PROGRAMM

Programa

(Recop.) Justo Fernández López

 

„Die einzelnen durch die onomasiologische Analyse zusammengestellten materiellen Formen sind, mit Mario Wandruszka zu sprechen, "Programme". Ein Programm besteht in der Verbindung eines materiellen Elements mit einer - nur einer - Funktion.

Diese Funktion ist eine bestimmte Ausdrucksleistung.

Das Programm ist also ein Zeichen; es hat dessen Signifikant/Signifikat-Struktur. Entscheidend ist, dass wir es als monosem, als nur einer Funktion zugeordnet fassen: die Ausdrucksabsicht ist ja, für

den Sprechenden, in jedem Augenblick nur eine.     

Also: ein materielles Element - ein  inhaltlich funktionierendes Element. Ein und dasselbe materielle Element kann mehreren Programme angehören.

Es kann Signifikant einer ganzen Reihe ganz verschiedenen Programme sein: Polysemie.  Die umgekehrte Erscheinung ist aber die Polymorphie: eine Sprache kann zum Ausdruck eines bestimmten Inhalts mehrere materielle Möglichkeiten bieten: Programme.

Nach der berühmten Unterscheidung von  E. Coseriu zwischen "System" - "Norm", gehören die Programme selbst zum "System", ihre Realisierung zur "Norm", Realisierung nicht in der konkreten Sprachäußerung, sondern in der Sprache selbst. Die Spannung zwischen Anlage und Verwirklichung liegt schon im Begriff des Programms selbst. Nicht zuletzt ziehen viele Autoren diesen Begriff dem der Struktur vor, denn "Struktur" lässt jede Spannung, die essentiell  zur Sprache gehört, nicht hervortreten.                  

Die Grammatik einer Sprache ist nichts anders als ein Miteinander einzelner Programme. Der Begriff des Programms meint ein sprachliches Mittel (grammatisch, lexikalisch, suprasegmentell), das einer bestimmten Ausdrucksintention zugeordnet ist.“ [Cartagena / Gauger, Bd. 2, S. 405-406]