PROBABILISTISCHE GRAMMATIK

Gramática probabilística

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Varietätengrammatik

 

Probabilistische Grammatik [lat. probabilis ‘wahrscheinlich’].

Von A. Salomaa [1969] und P. Suppes [1972] entwickeltes Grammatikmodell zur Beschreibung von sozialen, regionalen, diachronischen und situativen Varianten in natürlichen Sprachen. Aufgrund statistischer, durch empirische Befunde abgesicherter Hypothesen wird im Rahmen einer alle Varianten übergreifenden »Bezugsgrammatik« jeder sprachlichen Regel eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet, die ihr Auftreten voraussagt. Die Entwicklung solcher durch Wahrscheinlichkeiten bewerteten Grammatiken hat sich als brauchbares Instrumentarium zur Beschreibung von Prozessen des Sprachwandels und des Spracherwerbs erwiesen. Auf der Basis einer P. G. hat W. Klein sein Konzept der Varietätengrammatik entwickelt und diese zur Beschreibung des Zweitspracherwerbs von Gastarbeitern in Deutschland angewendet.“ [Bußmann, H., S. 610]