PRAGMATIK

Pragmática

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Semiotik / Modell / Organon-Modell / Sprechakte / Sprechakttheorie / Funktionen der Sprache / Funktionale Grammatik / Pragmatismus  / Gebrauchstheorie der Bedeutung / Wittgenstein / Sinn und Bedeutung bei Ludwig Wittgenstein / Pragmatische Funktionen

 

»Ich könnte sagen: Wenn der Ort, zu dem ich gelangen will, nur auf einer Leiter zu ersteigen wäre, gäbe ich es auf, dahin zu gelangen. Denn dort, wo ich wirklich hin muss, dort muss ich eigentlich schon sein. Was auf einer Leiter erreichbar ist, interessiert mich nicht« (WA 8, 460)

[Wittgenstein, Ludwig, zitiert nach Frank, Manfred: „Wittgensteins Gang in die Dichtung“. In: Frank, M. / Soldati, G.: Wittgenstein – Literat und Philosoph. Pfullingen: Verlag Günther Neske, 1989, S. 69, Anm. 3a]

Pragmatik

Eine neue linguistische Disziplin, deren Grundlagen zur Zeit erarbeitet werden. Ihre wesentlichen Vertreter in Deutschland sind z. Zt. D. Wunderlich und J. Habermas. Der Terminus geht auf den Zeichentheoretiker Ch. W. Morris zurück: Zeichen können 3 Arten von Relationen ausdrücken:

 

 

 Die Beziehung

Zeichen + Zeichen

Syntax

Zeichen + Bedeutung

Semantik

Zeichen + Zeichenbenutzer

Pragmatik

Zeichen + Wirklichkeit

Sigmatik

Die Aufgabe der Pragmatik ist demnach das Studium der Zeichenverwendung durch den Zeichenbenutzer, d.h. die Untersuchung des Sprachverhaltens. Wichtige Autoritäten für die Pragmatik sind der Semiotiker Ch. S. Peirce, der Kommunikationstheoretiker G. H. Mead und J. Searle durch seine «Theorie der Sprechhandlungen». Dem Zeichenmodell von Morris fügt G. Klaus als 4. Dimension das Verhältnis der Zeichen zu den Gegenständen der Wirklichkeit hinzu.” [Heupel, Carl, S. 185]

„In der gegenwärtigen logischen und semantischen Diskussion hat man den Terminus »Pragmatik« vielleicht zu viele Bedeutungen annehmen lassen. Zum Beispiel: (I) Pragmatik befasst sich mit der Gesamtheit der idiosynkratischen Reaktionen, die der Empfänger zeigt, wenn er die Botschaft empfangen hat (der Ingenieur stellt Gefahrpegel fest und beschließt das nächste Flugzeug nach Gran Canaria zu nehmen, um dort Urlaub zu machen); (II) Pragmatik befasst sich mit der Interpretation der ganzen, durch die Botschaft angebotenen Wahlen; (III) Pragmatik befasst sich mit der Gesamtheit der durch die Botschaft implizierten Voraussetzungen. Während Bedeutung (I) wirklich über den Bereich der von uns behandelten Thematik hinausgeht, können die Bedeutungen (II) und (III) in den Rahmen einer umfassenderen semantischen Theorie eingefügt werden; siehe 2.11. und 2.14.”

[Eco, Umberto: Semiotik. Ein Entwurf einer Theorie der Zeichen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2., korrigierte Ausgabe 1991, S. 86, Anm. 2]

„Seit den frühen siebziger Jahren hat die Linguistik die pragmatische Fragestellung mehr und mehr ausgebaut. Der Begriff Pragmatik (von gr. pragma ‘Handlung’) stammt ursprünglich von Morris und bezeichnete die Disziplin, die sich mit dem Verhältnis von Zeichen und Zeichenbenutzer beschäftigt. Unter ‘Pragmatik’ fasst man inzwischen lose eine Gesamtheit von linguistischen Forschungen zusammen, die sprachliche Äußerungen unter dem Aspekt betrachten, wie mit ihnen Handlungen vollzogen werden. Es geht in der Pragmatik, anders als in der herkömmlichen Grammatik, also nicht um den Aufbau der Äußerungen auf der primären Ebene, nicht um syntaktische oder morphologische Wohlgeformtheit, sondern vielmehr darum, welche kommunikativen Handlungen mit Äußerungen vollzogen werden, und auf welche Weise dies geschieht. Innerhalb der Pragmatik erscheinen uns die folgenden Ansätze am wichtigsten:

-   Die Sprechakttheorie  [siehe unter diesem Begriff] 

-   Der Kooperationsansatz von Grice (1969).

-   Die Konversationsanalyse.“

[Hentschel / Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik, S. 9-10]

·

«Lege einen Maßstab an diesen Körper an; er sagt nicht, dass der Körper so lang ist. Vielmehr ist er an sich – ich möchte sagen – tot, und leistet nichts von dem, was der Gedanke leistet. – Es ist, als hätten wir uns eingebildet, das Wesentliche am lebenden Menschen sei die äußere Gestalt, und hätten nun einen Holzblock von dieser Gestalt hergestellt und sähen mit Beschämung den toten Klotz, der auch keine Ähnlichkeit mit einem Lebewesen hat.»

[Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. § 430]

„Von hier aus legt Wittgenstein die Idee der Sprachspiele dar.

»Betrachte z.B. einmal die Vorgänge, die wir »Spiele« nennen. Ich meine Brettspiele, Kartenspiele, Ballspiel, Kampfspiele, usw. Was ist all diesen gemeinsam? – Sag nicht: »Es muss ihnen etwas gemeinsam sein, sonst hießen sie nicht ‚Spiele’« - sondern schau, ob ihnen etwas gemeinsam ist. – Denn, wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allen gemeinsam wäre, aber du wirst Ähnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen, und zwar eine ganze Reihe. Wie gesagt: denk nicht, sondern schau!« (PU, § 66)

Und das Ergebnis dieser Betrachtung ist nun das folgende:

»Wir sehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen. Ich kann diese Ähnlichkeiten nicht besser charakterisieren als durch das Wort ‚Familienähnlichkeiten’; denn so übergreifen und kreuzen sich die verschiedene Ähnlichkeiten, die zwischen den Gliedern einer Familie bestehen: Wuchs, Gesichtszüge, Augenfarbe, Gang, Temperament, etc. – Und ich werde sagen: die ‚Spiele’ bilden eine Familie.« (§ 66 und § 67)

Wenn Wittgenstein vom Familienähnlichkeiten redet, so ist dies nicht im Sinn eines andeutenden Beispiels zu verstehen, das auf tiefere Strukturen verweist. Es ist nicht angemessen, über die Beispiele hinaus eine genauere Abgrenzung (Definition) zu suchen. Der Begriff »Sprachspiel« ist ein begriff »mit verschwommenen Rändern« (§ 71). Grundsätzlich gesagt: sprachliches Verhalten ist Verhalten in einer Vielheit von Sprachwelten, die auf keine Einheit reduzierbar und von ihr her zu bestimmen wären. In dem entscheidenden § 23 gibt Wittgenstein Beispiele:

»Das Wort „Sprachspiel“ soll hier hervorheben, dass das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit oder einer Lebensform. Führe die Mannigfaltigkeit der Sprachspiele an diesen Beispielen, und anderen, vor Augen: Befehlen, und nach Befehlen handeln; Beschreiben eines Gegenstandes nach dem Ansehen, oder nach Messungen; Herstellen eines Gegenstandes nach einer Beschreibung (Zeichnung); Berichten eines Hergangs, über den Hergang Vermutungen anstellen; eine Hypothese aufstellen und prüfen, Darstellen der Ergebnisse eines Experiments durch Tabellen und Diagramme; eine Geschichte erfinden, und lesen; Theater spielen; Reigen singen; Rätsel raten; einen Witz machen, erzählen; ein angewandtes Rechenexempel lösen; aus einer Sprache in die andere übersetzen; Bitten, Danken, Fluchen, Grüßen, Beten.

Es ist interessant, die Mannigfaltigkeit der Werkzeuge der Sprache und ihrer Verwendungsweisen, die Mannigfaltigkeit der Wort- und Satzarten, mit dem zu vergleichen, was Logiker über den Bau der Sprache gesagt haben. (Und auch der Verfasser der Logisch-Philosophischen Abhandlung).« (§ 23)

Weil die Sprachspiele solche Mannigfaltigkeiten darstellen, und nur darum, sind sie Lebensformen, denn das Leben selbst ist nicht auf einen Nenner zu bringen. Diese Lebensformen in ihrer Vielfalt aber sind in sich durchaus funktionelle Regelkreise, und gerade als solche sind sie ohne Hintergrund. Die Sprachspiele stellen keine hermeneutischen Zirkelbewegungen dar.“

[Schulz, Walter: Wittgenstein. Die Negation der Philosophie. Stuttgart: Neske, 1967, S. 61-63]

Pragmatik. Aus verschiedenen sprachwiss. philosophischen und sozialwiss. Traditionen hervorgegangene linguistische Teildisziplin, die die Relation zwischen natürlichsprachlichen Ausdrücken und ihren spezifischen Verwendungssituationen untersucht. Die Bezeichnung P. geht auf die allgemeine Zeichentheorie von Ch. Morris [1938] zurück: In diesem semiotischen Modell bezieht sich P. auf das Verhältnis vom Zeichen zum Zeichenbenutzer. In der Sprachwiss. ist die Abgrenzung von P. gegenüber Semantik und Syntax auf der einen Seite und gegenüber soziolinguistischen Fragestellungen im weitesten Sinn auf der anderen Seite nur theorieabhängig zu bestimmen. Ein quasi autonomer Beschreibungsbereich (wie etwa bei der Phonologie) ist ihr kaum zuzuordnen. (Bezeichnenderweise existiert die Bezeichnung P. im anglo-amerik. Raum noch nicht sehr lange, dort wurde P. weitgehend durch sociolinguistics abgedeckt.) Besonders schwierig ist die Grenzziehung zwischen P. und Semantik, die beide unterschiedliche Aspekte von Bedeutung untersuchen.

Während Semantik sich auf die wörtliche, kontextinvariante Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken bzw. auf den kontextinvarianten Teil der Wahrheitsbedingungen von Propositionen bzw. Sätzen bezieht, untersucht die P. die Funktion von sprachlichen Äußerungen und die darin zum Ausdruck kommenden Propositionnen in Abhängigkeit von ihren situationsspezifischen Verwendungen. Umstritten ist in dieser Hinsicht z.B. die Zuordnung von Problemen der Deixis zu P. oder Semantik; als Mittel zur Situierung von Äußerungen in Kontexten zählen Deiktische Ausdrücke zur P., als Faktoren für die Festlegung der Wahrheitsbedingungen von Sätzen zur (indexikalischen) Semantik. Ähnliche Unsicherheiten bestehen bei Problemen der Topikalisierung, Thema-Rhema-Struktur, Prässupositionen u.a. Zu Problemen der Abgrenzung vgl. zusammenfassend Vennemann/Jacobs [1982: 139.145].

Zur Entwicklung der P. im dt. Sprachraum haben verschiedene Forschungsrichtungen beigetragen, u. a. sprachphilosophische (Philosophie der Alltagssprache, Gebrauchstheorie der Bedeutung), ethnologisch-anthropologische (Ethnographie der Kommunikation) und soziologische (Handlungstheorie, Kommunikationswissenschaft, Soziolinguistik). Nachdem zu Beginn der 70er Jahre P. fast ausschließlich mit Sprechakttheorie identifiziert wurde, beschäftigt sich die P. in neuerer Zeit vor allem mit empirischen Untersuchungen zur Konversationsanalyse, anknüpfend an Grice [1968] mit Konversationsmaximen sowie mit Probleme der Zuordnung von P. und Semantik (wie Deixis, Prässupotion u.a.).“ [Bußmann, H., S. 606f.]

Pragmatik (von griech. pragma, Handlung, Sache, Ding)

1.      Nach der Sprachphilosophie von C. Morris besteht die allgemeine Zeichentheorie (Semiotik) aus Syntax, Semantik und Pragmatik. Pragmatik untersucht die Relationen zwischen den sprachlichen Ausdrücken (Zeichen) auf der einen Seite und den Absichten, Meinungen, Handlungen usw. derer, die die Sprache gebrauchen, auf der anderen Seite. Der Terminus Pragmatik ist später con Carnap übernommen worden. In den 1960er und 70er Jahren ist die sprachphilosophisch ausgerichtete Pragmatik durch das Studium der Sprechakte (Searle, K.-O. Apel und Habermas) und durch die formale Pragmatik geprägt gewesen, die die Methoden der formalen Semantik auf Sätze übertragen will, die so genannte indexikalische Ausdrücke enthalten (R. Montague, D. Lewis und R. Stalnaker).

2.      In einem weiteren Sinn ist die Bezeichnung Pragmatik zuweilen von der Sprachwissenschaft im Zusammenhang mit dem wachsenden Interesse für das Studium der Beziehung der Sprache zu ihren Anwendungsmöglichkeiten gebraucht worden. Durch die Pragmatik sind die Verbindungen der Sprachwissenschaft zu anderen Wissenschaften wie Bildungssoziologie, Psychiatrie, Literaturwissenschaft und Massenkommunikationsforschung ausgebaut worden.“

[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 471]

„Wittgenstein hat gegenüber Versuchen, eine Theorie der Sprache zu entwickeln, entschieden Reserve geübt. Den systematischen Grund für die Deutung der Sprachanalyse als einer bloß therapeutisch wirksamen Tätigkeit vermute ich in der Verabsolutierung eines einzigen, nämlich des interaktiven Gebrauchs der Sprache, demgegenüber der kognitive kein Recht behält.

Nach Einführung seines Sprachspielmodells hat Wittgenstein, wenn ich recht sehe, seinen Theorieverzicht nicht mehr, wie noch im Tractatus, begründet. Er mag Gründe gesehen haben, um die Wege zu einer transzendentalen oder zu einer empirischen oder zu einer konstruktivistischen Sprachtheorie für ungangbar zu halten. Der Sprachtranszendentalismus, der eine die Gegenstände möglicher Erfahrung konstituierende «Sprache überhaupt» rekonstruieren will, vernachlässigt den nicht-kognitiven Sprachgebrauch. Der Sprachempirismus, der ein auf beobachtbare Vorgänge oder Episoden zurückgeführtes Sprachverhalten analysieren will, verfehlt (wie auch die kunstvolle Konstruktion von Sellars zeigt) die intentionale Struktur der Sprache. Und der Sprachkonstruktivismus schließlich verzichtet von vornherein auf eine Analyse natürlicher Sprachen. Offen bleibt noch eine Alternative: Warum sollten sich nicht universale Regelsysteme finden und rekonstruieren lassen, nach denen wir Interaktionszusammenhänge, also die symbolische Realität der Gesellschaft erzeugen? Wittgensteins Untersuchungen verdanken sich der Reflexion auf die Tätigkeit einer therapeutisch eingestellten Sprachanalyse. Hätte er eine Theorie der Sprachspiele entwickeln wollen, so hätte diese die Form einer Universalgrammatik annehmen müssen. Denn Wittgenstein befasst sich nicht mit der Grammatik der Sätze, die in Äußerungen verwendet werden, sondern mit der Grammatik dieser Äußerungen selber, d.h. mit den Regeln der Situierung von Sätzen. Andererseits ist die Rede von einer grammatischen Struktur der Sprachspiele nicht bloß eine pseudolinguistische Floskel. Wittgenstein bringt damit zum Ausdruck, dass seine Untersuchungen auf der Ebene logischer oder begrifflicher Analyse von Sinnzusammenhängen liegen und nicht auf der Ebene einer empirisch gerichteten Pragmatik, die Vorgänge der Sprachverwendung in einem sprachunspezifischen Rahmen als zeichenkontrollierte Verhaltensweisen oder als selbstgeregelte Informationsflüsse auffasst.

Nicht einmal ein handlungstheoretischer Begriffsrahmen würde einer theoretisch verwendeten Sprachspielanalyse gerecht. Man kann zwar sagen, dass die Sprachspielgrammatik aus Regeln für eine situationsgerechte Verwendung von symbolischen Ausdrücken besteht; aber diese Regeln sind konstitutiv: durch sie werden zugleich die Situationen der möglichen Verwendung symbolischer Ausdrücke hervorgebracht. Die kommunikative Lebensform selber ist von der Grammatik der Sprachspiele abhängig. Diese Pointe wird durch den partikularistischen Zug der Wittgensteinschen Spätphilosophie verwischt. Sobald wir nach einer Theorie aller möglichen Sprachspiele fragen, kommt die Pointe zum Vorschein; darin liegt nämlich die Frage nach jenem Regelsystem, mit dessen Hilfe wir Situationen möglicher Verständigung über Gegenstände (und Sachverhalte) erzeugen. Der phänomenologische Versuch einer Klärung der allgemeinen Strukturen der Lebenswelt kehrt dann in Gestalt des sprachtheoretischen Versuchs wieder: die allgemeinen Strukturen der kommunikativen Lebensform in der Universalpragmatik von Sprachspielen überhaupt aufzufinden und zu rekonstruieren. Während die Lebensweltanalyse dem Muster einer Konstitutionstheorie der Erkenntnis folgt, richtet sich die Untersuchung der kommunikativen Lebensform (als Bedingung aller möglichen Sprachspiele) nach dem Muster einer universalistisch eingestellten generativen Sprachanalyse.”

[Habermas, Jürgen: “Sprachspiel, Intention und Bedeutung. Zu Motiven bei Sellars und Wittgenstein”. In: Wiggershaus, Rolf (Hrg.): Sprachanalyse und Soziologie. Die sozialwissenschaftliche Relevanz von Wittgensteins Sprachphilosophie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1975, S. 337-338]

«Satz und Äußerung

Grammatische Betrachtungsweise legt sich sprachliche Einheiten als Sätze zurecht. Demgegenüber nimmt pragmatische Betrachtungsweise sprachliche Einheiten als Äußerungen ins Visier. Hier werden Fragestellungen wichtig:

Grammatische und pragmatische Sprachbetrachtung bilden nicht eigentlich Gegensätze linguistischer Forschung. Beide legen sich aber ihren Gegenstand in so unterschiedlicher Weise zurecht, dass ihre Ergebnisse einander auch nicht direkt ergänzen. Vielmehr handelt es sich um zwei relativ autonome Betrachtungsweisen mit je eigenem Recht. Pointiert verkürzt, lassen sich die unterschiedlichen Ansätze etwa in folgender Weise einander gegenüberstellen:

1.    Pragmatische Betrachtungsweise interessiert sich für Sprachverwendung in Situationen. Für sie ist deshalb alles wichtig, was zu einer Sprachverwendungssituation gehört: die Sprachenden mit ihren psychischen und sozialen Bedingungen, ihre Erwartungen aneinander, ihre kommunikativen Vorerfahrungen und Einstellungen, Ort und Zeit – und innerhalb dieses Zusammenhanges das Gesagte. Grammatische Betrachtungsweise demgegenüber interessiert sich für die Sprache – und das gerade situationsenthoben.

2.    Konsequent bestimmt pragmatische Betrachtungsweise ihren Gegenstand als (sprachliches) Handeln, Handeln verstanden als gewollte, als sinnvoll gesehen, regelgeleitete Tätigkeit. Grammatische Betrachtungsweise interessiert sich demgegenüber für Sprache als System bzw. als mindestens auf Systematik hin angelegtes Gebilde.»

[DUDEN: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Mannheim: Bibliog. Institut, 1984, § 1331]

«Pragmática:

El término ‘pragmática’, que tiene varias acepciones en lingüística, aborda el estudio de cualquier aspecto discursivo, comunicativo o social del lenguaje, es decir, lo que se llama lenguaje en uso y también lenguaje usado. El uso moderno de este término se remonta al que le dio Morris (1938: 6) cuando pretendió determinar los atributos peculiares de la semiótica. En dicha caracterización, la ‘pragmática’ aborda el estudio de las relaciones de interpretación, es decir, las que existen entre los signos y sus usuarios dentro del contexto en que éstos utilizan aquéllas. En la comunicación hay un signo, un designatum y un usuario o intérprete, y entre ellos se desarrolla una triple relación, conforme indicamos en este esquema:

 

Signo

 

 

(SINTÁCTICA)

 

 

Designatum

Usuario(s)

 

(SEMÁNTICA)

(PRAGMÁTICA)

 

 

Como se puede deducir de este esquema triádico de la semiosis, la ‘pragmática’ aborda las relaciones más dinámicas, las que existen entre los signos y sus usuarios dentro del contexto en que éstos utilizan aquéllas (relaciones de interpretación). De las otras ramas, la primera, la sintáctica, trata de los diversos nexos que los signos mantienen entre sí y de los que se establecen en el seno de los propios signos (relaciones de implicación), y la segunda, la semántica, analiza las vinculaciones de éstos con el mundo al que hacen referencia, es decir, con los objetos a los ue se aplican (relaciones de designación). Pero el hecho de que la ‘pragmática’ trate el aspecto más dinámico, la interpretación, no significa que pueda prescindir de las otros dos ramas, la sintáctica y la semántica, ya que es prácticamente imposible interpretar ningún mensaje si no se conocen las relaciones que los signos guardan entre sí, ni las que mantienen con el mundo al que hacen referencia.

Algunos creen ver en los objetivos y postulados de la ‘pragmática’ una forma moderna de la retórica clásica, que arrancaría de De institutione oratoria de Quintiliano. Y si bien es cierto que el mayor mérito del nacimiento de la ‘pragmática’ se puede atribuir a Morris, no se puede ignorar que el mayor impulso lo ha recibido de las intuiciones y los trabajos de Austin y de Searle (1980), con los llamados actos de habla, que constituyen un estudio pragmático por excelencia.

El término ‘pragmática’ se afianza también en disciplinas próximas o afines a la lingüística (Habermas, J.: 1988), como la filosofía, la antropología y otras ciencias del comportamiento humano que se han marcado entre sus objetivos la explicación del sistema de reglas subyacentes a toda comunicación humana, aunque, evidentemente, haya diferencias metodológicas y conceptuales entre ellas. En lingüística son hoy muchas sus acepciones, casi todas relacionadas con lo que se llama lenguaje en acción (Levinson, 1983: 5), a saber, el estudio del lenguaje en su relación con los usuarios y las circunstancias de la comunicación, aunque algunas sean distintas, como la dada en el programa de semántica formal de la gramática de Montague (1972) o las utilizadas en crítica literaria (Chico Rico, 1988: 32). He aquí algunas de las más importantes:

1.  Rama de la lingüística que estudia el componente pragmático del lenguaje. En este sentido, la pragmática puede tener el rango de disciplina o campo de investigación, aunque incipiente también, similar a la fonología, la sintaxis, la semántica, etc., y trata aquellos aspectos del significado, no abordados por la semántica y la sintaxis, que nacen del uso de las oraciones. La diferencia de la ‘pragmática’ con los otros componentes del lenguaje reside en el hecho de que éstos se rigen por reglas, mientras que la pragmática se rige por principios, como el principio de cooperación de Grice.

2.  Disciplina que estudia las relaciones entre el lenguaje y los contextos comunicativos en que éste se manifiesta (Beaugrande, R. et. al., 1981: 209).

3.  En otra acepción relacionada con la anterior, aunque más restrictiva, la ‘pragmática’ aborda el funcionamiento del contexto en la interpretación de los enunciados, es decir, los aspectos y las condiciones contextuales de la comunicación.

4.  En otra, también vinculada a la segunda, aunque con visión más psicologista, la pragmática analiza las teorías que investigan la estructura mental subyacente a la capacidad interpretativa de los enunciados de los interlocutores (Blakemore, D., 1987: 8).

5.  Finalmente, como paradigma investigador, es decir, como el paradigma de la pragmática. En este caso la ‘pragmática’ es una nueva perspectiva investigadora (Mey, J. L., 1995) que estudia el lenguaje en general, o cualquier aspecto del mismo, como fenómeno discursivo, comunicativo y social a la vez, es decir, lo que se llama lenguaje en uso o lenguaje en acción.

Siguiendo a Blum-Kulka (1996: 155 y sgs.), las ramas más reconocidas de la ‘pragmática’ son dos: la pragmalingüística, que pone mayor énfasis en el análisis de los recursos lingüístico-estructurales que se necesitan en el uso del lenguaje, y la sociopragmática, interesada en el análisis de las condiciones de los usos del lenguaje que surgen en las situaciones comunicativas o sociales concretas.»

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 445-447]

 

«Las cosas no son originariamente “cosas”, sino algo que procuro aprovechar o evitar a fin de vivir y vivir lo mejor posible –por tanto, aquello con que y de que me ocupo, con que actúo y opero, con que logro o no logro hacer lo que deseo; en suma, son asuntos en que ando constantemente. Y como hacer y ocuparse, tener asuntos se dice en griego práctica, prâxis –cosas son radicalmente prágmata y mi relación con ellas pragmática. No hay, por malaventura, vocablo en nuestra lengua, o, al menos, yo no lo he encontrado, que anuncie con suficiente adecuación lo que el vocablo griego prâgma, sin más, significa. Solo podemos decir que una cosa, en cuanto prâgma, no es algo que existe por sí y sin tener que ver conmigo. En el mundo o circunstancia de cada uno de nosotros no hay nada que no tenga que ver con uno y uno tiene, a su vez, que ver con cuanto forma parta de esa circunstancia o mundo. Este está compuesto exclusivamente de referencias a mí y yo estoy consignado a cuanto en él hay, dependo de ello para mi bien o para mi mal; todo me es favorable o adverso, caricia o rozadura, halago o lesión, servicio o daño. Una cosa en cuanto prâgma es, pues, algo que manipulo con determinada finalidad, que manejo o evito, con que tengo que contar o que tengo que descontar, es un instrumento o impedimento para..., un trabajo, un enser, un chisme, una deficiencia, una falta, una traba; en suma, es un asunto en que andar, algo que, más o menos, me importa, que me falta, que me sobra; por tanto, una importancia. Ahora espero, habiendo acumulado todas estas expresiones, que comience a ser clara la diferencia si se hace chocar en la mente la idea de un mundo de cosas y la idea de un mundo de asuntos o importancias. En un mundo de cosas no tenemos ninguna intervención: él y todo en él es por sí. En cambio, en un mundo de asuntos o importancias, todo consiste exclusivamente en su referencia a nosotros, todo interviene en nosotros, de decir, todo nos importa y solo es en la medida y modo en que nos importa y afecta. [...]

El hombre hace ciencia como hace paciencia, como hace su hacienda –que por eso se llama así–, hace versos, hace política, negocios, viajes, hace el amor, hace que hace, espera, es decir, hace... tiempo, y, mucho más que todo, el hombre se hace ilusiones.» [Ortega y Gasset, José: El hombre y la gente (1957). En Obras completas. Madrid: Revista de Occidente, 1964. vol. VII, p. 110-111]