POSTSUPPOSITION

Postsuposición

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Präsupposition / Implikatur / Konversationsnalyse

 

„Soll Pathos also seine Aufgabe, das Gewicht einer Sache kommunikativ einzubringen, erfüllen, dann ist es für den Sprecher erforderlich, nicht nur die pathetischen Mittel zu beherrschen, sondern zuerst die gemeinsame Ebene zwischen sich und dem Partner zu finden, auf der man vor Fehlinterpretationen gefeit ist. Demnach muss für die kommunikative Haltung Pathos die Produzent/Rezipient-Beziehung als konstitutiver Bestandteil einbezogen werden.

Das gegenseitige Einverständnis der Partner ist unabdingbare pragmatische Prä- oder Postsupposition1. Erst wo ein solches Einverständnis bereits herrscht, mit Sicherheit erwartbar ist oder erhofft wird, können sich Sprecher Pathos erlauben. Einverständnis steht als perlokutives Phänomen nicht zur Disposition des Sprechers allein. Sein Beitrag dazu besteht im Einnehmen und Anbieten einer bestimmten kommunikativen Haltung, die vom Normal-Null-Fall abweicht und damit ein stark beziehungsträchtiges Signal setzt. Der ebenso konstitutive Beitrag des Partners besteht darin, dass er dieses Angebot zumindest versteht, darüber hinaus aber auch akzeptiert und womöglich goutiert.“

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1    Unter Postsupposition sei zu verstehen, dass ein Sprecher Einverständnis zwar nicht ohne weiteres voraussetzen darf, wohl aber davon ausgeht, es vermittels seiner Signale nachträglich zu erreichen. Postsuppositionen sind somit Konversationspostulate (vgl. Grice 1975), deren Erfüllung freilich nicht nur erwünscht, sondern notwendig ist.

[Peter Christoph Kern: „Pathos. Vorläufige Überlegungen zu einer verpönten Kommunikationshaltung“. In:

http://www.ph-freiburg.de/medinst/publikat/pathos.htm]