REGIERENDE KATEGORIE

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Bindungstheorie / GB-Theorie

 

Regierende Kategorie [engl. (minimal) governing category].

In der Bindungstheorie derjenige syntaktische Bereich, innerhalb dessen ein Reflexivpronomen ein Antezedenz haben muss. In Chomskys »Government and Binding« wird die R. K. eines Knotens X in erster Annäherung so definiert: Y ist R. L. für X, wenn Y die minimale Kategorie ist, die X, ein Regens für X und ein Subjekt dominiert. (Eine Kategorie heißt »minimal« bezügl. einer Eigenschaft P, wenn sie P besitzt, aber jede von ihr dominierte Kategorie P nicht besitzt.) Daraus ergeben sich u. a. folgende Konsequenzen:

(a)  In Philip hört [sich schnarchen] ist der ganze (Matrix-)Satz R. K. für sich, da sich von hören regiert wird und der Matrix-Satz die minimale Kategorie ist, die hören dominiert.

(b)  In Philip hörte [s ihn sich umdrehen] ist (gemäß Chomskys Analyse des Akkusativ mit Infinitiv als satzwertiger Konstituente) der eingebettete S-Knoten die R. K. von sich, denn diese Kategorie enthält die Anapher sich, das Regens der Anapher umdrehen sowie ein Subjekt, nämlich ihn. Daher ist nur ein anaphorischer Bezug auf ihn, nicht aber auf Philip möglich.

(c)  In *Philip hört dass [s sich schnarcht] ist der eingebettete Satz R. K. weil das Subjekt nicht von hört, sondern vom INFL-Knoten des eingebetteten Satzes regiert ist. Daher ist eine Anapher an der Subjektstelle eines finiten Satzes ungrammatisch.“ [Bußmann, H., S. 636-637]