SEMIOTIK

Semiótica

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Zeichen / Semiologie / Onomasiologisch vs. semasiologisch / Zeichen nach Peirce / Peirce, Charles Sanders

 

„Eine neue linguistische Disziplin, deren Grundlagen zur Zeit erarbeitet werden. Ihre wesentlichen Vertreter in Deutschland sind z.Zt. D. Wunderlich und J. Habermas. Der Terminus geht auf den Zeichentheoretiker Ch. W. Morris zurück: Zeichen können 3 Arten von Relationen ausdrücken:

Die Beziehung

Zeichen + Zeichen

Syntax

Zeichen + Bedeutung

Semantik

Zeichen + Zeichenbenutzer

Pragmatik

Zeichen + Wirklichkeit

Sigmatik

 

Die Aufgabe der Pragmatik ist demnach das Studium der Zeichenverwendung durch den Zeichenbenutzer, d.h. die Untersuchung des Sprachverhaltens. Wichtige Autoritäten für die Pragmatik sind der Semiotiker Ch. S. Peirce, der Kommunikationstheoretiker G. H. Mead und J. Searle durch seine «Theorie der Sprechhandlungen». Dem Zeichenmodell von Morris fügt G. Klaus als 4. Dimension das Verhältnis der Zeichen zu den Gegenständen der Wirklichkeit hinzu.” [Heupel, Carl, S. 185]

„Die Sprache ist gleichwohl Gegenstand der Sprachwissenschaft. Als Gegenstand derselben ist sie jedoch nicht die Sprache in ihren unzähligen Verwendungsweisen. Ihre Verwendungsweisen sind ebenso wenig nach einem bestimmten Gesetz oder Schema aufeinander bezogen, so dass die Theorien einzelner Verwendungsweisen sich zu einer umgreifenden Theorie zusammenfügten.

Diese letztere Auffassung vertritt die Zeichentheorie, die über die Unterscheidung von Syntax, Semantik und Pragmatik die Sprache als dasjenige definiert (begrenzt), das in seinen Teilen eine Beziehung zu sich selbst, zu einem Bezeichneten und zu Zeichenbenutzern aufweist. Mit dem Begriff des Zeichens ist diesen drei Teiltheorien ein sie einigender Begriff vorausgesetzt: Sprache ist geregelter Zeichengebrauch. Man könnte versucht sein, Wittgensteins Philosophie als eine (spezifische) Sprachtheorie in das zeichentheoretische Schema einzuordnen. Gebraucht man jedoch die Termini Semantik und Pragmatik, so ließe sich Wittgensteins Position eher wie folgt umreißen: Wittgenstein verknüpft die Frage nach der Bedeutung (Semantik) mit der Dimension des Gebrauchs (Pragmatik), indem er erstere einer systematischen, wissenschaftlichen Beschreibung entzieht. Die Rede von ‘unzähligen Verwendungsweisen’ hat hierin ihre prägnante Bedeutung.”

[Nowak, Reinhard: Grenzen der Sprachanalyse. Tübingen: Gunter Narr, 1981, S. 189]

„Unter Semiotik versteht man eine allgemeine Theorie der Zeichen. (Anstelle von ‘Semiotik’ wird ab und zu auch der Terminus ‘Semiologie’ verwendet (besonders in der französischsprachigen Literatur).)

Die Beschäftigung mit Zeichen kann nach G. Klaus (1969) unter vier Aspekten erfolgen:

(a)  dem syntaktischen Aspekt (‘Syntaktik oder ‘Syntax’): Die Syntax behandelt die Beziehungen zwischen einem Zeichen (bzw. einer Zeichenreihe) und anderen Zeichen(reihen);

(b)  dem semantischen Aspekt (‘Semantik): Die Semantik behandelt die Beziehungen zwischen Zeichen(reihen) und Bedeutung(en);

(c)  dem pragmatischen Aspekt (‘Pragmatik’): Die Pragmatik behandelt die Beziehungen zwischen Zeichen(reihen) und Zeichenbenutzern (insbesondere den Menschen) und

(d)  dem sigmatischen Aspekt (‘Sigmatik’): Die Sigmatik behandelt die Beziehungen zwischen Zeichen(reihen) und dem, was sie bezeichnen.

Die Forderung, die Semiotik als umfassende wissenschaftliche Disziplin zu etablieren, in deren Rahmen (natürliche) Sprache als (ein) Zeichensystem (unter anderen) zu untersuchen wäre, stellte erstmals F. de Saussure (1916) auf. Zu den ersten, die diesem programmatischen Aufruf folgten, zählten insbesondere C. Peirce und C. W. Morris, auf den die Einteilung der Semiotik in Syntax, Semantik und Pragmatik zurückgeht.“

[Welte, Werner: Moderne Linguistik: Terminologie ..., S. 575]

Semiotik (gr. semeion ‘Zeichen’. - Auch: Sematologie, Semiologie, Zeichentheorie)

Theorie und Lehre von sprachlichen und nichtsprachlichen Zeichen und Zeichenprozessen, in deren Zentrum die Erforschung natürlicher Sprache als umfassendstem Zeichensystem steht.

Außer Sprach- und Kommunikationstheorie aber beschäftigen sich vielfältige geisteswissenschaftliche Disziplinen mit Theorien nichtsprachlicher Zeichen (Ästhetik, Graphik, Kunstwissenschaft, Mythenforschung, Psychoanalyse, Kulturanthropologie, Religionswissenschaft u.a.).

Mit Ch. W. Morris sind folgende Untersuchungsaspekte zu unterscheiden:

(a)  Syntaktischer Aspekt: Relation zwischen verschiedenen Zeichen (Syntax);

(b)  Semantischer Aspekt: Relation zwischen Zeichen und Bedeutung (Semantik);

(c)  Pragmatischer Aspekt: Relation zwischen Zeichen und Zeichenbenutzer sowie

(d)  Sigmatischer Aspekt: Relation zwischen Zeichen und Realität (Sigmatik, vgl. Klaus [1962]).“ [Bußmann, H., S. 679]

Semiotik (bzw. nach Ch. S. Peirce "Semeiotic") ist der wissenschaftliche Name für die Zusammenfassung der Lehre von den Zeichen als solchen, ihrer Unterscheidung und Klassifikation, ihrer Methodologie und ihrem Gebrauch. Dabei ist der naive Zeichenbegriff (und damit die vorwissenschaftliche S.) vom wissenschaftlichen Zeichenbegriff (und damit von der heutigen wissenschaftlichen S. oder allgemeinen Zeichentheorie) zu unterscheiden. Der naive Zeichenbegriff, gelegentlich auch als umgangssprachlicher, also nicht terminologisierter und undefinierter Zeichenbegriff bezeichnet, hat sich im wesentlichen im unmittelbaren, situationsgebundenen Gebrauch entwickelt und ist weniger als theoretisches denn als technisches Gebilde zu verstehen. Der theoretische Zeichenbegriff hingegen hat sich im Rahmen der spekulativen und theoretischen Intelligenz des menschlichen Bewusstseins überhaupt und gewisser seiner spezifischen Wissenschaften wie etwa der Metaphysik, Mathematik, Logik, Erkenntnistheorie, Rhetorik, Poetik, Ästhetik u. dgl. gemäß den Erfordernissen der "Mitteilbarkeit", "Beweisbarkeit" sowie "Fundierbarkeit" der Beschreibungen, Aussagen, Lehrsätze usw. herausgebildet. Im allgemeinen gesehen ist die Geschichte des theoretischen Zeichenbegriffs von Aristoteles und Euklid über Leibniz, Amauld und Lambert bis zu Bolzano und Peirce sehr viel genauer bekannt als die Geschichte des naiven, umgangssprachlich eingebetteten Zeichenbegriffs, dessen einzelne Phasen noch kaum unterschiedlich beschrieben, geschweige genauer er forscht worden sind. Gelegentlich stellt man im Rahmen des naiven Zeichenbegriffs "natürliche" und "künstliche" Zeichen gegenüber. Aber schon die Schwerfälligkeit der Definitionsversuche, die zumindest seit der "Logik von Port Royal" (1662) aufgetaucht sind, macht deutlich, dass es keine natürlichen Zeichen (als vorgegebene) gibt, sondern nur natürliche Phänomene, die, wie jedes Zeichen, von einem natürlichen Zeichenbenutzer zum Zeichen erklärt wurden. Was nun das "Zeichen als solches", also das zentrale tragende (Forschungs‑)Objekt der S., angeht, so ist es stets als ein thetisches Gebilde aufzufassen. Jede Einführung eines Zeichens ist eine Zeichengebung, und eine Zeichengebung ist immer eine Zeichensetzung. Sie entstammt der setzenden Intention des denkenden Bewusstseins. Aber gleichwohl darf man in der Zeichengebung keinen elementaren, einfachen, homogenen Akt sehen. Der thetische Prozess ist vielmehr ein zusammengesetzter, mehrphasiger Vorgang. Die Einführung des Zeichens erfolgt selektiv, thetisch und zuordnend; und dieser dreiphasigen Einführung entspricht es, daß ein Zeichen erstens als "Mittel" aus einem gewissen relevanten und disponiblen Repertoire selektiert werden muss, zweitens auf ein gewisses intendiertes Objekt bezogen, ihm also zugeordnet werden muß, und drittens als dieses Objekt in einem Zusammenhang, in einem Kontext, der selbstverständlich wiederum aus dem vorgegebenen Repertoire zu bilden ist, erklärt werden kann.

So erweist sich bereits von seiner thetischen Einführung her das Zeichen als ein triadisches Gebilde. Peirce hat als erster die triadische Natur der Zeichen erkannt und sprach dementsprechend von der triadischen Zeichenrelation, die dadurch bestimmt ist, dass jedes Zeichen, sofern es der Repräsentation dient, ein repräsentierendes Mittel, ein repräsentiertes Objekt und eine erklärende, kontextliche Repräsentation des repräsentierten Objektes, "Interpretant" genannt, unterscheidbar enthalten muss. In dieser triadischen Zeichenrelation erweist sich die Folge "Mittel ... .. Objektbezug" und "Interpretant" als eine geordnete Relation; diese Ordnung gehört wesentlich zum Zeichen, und sie hebt hervor, dass zwar ein Zeichen kein Gegenstand, sondern eben eine Relation ist, aber genau aus diesem Grund, wie Peirce bemerkte, jeder beliebige Gegenstand zum Zeichen erklärt werden kann. Versteht man unter ZR die triadische Zeichenrelation, unter Z(M) das Zeichen

als "Mittel", unter Z(O) das Zeichen als "Objektbezug‑ (d.h. als "bezeichnetes" Objekt) und unter Z(I) das Zeichen als (zeicheninterner) "Interpretant" (d.h. als Kontext der "Bedeutung"), dann lautet die formale Definition des Zeichens als triadisches Repräsentationssehema: ZR = R [Z(M), Z(O), Z(I)].

Peirce hatte nun weiterhin bereits erkannt, daß jedes Korrelat dieser Zeichenrelation, also Z(M), Z(O) und Z(I), wenn es der Forderung triadischer Repräsentierbarkeit eines beliebigen Sachverhaltes differenzierend, graduierend und vollständig entsprechen soll, selbst wieder einer triadischen inneren Relationalität genügen müsse, derart daß es durch eine Trichotomie von (gewissermaßen stellenwertigen) Übergangs- oder Subzeichen konstituierbar ist. Die Einführung der Trichotomie für "M" geht davon aus, daß ein "Mittel" primär aus dem Bereich der sinnlichen Wahrnehmung stamme, also als bloße Qualität ("Quali‑Zeichen") selektiert wird, sekundär jedoch als bestimmte, raumzeitliche bzw. gestaltlich fixierte, singuläre Qualität ("Sin‑Zeichen") benutzbar ist und drittens zu einem konventionellen, gewissermaßen legalisierten Mittel der Repräsentation ("Legi‑Zeichen") entwickelt werden kann (z.B. zu einem "Wort", einer "Form" u. dgl.). Die Trichotomie des "Objektbezugs" ("0") unterscheidet zwischen dem objektbezogenen Subzeichen "Icon" (das mindestens in einem Merkmal mit seinem "Objekt" übereinstimmt, also ein "Abbild" bzw. "Bild" dieses "Objekts" im Sinne einer selektiven Abstraktion liefert), dem objektbezogenen "Index" (der stets einen kausalen, phänomenalen oder formalen Zusammenhang mit seinem bezeichneten Objekt besitzt, wie z. B. die Himmelsrichtung "Nord" den durch die Magnetnadel angezeigten physikalischen Zusammenhang mit dem Nordpol aufweist) und schließlich dem objektbezogenen "Symbol", das seiner Einführung nach völlig unabhängig vom bezeichneten Objekt als purer Name fungiert. Was schließlich die Trichotomie von "I", also des kontextlichen "Interpretanten", angeht, so unterschied Peirce hier zwischen "Rhema", "Dicent" und "Argument", die wir heute als "offenen", "geschlossenen" und "vollständigen" bzw. als "weder wahr noch falschen", "wahren oder falschen" und "nur wahren" Kontext bzw. "Interpretanten" definieren. Damit ergibt sich als Vollständige Zeichenrelation: VZR=R [M (Qua, Sin, Leg), 0 (Ic, In, Sy), I (Rhe, Dic, Arg)]. Aus diesem vollständigen Zeichen werden nun nach Peirce, unter Voraussetzung, dass auch die Subzeichenfolgen stets eine triadisch geordnete Folge in Richtung degenerierender (fallender) oder generierender (steigender) Semiotizität bilden, zehn so genannte Zeichenklassen, triadische Kombinationen selektierter Subzeichen, konstituiert. Jede dieser Zeichenklassen definiert jeweils ein vollständig triadisch realisiertes Zeichen als funktionsfähiges Repräsentationsschema.

Ich gebe im folgenden nur die drei Hauptzeichenklassen rhematischer, dicentischer und argumentischer Ordnung an:

1. das rhematisch‑iconische QualiZeichen;

2. das dicentisch‑indexikalische SinZeichen;

3. das argumentisch‑symbolische Legi‑Zeichen.

Im ganzen setzen sich die zehn Zeichenklassen aus sechs rhematischen, drei dicentischen und nur dem vorstehend genannten einen vollständigen argumentischen Zeichen zusammen. Während die drei Hauptzeichenklassen drei vollständige Zeichen der drei Hauptrealitätsthematiken des "Mittels", des "bezeichneten Objekts" und des "bedeutenden Interpretanten" realisieren, also vollständige Realitätsthematiken, wie wir sagen, repräsentieren, lassen sich dementsprechend aus den sieben Nebenzeichenklassen nur Zwischenstufen der Realitätsthematiken, also Zwischenrealitätsthematiken, entwickeln.

Das semiotische Transformationsverfahren, aus der Zeichenklasse die zugehörige Realitätsthematik zu gewinnen, heißt semiotische Dualisation; allerdings setzt dieses Verfahren die numerisch‑kategoriale Notation der Zeichen bzw. der Zeichenklassen bzw. der Vollständigen Zeichenrelation voraus, die im folgenden kurz erörtert wird.

Peirce hat im Zusammenhang mit seiner triadisch‑relationalen Zeichenvorstellung ein Kategoriensystem entwickelt, das, sofern er diese Kategorien als "Erstheit ... .. Zweitheit" und "Drittheit" einführte, sowohl dem fundierenden wie auch dem repräsentierenden und graduierenden Aspekt seiner Zeichenrelation entspricht. Peirce sprach von Fundamentalkategorien. Der triadischen Relation der Zeichen ist fundierend die triadische Relation der Kategorien zugeordnet. Man kommt leicht darauf, dass der Relation [Z(M), Z(O), Z(I)] die Relation ("Erstheit", "Zweitheit", "Drittheit") koordiniert werden kann und daß dabei "Erstheit" durch "Zweitheit" durch ".2." und "Drittheit" durch ".3." notierbar ist. Die Subzeichen der Trichotomie der "Erstheit" bzw. von "M" können dann durch "Erstheit der Erstheit" ("1.1"), "Zweitheit der Erstheit" ("1.2") und "Drittheit der Erstheit" ("1.3") repräsentiert werden, wodurch also "Quali‑Zeichen", "Sin‑Zeichen" und "Legi‑Zeichen" numerisch und kategorial notiert sind. Entsprechend sind die Trichotomie (Icon, Index, Symbol) des "Objektbezugs" und die Trichotomie (Rhema, Dicent, Argument) des "Interpretanten" durch (2.1, 2.2, 2.3) und (3.1, 3.2, 3.3) darstellbar. Das vollständige Zeichen ergibt sich als VZR = [. 1. (l. 1, 1.2, 1.3), .2.(2.1, 2.2, 2.3), .3.(3.1, 3.2, 3.3)].

Die vollständigen Zeichen der Hauptzeichenklassen sind dementsprechend folgendermaßen zu fixieren: 1. die rhematische Klasse: 3.1 2.1 1. 1; 2. die dicentische Klasse: 3.2 2.2 1.2; 3. die argumentische Klasse: 3.3 2.3 1.3. Dualisation nennen wir nun den Prozeß der Vertauschung des Vorderglieds der Subzeichen mit ihrem Hinterglied, verbunden mit der Umkehrung der Reihenfolge der Subzeichen. Die dualisierte Form der Zeichenklasse (bzw. der Zeichenthematik) heißt semiotische Realitätsklasse (bzw. Realitätsthematik).

Man erkennt leicht, dass die Zeichenthematiken der Hauptzeichenklassen durch Dualisation (x) zu den Hauptrealitätsthematiken der Korrelate der triadischen Zeichenrelation führen:

Hauptzeichenklassen x Realitätsthematiken

3.1 2.1 1.1

x 1.1 1.2 1.3

................

...............

3.2 2.2 1.2

x 2.1 2.2 2.3

................

...............

3.3 2.3 1.3

x 3.1 3.2 3.3

 

Die S. liefert also mit der numerisch‑kategorialen Schreibweise eine Möglichkeit, zwischen der semiotischen Zeichenthematik als solcher und der dazugehörigen oder involvierten Realitätsthematik der Zeichenbezüge zu unterscheiden und dabei die reinen, vollständigen Realitätsthematiken der "Erstheit" (M), der "Zweitheit" (0) und der "Drittheit" (1) von den gemischten, unvollständigen oder Zwischenrealitätsthematiken thematisch, insbesondere erkenntnistheoretisch, zu trennen. Das wird in der Theorie der semiotischen Inklusionsstufen im Zusammenhang mit der Ausdifferenzierung der semiotischen Objekt‑ und Interpretantenbegriffe geleistet, was hier aber nicht behandelt werden kann. Doch muss noch angeführt werden, dass das "Zeichen" bzw. die triadische Zeichenrelation, die Zeichenklasse etc. keineswegs nur als Repräsentationsschema, sondern auch als Kommunikationsschema aufgefasst werden muss bzw. fungiert. Während im semiotischen Repräsentationssehema die triadische Relation primär die Funktion der Substitution ausübt, übernimmt sie im semiotischen Kommunikationsschema in erster Linie die Funktion der Transmission, also der Vermittlung. Dementsprechend ist für das Repräsentationsschema der "Objektbezug", aber für das Kommunikationsschema der "Mittelbezug", das Medium der Vermittlung, das "Repertoire" das entscheidende Bestimmungsstück. Auch spielt sich der eigentliche semiotische Prozeß der Repräsentation zeichenintern ab, während er in der Kommunikation wesentlich die zeichenexterne (reale) Beziehung zwischen einem expedientellen, selektierbaren (erkenntnistheoretischen) Weltobjekt und einem perzipientellen, selektierenden (erkenntnistheoretischen) Bewusstsein zu berücksichtigen hat. Doch kann auch dieser Aspekt des semiotischen Theoriensystems hier nur genannt, nicht ausgeführt werden.“

[Braun, E./Radermacher, H.: Wissenschaftstheoretisches Lexikon. Graz/Wien/Köln: Styria, 1978, S. 532f.]

“Die Unterscheidung von Signifikant und Signifikat von Saussure aufnehmend, dreht Lacan das Verhältnis zwischen beiden um: das Saussurusche s/S (Signifikat über dem Signifikant) wird bei ihm zu S/s (Signifikant über den Signifikat), um die Vorrangstellung des Signifikanten S gegenüber dem Signifikat zu verdeutlichen. Weiterhin sind beide getrennt durch eine Schranke, welche auf die Freudsche “Zensur” (Verdrängung aus dem Bewusstsein) hindeutet. Warum die Betonung des Signifikanten? Zum einen will Lacan damit ausdrücken, dass die Funktion des Signifikanten nicht darin bestehen kann, das Signifikat zu repräsentieren. Saussure, der das Zeichen (Signifikat/Signifikant) als konkretes Element der Sprache begriff und letztere als geschlossenes System von Gegensätzen, sah im Signifikat letztendlich das Element, welches das System schließt. Lacan aber geht es um mehr. Er will zeigen, dass gerade das relativ Bedeutungslose das eigentlich Effektive sein kann: das was zählt und nicht erzählt; das, was das Subjekt sprechend macht und nicht das, was es sprachlich intendiert; das, von dem es erhascht wird und nicht das, was es zu erhaschen sucht. Nicht darin liegt der Effekt des Signifikanten, dass er Inhaltsschwere besitzt oder an sich Bedeutung hat, sondern einzig und allein durch seine Verweisung auf etwas anderes, das seinerseits ein Signifikant ist. Es ist also der Signifikant, der das Spiel der Differenzen bestimmt. Die Gesamtheit der Signifikate enthält erst dann Kohärenz, wenn sie sich an das Netz der Signifikanten anhängt, »die sich zusammensetzen nach den Gesetzen einer geschlossenen Ordnung [...]; Ringe, die in einer Kette sich in den Ring einer anderen Kette einfügen, die wieder aus Ringen besteht«.  Dies kann aber nur bedeuten, dass die Sprache weder als Repräsentation noch als Instrument, mit der eindeutige Sinnartikulierung möglich ist, gedacht wird. Sie ist vielmehr eine »differentielle Artikulation«, in der der Sinn – das Signifikat – immer ein nachträgliches Produkt darstellt, das aus der Bewegung und Wirksamkeit des Signifikanten hervorgeht.

Wir sehen schon jetzt deutlich, worum es Lacan geht: um die Wirkungen des Signifikanten bzw. der Signifikantenkette. Dies geschieht nicht ohne Grund, handelt es sich doch hier um eine aus der psychoanalytischen Erfahrung gewonnene Dimension. Wenn dort das neurotische »Symptom zugleich Symbol eines abgestorbenen Konflikts ist und darüber hinaus eine Funktion in einem gegenwärtigen, nicht minder symbolischen Konflikt besitzt«, wenn der Text der Assoziationen der »wachsenden Verästelung einer Linie von Symbolen« folgt, »um an den Punkten, an denen die sprachlichen Formen sich überschneiden, die Knoten ihrer Struktur zu ermitteln –, dann ist bereits vollkommen einleuchtend, dass das Symptom ... selbst wie eine Sprache strukturiert ist«.

[Pagel, Gerda: Lacan zur Einführung. Hamburg: Ed. SOAK im Junius Verl., 1989, S. 45-46]

[Vgl.: Paradigmatisch vs. Syntagmatisch / Metapher – Metonymie]

„Der Analytiker ist radikaler als der Linguist. Für den Linguisten ist die Beziehung Signifikant/Signifikat willkürlich, für den Analytike besteht sie überhaupt nicht“.

[Sciacchitano, Antonello: „’Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen’“. In: RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse, 47./2000-1, S. 113]

Semiótica y semiología

Para muchos, ‘semiótica’ y semiología son equivalentes, aunque algunos reservan el término de ‘semiótica’ para el estudio de los signos no lingüísticos (proxémica, paralingüística y kinésica), y sobre todo de los signos no sistemáticos, esto es, de los signos nacidos del análisis estético (por ejemplo, los carteles), del psicoanálisis, de la antropología, de la teoría de la comunicación, etc. En este sentido, la ‘semiología’ trataría los signos en los que hay una intención comunicativa consciente o inconsciente. Como parece evidente, las fronteras entre ambas están muy borrosas.”

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 515]

Semiótica (gr. semeiotike tékhne ‘ciencia de los signos’; la variante semeiotica indica más bien la disciplina médica).

Término tomado primero por Ch. Peirce y luego por Ch. Morris para indicar una ciencia de los signos; hasta principios de los setenta podía ser considerado un sinónimo de semiología, preferido por los americanos, los alemanes y los soviéticos (semiotics, Semiotik, semiotika) respecto al uso francés.

Actualmente, sin embargo, los dos términos ha dejado de ser sinónimos para todos y pueden cubrir campos o, al menos, tendencias de análisis diversos; en este caso, semiología es la teoría general de la comunicación considerada como elaboración de mensajes sobre la base de códigos convencionales como los sistemas de signos, mientras que las ss. son los sistemas de signos singulares, tanto si han sido ya caracterizados como tal y, por tanto, formalizados, como si tienen que ser aún determinados y, por tanto, formalizables.

Greimas considera la semiología como el estudio más claramente inspirado en modelos lingüísticos, y denomina su teorías.“ [Cardona, G. R., p. 253-254]

„La semiótica llega a ser una disciplina independiente con la obra del filósofo norteamericano Charles Sanders Peirce (1839-1914) [ver: Zeichen nach Peirce].

Casi al mismo tiempo, pero de manera totalmente independiente, la semiología es anunciada por Ferdinand de Saussure, cuya actitud es la de lingüista, no de filósofo, y que necesita la semiología para inscribir en ella la lingüística:

La lengua es un sistema de signos que expresan ideas y, por lo tanto, comparable a la escritura, el alfabeto de los sordomudos, los ritos simbólicos, las formas de cortesía, las señales militares, etc. Es posible concebir así una ciencia que estudie la vida de los signos en el seno de la vida social; tal ciencia formaría parte de la psicología social y, por consiguiente, de la psicología general. La llamaremos semiología (del griego semeion, „signo“). Esta ciencia nos enseñaría en qué consisten los signos, qué leyes los rigen. Puesto que todavía no existe, no podemos decir cómo será; pero tiene derecho de existencia y su lugar está determinado de antemano.

El aporte directo de Saussure a la semiología no lingüística se limita casi a estas frases, que sin embargo han representado un papel muy importante. Al mismo tiempo, sus definiciones del signo, del significante, del significado, aunque formuladas respecto del lenguaje verbal, han llamado la atención de todos los semiólogos.“ 

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, p. 106]

“Una tercera fuente de la semiótica moderna es la obra del filósofo alemán Ernst Cassirer. En su monumental Filosofía de las formas simbólicas formula claramente estos principios:

1.     La función más que intrumental del lenguaje, que no sirve para denominar una realidad preexistente, sino para articularla, para conceptualizarla. Esta función de lo simbólico – entendido aquí en el sentido amplio de todo lo que tiene sentido – distingue al hombre de los animales, que sólo poseen sistemas de recepción y de acción (de primeridad y de secundidad, habría dicho Peirce), y le vale el nombre de animal symbolicum.

2.     El lenguaje verbal no es el único que disfruta de este privilegio; lo comparte con una serie de otros sistemas que constituyen la espera de lo »humano« y que son: el mito, la religión, el arte, la ciencia, la historia. Cada una de esas »formas simbólicas« informa al mundo, sin reducirse a imitarlo.

El mérito de Cassirer consiste en haberse interrogado sobre las leyes específicas que rigen los sistemas simbólicos y sobre su diferencia con las reglas de la lógica: los sentidos múltiples reemplazan aquí los conceptos generales; las figuras representativas, las clases; la insistencia en las ideas (por repetición, variación, etc.), la prueba ... Obsérvese que la propuesta de Cassirer es un proyecto filosófico, más que una contribución científica.

Cuanta parte de la semiótica moderna: la lógica. Peirce había sido lógico, pero sus ideas en ese ámbito no habían gozado de mucha influencia en la época. Es preciso seguir otra filiación que parte de Frege (cuya distinción entre Sinn y Bedeutung es capital para la semiótica) y pasa por Russel y Carnap: este último construye un lenguaje ideal que pronto tendrá función de modelo para la semiótica. Es el lógico y filósofo norteamericano Charles Morris quien lo aprovecha en la década del treinta de este siglo.

Morris formula claramente una serie de distinciones, por ejemplo, entre designatum y denotatum:

El designatum no es una cosa, sino una especie de objetos o una clase de objetos; ahora bien, una clase puede tener muchos elementos, o un solo elemento, o ningún elemento.

Los denotata son los elementos de una clase.

Morris distingue igualmente entre las dimensiones semántica, sintáctica y pragmática de un signo: es semántica la relación entre los signos y los designata o denotata; sintáctica, la relación de los signos entre sí; pragmática, la relación entre los signos y sus usuarios. (Las demás sugerencias de Morris no gozaron de la misma popularidad.)

Debe señalarse otro esfuerzo por construir la semiótica en el libro de Eric Buyssens Los lenguajes y el discurso (1943), que se inspira en las categorías saussurianas. El autor se apoya por un lado en el lenguaje verbal y por el otro en diversos sistemas semiólogos no verbales (señales camineras, etc.) para establecer cierto número de nociones y distinciones (sema y acto sémico, semías intrínsecas y extrínsecas, semías directas y sustitutivas) que no exponemos aquí porque ningún otro autor las ha retomado. La inspiración de Buyssens es resueltamente funcionalista: un sistema está organizado por su propia sintaxis.

Por la misma época, las obras de todos los representantes principales de lo que se llama la »lingüística estructural« (Sapir, Trubetzkoy, Jakobson, Hjelmslev, Benveniste) toman en cuenta la perspectiva semiológica y procuran precisar cuál es el lugar del lenguaje en el seno de los demás sistemas de signos.

Las artes y la literatura atraen particularmente la atención de los primeros semiólogos. Intentan definir la especificidad del signo estético: es un signo autónomo, que adquiere importancia en sí mismo y no como mediador de significación. Pero junto a esta función estética, común a todas las artes, existe otra, que poseen las artes »con tema« (literatura, pintura, escultura) y que es la del lenguaje verbal: es la función comunicativa.

Toda obra de arte es un signo autónomo. Las obras de arte ‚con tema’ tienen una segunda función semiológica, que es la comunicativa.

Charles Morris define el signo artístico a partir de una oposición basada en el icono:

Existen dos clases principales de signos: los que son cmo aquello que denotan (es decir, los que poseen propiedades comunes con lo denotado) y los que no son como aquello que denotan. Pueden llamárseles signos icónicos y signos no icónicos.

Los signos estéticos son, habitualmente, signos icónicos. Una filósofa norteamericana, Suzanne Langer, sigue un camino paralelo, inspirándose en Cassirer. Al insistir sobre la diferencia entre sistema lingüístico y sistema de las artes (aunque ambas sean »formas simbólicas«), S. Langer la ve simultáneamente en sus propiedades formales (»La música no es un lenguaje porque no tiene vocabulario«) y en la naturaleza del significado: »La música es una forma de significación ... que, gracias a su estructura dramática, puede expresar formas de la experiencia vital para las cuales la lengua es particularmente inapropiada. Su índole (import) está constituida por los sentimiento, la vida, el movimiento, la emoción ...«. [S. Langer distingue entre símbolos presentativos y símbolos discursivos].

En Francia, por impulso de Claude Lévi-Strauss, R. Barthes y A. J. Greimas, la semiología se orientó sobre todo al estudio de las formas sociales que funcionan »a la manera de un lenguaje« (sistema de parentesco, mitos, moda, etc.) y hacia el estudio del lenguaje literario.

Por otra parte se desarrolló cierta crítica de las nociones más fundamentales de la semiótica, crítica del signo y de los presupuestos implicados por esta noción.“

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, pp. 104-109]

Crítica a las ideas fundamentales de la semiótica

„O bien se parte desde los signos no lingüísticos para encontrar entre ellos el lugar del lenguaje (es el camino que toma Peirce), pero esos signos no se prestan a una determinación precisa o se revelan de importancia menor; o bien se parte desde el lenguaje para estudiar los demás sistemas de signos (es el camino que toma Saussure), pero con el riesgo de imponer a fenómenos diferentes el modelo lingüístico, reduciendo así la actividad semiótica a un acto de denominación (o de redenominación). Dar el nombre de »significante« o »significado« o »sintagma« a hechos sociales bien conocidos no significa ningún progreso para el conocimiento.

Podemos preguntarnos cuáles son los motivos para esta dificultad. Parecen esencialmente ligados al lugar particular que ocupa la lengua en el seno de la semiótica y en la índole del signo.

1)       Puede hablarse, con Benveniste, de un »principio de no-redundancia« entre sistemas semióticos: »Dos sistemas semióticos de tipo diferente no pueden ser mutuamente convertibles ... El hombre no dispone de varios sistemas distintos para la misma relación de significación.«

2)       Por otra parte, sólo el lenguaje verbal posee la característica de secundaridad. Como ya lo había observado Cassirer, el lenguaje es el único sistema semiótico con ayuda del cual puede hablarse de otros sistemas y de él mismo. »Toda semiología de un sistema no lingüístico debe acudir al trujamán de la lengua y por lo tanto sólo puede existir en y por la semiología de la lengua«, dice Benveniste.

Por todo esto, resulta imposible la existencia de la semiótica tal como se la ha concebido hasta hoy. El problema no surge de la ausencia de un sentido no lingüístico ­– que sin duda existe – sino del hecho de que sólo sea posible hablar de él en término lingüísticos, incapaces de aprehender lo que existe de específico en el sentido no lingüístico. Las trabas con que tropieza la semiótica no existen en el nivel de su objeto (que existe sin lugar a dudas), sino en el nivel de su discurso, que vicia con lo verbal los resultados de sus indagaciones.

Por eso se ha producido un imperceptible desplazamiento en los estudios semióticos recientes: éstos ya no postulan (ilusoriamente) la relación de significación, sino la relación de simbolización, es decir, esa relación segunda que une entidades homogéneas de manera no ya necesaria (e indecible fuera de sí misma), como lo hace el signo, sino motivada – y por lo mismo, reveladora de los mecanismos que trabajan en una sociedad. El dominio de los simbólico, habitualmente reservado para la etnología, la historia de las religiones, la psicología o el psicoanálisis, sería de este modo el objeto de la semiótica.

En cuanto a la utilidad de la lingüística en este ámbito, parece problemática: las dos disciplinas tienen objetos diferentes y aunque coincidan al trabajar sobre una misma materia (por ejemplo, la lengua), su enfoque es diferente. La lengua es rica en procedimientos simbólicos, pero éstos no provienen del mecanismo propiamente lingüístico.

Menos legítimo aún parece el intento de asimilar códigos no simbólicos, por ejemplo, la música, al objeto de la semiótica: la relación de simbolización (y, por un tercer lado, la relación de significación) es harto específica y permite exigir un campo de estudio propio.“

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, p. 110-111]

La primacía del significante en Jacques Derrida

„En nuestros días se ha producido un cambio que modifica la historia del concepto de signo. Todas las definiciones »clásicas« del signo (y más que ninguna la de Saussure) se basaban sobre un equilibrio (si no sobre una simetría) entre sus dos aspectos; ahora bien, al cabo de una serie de reflexiones, el signo se inclina hacia el lado del significante, cuya primaría se subraya.

La discusión se desarrolla en dos planos. Ante todo, en el interior mismo del signo. Según el razonamiento de Derrida, mantener la distinción esencial entre significado y significante, contenido y expresión, equivale a mantener la distinción entre lo inteligible y lo sensible, y su trasfondo: la oposición conciencia-exterior que, históricamente, está unida al privilegio acordado al hablar (a la voz) sobre la escritura y que da las pautas del discurso idealista-logocéntrico de la metafísica. En contra de todas las fórmulas que señalan los rumbos de la semiótica y que exigen que significante y significado sean »las dos caras de una sola y única producción«, esas distinciones suponen que, al menos por derecho, el significado es (como puro inteligible) pensable en sí mismo, independiente de lo que expresa, inmediato y transcendental (es decir que, según el esquema tradicional del concepto, »no remitiría en sí mismo, en su esencia, a ningún significante« y »superaría la cadena de los signos«). Y también porque una distinción del tipo interior-exterior como fundamento del signo aparece superada, desde el momento en que la semiótica formula como su ley fundamental que »todo proceso de significación es un juego formal de diferencias«: pues para que se instituya tal juego es absolutamente necesario que »una producción sistemática de diferencias, la producción de un sistema de diferencias«, una diferencia, una huella – que constituye cada elemento de la inscripción durable de su relación con los demás –, preceda (más acá de toda inmediatez) tanto al significado como al significante. En otros términos: »el significado ya está siempre en posición de significante«.

Para resumir esta discusión: la »simetría« se inclinaba subrepticiamente del lado del significado, relegando la semiótica a una posición de técnica auxiliar, esclava de un pre-saber metafísico. La semiótica, no bien se le devuelve su puesto, pone en posición de generador al significante.

Es preciso tener en cuenta que en el nivel del signo, la distinción significado-significante sigue siendo indispensable: y J. Derrida subraya que si »primacía del significante« quisiera decir que no hay lugar para una diferencia entre el significado y el significante, la palabra misma significante perdería todo significado. Lo que Derrida indica, en cambio, es que algo funciona como significante hasta en el significado mismo: tal es el papel cumplido por la huellatrace«], »marca«. En suma, el signo, en su perfecta simetría, es un »artificio estructural« que es sumamente difícil evitar y que importa mucho desconstruir. La misión que debe asumir la gramatología es lograr que esta des-construcción acarree la de la metafísica y la verdad, en el sentido en que la concibe y aferra a ella la tradición científica.“

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, p. 392-393] 

La primacía del significante – Jacques Lacan:

„Ya no es en el nivel del signo, sino de la cadena significante donde se instituye la discusión conducida por J. Lacan en nombre de la experiencia psicoanalítica: el descubrimiento del inconsciente es el descubrimiento de un sujeto cuyo lugar, excéntrico para la conciencia, no puede determinarse sino mediante ciertas reiteraciones del significante y el conocimiento de las leyes de desplazamiento del significante.

Para toda definición del signo debe retenerse tres puntos:

1.   J. Lacan propone tomar literalmente la barra del algoritmo

Es decir, entenderla como una »barra resistente a la significación« y que no indica un paso, sino el funcionamiento propio (el juego formal) del significante; funcionamiento reductible a leyes combinatorias (como la composición de elementos diferenciales según las reglas de un orden cerrado) e irreductible a leyes »de contenido« o sentido.

A la inversa, son estas leyes, en sí mismas desprovistas de sentido, las que rigen el orden del sentido: en sus fraccionamientos y combinaciones, el significante determina la génesis del significado. O bien: »la noción del significante se opone a la de significado«, y: »el significante tiene función activa en la determinación de los efectos donde el significable aparece como sufriendo su marca y convirtiéndose por esta pasión en el significado«.

2.   De esto se deduce algo más que una simple oscilación en el interior del signo, puesto que, cuando se trata de significación, la unidad pertinente ya no es el signo mismo (por ejemplo, la palabra del diccionario), sino la cadena significante, que engendra un »efecto de sentido« en el momento en que vuelve sobre sí misma y su final permite interpretar retroactivamente su comienzo: »el significado se desliza bajo el significante« sin que se pueda establecer de manera válida, y en cada instante, una correspondencia, ya que la significación aparece entonces en momentos de puntuación. En este sentido, debe tenerse presente la observación de J. Lacan: si el significante forma el material (sincrónico) del lenguaje, cuyo conjunto debe pensarse como un lugar, el significado se piensa (diacrónicamente) como el conjunto de los discursos pronunciados (escritos) y se instituye cada vez como un momento. Lo cual no significa que la »cadena« debe tomarse en el sentido limitativo de la linealidad, propia del hablar.

3.   Desde el momento en que la discusión acerca de la significación se desplaza desde el signo hacia la cadena, la definición del significante (que es, sin duda, lo más importante) se articulará necesariamente en un sistema presidido por tres términos vinculados entre sí: sujeto, objeto y vacilación.

La vacilación, por el hecho de que el significante sólo cumple su función (engendrar la significación) al eclipsarse para dejar lugar a otro, con el cual formará cadena. Llegar a la significación es llegar a la condición de un »rasgo« (diferencial y combinable) oscilante o batiente que será impulsado hacia atrás por otro rasgo que se suma a él. Tal es la ley de un »funcionamiento alternante en su principio, el cual exige (de su significante) que abandone su lugar, sin perjuicio de que retorne a él circularmente«. De allí que el significante no se designe mediante una sigla, sino mediante dos siglas, por lo menos: S2, la cadena de significantes desarrollada hasta un momento dado, y S1, el significante agregado que la proyecta hacia adelante.

El sujeto, puesto que la autonomía y la primacía del significante se demuestra destacando, en su registro, un discurso inconsciente cuyo sujeto está en posición de enunciación (descentrado con relación a aquel que, sub specie del yo consciente, pretendía hablar en el enunciado). Sujeto que no está en ninguna parte antes del significante, ni fuera de él, que recibe el lugar de éste, pero que no puede tener lugar en ninguna parte sino como una función de ausencia cuyo lugar ocupa un significante: es decir, en cada »momento«, el significante agregado que sostiene la enunciación en su avanzar. De allí la fórmula característica: »El registro del significante se instituye por el hecho de que un significante representa un sujeto para otro significante.« Para este sujeto »suelto« con relación al enunciado y representado-ausente en el significante, convendrá la sigla $, que lo muestra dividido.

El objeto, entendido como aquello hacia lo cual avanza lo escrito o el discurso: aquello sin lo cual no habría cadena en movimiento. Objeto que también está descentrado con relación a aquello que el enunciado designa (llamémoslo objeto de demanda o de necesidad) y objeto que también es siempre ausente: siempre perdido, puesto que el sujeto nunca termina con el trabajo de la significación [Semiose] (con el deseo [Begehren]. La insuperable alteridad del objeto se representará mediante la sigla a [klein Objekt a].

Con S1, S2, $ y a tenemos el mínimo estrictamente necesario para describir una estructura del significante. Estructura acerca de la cual sólo puede indicarse aquí la reforma que exige en una tradición del saber gobernada por otra estructura: la del signo.

Al revelar la primacía del significante, al mismo tiempo que se libera el lenguaje del modelo del signo, se libera del modelo (siempre subyacente en la obra de los semiólogos, al menos desde los estoicos) de la comunicación. Esto es lo que surge del choque de las dos fórmulas: »el signo es lo que representa algo para alguien«, »el significante es lo que representa un sujeto para otro significante«. Frente a una ciencia que, al menos desde Descartes, se había constituido como »suturando« el lugar del sujeto y como afirmando la exterioridad del objeto, aparecerá la necesidad, en cuanto se refiere  la significación, de reintroducir la doble ausencia del sujeto y del objeto. Para terminar, advertiremos sencillamente que ese $, dividido por la intervención del significante, sólo puede detectarse en el interior de la estructura hasta aquí esbozada, donde, por otra parte, su división aparece como dejando un resto que es precisamente el pequeño objeto a.“

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, pp. 392-396]  

La semiótica contra el signo

„La discusión en torno al concepto de signo y su pertenencia a la tradición idealista-logocéntrica, así como a una filosofía pre-crítica de la comunicación, no podía sino ejercer gran influjo, por definición, sobre la semiótica. Fue Julia Kristeva quien inició esta reorganización de la disciplina a partir de la crítica de la matriz del signo: adoptando como eje de su propuesta el concepto de texto como productividad [ver: Text].

El aporte del concepto de texto consiste en abrir la semiótica, ciencia de la significación, a la significancia [signifiance] como trabajo específico en y de la lengua, antes que toda enunciación estructurada, en un nivel de alteridad con relación a toda lengua de uso; y también consiste en suministrar al mismo tiempo, con el concepto de práctica significante, un instrumento generalizable a todas las modalidades de sentido. Con la práctica textual y en su campo, ya estamos, pues, en una semiótica diferente, para la cual J. Kristeva propone el término de semanálisis.

Al partir del texto (como »juntura«) y más allá de la lengua »comunicativa« (que pertenece a la superficie), explorar (en volumen) la lengua como producción y transformación de significación: tal es el programa inicial del semanálisis. Prácticamente, el semanálisis es una »reflexión sobre el significante que se produce en el texto«; ejercitar el semanálisis consistiría en saber mostrar cada vez cómo se »manifiesta« el »proceso de generación del sistema significante« (el geno-texto) en el texto dado (en el feno-texto), en la medida en que éste merece el nombre de texto, precisamente. Teóricamente, el semanálisis logra una apertura en los conceptos clásicos de signo y la estructura, para desembocar en el otro espacio, en la infinitud significante, librada a la permitación, apta para todos los fraccionamientos categoriales y exenta de la tiranía de cualquier sujeto, puesto que el sujeto mismo será producido por ese engendramiento. [...] Semanálisis tambien por lo siguiente: es una ciencia crítica y des-constructora lo que intentamos lograr cuando, partiendo del discurso de un sujeto o de una historia, desasiéndonos de ellso, »remontamos la producción de la significancia«, operamos una »desintrincación« de los procesos significantes en su topografía específica o en su devenir histórico, exploramos su topología. Y aspiramos – éste sería el programa último – a la elaboración misma de la significación, en la diversidad de sus modos.

De este desplazamiento de la semiótica hacia la producción de la significación antes del signo surgen evidentemente una serie de interpretaciones. Ante todo, una consecuencia de cariz epistemológico. Si la semiótica, como la lingüística, nunca cejó en su empeño de establecer modelos de los sistemas representativos y si, procurando axiomatizarse, pidió en préstamo esos modelos a las ciencias formales – la lógica y el álgebra –, sus operaciones equivalían a abstraer, en un funcionamiento representativo, la forma del contenido. Sin embargo, la semiótica, al producir modelos de las prácticas significantes, no podía sino convertirse en objeto de esos modelos mismos (como sistemas significantes, a su vez), es decir, no podía sino elaborar una teoría del modelado. De este modo, la semiótica desbordaba la ciencia, concebida como representación en un modelo, entrando en la teoría de la producción de una representación. Ahora bien, con la significancia se da un paso más, puesto que se nos permite concebir la producción de sentido como, por definición, heterogénea a todo lo que es representable.

Esto acarreará una consecuencia para las relaciones entre la semiótica y las ciencias formales: »Todo el problema de la semiótica actual consiste, para nosotros, en esta alternativa: seguir formalizando los sistemas semióticos desde el punto de vista de la comunicación ... o bien abrir ... esa otra escena que es la producción de sentido interior al sentido« y procurar construir un nuevo tipo de problemática científica a partir de un nuevo tipo de objeto. Un formalismo insomorfo con respecto a la significancia sólo podría encontrar, así, modelos adecuados allí donde ya existe una »infiltración del pensamiento científico en el interior de lo no representable«; esencialmente, en las matemáticas. Por un lado, negativamente, puesto que también las matemáticas »escapan de las imposiciones de una lengua elaborada a partir de la frase indoeuropea sujeto-predicado«; puesto que, más generalmente, »el número no representa ni significa«. Y por el otro lado, positivamente, porque si todo »conjunto significante«, en lugar de representar un significado, »marca una repartición plural y contingente de la infinitud significante«, su función no podría ser mejor descrita que como »numérica«, partícipe del mismo »movimiento« de demarcación [»démarquage«] y de ordenación, del mismo proceso de refundición de un tejido significante por acumulación y corte, por combinación y remisión. »El significante textual es un numerante«. Es preciso tener una idea muy clara acerca de lo que es el número, lejos de toda contaminación por el signo: es un »objeto« no producido por nada exterior a la marca que lo instituye: »infinitud que se muestra marcándose«, el número es una significancia diferenciada que se actualiza. [...]

Ha de advertirse que es con el mismo impulso como J. Kristeva, proponiéndose una axiomatización matemática de la semiótica, sigue a las matemáticas mismas en su último movimiento, más allá de lo representable – allí donde la construcción dinámica de la pluralidad se opera en su sola designación –, y al integrar la práctica textual en el conjunto de las prácticas sociales significantes, convoca al marxismo para pensar el trabajo más acá de su representación en el intercambio. [...]

J. Kristeva ha procurado mostrar el carácter dialéctico de la lógica que gobierna las prácticas significantes. Frente a la lógica formal, lógica de lo homogéneo (así como la lógica de la expresión), la »lógica de la producción de los sistemas significantes« sólo puede ser una lógica de la contradicción. Por un lado, esto debe entenderse a partir de la idea de que el lenguaje »poético« (o el texto) es aquel en que »la contradicción se extrema hasta representarse como ley de (su) funcionamiento«; de allí la apertura infinita de tal lenguaje, presa del trabajo: »el texto sería el retorno del concepto a la contradicción como infinitud y/o fundamento«; en suma, »la contradicción se revela como la matriz de toda significancia«. Pero esto debe entenderse por un paso a lo que determinan en última instancia las prácticas significantes, como relación necesaria del sentido con lo que le es heterogéneo: heterogeneidad, a partir de la cual se afirma el sentido (y con él, el sujeto, el entendimiento).“ 

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, S. 403-407]

„La semiótica, como ciencia de los signos, tuvo una gran importancia en la época cumbre del positivismo lógico, especialmente a causa de la obra de Morris que da a la semiótica su formulación más completa y evolucionada, presentándola como una ciencia encargada de suministrar los fundamentos de cualquier ciencia particular que trate de los signos, como la lógica, la lingüística o la matemática, a la vez que como instrumento para la unificación de las ciencias en cuanto que todas ellas tienen que ver con signos y utilizan signos.

La semiótica de Morris trata de los procesos semióticos, esto es, de aquellos procesos en los cuales algo funciona como signo. En un proceso semiótico pueden distinguirse los siguientes componente:

§   lo que actúa como signo (vehículo),

§   aquello a lo que el signo se refiere (designatum),

§   el organismo para el que algo es signo (intérprete), y

§   el efecto que el signo produce en el intérprete (interpretante).

Este efecto consiste en que el intérprete es remitido por el signo a su designatum, de manera que este es tenido en cuenta por el intérprete en virtud de la presencia del signo.

Tradicionalmente, la semiótica se divide en sintaxis, semántica y pragmática. La sintaxis estudia las relaciones de los signos entre sí, esto es, sus combinaciones. La semántica considera las relaciones entre los signos y sus designata, esto es, los objetos que denotan o a los que hacen referencia. La pragmática atiende a las relaciones entre los signos y sus usuarios.

Esta división ha sido subrayada en exceso algunas veces, y el intento de aplicarla con rigor ha conducido en ocasiones a pseudoproblemas, como ya Neurath había anticipado, razón por la cual el propio Morris en su obra posterior (Signs, language and behavior, 1946) no utilizó la distinción, introduciéndola tan sólo a título general en el último capítulo, y ocupándose de subrayar que lo esencial es tomar la semiótica como un todo y plantear los problemas en todos aquellos aspectos que puedan contribuir a su solución.

El problema está en que en la división anterior parece sugerirse que la atención al intérprete está de sobra en la sintaxis y en la semántica, lo cual, especialmente por lo que respecta a esta última, es extremadamente problemático. De aquí que muchos consideren que la distinción entre semántica y pragmática es artificial y qe es inaplicable en cualquier estudio del lenguaje que atienda al fenómeno de la significación en toda su complejidad y en toda su riqueza, como ocurre en la teoría de Austin, donde a la relación de la denotación hay que añadir también una variedad de aspectos en el uso lingüístico, como son el sentido de las expresiones, su fuerza ilocucionaria y los efectos producidos por aquellas en las diferentes ocasiones de su uso.

Bien es verdad que el propio Morris se encargó en la obra últimamente citada de reducir la pragmática al estudio del origen, usos y efectos de los signos, pero precisamente porque el significado fue puesto por el segundo Wittgenstein en relación con el uso, y admitiendo que todo lo referente al significado (y no sólo la teoría de la referencia) pertenece a la semántica, quedaría para la pragmática el estudio del origen de los signos y sus efectos, y esto último podría incluir la correspondiente investigación austiniana de los llamados actos perlocucionarios, que no son sino dichos efectos. El problema de los límites entre la semántica y la pragmática volverá a surgir, sin embargo, en cuanto se añadan a la teoría del lenguaje las implicaturas conversacionales de Grice.

Los problemas anteriores han recibido en los últimos años un nuevo e importante planteamiento en la lingüística de Chomsky. Aquí, la gramática de un lenguaje natural cualquiera aparece compuesta por tres componentes, fonológico, sintáctico y semántico. El componente semántico operaría en principio sobre las estructuras profundas para proporcionar un tipo de interpretación de las mismas. Esta es la posición clásica de la escuela de Chomsky (Aspects, 1965), pero hay que añadir que el propio Chomsky ha admitido con posterioridad que también las estructuras superficiales pueden acaso influir en la interpretación semántica. Los problemas que se plantean en esta perspectiva al intentar distinguir entre sintaxis y semántica han llevado a otros pensadores o bien a negar la distinción entre sintaxis y semántica, o bien a postular que el componente generativo es el semántico, y que sobre su producto opera la sintaxis.

Cualquiera de las tres partes de la semiótica es susceptible de un tratamiento formalizado y lógico-matemático. Las tres han recibido un nuevo tratamiento en la obra de Richard Montague (Universal gramma, 1970), obra de difícil comprensión y todavía poco conocida, pero que, desde el punto de vista formal, constituye tal vez el desafío más importante a la teoría chomskiana.“ (José Hierro S. Pescador)

[Quintanilla, Miguel A. (dir.): Diccionario de filosofía contemporánea. Salamanca: Ed.Sígueme, 1976, p. 451‑452]