SATZBEGRIFF

(Recop.) Justo Fernández López

 

Satzbegriff / propositional concept / concept propositionnel

Dieser Terminus wurde von H. E. Brekle (1970) erneut in die linguistische Diskussion generativ-semantischer Orientierung eingeführt:

„dass mittels der satzsemantischen Formationsregeln Strukturen von ‘Satzbegriffen’ erzeugt werden. Jeder aktualisierte Aussagesatz behauptet das Bestehen eines bestimmten Sachverhalts, d. h. ein Satz lässt sich zerlegen in einen semantischen Kern, den wir Satzbegriff nennen, und eine Anzahl von modalen Relationen wie Assertion, Quantifikation, Negation, Modi, etc., die den Satzbegriff bzw. einzelne Teile desselben in Beziehung zu bestimmten Ebenen der Kommunikation bringen. Cf. z. B. die Ausdrücke ‘Some man sings an aria’ und ‘man sings aria’. Im ersten Fall wird das Bestehen eines Sachverhalts zum Zeitpunkt der Äußerung des Satzes durch einen Sprecher behauptet, während im zweiten Fall weder eine Behauptung noch eine temporale Bindung des Sachverhalts vorliegt; dieser wird vielmehr als solcher nur als Möglichkeit vorgestellt. Ein Satzbegriff ist demnach neutral in Bezug auf Wahrheit oder Falschheit des durch ihn bezeichneten Sachverhalts“ (Brekle, H. E.: Generative Satzsemantik und transformationelle Syntax im System der englischen Nominalkomposition. München, 1970, S. 57).“

Die von Brekle vorgeschlagene formale Repräsentation von Satzbegriffsstrukturen ist an Notationen der Prädikatenlogik orientiert.“ [Welte, W., S. 544]