REPRÄSENTATION

Representación

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Kommunikation / Sprechakte / Nachträglichkeit / Zeichen / Symbol / Signifikant / Bild / Metapher / Idee / Begriff / Vorstellungskraft  / Vorstellungsbilder / Begriff / Phantasie / Fiktion / Abbildunstheorien / Isomorphie / Kognitive Linguistik / Funktionalismus / Behaviorismus / Gehirn und Sprache / Gehirn und Computer

 

Repräsentation:

Als Repräsentation bezeichnet man das, was für etwas steht, auf etwas referiert oder etwas denotiert. Der philosophische Streit geht um Fragen wie die ob das Postulieren solcher Repräsentationen zur Erklärung der geistigen Vorgänge unvermeidlich ist, ob die Annahme geistiger Repräsentationen begrifflich kohärent ist, welcher Art die Repräsentationen sein sollen.

Häufig werden Vorstellungen unter dem Terminus geistige (mentale, innere) Repräsentation erörtert.

Der Terminus Repräsentation ist ein zentraler Begriff des repräsentationalen Realismus.“

[http://www.phillex.de/represen.htm]

«Die Repräsentation

Wenn der Geist das Gesicht eines Freundes, den Geruch eines Rasierwassers, den Klang eines Motors wieder erkennt, so muss er das alles in irgendeiner Form besitzen. Es muss in ihm „repräsentiert“, nämlich vertreten sein. Die Psychologie spricht heute lieber von Repräsentationen als von Vorstellungen; das Wort Vorstellung lässt zu stark an die Bilder denken, die wir im Geist vor unserm Blick vorbeiziehen lassen. Die Repräsentation ist jede Darstellung der Außenwelt, die das Geistorgan sich bildet.

Das Konzept

So nennt die Psychologie die Repräsentation einer Kategorie. Das Konzelt ist nicht darauf angewiesen, dass es ein Wort für es gibt; Konzepte besitzt selbst der ganz sprachlose Geist. Für viele Konzepte –„die frischer wirkende Luft nach einem Gewitter“, „die Spuren menschlicher Besiedlung in einer Landschaft“, „die Bücher, die ich noch gerne lesen würde“– hat selbst der wortgewaltigste Mensch kein bestimmtes einzelnes Wort; bei Bedarf könnte es jedoch gebildet werden. Worte für Konzepte werden erst dann unerlässlich, wenn wir mit anderen darüber sprechen wollen. Konzepte sind die Grundbausteine jener Vorgänge, die wir mit dem Wort Denken meinen. Die Verknüpfung von zwei Konzepten ist die allereinfachste Form einer Aussage. Man nennt sie Proposition –von Konzept A wird Konzept B ausgesagt: „Konzept A tut Konzept B“ oder „Konzept A ist Konzept B“. Herbst (tut) Einkehren, Herbst (ist) Dunkel.

Der Begriff

Er ist wiederum ein Konzept, aber eines, für das es einen Namen gibt, entweder ein Wort oder eine feststehende Wortverbindung (Hab und Gut, im Handumdrehen). Oder vom anderen Ende her gesehen: Der Begriff ist die Bedeutungsvorstellung, die ein Wort im Geist hervorruft. Jeder Begriff ist ein Konzept, aber nichts jedes Konzept ist ein Begriff. Für ein einzelnes benanntes Konzept kann es viele verschiedene Wörter geben. Der Begriff „männliches Kind“ lässt sich in den Wörtern Junge, Bursche, boy, muchacho, garçon und unzähligen mehr fassen und bleibt doch immer der gleiche. Viele Wörter enthalten mehrere Begriffe (das deutsche Wort Bauer zum Beispiel deren fünf). Enthalten? Das Wort selbst ist nicht der Begriff, es vertritt den Begriff auch nur, solange es vom Sprecher oder Schreiber zum Hörer oder Leser unterwegs ist – in dessen Geist aber evoziert es seinen Begriff. Ein Wort, das keinen Begriff evoziert, ist unverständlich. Das Wort ming evoziert für den Europäer schlechterdings nichts und ist doch ein richtiges Wort; dem Chinesen evoziert es das Konzept „Licht, Glanz“.

Propositionen

Manche Sprachpsychologen glauben heute zu ahnen, in welchem Format der Geist mit den Informationen umgeht, die er sprachlich erhält: im Format von Propositionen. Eine Proposition ist die Verbindung zweier Konzepte, die knappestmögliche Art eine Aussage. Irgendeinem Konzept X wird ein Konzept Y zugeschrieben. Entweder X ist Y, oder X tut Y.»

[Zimmer, Dieter E.: So kommt der Mensch zur Sprache. Über Spracherwerb, Sprachentstehung und Sprache & Denken. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1986, S. 128-131]

Vorstellung:

Der Terminus Vorstellung wird in der Philosophie sehr unterschiedlich verwendet. Eingeführt wurde er in die deutsche Sprache durch Wolff.

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Vorstellung (engl.  idea, conception, notion; franz. idée, conception, notion; griech.  phantasia, phantasma; lat. perceptio, imaginatio, repraesentatio, idea) im Sinn eines Vermögens, im Sinn der Ausübung dieses Vermögens und im Sinn des Resultats dieser Ausübung.

In seiner weitesten Version fällt jedes (geistige) Erfassen eines Inhalts unter den Begriff Vorstellung, auch bereits die Wahrnehmung.

Bei Kant ist Vorstellung (repraesentatio) Oberbegriff für Perzeption (Vorstellung mit Bewusstsein), Empfindung, Erkenntnis, Anschauung, Begriff und Idee (als Vernunftbegriff).

Vorstellung werden nach mehreren Gesichtspunkten eingeteilt, die nicht miteinander verwechselt werden sollten.

Am geläufigsten ist wohl die Einteilung nach den Sinnen, mit denen sie auf die eine oder andere Weise (qualitativ, kausal usw.) verknüpft sein sollen: visuelle, auditive, olfaktorische, gustatorische, taktile Vorstellung Ferner unterteilt man sie nach der seelischen Funktion (z. B. Erinnerungsvorstellung, Phantasievorstellung usw.).

Bei den Phantasievorstellungen ging man traditionell davon aus, dass sie durch Trennung und Verbindung bereits vorrätiger Vorstellung gebildet werden.

Schließlich kann man sie nach der Art der beteiligten Zeichensysteme klassifizieren (verbale Vorstellung, bildhafte Vorstellung usw.).

Das häufig zugrunde gelegte Modell, demzufolge Vorstellung private innere Gegenstände (etwa eine Art innere Bilder oder andere innere Zeichen) sind, welche dem Vorstellenden durch eine Art innerer Wahrnehmung zugänglich sind, ist auf vielfältige Kritik gestoßen.

Häufig werden Vorstellungen unter dem Terminus geistige (mentale, innere) Repräsentation erörtert.

Nach Hartley besteht eine Tendenz der Vorstellungen nach Ergänzung.

Nach P. Brown entspringen alle Vorstellungen aus der äußeren Wahrnehmung.

Nach Bonnet entspringen die Vorstellungen teils aus den Sinnen, teils aus der Reflexion.“

[http://www.phillex.de/vorstell.htm]

„Mit Ablehnung auf den von Grice anvisierten Wirkungsaspekt reagierend, differenziert Searle im Bereich der Absichten. Kennzeichnend für seine spätere Position ist seine Unterscheidung dreier Arten von Absichten. Searle spricht von Bedeutungsabsichten, Repräsentationsabsichten und Kommunikationsabsichten; die letzteren beiden Absichtsarten fasst er als zwei Aspekte der Bedeutungsabsicht auf, diese wird also unterteilt in die Repräsentations- und die Kommunikationsabsicht.

Searle unterscheidet zwischen der Absicht zu repräsentieren und der Absicht zu kommunizieren, weil er mit den bei Grice für Fälle von Kommunikation ins Auge gefasste Wirkungen, wie soeben angedeutet, (weiterhin) nicht einverstanden ist.

Das Verhältnis von Repräsentationsabsicht und Kommunikationsabsicht sieht Searle so, dass die erstere unabhängig ist von der letzteren: «man kann die Absicht haben, etwas zu repräsentieren, ohne eine Kommunikationsabsicht zu haben; aber man kann keine Kommunikationsabsicht haben, ohne eine Repräsentationsabsicht zu haben.»

«Kommunikation ist eine Sache des Hervorrufens von Wirkungen in Hörern, doch kann die Absicht haben, etwas zu repräsentieren, ohne sich überhaupt darum zu scheren, welche Wirkungen man etwa bei seinen Hörer hervorruft. Man kann eine Feststellung machen, ohne die Absicht zu haben, seine Hörer zu überzeugen, und auch ohne die Absicht zu haben, seine Hörer zu der Überzeugung zu bringen, dass man selbst glaubt, was man sagt; ja sogar ohne die Absicht zu haben, dass die Feststellung überhaupt verstanden wird. Es gibt folglich zwei Aspekte der Bedeutungsabsicht: Die Absicht zu repräsentieren und die Absicht zu kommunizieren.» (Searle 1987, 209f.)

Als ginge es um die Beachtung der Devise ‚Reden ist Silber, Schweigen ist Gold’, hält Searle (1987, 213) die Repräsentation für das «Herzstück der Meines». Er geht mithin davon aus, dass die «Repräsentation Priorität gegenüber der Kommunikation» und dass die Repräsentationsabsichten «Priorität gegenüber Kommunikationsabsichten» haben. Und da die Intentionalität der Sprache – Searle zufolge – aus der Intentionalität des Geistes abgeleitet ist, kommt er konsequenterweise zu der folgenden Einschätzung: «Die Hauptfunktion, die sich Sprache von der Intentionalität ableitet, ist natürlich ihr Repräsentationsvermögen» (Searle 1987, 221)

Fragt man sich, welche Rolle die Kommunikationsabsicht in diesem Zusammenhang spielen soll, erfährt man folgendes: «Die Kommunikationsabsicht ist einfach die Absicht, dass die Repräsentationsabsicht vom Hörer erkannt werden möge.» (Ebd., 216). Die letztere aber besitzt, wie gesagt, Priorität:

Vielleicht ist zutreffend, dass das Repräsentationsvermögen die wichtigste Funktion der Sprache ist; vielleicht ist es auch zutreffend, dass die Repräsentation Priorität gegenüber der Kommunikation hat – was aber nicht zutrifft, das ist die These, dass die Repräsentation das Herzstück des Meinens ist. Wie hier gezeigt werden soll, ist die Kommunikation das Herzstück des Meinens.”

[Eckard, Rolf: Sagen und Meinen. Paul Grices Theorie der Konversations-Implikaturen. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994; S. 78f]

„Mit seiner Theorie der Intentionalität, zumindest mit bestimmten Aspekten derselbe, scheint Searle in der Tat hinter bestimmte, im Rahmen seiner Sprechakttheorie gewonnene Einsichten zurückzufallen – so dass es notwendig wird, an letztere zu erinnern, wie es auch Leilich tut, der sagt: «Bezüglich der Bedeutung qua illokutionärer Rolle kann man [...] nicht sagen, dass man zwischen Repräsentation und Kommunikation im Sinne Searles unterscheiden muss, da die illokutionäre Rolle die kommunikative Beziehung konstituiert.» (Leilich 1993, 53).”

[Eckard, Rolf: Sagen und Meinen. Paul Grices Theorie der Konversations-Implikaturen. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994; S. 80 Anm. 53]

„Nunmehr, 1983, heißt es bei Searle, könne man zu der vermeintlichen Unabhängigkeit der Repräsentationsabsicht von der Kommunikationsabsicht auch dadurch kommen, dass man sich die Frage stellt: «Was ist der Unterschied zwischen Etwas-Sagen-und-es-Meinen und Etwas-Sagen-ohne-es-zu-Meinen? Wittgenstein stellt und häufig solche eine Frage, um uns daran zu erinnern, dass ‘meinen’ keine Bezeichnung für einen introspektiven Vorgang ist; dennoch ist es nicht dasselbe, ob man etwas sagt und es meint oder ob man es sagt, ohne es zu meinen.» (Searle 1983/1987, 214).

Dass es nicht dasselbe ist, wenn man etwas sagt und es meint oder wenn man es sagt, ohne es zu meinen, ist natürlich richtig. In Bezug auf das Etwas-Sagen-ohne-es-zu-Meinen lassen sich aber zumindest zwei Fälle unterscheiden:

a)     S sagt etwas, merkt dann aber entweder selbst (oder wird von H darauf hingewiesen), dass er das, was er gesagt hat, (wahrscheinlich) gar nicht meint, (wahrscheinlich) gar nicht sagen wollte. (S kann von H natürlich auch gefragt werden, ob er wirklich meine oder gemeint habe, was er gesagt habe.)

b)     S sagt absichtlich etwas, ohne es zu meinen – S macht z. B. eine ironische Bemerkung.

Was hier besonders wichtig ist: in beiden Fällen meint der Sprecher S etwas, in beiden Fällen will er etwas Bestimmtes zu verstehen geben. Im Falle (b), im Falle einer ironischen Bemerkung z.B., ist das ganz klar, und im Fall (a) bringt S, sich selbst korrigierend, sozusagen im zweiten Anlauf, zum Ausdruck, was er eigentlich zu verstehen geben will bzw. was er hat zu verstehen geben wollen.

Wenn es sich wirklich so verhält, wenn S in beiden Fällen, sowohl in (a) als auch in (b), etwas meint, dann ist in Abrede gestellt, was Searle unter Berufung auf die Unterscheidung Wittgensteins untermauern will: dass es möglich ist, einfach etwas zu sagen, also einfach eine Repräsentationsabsicht zu verwirklichen, ohne (zugleich auch) eine Kommunikationsabsicht zu realisieren. Zumindest unter kommunikativen Normalbedingungen, d.h. – unter andern – in Anwesenheit eines Adressaten, ist letzteres nicht möglich. Unter solchen Bedingungen gilt: Man kann nichts sagen, ohne etwas zu meinen. Wer etwas sagt, von dem wird angenommen, dass er auch etwas zu verstehen geben, dass er etwas zu kommunizieren versucht. Unter Bedingungen der Kommunikation ist es, wie Watzlawick/Beavin/Jackson (1974, 50f.) herausgestellt haben, nicht möglich, nicht zu kommunizieren: unter solchen Bedingungen kann man nicht nicht kommunizieren. Dass letzteres doch möglich sei, genau das aber scheint Searle bei seiner Unterscheidung der Repräsentationsabsicht von der Kommunikationsabsicht, insbesondere aber bei der Behauptung, die erstere sei von der letzteren unabhängig, gerade vorauszusetzen. [...]

Wenn eine – wohlgemerkt: unter Kommunikationsbedingungen stattfindende – Repräsentation ohne Kommunikation nicht gibt, wachsen die Aussichten derjenigen (Spekulanten), die die (vielleicht wirklicher eher silberne) Kommunikation für das Herzstück des Meines halten. Und so sollte es doch eigentlich auch sein.“

[Eckard, Rolf: Sagen und Meinen. Paul Grices Theorie der Konversations-Implikaturen. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994; S. 82-83]

Vorstellung

Die gerade von uns kritisierte Auffassung verbindet Wörter und Dinge direkt miteinander. Eine scharfsinnigere und auf den ersten Blick einleuchtendere Auffassung verbindet beide durch die Meditation der gedanklichen Vorstellungen. Diese Auffassung ist in ihren wesentlichen Zügen von einigen Philosophen und Sprachwissenschaftlern vom Altertum bis heute aufrechterhalten worden. Zwei der bekanntesten Versionen sind die ‚Zeichen’-Theorie von de Saussure und das ‚semiotische Dreieck’ von Ogden und Richards.

Nach Saussure besteht das sprachliche Zeichen aus einem Bezeichnenden und einem Bezeichneten; diese sind jedoch, genauer gesagt, ein Lautbild und eine Vorstellung, die beide durch eine psychologische ‚assoziative’ Verknüpfung miteinander verbunden sind. D. h., sowohl die Laute, die wir hervorbringen, als auch die realen Objekte, über die wir sprechen, werden in gewisser Weise durch begriffliche Entitäten widergespiegelt.

Ogden und Richards sahen die Beziehung als ein Dreieck:

Das ‚Symbol’ ist natürlich das sprachliche Element – das Wort, der Satz etc. –, der ‚Referent’ ist das Objektiv etc., das in unserer Erfahrungswelt existiert, während ‚Gedanke oder Referent’ eine Vorstellung ist. Dieser Theorie entsprechend besteht keine direkte Verbindung zwischen Symbol und Referent (zwischen Sprache und Welt) – die Verbindung läuft über den Gedanken oder die Referenz, d. h. über die gedanklichen Vorstellungen.

Diese Theorie vermeidet viele der Probleme der Benennungstheorie – z. B. brauchen die Klassifikationen nicht natürlich oder universell zu sein, sondern nur begrifflich. Aber hier ergibt sich ein völlig anderes Problem. Denn was genau ist diese Saussuresche ‚assoziative Verknüpfung’ oder die Verbindung zwischen Symbol und Vorstellung bei Ogden und Richards?

Die naive Antwort würde von einer psychologischen Verknüpfung sprechen: wenn wir an einen Namen denken, verknüpfen wir damit gleichzeitig die entsprechende Vorstellung und umgekehrt. Auf diese Weise ergäbe sich Bedeutung aus unserer Fähigkeit (und, mehr noch, aus unserer Übung), das eine aufgrund des anderen zu assoziieren, z. B. dadurch, dass wir uns erinnern, dass Stuhl sich auf die Vorstellung ‚Stuhl’ bezieht. Diese Auffassung ist völlig unbefriedigend. Es ist unklar, was das ‚Denken’ einer Vorstellung genau bedeutet. Einige Wissenschaftler sind tatsächlich der Ansicht, dass wir eine Art Bild von einem Stuhl vor uns sehen, wenn wir über Stühle sprechen. Aber dies ist mit Sicherheit falsch. Ich kann mir ‚mit dem Auge meines Geistes’ ein Bild von einem Stuhl machen, aber ich tue dies nicht jedes Mal, wenn ich das Wort Stuhl ausspreche. [...]

Eine besser durchdachte Version sieht die Verknüpfung nicht als etwas, was wir jedes Mal herstellen, wenn wir ein Wort äußern, sondern als eine Art permanente Assoziation, die in unserem Verstand oder Gehirn gespeichert ist. Die Schwierigkeit dieser Auffassung besteht darin, dass hierdurch überhaupt nichts ausgesagt wird. Denn wie können wir auch nur prinzipiell darlegen, was diese Vorstellungen sind? [...]

Leider gibt es heute viele Sprachwissenschaftler, die – ganz oder teilweise – eine begriffliche Auffassung von Bedeutung akzeptieren. Dies rührt von einem neuen ‚Mentalismus’ her, der mit N. Chomsky und seinen Anhängern verbunden ist, die ganz besonders darauf bestehen, dass Intuition und Introspektion bei der Untersuchung von Sprache eine große Rolle spielen müsste. [...]

Es lohnt sich schließlich, in diesem Abschnitt festzustellen, dass bis zu einem gewissen Grad der DUALISMUS, die Auffassung von Sprache, die Bedeutung als Teil der Bezeichnendes/Bezeichnetes-Beziehung sieht, unterstützt wird durch der Terminus Bedeutung und durch die Behauptung, dass Wörter (oder Sätze) eine Bedeutung HABEN. Denn wenn dies so ist, dann ist es eindeutig legitim zu fragen, welche Art Einheit die Bedeutung darstellt, und sie entweder in der Welt oder in den Köpfen der Menschen zu suchen. Aber zu sagen, dass ein Wort eine Bedeutung hat, ist etwas anderes als zu sagen, dass Menschen Beine oder Bäume Blätter haben. Wir werden durch das Verb haben und die Tatsache, dass Bedeutung ein Substantiv ist, leicht dazu verführt, nach etwas zu suchen, was Bedeutung IST. [...]

In gewisser Weise besteht eine Ähnlichkeit zwischen einem Wort, das etwas bedeutet, und einem Wegweiser, der irgendwohin weist; wir können die Bedeutung eines Wortes genau so verstehen wie wir den Wegweiser lesen können. Aber es ist genauso sinnlos zu fragen, was Wörter bedeuten, wie es keinen Zweck hat zu fragen, aus was Wegweiser zeigen. D. h., es hat keinen Zweck, IM ALLGEMEINEN zu fragen, was Wörter bedeuten oder Wegweiser zeigen. Es hat nur Sinn zu fragen ‚Was bedeutet DIESES WORT?’, ‚Wohin deutet DIESER Wegweiser?’

Die Suche nach einer schwer zu erfassenden Einheit, die ‚Bedeutung’ genannt wird, ist also kein Problem der Semantik und kann auch keins sein. Ein semantisches Problem ist eher der Versuch zu verstehen, wie es dazu kommt, dass Wörter und Sätze überhaupt etwas ‚bedeuten’ können, oder vielleicht besser gesagt, wie sei Bedeutung tragen können. Bedeutung ‚haben’ ist etwas Ähnliches wie Länge ‚haben’. Länge haben heißt, so und so viele Fuß oder Zoll lang sein; Länge ist nichts darüber hinaus. Ähnlich ist Bedeutung nicht irgendeine Einheit, die Wörter oder andere sprachliche Einheiten ‚haben’, in einem wörtlichen Sinne von ‚haben’.

Wittgenstein sagte, ‚suche nicht nach der Bedeutung eines Wortes, such nach seinem Gebrauch’. Diese Bemerkung hilft nicht sehr viel weiter, weil wir uns über den ‚Gebrauch’ eines Wortes kaum klarer sind als über seine ‚Bedeutung’. Aber einen gewissen Wert hat diese Bemerkung doch; wir können den Gebrauch untersuchen, und wir geraten weniger leicht in Gefahr, bei Gebrauch an etwas zu denken, was Wörter in einem wörtlichen Sinn ‚haben’ könnten, so dass wir weniger wahrscheinlich unsere Zeit damit vergeuden, herauszufinden zu wollen, was denn genau dieser Gebrauch sei.“

[Palmer, Frank: Semantik. Eine Einführung. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1977, S. 31-36]

„Kognitive Wissensstrukturen umfassen alle Informationen, die modalitätsspezifisch (also visuell, motorisch, sprachlich, olfaktorisch usw.) in Erfahrungssituationen verarbeitet worden sind. Eine zentrale Frage der Kognitionsforschung betrifft die Repräsentation des Wissens, d.h. die Art und Weise der langfristigen Speicherung im Gedächtnis. Mentale Repräsentationen lassen sich sehr allgemein definieren als systeminterne Zustände, die externe Zustände (der Umwelt) in einer bestimmten Art und Weise abbilden. [...]

Wissensinhalte lassen sich durch unterschiedliche Darstellungsmittel repräsentieren. So kann z.B. der Inhalt des Konzepts ROSE durch die sprachliche Form Rose oder die bildliche Form einer Rose (z.B. in Form eines Photos) aktiviert werden. Man muss in Anlehnung an Palmer (1978) unterscheiden zwischen dem repräsentierten und dem repräsentierenden Bereich, wobei die Relation zwischen beiden Bereichen zu klären ist.

Man unterscheidet allgemein zwei Repräsentationsarten: die propositionale (aussagenartige) und die analoge (bildhafte) Repräsentation.

§                     Propositionale Repräsentationen stellen menschliches Wissen auf eine sehr abstrakte Weise dar, indem sie von den modalitätsspezifischen Charakteristika des abgebildeten Wissens abstrahieren. Eine Proposition besteht aus einem Prädikat und einem oder mehreren Argumenten. Die propositionale Darstellung des Satzes Birgit ißt Schokolade sieht je nach Notationsart folgendermaßen aus:

(ESSEN (BIRGIT, SCHOKOLADE))

<BIRGIT> < ESSEN > <SCHOKOLADE>

Essen ist dabei das Prädikat, Birgit und Schokolade sind die Argumente.

§                     Analoge Repräsentationen sind Darstellungsformen, die etwas spiegelbildlich wiedergeben. Sie werden deshalb auch bildhafte Repräsentationsformen genannt. So sind Photos und Bilder der Realität analog, da sie bestimmte perzeptuelle Eigenschaften der abgebildeten Realität ausdrücken. Bildhafte Vorstellungen werden dementsprechend als mentale Abbilder oder Szenen aufgefasst, die perzeptive Charakteristika der repräsentierten Objekte beinhalten. In diesem Sinne bestehen zwischen den physischen Objekten und den mentalen Repräsentationseinheiten isomorphe Relationen.

Aussagenartige Repräsentationsmodi eignen sich intuitiv betrachtet zur Darstellung von abstrakten Ideen und komplexen Zusammenhängen besser als analoge Repräsentationen. Dafür können analoge Formate räumliche Beziehungen und perzeptuelle Charakteristika besser wiedergeben.“

[Schwarz, Monika: Einführung in die Kognitive Linguistik. Tübingen und Basel: A. Francke Verlag, 21996, S. 94-95]

Stephan Otto: Der Kern des Problems liegt in der Möglichkeit einer Darstellung von Vernunft «in» der Geschichte, wobei der Akzent weder auf Vernunft noch auf Geschichte liegt, sondern vorrangig aus «Darstellung». Zu entwickeln ist eine Kategorie der Relation von Darstellung und Darstellbarkeit, zu entwickeln ist eine Theorie der Repräsentation von Vernunft im empirisch-geschichtlichen Wissen. Das aber ist die noch nicht gelöste Aufgabe gegenwärtiger Philosophie überhaupt. [...] Eine neue Relationskategorie ist also zu entwerfen. Und wo in der Rede vom Ende der Ästhetik auf Hegels These vom Ende der Kunst hingewiesen wird, da wäre zu entgegnen, dass gerade Hegel der klassische Theoretiker der Darstellungskategorie ist. Als solcher ist er bis heute kaum noch entdeckt, und auch dies ist einer der Gründe, weswegen ich der Philosophie eine Klausur empfehle.

Rötzer: Der französische Philosoph Jean-François Lyotard sieht den Problemstand der Moderne durch die Entwicklung eines unendlichen Willens in der Romantik – bei Hegel, Fichte bis hin zu Marx und Nietzsche – bedingt, der sowohl in der Ästhetik wie auch in der Philosophie und der Ökonomie auf das Problem der Darstellung des Undarstellbaren, des Inkommensurablen oder Sichentziehenden zuläuft. Die Kategorie der Erhabenheit, wie sie von Kant aus der Scholastik übernommen wurde, dient ihm hierbei als Muster. Zielt diese Zeitdiagnose, die zugleich ein philosophisches und ästhetisches Programm ist, in eine ähnliche Richtung wir Ihre These, dass es heute in der Philosophie um die Kategorie der Darstellbarkeit gehe?

Otto: Undarstellbarkeit, Darstellung, Darstellbarkeit – das schmeckt ein wenig nach philosophischem Opium. Ich möchte daher die Begriffe Darstellbarkeit und Darstellung nicht in epochendiagnostischer, sondern in strikt vernunftkritischer Funktion verwenden. Zunächst einmal: Von der Philosophie zu verlangen, sie solle darstellen, was schlechthin undarstellbar ist, das hieße wiederum, die Vernunft zu überfordern. Ein undarstellbarer Gott ist kein Gott der Philosophen und ein undarstellbarer Gottesersatz auch nicht. Etwas ganz anderes als die Anbetung des Undarstellbaren aber ist es, über Darstellbarkeit nachzudenken und nun nach dem Verhältnis – nach der «Relation» - von Darstellbarkeit und Darstellung zu fragen. Darstellbarkeit ist dabei noch einmal etwas anderes als Denkbarkeit; denn durchaus nicht alles Denkbare ist in unserem Sprechen und Handeln auch darstellbar. Zwar steht es jedem frei, vieles möglicherweise Denkbare in Worte zu kleiden – aber damit degradiert er die Sprache, unserer wesentlichstes Darstellungsmittel, zu einem System von äußerlichen Zeichen, von bloß stofflichen Signalen für den «reinen» Gedanken, und er untergräbt die Würde der Sprache, das sprachlich Darstellbare – und eben nicht das lediglich Denkbare – zur Darstellung zu bringen. Ich verstehe also Darstellbarkeit als Grenze für Denkbarkeit, und damit bin ich wieder bei dem Thema «historische Vernunftkritik»; der Begriff «Darstellbarkeit» steht im Dienst dieser Vernunftkritik. Ich meine das ganz konkret: Wir erfahren uns in unserem Handeln und Sprechen immer als bedingt, als nur bedingt frei. Die entkleideter Vernunft, können wir zwar denken – aber ungebrochen darstellbar ist sie weder in unserem Handeln noch in unserem Sprechen. Wir können natürlich über sie reden, wenn wir Wörter wie Signale handhaben, aber zu sprachlicher Darstellung im eigentlichen Sinne können wir sie nicht bringen. Sie bleibt eine Idee jener Vernunft, die von vornherein nur auf die Denkbarkeit des Gedachten, nicht aber auf die sprachliche und geschichtliche Darstellung des Gedachten hinzielt.

Das als «unbedingte» Gedanke kann nicht «in» der geschichtlich und sprachlich bedingten Darstellung sein; es ist «in» ihr nicht darstellbar. Das kleine Wörtchen «in» bekommt damit entscheidende Bedeutung. Es wird zum Träger eines Verhältnisses, das nun gerade nicht an bloßer Denkbarkeit sich festmacht. Die historische Vernunftkritik richtet sich nicht gegen Denken und Vernünftigkeit, aber sie plädiert für die Vernünftigkeit des darstellbaren Denkens. Wenn ich von der Relationskategorie der Darstellung und Darstellbarkeit rede, dann geht es mir noch einmal mehr um eine «neue Rationalität», um eine Rationalität, die sich von der Darstellbarkeit der Vernunft «in» der geschichtlichen Welt des Menschen bemessen lässt. Auch das Inkommensurable, auch das Sichentziehende muss auf seine mögliche Darstellbarkeit befragt werden. Nur dasjenige an ihm, das sich darstellen lässt, kann uns ethisch verpflichten und ästhetisch in seinen Bann ziehen. Die Philosophie sollte bei ihrer Suche nach einer «neuen Rationalität» wieder fähig werden, zu lernen: zum Beispiel von der darstellenden Kunst, zum Beispiel von den Bildern Max Beckmanns: ihr durchgängiges Thema ist das der bedingten, der gefesselten Freiheit; an ihnen wird sichtbar, wieweit die Idee der Freiheit, die sich uns entzieht, darstellbar ist.”

[Rötzer, Florian (Hg.): Denken, das an der zeit ist. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1987, S. 213-216]

„Die Kritik an der Repräsentation, insbesondere im Sinne einer Spiegelung und einer narzisstischen Doppelung, geht vor allem auf Lacan und seine Lehre vom Spiegelstadium zurück, das dadurch in der frühkindlichen Entwicklung gekennzeichnet ist, dass der Säugling, der bisher sich selber nur als kinästhetisch uneinheitlich erfährt, beim Blick in den Spiegel in volle Begeisterung über die Einheit eines Bildes geraten kann. Nun dies es sicherlich eine einseitige philosophische Perspektive, das Glück in der Einheit des Bildes suchen zu wollen. Derartige Philosophien sind dem Spiegelstadium (typischerweise um den 8. Monat) des Säuglings durchaus zuzuordnen. Den Rückgang zur Kinästhesie zu wählen scheint angesichts der Möglichkeiten der Weiterentwicklung über das Spiegelstadium hinaus jedoch nicht die einzige Alternative zu sein. Die Betonung des Körpers kann auch in ein Stadium verlegt werden, das nicht nur kinästhetisch ist, sondern den Menschen bereits mit der Sprache bekannt gemacht hat. In diesem Sinne gehört zum zweiten Teil der Lektüre Lacans die Erfahrung, dass die Eroberung der sprachlichen und sozialen Welt mit einer Erfahrung von Körperlichkeit verbunden ist, die er als Genießen (Jouissance) bezeichnet, die aber keineswegs bedeutet, dass dieses Genießen sich nur auf der Lustseite bewegen würde. Vielmehr ist es auch mit den Schmerzen der körperlichen Anpassung an die Lebenssituation verbunden. Physiologisch könnte man hinzufügen, dass gerade das Durchhalten eines Bewusstseins, das sich nicht nur an der Lust orientiert, die Reifung der Persönlichkeit ausmacht, da nur dann Wirklichkeit gewonnen werden kann.“

[Linke, Detlef: Einsteins Doppelgänger. Das Gehirn und sein Ich. München: C. H. Beck, 2000, S. 71-72]

Repräsentation

Eine zentrale Rolle im Informationsverarbeitungsparadigma spielt der Begriff der Repräsentation. Es ist wohl nicht übertrieben, ihn als den Schlüsselbegriff der Kognitionswissenschaft zu bezeichnen. Information ist etwas abstraktes. Bei der Informationsaufnahme wird nicht etwas in der Weise in den Körper aufgenommen wir ein Stück Brot, vielmehr müssen durch die Sinnesorgane innere Zustände (neurale Aktivitätsmuster oder ähnliches) in einer Form gebildet werden, die es dem Organismus erlauben, aus diesen Zuständen Rückschlüsse auf seine Umwelt zu ziehen. Die inneren Zustände repräsentieren den Zustand der Umwelt, d.h. sie haben einen bestimmten repräsentationalen Gehalt.

Diese inneren Repräsentationen sind es, die bei der Informationsverarbeitung «verarbeitet» werden. Sie werden in einer von der jeweiligen Theorie zu spezifizierenden Weise umgeformt, gespeichert, und wieder abgerufen. Repräsentationen sind letztlich physikalisch beschreibbare Objekte oder Zustände, die einen bestimmten Gehalt haben. In den normalen Umgebung begegnet man Repräsentationen in vielerlei Gestalten: Photographien, Bildern, Verkehrszeichen, Ziffern, Wörtern usw. Allerdings sollte man nicht an der Vorstellung von dinglichen Objekten haften bleiben: auch elektromagnetische Wellen, Luftdruckschwankungen oder neuronale Entladungsmuster können etwas repräsentieren. In der Kognitionswissenschaft wird davon ausgegangen, daß es irgendwelche inneren Zustände oder Prozesse des zentralen Nervensystems sind, die bei der menschlichen Informationsverarbeitung als Repräsentationen fungieren. Ein Aspekt, unter dem Repräsentationen betrachtet werden können, ist also ihre physikalische Beschaffenheit. [...]

Eine Repräsentation ist immer etwas, das einen bestimmten Inhalt hat, das für etwas anderes steht. Ist der «materielle» Aspekt von Repräsentationen noch relativ unproblematisch, so ergibt sich aus ihrem inhaltlichen Aspekt eine Reihe höchst verzwickter Probleme. So wie ich vorher den Begriff der Repräsentation als den Schlüsselbegriff der Kognitionswissenschaft bezeichnet habe, so kann man sicherlich die Frage nach dem Inhalt oder der Bedeutung von (mentalen) Repräsentationen als das Kernproblem der gesamten Informationsverarbeitungstheorie des Geistes betrachten.

Geht es um die Bedeutung externer Repräsentationen wie z.B. Bilder oder Schriftzeichen, so hat man immer die Möglichkeit, deren Bedeutung auf die Interpretation durch die Benutzer dieser Repräsentation zurückzuführen. Externe Repräsentationen sind immer Repräsentationen für jemanden, der die Repräsentation interpretiert. Man nimmt z.B. nicht an, dass die Wörter oder Sätze der öffentlichen Sprache von sich aus eine Bedeutung haben, sondern es der Benutzer dieser Sprache ist, der sie in einer gewissen Weise interpretiert, d.h. mit einer Bedeutung versieht. Die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Mitgliedern der Sprachgemeinschaft kann man dann mit der Konvention erklären, die Ausdrücke und Sätze in bestimmter Weise zu interpretieren. [...] Die Bedeutungen externer Repräsentationen werden damit auf die Meinungen und Absichten (d.h. mentalen Zuständen) des jeweiligen Interpreten zurückgeführt.

Im Gegensatz zur Bedeutung externer Repräsentationen kann der Gehalt innerer Repräsentationen nicht auf die Interpretation durch einen Benutzer zurückgeführt werden. Denn wer (oder was) sollte es sein, das die inneren Zustände interpretiert? Da man mit Hilfe innerer Repräsentationen erklären will, was mentale Zustände sind, kann man den Gehalt der mentalen Repräsentationen vor allem nicht auf die Interpretation von etwas zurückführen, das selbst wieder mentale Zustände hat. Eine derartige «Homunculus»-Theorie ist – abgesehen von ihrer fehlenden Plausibilität – entweder zirkulär oder regressiv. [...]

Im folgenden werde ich zwei verschiedene Ansätze zur Informationsverarbeitung darstellen, die den Anspruch erheben, als Modell der menschlichen Informationsverarbeitung dienen zu können. Beide Ansätze postulieren repräsentationale Zustände, insofern stehen beide vor dem gleichen Problem zu erklären, wie diese inneren Repräsentationen zu ihrem Inhalt gelangen. Es sollte aber festgehalten werden, dass beide Versionen der Informationsverarbeitungs-Theorie des Geistes an den oben genannten Grundsätzen festhalten: Kognitive Prozesse ergeben sich als Leistungen eines informationsverabeitenden Systems, und die allgemeinen Prinzipien der Informationsverarbeitung sind bei Menschen dieselben wie bei künstlichen Systemen.”

[Helm, Gerhard: Symbolische und konnektionistische Modelle der menschlichen Informationsverarbeitung. Eine kritische Gegenüberstellung. Berlin u. a.: Springer-Verlag, 1991, S. 16-19]

Representación

Aquello que permite a la mente que se presente ante ella misma la imagen de algo que en realidad no está presente. Una «representación mental» es una imagen relativamente permanente de algo que ha sido percibido previamente; alternativamente, el proceso por el cual se construyen (adquieren) tales imágenes. Es sinónimo de «imagen mental», «imagen de la memoria», «imagen mnémica», y de acuerdo con algunos usos, de internalización. Una «representación del objeto» es la representación mental de cualquier persona que constituye un objeto para el sujeto, esto es, hacia el cual está psicológicamente relacionado. Hablando en términos estrictos, todos los «objetos» son «representaciones de objetos». La «representación simbólica» es el proceso por el cual la imagen mental de un objeto viene a ocupar el lugar de (la imagen mental de) otro, convirtiéndose el primero en un símbolo del segundo.”

[Rycroft, Charles: Diccionario de psicoanálisis. Buenos Aires: Paidós, 1976, p. 102]

Representación

El término ‚representación’ es usado como vocablo general que puede referirse a los diversos tipos de aprehensión de un objeto (intencional). Así, se habla de representación para referirse a la fantasía (intelectual o sensible) en el sentido de Aristóteles; a la impresión (directa o indirecta), en el sentido de los estoicos; a la presentación (sensible o intelectual, interna o externa) de un objeto intencional, o repraesentatio, en el sentido de los escolásticos; a la reproducción en la conciencia de percepciones anteriores combinadas de varios modos, o phantasma, en el sentido asimismo de los escolásticos; a la imaginación en el sentido de Descartes; a la aprehensión sensible, distinta de la conceptual, en el sentido de Spinoza; a la percepción en el sentido de Leibniz; a la idea en el sentido de Locke, Hume y algunos ideólogos; a la aprehensión general, que puede ser intuitiva, conceptual o ideal, de Kant; a la forma del mundo de los objetos como manifestación de la Voluntad, en el sentido de Schopenhauer [Die Welt als Wille und Vorstellung], etc., etc. Esta multiplicidad de aplicaciones del vocablo ‘representación’ lo hace de uso incómodo tanto en filosofía como en psicología. Es, pues, necesario, cuando se hable de representación especificar en qué sentido se emplea el concepto.

Es posible sistematizar los diversos sentidos del término ‘representación’ de modo que los usos históricos puedan ser entendidos en relación con el empleo sistemático. Sin pretender aquí agotar los sentidos en cuestión, consideramos fundamentales los siguientes:

(1)  La representación es la aprehensión de un objeto efectivamente presente. Es usual identificar entonces la representación con la percepción.

(2)  La representación es la reproducción en la conciencia de percepciones pasadas; se trata entonces de las llamadas «representaciones de la memoria» o recuerdos.

(3)  La representación es la anticipación de acontecimientos futuros, a base de la libre combinación de percepciones pasadas. Es usual identificar entonces la representación con la imaginación.

(4)  La representación es la composición en la conciencia de varias percepciones no actuales. En este caso se habla asimismo de imaginación, y a veces de alucinación.

Los cuatro sentidos anteriores no se refieren a lo que se ha llamado la cualidad de la representación. Pueden considerarse ahora los dos siguientes tipos:

A)                                                   Representaciones basadas en el predominio de un sentido, en cuyo caso se habla de representaciones ópticas, acústicas, etc.

B)                                                   Representaciones basadas en la forma, en cuyo caso se habla de representaciones eidéticas, no eidéticas, conceptuales, afectivas, volitivas, etcétera.

Observemos que en ninguno de los usos anteriores se precisa si el término ‘representación’ se refiere al acto del representar o al contenido de este acto. Los escolásticos proponían tal distinción al hablar respectivamente de representaciones formales y de representaciones objetivas. En el vocabulario usual puede establecerse la diferencia mediante el uso respectivo del verbo ‘representar’ aun cuando este último aparece definido en el vocabulario ordinario como ‘la acción y el efecto del representar’.

Algunos autores (como Hamelin) dan el nombre de representación a los actos por medio de los cuales lo concreto y diverso es pensado bajo una forma categorial. La representación equivale entonces a la categoría, mas a una categoría que tiene principalmente un fundamento psicológico y no exclusivamente trascendental.”

[Ferrater Mora, J.: Diccionario de Filosofía. Buenos Aires: Editorial Sudamericana, 1969, vol. 2, p. 566-567]