POSITIVISMUS

Positivismo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Nominalismus / Platonismus / Sensismus / Universalienstreit / Sprache und Denken / Denken / Ideen / Begriff

 

Positivismus

eine von den Naturwissenschaften her bestimmte, im 18. Jh. auf alle Disziplinen der Geisteswissenschaft sich ausbreitende Theorie, die eine besondere Ausprägung des Empirismus darstellt.

In der Philosophie wurde der Positivismus (nach Ansätzen im antiken Skeptizismus und im mittelalterlichen Nominalismus) im englischen Empirismus (Bacon, Hobbes, vor allem Hume) vorbereitet und dann bes. von A. Comte entfaltet. Er geht davon aus, dass unter Ablehnung aller Metaphysik und ihrer behaupteten Erkenntnis apriorischer und normativer Prinzipien die Philosophie nur (wie die Einzelwissenschaften je innerhalb ihrer Bereiche) die Aufgabe habe, das in der sinnlichen Erfahrung unmittelbar «Gegebene» (= Positive), das >), das «Tatsächliche» (Faktische) zu ordnen durch die Aufstellung letzter, allg. und konstanter Wirklichkeitsbeziehungen («Gesetze»). Diese sollen selbst wiederum «gegeben», d.h. in der Erfahrung zwingend antreffbar sein. Sofern die Erfahrung nie abgeschlossen ist, sei auch die Philosophie nicht in ein System fassbar, sondern habe sich als universalwissenschaftl. Forschung in den Dienst fortschreitender Beherrschung der Wirklichkeit zu stellen.

Entspricht der Positivismus als Methode (nicht jedoch als Theorie) weitestgehend dem Wesen der Naturwissenschaften, so übersieht sein Anspruch, die einzig zulässige Methode zu sein, die wesentliche Unterschiede dieser gegenüber den anderen Wissenschaften, so wie er mit seinem Anspruch als universale Wirklichkeitslehre monistisch die Verschiedenheit der Seinsbereiche verkennt und insbesondere die Fülle dessen, was Wirklichkeit und Erfahrung sein kann, ohne deren Faktizität zu klären. Denn die eigentliche Frage der Philosophie nach dem apriorischen Grund der Möglichkeit der Erfahrung und ihres Gegebenen überhaupt wird als «metaphysisch» abgelehnt. Und wo diese Frage dennoch aufgegriffen wird, da wird dieser Grund wiederum nur als im individuell-psychischen Subjekt gegeben anerkannt und so der Positivismus durch einen Psychologismus fundiert.

Das geschichtliche Verdienst des Positivismus jedoch war die Abwendung vom unfruchtbar gewordenen Theoretisieren der Einzelwissenschaften und ihre Hinwendung zur Tatsachenforschung im 19. Jh. Weitere Vertreter des Positivismus: J. S. Mill, Laas, Avenarius, Mach, Dühring, Ziehen.

Der Neopositivismus, auch logischer Positivismus oder logischer Empirismus genannt, der Gegenwart (seine bedeutendsten Vertreter: Schlick, Wittgenstein, Carnap, Neurath, Russell) stellt eine vom Wiener Kreis ausgegangene Erneuerung und Präzisierung positivistischer Gedanken dar. Er weist der Philosophie als deren alleinige Aufgabe die Ausarbeitung der Logik und die logische Analyse der Sprache zu, d.h. die Bereitstellung der Instrumentariums für wissenschaftliche Aussagen. Der Neopositivismus ist heute für das wissenschaftliche Leben vor allem der angelsächsischen Länder bestimmend.”

[Müller, Max / Halder, Alois: Kleines Philosophisches Wörterbuch. Freiburg, Basel, Wien: Herder, 1988, S. 244]

Positivistische Sprachwissenschaft  (¹ Idealistische Sprachwissenschaft)

Mit dem Positivismus trat die Sprachwissenschaft des 19. Jahrhunderts aus ihrer philosophischen in ihre historische Etappe. Die Sprache wurde mit naturwissenschaftlichen Gesetzen analysiert. H. Paul, der Wortführer der Junggrammatiker, identifiziert die Lautgesetze mit den Naturgesetzen. Sie werden durch Analogien ergänzt. Die großen Leistungen der positivistischen Sprachwissenschaft liegen deshalb auf dem Gebiet der Textkritik und der Historischen Grammatik. Die Junggrammatiker wurden durch die Psychologie W. v. Wundts, die Geistesgeschichte K. Voßlers, die Kultursoziologie M. Webers und die durch F. de Saussure aufkommende synchrone Linguistik überwunden. Im 20. Jahrhundert kommt in der Logik und Sprachphilosophie der Neopositivismus mit R. Carnap und L. Wittgenstein auf.“ [Heupel, Carl, S. 181]

„Die als »Bedeutungsholismus« bezeichnete Theorie entstand als Reaktion auf den logischen Positivismus. Sie lieferte Argumente für die Widerlegung der positivistischen Versuche zu zeigen, dass jeder Ausdruck, den wir zu verstehen imstande sind, mit Hilfe einer begrenzten Gruppe von begriffen (den »Wahrnehmungsbegriffen«) definiert werden kann. [...]

Der Holismus ist also zunächst eine Gegenposition zum Positivismus. Die positivistische Sprachauffassung behauptet, alle sinnvollen deskriptiven Wörter unserer Sprache müssten sich mit Hilfe von Wörtern eines »Basisvokabulars« definieren lassen, und dieses Vokabular bestehe aus Wörtern, die für Begriffe stehen, die erkenntnistheoretisch elementarer sind als etwa die theoretischen Termini der Wissenschaft. Nach Möglichkeit wollten die Positivisten ein Vokabular aus Ausdrücken für Sinnesempfindungen oder doch zumindest aus Termini für vermeintlich »Beobachtbares«. Formulieren wir den Positivismus nicht als These über die Definierbarkeit von Begriffen, sondern als These über die Wahrheitsbedingungen von Sätzen, können wir es als historisches Faktum festhalten, dass die Positivisten ursprünglich darauf pochten, die Bedeutung eines Satzes solle durch eine Regel angegeben werden (bzw. angegeben werden können), die genau bestimmt, in welchen Erfahrungssituationen der Satz behauptbar ist.

Nun besteht der größte Teil der Wissenschaftsphilosophie dieses Jahrhunderts in der allmählichen Widerlegung dieser Auffassung. Auch die logischen Positivisten änderten ihre Meinung und kritisierten die Ansicht, die sie zuvor befürwortet hatten. Was (auch von den logischen Positivisten selbst) erkannt wurde, war im wesentlichen dies: dass Theorien nicht Satz für Satz getestet werden können. Hätten die Sätze, aus denen eine Theorie besteht, ihre eigenen unabhängigen Erfahrungsbedeutungen oder stellten sie entsprechend viele separat überprüfbare Behauptungen über die Beschaffenheit der Erfahrung auf, könnte man eine wissenschaftliche Theorie testen, indem man Satz 1 und Satz 2 und Satz 3 usw. überprüft. Aber in Wirklichkeit haben die einzelnen Postulate einer Theorie im allgemeinen keine (oder nur sehr wenige) Erfahrungskonsequenzen, wenn sie von den übrigen Aussagen der Theorie gesondert betrachtet werden. [...] Nur wenn ein umfangreiches Korpus von Aussagen gegeben ist, gelingt es, aus einer wissenschaftlichen Theorie alle ihre so genannten »Konsequenzen« abzuleiten. Die Sätze müssen sich, wie Quine es formuliert, nicht einzeln, sondern »als geschlossene Formation« dem Erfahrungstest stellen. (Daher rührt der Ausdruck »Holismus«.) [...]

Sagt man in einer formalisierten Sprache »Alle Vögel fliegen« und fügt hinzu: »Strauße sind Vögel«, so lässt sich folgern: »Strauße fliegen.« Die normale Sprache verhält sich aber nicht so. Wenn ich sage: »Falken fliegen«, will ich nicht, dass mein Hörer den Schluss zieht, dass auch ein Falke mit gebrochenen Flügel fliegt. Was wir erwarten, hängt von dem ganzen Netz der Überzeugungen ab. Sofern die Sprache die Erfahrung beschreibt, gelingt es ihr nicht Satz für Satz, sondern dadurch, dass sie ein Netz bildet.

Der Bedeutungsholismus läuft auch der starken Tendenz zuwider, die Definition als das Mittel herauszustreichen, mit dessen Hilfe die Bedeutung der Wörter erklärt oder festgelegt werden soll, d. h., sie läuft der bekannten Herausforderung zuwider: »Definiere gefälligst deine Terminologie!«. Der Bedeutungsholismus hat diesen (von Quine in sehr hohem Maße hervorgehobenen) Aspekt, weil sich aus ihm ohne weiteres die Andeutung ergibt, dass die meisten Begriffe gar nicht definiert werden können – zumindest dann nicht, wenn man unter einer »Definition« etwas ein für allemal Festgelegtes versteht, etwas, was die Bedeutung des Ausdrucks absolut einfängt.”

[Putnam, Hilary: Repräsentation und Realität. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1991, S. 33-36]

Positivismo

Actitud de los lingüistas que conciben el lenguaje como un conjunto analizable de elementos, independientes del hablante que los emplea. Culmina esta actitud a fines del siglo XIX, con el apogeo de las ciencias de la naturaleza y del método analítico. Contra ella reaccionaron importantes lingüistas independientes, como Ascoli y Schuchardt, movidos por una mejor observación de los hechos en las lenguas vivas, y todos los adscritos al idealismo. (Vid. Neogramáticos)“

[Lázaro Carreter, F., Dicc. de térm. filológ., p. 328]

El positivismo lingüístico

Tratando sobre la unidad del idioma, Menéndez Pidal se refería a las concepciones positivistas: «Pott consideraba las diferencias que separan el inglés insular del americano y se preguntaba: “¿Podrá creerse que las lenguas procedentes del Lacio, trasladadas al suelo americano, escaparán al destino que imponen las leyes generales de la Naturaleza?”. No se trata aquí de leyes históricas, sino de leyes naturales. Pott escribe cuando el positivismo y darwinismo triunfantes habían inspirado hacía pocos años a Schleicher su famosa concepción: la lingüística era una ciencia natural; las lenguas son un organismo con vida propia que nacen, se desarrollan, envejecen y mueren como todo ser viviente; un organismo regido por las leyes de la Naturaleza, fatales, sin excepciones; la voluntad del hombre no puede intervenir en su desenvolvimiento [...] Un Schuchardt, un Bréal combatían el concepto de fatalidad en la evolución de las lenguas y el de la lingüística como ciencia de la Naturaleza, conceptos estos que acabaron pronto por ser completamente abandonados para sustituirlos por el de la lengua concebida como un hecho social, como una actividad espiritual humana».”

[Abad, Francisco: Diccionario de lingüística de la escuela española. Madrid: Gredos, 1986, p. 195]