PRÄDIKAT logisches

Predicado lógico

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Argument

 

„Ein logisches Prädikat ist derjenige Ausdruck, der übrig bleibt, wenn man in einem einfachen Satz den (oder die) in ihm vorkommenden Namen wegstreicht. (Dabei sind unter ‘Namen’ mit oder ohne Artikel gebrauchte Eigen- und Gattungsnamen zu verstehen).

Prädikate im Sinne der Logik

Prädikate im Sinne der (traditionellen) Grammatik

 Romeo liebt Julia

 Romeo liebt Julia

 Paris liegt an der Seine

 Paris liegt an der Seine

 Der Eifelturm ist höher als die Frauenkirche

 Der Eifelturm ist höher als die Frauenkirche

Durch Streichen der ‘Namen’ aus einfachen Sätzen (Sätzen ohne Gliedsätze, Attribute oder Adverbiale) entstehen ‘Leerstellen’. Je nach Anzahl n der Leerstellen (Argumentstellen) spricht man von ‘n-stelligen Prädikaten’. Markieren wir die Leerstellen durch Individualvariable (x, y, z, etc.), so können wir nunmehr zu folgender Neuformulierung ansetzen: Ein Prädikat hat so viele Stellen, wie es verschiedene (freie, d. h. nicht durch Quantoren gebundene) Individuenvariable enthält:

I.

Einstellige Prädikate (Eigenschaften und Gattungs- oder Klassennamen)

 

x ist Germanist        > F(x)

II.

Zweistellige Prädikate (Beziehungen und Relationen)

 

x ist verwandt mit y           > V(x, y)

III.

Dreistelliges Prädikat (Relationen)

 

x arbeitet zur Zeit y am Ort z       >  A(x, y, z)

IV.

Vier- und mehrstellige Prädikate (Relationen)

 

x verhaftet y zur Zeit z am Ort w            > V (x, y, z, w)

Ein (im Sinne der Logik verstandenes)  Prädikat kann somit zweierlei sein:

a)  ein Oberbegriff, unter dem (einstellige) Bezeichnungen von Eigenschaften und Gattungs- oder Klassennamen sowie (mehrstellige) Relationsbezeichnungen subsumiert werden. In diesem Sinne stellt ein Prädikat eine ‘Ausdruckskategorie’ dar und nicht (wie in der Grammatik) eine ‘Funktion’ eines Ausdrucks in einem  anderen;

b) ein von den ‘Namen’ befreites Satzgerippe, in dem die Leerstellen entweder durch Punkte oder durch Individualvariable angedeutet werden.

Abschließend sei erwähnt, dass die generative Semantik die klassische (auch von der TG Chomskyscher Prägung übernommene) Zweiteilung von Sätzen in Subjekt-Prädikat aufgibt und statt dessen mit Prädikaten und Argumenten (im logischen Sinne) arbeitet.“   

[Welte, Werner: Moderne Linguistik. Terminologie / Bibliographie. München: Hueber, 1974, Bd. 2, S. 441-443]

Logisches Prädikat

"In der Formalen Logik, speziell der Prädikatenlogik, derjenige sprachliche Ausdruck, der zusammen mit den Ausdrücken für die Argumente eine Aussage bildet. Folgende Ausdrücke sind (logische) Prädikate:

(a)  x schläft / x ist jung / x war Atheist / x ist getröstet / x hat Durst;

(b)  x ist jünger als y / x liebt y;

(c)  y liegt zwischen y und z / x weist y (durch z) auf w hin.

Entsprechend der Leerstellen für Argumentausdrücke sind die Prädikate unter (a) einstellig (sie bezeichnen Eigenschaften ihrer Argumente), unter (b) und (c) mehrstellig (sie drücken Relationen zwischen Argumenten aus). Von dieser Prädikat Definition geht auch die Generative Semantik aus." [Bußmann, H., S. 596]