PROBE

Prueba

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Kontaktprobe / Kommutation / Pro-Formen / Anapher / Satzglied

 

Probe = Testverfahren.

„Satzglieder werden durch verschiedene Proben an konkreten Sätzen gewonnen: Nach der wichtigsten Probe, der

-   Verschiebeprobe / Umstellungsprobe, gelten solche Einheiten eines Satzes als Satzglied, die verschiebbar (bei Wortgruppen und Gliedsätzen: als Ganze verschiebbar) sind: (Aussagesatz) Der Kandidat schreibt den Test am 10. Dezember, nach Verschiebungen / Umstellungen erweisen sich jeweils die unterstrichenen Teile als Satzglieder: Den Test schreibt der Kandidat am 10. Dezember; Am 10. Dezember schreibt der Kandidat den Test; (weil) der Kandidat am 10. Dezember den Test schreibt usw., aber nicht z. B. Am 10. schreibt Dezember der Kandidat den Test.

-   Bei der Ersatzprobe / Austauschprobe erweisen sich solche Teile eines Satzes als Satzglieder, die sich durch andere, größere oder kleinere, Einheiten ersetzen lassen; besonders die Ersetzbarkeit einer Wortgruppe oder eines Gliedsatzes durch ein Einzelwort ist (zusätzliches) Anzeichen für das Vorliegen eines Satzgliedes: Der Kandidat schreibt den Test am 10. Dezember: Er schreibt ihn dann. Wörter wie er, ihn, dann sind Pro-Formen oder Anaphern (hier: die Pronomina er und ihn, das Pro-Adverb dann).

     Nach dem Kriterium, durch welche Pro-Formen die Satzglieder eines gegebenen Satzes ersetzbar sind = wie sie anaphorisierbar sind, lassen sich diese Satzglieder den unterschiedlichen aus der traditionellen Grammatik bekannten Arten zuordnen.

-   Demselben Zweck dient das Kriterium der Erfragbarkeit: Zum Beispiel ist das Satzglied, das auf die Frage Wer oder was ...? ‘antwortet’, Subjekt eines gegebenen Satzes: Frage: Wer oder was schreibt den Test am 10. Dezember?, Antwort: Der Kandidat (schreibt den Test am 10. Dezember), also ist die Wortgruppe der Kandidat Subjekt des Beispielsatzes.“

[Kürschner, Wilfried: Grammatisches Kompendium. Tübingen: Francke Verlag, 1989, S. 126]