von einem neuen ‚Mentalismus’ her, der mit N. Chomsky und seinen Anhängern verbunden ist, die ganz besonders darauf bestehen, dass Intuition und Introspektion bei der Untersuchung von Sprache eine große Rolle spielen müsste. [...]

Es lohnt sich schließlich, in diesem Abschnitt festzustellen, dass bis zu einem gewissen Grad der DUALISMUS, die Auffassung von Sprache, die Bedeutung als Teil der Bezeichnendes/Bezeichnetes-Beziehung sieht, unterstützt wird durch der Terminus Bedeutung und durch die Behauptung, dass Wörter (oder Sätze) eine Bedeutung HABEN. Denn wenn dies so ist, dann ist es eindeutig legitim zu fragen, welche Art Einheit die Bedeutung darstellt, und sie entweder in der Welt oder in den Köpfen der Menschen zu suchen. Aber zu sagen, dass ein Wort eine Bedeutung hat, ist etwas anderes als zu sagen, dass Menschen Beine oder Bäume Blätter haben. Wir werden durch das Verb haben und die Tatsache, dass Bedeutung ein Substantiv ist, leicht dazu verführt, nach etwas zu suchen, was Bedeutung IST. [...]

In gewisser Weise besteht eine Ähnlichkeit zwischen einem Wort, das etwas bedeutet, und einem Wegweiser, der irgendwohin weist; wir können die Bedeutung eines Wortes genau so verstehen wie wir den Wegweiser lesen können. Aber es ist genauso sinnlos zu fragen, was Wörter bedeuten, wie es keinen Zweck hat zu fragen, aus was Wegweiser zeigen. D. h., es hat keinen Zweck, IM ALLGEMEINEN zu fragen, was Wörter bedeuten oder Wegweiser zeigen. Es hat nur Sinn zu fragen ‚Was bedeutet DIESES WORT?’, ‚Wohin deutet DIESER Wegweiser?’

Die Suche nach einer schwer zu erfassenden Einheit, die ‚Bedeutung’ genannt wird, ist also kein Problem der Semantik und kann auch keins sein. Ein semantisches Problem ist eher der Versuch zu verstehen, wie es dazu kommt, dass Wörter und Sätze überhaupt etwas ‚bedeuten’ können, oder vielleicht besser gesagt, wie sei Bedeutung tragen können. Bedeutung ‚haben’ ist etwas Ähnliches wie Länge ‚haben’. Länge haben heißt, so und so viele Fuß oder Zoll lang sein; Länge ist nichts darüber hinaus. Ähnlich ist Bedeutung nicht irgendeine Einheit, die Wörter oder andere sprachliche Einheiten ‚haben’, in einem wörtlichen Sinne von ‚haben’.

Wittgenstein sagte, ‚suche nicht nach der Bedeutung eines Wortes, such nach seinem Gebrauch’. Diese Bemerkung hilft nicht sehr viel weiter, weil wir uns über den ‚Gebrauch’ eines Wortes kaum klarer sind als über seine ‚Bedeutung’. Aber einen gewissen Wert hat diese Bemerkung doch; wir können den Gebrauch untersuchen, und wir geraten weniger leicht in Gefahr, bei Gebrauch an etwas zu denken, was Wörter in einem wörtlichen Sinn ‚haben’ könnten, so dass wir weniger wahrscheinlich unsere Zeit damit vergeuden, herauszufinden zu wollen, was denn genau dieser Gebrauch sei.“

[Palmer, Frank: Semantik. Eine Einführung. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1977, S. 31-36]

El triángulo metodológico: La semántica analítica o referencial intenta captar la esencia del significado resolviéndolo en sus componentes principales, según explica S. Ullmann. Se localiza metodológicamente en el paso de los universales a la lengua; es decir, vamos a considerar cómo aquello que es extralingüístico penetra en el dominio del signo lingüístico y se hace así algo lingüístico de modo sistematizado. El modelo más conocido es el triángulo de C. K. Ogden y I. A. Richards (1925). 

Años más tarde, en 1962, S. Ullmann lo vuelve a tomar como base metodológica, aplicando una terminología saussureana en sus vértices:

 

Por razones de eficacia explicativa, también lo adopta K. Baldinger:

 

Así, por ejemplo, en el término locomotora del diccionario observamos el nombre o significante /lokomotóra/; el significado o concepto ‘máquina montada sobre ruedas que, movida por vapor, electricidad, etc., corre sobre carriles y arrastra los vagones de un tren’; la realidad o cosa, esa máquina del tren que tomé la semana pasada, por ejemplo.

Este triángulo nos recuerda por sus componentes los «modi» de los escolásticos medievales, a saber:

así como su famosa definición: «vox significat mediantibus conceptibus». Pero en estos «modistas» el enfoque es filosófico. Con un enfoque lingüístico vamos a detallar las relaciones de los vértices:

Relación de los vértices:

La relación del significante con el significado es recíproca: un vértice evoca al otro. Estamos en el conocido signo lingüístico de Saussure.

Más problemas ofrece la relación del significado o concepto con la cosa. La cosa o realidad es extralingüística, la cosa no se nos da, no depende de nosotros. Podríamos decir que el lenguaje es transposición de la realidad y, por ello, la lengua no puede evitar la relación entre el objeto mental o concepto y la realidad exterior. Es decir, que entre los significantes y la realidad está todo el mundo de los conceptos. Finalmente, entre el significante y la cosa la relación es inmotivada. No se da relación directa entre estos dos vértices: estamos ante la arbitrariedad del signo, de la cual ya nos habló Saussure. K. Baldinger añade oportunamente que la forma significante no está motivada por la realidad, ya que, de no ser así, habría una sola lengua y no sería posible la evolución de una lengua. Sin embargo, los defensores de la onomatopeya, como motivación directa de la realidad o cosa que solicita una forma determinada de significante, han escrito muchas páginas. Su posición es científicamente indefendible. Por una parte, la poca consistencia de su razonamiento cae de por sí al comparar dos lenguas; así, por ejemplo,  flip en inglés, queda contradicho con su inmediata traducción castellana chasquear. Lo que sí es posible es el aprovechamiento de la forma significante en dirección a la realidad, que el hablante puede usufructuar premeditadamente. Estamos ante el artificio llamado aliteración, como, por ejemplo, hace Garcilaso de la Vega en estos dos versos de su Égloga III:

En el silencio sólo se escuchaba

un susurro de abejas que sonaba.

Y, lingüísticamente, podemos referirnos a una motivación secundaria, como encabritarse a través de cabra, pero no proviene como calco de la realidad extralingüística, sino como metáfora lexicalizada en un criterio de enfoque lexicológico dentro de la lengua y en su evolución diacrónica.

Análisis de los vértices:

Del vértice de la realidad o cosa, nada tenemos que decir. Insistimos en que la realidad es extralingüística. Su estudio es competencia de otras ciencias: si esa realidad exterior es un «jilguero», su estudio pertenece a la ornitología dentro de las ciencias naturales. En el vértice del significante hemos encontrado una terminología variada: símbolo, nombre, significante. Conviene no confundirla y recordar las matizaciones lingüísticas que han quedado expuestas en otros apartados, diferenciando en nuestros criterios el símbolo y el signo, los medios de comunicación de los sistemas de comunicación: en suma, restringir los códigos semióticos, incluidos en este vértice tomado en amplia consideración, al código lingüístico en su aspecto de significante, analizado ya como nivel de expresión. El análisis del vértice del pensamiento o concepto puede tomar dos direcciones que ya hemos mencionado: un aspecto filosófico que queda fuera de nuestra lingüística, y un aspecto lingüístico en tanto en cuanto la lengua da formas para relacionar esos conceptos con la realidad. Es el problema filosófico del límite de los conceptos.

El límite de los conceptos:

Ya dijimos que entre los significantes y la realidad está el mundo de los conceptos. Tomemos, por ejemplo, el significante /kasa/. En la realidad nos encontramos con una grandísima variedad de cosas «casa». Por ello es necesario hacer una abstracción para que esa forma exprese el concepto que ofrece esa variada complejidad en la realidad. De esta manera, todos los conceptos pueden ser expresados en una lengua. Ahora bien, como señala B. Pottier, si no puede existir campo nocional sin campo léxical, un «vacío» lexical no tiene que estar lleno necesariamente por un significante simple; se puede recurrir a perífrasis compuestas, como el hecho de estar casado, la máquina de escribir que no funciona, ... Es decir, que no hay coincidencia entre lo nocional y lo léxico. Extremando la precisión, añade el mismo lingüista, se puede afirmar que no existen dos «sillas» idénticas. Sin embargo, ante mil objetos distintos un sujeto puede tener la misma reacción y elegir mil veces el término silla para designarlos. Si se coloca a mil personas ante esas mil «sillas», se puede obtener el término silla un millón de veces. Y concluye: esta coincidencia de subjetividades es lo que se llama objetividad en lingüística. Si no se da esa objetividad, hay límites. Así puede observarse en el ejemplo tradicional de los colores del arco iris: rojo, anaranjado, amarillo, verde, azul, añil, violeta. ¿Cuándo acaba el verde y es azul? Se trata de un límite donde puede faltar la coincidencia de subjetividades. Esta delimitación es propia de cada lengua que marca límites de manera convencional, hecho que debe tenerse en cuenta al traducir.

Esta consideración nos lleva a afirmar que la lengua presenta la relatividad de la realidad. Hay diferencia relativa entre joven y viejo, entre frío y caliente; pero, ¿dónde está el límite? La claridad significativa radica en el funcionamiento oposicional. Quizá convenga recordar que con E. Coseriu que la significación es creación de la experiencia humana, lo cual equivale a afirmar que la lengua no es constatación sino delimitación de fronteras dentro de lo experimentado.

Esto obliga a distinguir el llamado enfoque intensional, propio de la lengua,

del enfoque extensional, que parte de la realidad,

La diferencia es clave. La lengua, en su enfoque intensional, se fundamenta en una oposición relativa que crea una estructura, como en

mientras que el enfoque extensional se hace nomenclatura y es propio del lenguaje científico, es decir, la serie ordenada

Lo que describe E. Coseriu es el ideal del lenguaje científico, un ideal raras veces logrado, apunta K. Baldinger, ya que ese lenguaje científico se sirve también del lenguaje común con los consiguientes debates terminológicos. La diferencia entre el léxico estructurado, lingüístico de enfoque intensional, frente al léxico científico, nomenclatura de enfoque extensional, no es tan nítida. De todas maneras, es propio de la lingüística, en pro de su economía léxica y a causa de su vivencial dinamismo creador, la variación en problemas de polisemia, homonimia, metáfora, sinécdoque, metonimia, problemática que el lenguaje científico necesariamente tiende a evitar. Para percatarse de ello, compárese el término sal en este doble enfoque:

 

[Lamiquiz, Vidal: Lengua española. Método y estructuras lingüísticas. Barcelona: Ariel, ²1989, p. 205-211]

„De una forma que es difícilmente explicable, las aportaciones de Saussure y Hjelmslev a la teoría del signo, a pesar de su relativa sencillez, no siempre han sido comprendidas. Por este camino se han multiplicado en tratados de Semántica, como pan bendito o como modernidad insuperable, las visiones triangulares del signo, que no sólo no aportan nada, sino que significan un claro retroceso respecto a la concepción del maestro ginebrino.

Dentro de una visión psicologicista del lenguaje, C. K. Ogden y I. A. Richars construyen su obra The meaning of the meaning, que alcanza gran difusión en una etapa carente de obras sobre el significado. Allí aparece por vez primera la representación del signo (1984: 36):

Ha sido St. Ullmann el autor que tal vez más haya contribuido a la difusión de lo que ha peligrado convertirse en el logotipo del signo. Introduce algunas modificaciones simplificadoras: «Los tres términos que yo sugeriría son: “nombre” (name), “sentido” (sense) y “cosa” (thing)» (Ullmann, 1972: 65)

Si tenemos en cuenta que define el nombre no desde una perspectiva fonológica, sino puramente fisicalista («es la configuración fonética de la palabra, los sonidos que la constituyen y también rasgos acústicos tales como el acento» (Ibid.), su visión no es diferente a la ofrecida por los estoicos y S. Agustín:

Kurt Baldinger, en una obra que se pretende estructuralista, utiliza también el mismo triángulo, aunque con remozamiento terminológico (Baldingen, 1970: 30):

Baldinger introduce una modificación más profunda de lo que a simple vista parece: cambia la naturaleza del significante. De ser entendido como elemento material (sonido en el triángulo de Ullmann) pasa a ser interpretado como «concepto». Llevado a nuestra forma de representación de los elementos que intervienen en el signo, quedaría compuesto por la asociación de (2)-(3)-(4), frente al (1)-(3)-(4) de Ullmann, pues entiende el significante como imagen acústica, no como sonido:

Las concepciones triangulares presentan graves inconvenientes respecto a la visión que Saussure nos ofrecía del signo:

1.    A fuerza de repetir que el signo saussureano era biplano, se considera que las concepciones triangulares son innovadoras y superiores porque incorporan un elemento más. En realidad, olvidan uno de los cuatro componentes de que hablaba el Curso.

2.   No captan que, aunque puedan intervenir de forma indirecta otros materiales, la pura sustancia no es, en ninguno de los dos planos, componente esencial del signo. Así en Ogden-Richards y Ullmann, por ejemplo, en el rincón del significante aparece el nombre concebido en términos puramente fisicalistas y fonéticos.”

[Gutiérrez Ordóñez, Salvador: Introducción a la semántica funcional. Madrid: Síntesis, 1989, pp. 32-34]

Triángulo básico, triángulo semántico

En semántica, Ogden y Richards (1923) diseñaron un triángulo, que llamaron triángulo básico, para caracterizar de forma analítica las relaciones existentes entre el significado, el significante y el referente. El significante simboliza un significado, el significado se refiere a un referente, y el significante representa, de forma convencional, al referente.

Este triángulo ha sido asumido por varios estudiosos del significado, entre ellos Ullmann (1968: 21), que, sin introducir grandes modificaciones en los conceptos, cambió los términos originales a nombre, sentido y cosa. El ‘sentido’ es la información proporcionada por el nombre. Pero, por ser el referente extralingüístico, la relación tripartita se reduce a una relación binaria entre el nombre y el ‘sentido’, la cual es recíproca y reversible. Para el que habla, el ‘sentido’ precede al nombre; por ejemplo, pensará en un lápiz y luego articulará la palabra «Lápiz». En el otro extremo, el del oyente, la secuencia está invertida, ya que primero percibirá el nombre, que le hará pensar en un lápiz. Se llama ‘significado’ a la relación recíproca y reversible entre el nombre y el ‘sentido’. Heger quiso enriquecer estas relaciones con el llamado trapecio de Heger (1968).” [ver: Semiotisches Trapez]

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 575]

«Pese a las diferencias particulares, la concepción bipolar y tripolar del significado pueden constituir acercamientos complementarios al hecho semántico:

  1. La concepción bipolar del significado eliminaba del triángulo de la significación el vértice correspondiente al designado, por considerarlo extralingüístico. Al eliminarlo, sin embargo, se termina entendiendo que el significado [Bedeutung] no es otra cosa que la designación [Bezeichnung] (llámese referencia, o sentido). En realidad, se trataría de una concepción de lo que es significado bastante más laxa que en la concepción tripolar.
  2. Paradójicamente, lo extralingüístico tendría una presencia muy directa en la concepción bipolar, a pesar de haber excluido el tercer componente del triángulo de la significación por este motivo. Por el contrario, el significado en la concepción tripolar, al resultar de la oposición de dos términos, sería un hecho meramente lingüístico.
  3. El significado concebido bipolarmente tiende a analizar la multiplicación de las acepciones dadas por el uso, mientras que la concepción tripolar atiende a la oposición específica de contenido, basada en la oposición léxica.
  4. La semántica bipolar se basa preferentemente en el uso, mientras que la semántica tripolar parte de la oposición de contenido.

El debate, en definitiva, está abierto, y en el panorama de la lingüística actual son las posiciones bipolares las que parecen tener primacía tanta para las descripciones sintácticas como semánticas.»

[García Jurado, Francisco: Introducción a la semántica latina. De la semántica tradicional al cognitivismo. Madrid: Servicio de Publicaciones de la Universidad Complutense. Cuadernos de Filología clásica - Estudios latinos. Serie de monografías. 2003, Anejo I, p. 46]