PROFORM

Proforma

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Anapher / Katapher / Referenz / Deixis

 

Prowörter: Pronomen, Proadverbien, Pronominaladverbien.

Pro-Forma [Auch: Pronominale Kopie, Substituens, Verweisform]

Sprachliche Elemente, die sich vor allem auf nominale Bezugselemente beziehen. Sie üben Vertreterfunktion aus, indem sie rückverweisend (Anapher) oder vorausweisend (Katapher) Vor- oder Nacherwähntes aufgreifen. Je nach kategorialer Füllung repräsentieren sie unterschiedliche Aspekte ihres Bezugselementes: Person, Numerus, Genus und Kasus werden mit unterschiedlicher Vollständigkeit von pronominalen Elementen ausgedrückt, während Pronominaladverbien sich auf semantische Aspekte wie Lokalität (dort), Temporalität (dann), Kausalität (deshalb), Modalität (wie, so) beziehen.“

[Bußmann, H.: Lexikon der Sprachwissenschaft, S. 612]

„Als "Proformen" bezeichnet man in den Grammatiken Wörter, die  stellvertretend für Substantive, genauer für substantivische Wortgruppen  stehen und die einen minimalen Bedeutungsinhalt besitzen. Neben den  Personalpronomen der dritten Person gibt es noch weitere Kurzformen, die  als wiederaufnehmende Ausdrücke gebraucht werden können. Es handelt sich  vor allem um die Demonstrativpronomen, soweit sie nicht als Begleiter des  Substantivs, also in Artikelfunktion auftreten, und um Adverbien (wie da, dort, damals, deshalb ), unter denen die sog. Pronominaladverbien (wie  dabei, darin, darauf, damit, hierdurch, worin usw.) eine besonders große  Gruppe bilden. Die textlinguistische Forschung fasst alle diese Ausdrücke  unter dem Terminus "Pro-Formen" zusammen. Der begriff "Pro-Form" wird  allerdings unterschiedlich verstanden; wir wollen nur die Ausdrücke Pro- Formen nennen,  wie die genannten Pronomen und Adverbien aufgrund ihres  minimalen Bedeutungsinhalts ausschließlich dazu dienen, andere sprachliche  Einheiten referenzidentisch wiederaufzunehmen.“ 

[Brinker, Klaus: Linguistische Textanalyse. Berlin: E. Schmidt, 31992, S.  32-33]

 

Eine Möglichkeit der weiteren Untergliederung bzw. Subkategorisierung des Kapitels »Freie Verweisformen« ließe sich aus der Tatsache ableiten, dass Verweisformen wie dieser auf einen bestimmten Bereich innerhalb des Kontextes verweisen, Verweisformen wie er derartige Anweisungen jedoch nicht geben. [...]

 

 

[Kallmeyer, Werner: Lektürekolleg zur Textlinguistik. Band 1. Einführung. Königstein/Ts.: Athenäum, 1974, S. 239 und 242]

„En la GT abreviación de proconstituyente o proforma.“ [Cardona, G. R., p. 226]