PHANTASIE und das UNHEIMLICHE

La fantasía y lo familiar inquietante

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Das Umheimliche nach Freud / Märchen / Phantasie / Fiktion / Identität / Literatur und Psychoanalyse / Literatur / Roman / Poesie / Bild / Metapher

 

Phantasie und das Unheimliche  ·  La fantasía y la inquietante extrañeza de lo familiar

Freud: «heimlich/unheimlich» - die beunruhigende Fremdheit (L’inquiétante étrangeté):

Obwohl nach eigener Aussage von eingeschränkter Tragweite, weil anfangs auf ästhetische Probleme und insbesondere auf Texte von Hoffmann bezogen, überschreitet Freuds Schrift Das Unheimliche (1919) insgeheim diesen Rahmen, aber auch das psychologische Phänomen des «Unheimlichen», um sich einer Untersuchung der Angst generell und, noch allgemeiner, der Dynamik des Unbewussten zu widmen. Ausgehend von einer semantischen Untersuchung des deutschen Adjektivs heimlich und seines Antonyms unheimlich, will Freud tatsächlich zunächst darlegen, dass eine dem Antonym verwandte negative Bedeutung bereits dem positiven Begriff heimlich anhaftet, das «vertraut», aber auch «geheim», «verborgen», «undurchdringlich», «hinterlistig» bedeutet. So verkehren sich in dem Wort heimlich selbst das Vertraute und Intime in ihr Gegenteil und fallen mit dem entgegengesetzten Sinn von «beunruhigender Fremdheit» zusammen, der in unheimlich steckt. Diese Immanenz des Fremden im Vertrauten wird als ein Beleg für die psychoanalytische Annahme angesehen, wonach «das Heimliche ... jener Art des Schreckhaften (sei), welche auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückgeht», was für Freud auch die Definition von Schelling bestätigt: «Unheimlich nennt man Alles, was im Geheimnis, im Verborgenen ... bleiben sollte und hervorgetreten ist» (S. Freud: Das Unheimliche, G.W., Bd. XII, S. 235).

Was unheimlich ist, wäre also das, was vertraut gewesen ist (man beachtet die Vergangenheit) und unter bestimmten Bedingungen (welchen?) hervortritt. Ein erster Schritt ist getan, der das Unheimliche aus dem Äußeren, in das es die Angst fixiert, herausnimmt, um es ins Innere nicht eines Vertrauten als eigenem, sondern eines potentiell mit Fremdem behafteten und (über seine imaginäre Herkunft hinaus) in eine nicht-eigene Vergangenheit zurückverwiesenen Vertrauten zu verlagern. Das andere, das ist mein («eigenes») Unbewusstes, mein unbewusstes («Eigenes»).

Welches «Vertraute»? Welche «Vergangenheit»? Um diese Fragen zu beantworten, wird Freud mit dem anfangs gesetzten ästhetischen und psychologischen Begriff des «Unheimlichen» ein seltsames Spiel treiben, um darin schließlich die analytischen Begriffe der Angst, des Doppelgängers, der Wiederholung und des Unbewussten wieder zu finden. Das Unheimliche, das bei Nathaniel (in Hoffmanns Erzählung Der Sandmann) die Vaterfigur und ihre Substitute ebenso wie die Anspielungen auf die Augen auslösen, ist mit der vom Kind erlebten Kastrationsangst verbunden; es ist eingeschrieben in sein Unbewusstes, verdrängt und tritt schließlich anlässlich eines Zustands der Verliebtheit wieder in Erscheinung. Der andere, das ist mein (eigenes) Unbewusstes [weitere Lesart: mein unbewusstes (Eigenes). (A.d.Ü.)].

Andererseits bemerkt Freud, dass das archaische, narzisstische, noch nicht von der Außenwelt abgegrenzte Ich das in sich als bedrohlich oder unangenehm Empfundene aus sich heraus projiziert und daraus einen fremden, unheimlichen, dämonischen Doppelgänger macht. Das Fremde scheint sich dieses Mal aus einem Abwehrbestreben des machtlosen Ich zu erklären: dieses schützt sich, indem es das Bild des freundlichen Doppelgängers, das zuvor zu seinem Schutz genügte, durch das Bild eines feindseligen Doppelgängers ersetzt, in den es den zerstörerischen Anteil projiziert, den es nicht enthalten darf.”

[Kristeva, Julia: Fremde sind wir uns selbst. Frankfurt a. M.: Suhrkamp (es 1604), 1990, S. 199-200]

„Ich habe gesagt, die Kultur und das Unbewusste seien das Umschlagplatz der Bedeutungen, der verdrängten Bedeutungen und damit auch der Wiederkehr von Bedeutungen. Kulturen sind durch Tradition, Kontinuität, Wiederholung gekennzeichnet, also auch durch Wiederholungszwang, Wiederkehr derselben Phantome, desselben vertraut-verdrängten Unheimlichen, des beunruhigenden Fremden inmitten des Eigenen.

Mit dem Begriff des Freudschen Unbewussten verliert die Einbindung des Fremden in die Psyche ihren pathologischen Aspekt und integriert eine zugleich biologische und symbolische Andersheit ins Innere der angenommenen Einheit der Menschen: sie wird integraler Teil des Selbst ... Als Unheimliches ist das Fremde in uns selbst: Wir sind unsere eigenen Fremden – wir sind gespalten ... Mein Unbehagen, mit dem andern – meiner Fremdheit, seiner Fremdheit – zu leben, beruht auf einer gestörten Logik, die jenes seltsame Bündel von Trieb und Sprache, von Natur und Symbol, welches das immer bereits durch den anderen geformte Unbewusste ist, lenkt.

Ein erster Schritt ist genau, der das Unheimliche aus dem Äußeren, in das es die Angst fixiert, herausnimmt, um es ins Innere nicht einer Vertrauten als eigenem, sondern eines potentiell mit Fremdem behafteten und (über seine imaginäre Herkunft hinaus) in eine nicht-eigene Vergangenheit zurückverwiesenen Vertrauten zu verlagern. Das andere, das ist mein («eigenes») Unbewusstes, mein unbewusstes («Eigenes»).

... da die psychischen Situationen, in denen sich eine vollkommene Verdrängung manifestiert, selten sind, erscheint diese Wiederkehr des Verdrängten in Form von Angst und insbesondere von Unheimlichkeit als eine paroxysmale Metapher des psychischen Geschehens selbst. Dieses wird in der Tat durch die Verdrängung und den notwendigen Durchgang durch sie bestimmt, so dass es die Verdrängung und ihre Durchlässigkeit selbst sind, die das andere und letztlich das Fremde konstruieren. (Kristeva, Julia: Fremde sind wir uns selbst. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1990, S. 197ff.)

So ermöglicht also der Begriff des Unheimlichem bei Freud mit all seinen Implikationen eine ethnopsychoanalytische Annäherung und vorläufige Verortung einiger magischer Phänomene bei den Agni. Ein zentraler Begriff wurde bis jetzt dabei noch ausgelassen, und zwar jener der Verdoppelung. Er spielt sowohl in der Agni-Magie eine zentrale Rolle (woa-woè: das Doppel der Seele; mma: die Satuette, die den Toten verkörpert; die Fetische, die Zwillinge), wie auch im Freudschen Konzept des Unheimlichen und einigen Überlegungen, die Derrida daran angeschlossen hat.

Wie bereits erwähnt, betrachtet Freud die Vermischung zwischen Symbol und Symbolisiertem zugleich als Charakteristikum des Unheimlichen, des Neurotischen, des Infantilen, des Magischen und des Primitiven. In Hinblick auf den «bösen Blick», den er mit dem Glauben an die «Allmacht der Gedanken» in Verbindung bringt, schreibt er: «Die Analyse der Fälle des Unheimlichen hat uns zur alten Weltauffassung des Animismus zurückgeführt, die ausgezeichnet war durch die Erfüllung der Welt mit Menschengeistern, durch die narzisstische Überschätzung der eigenen seelischen Vorgänge, die Allmacht der Gedanken und die darauf aufgebaute Technik der Magie ...» (Freud, S.: “Das Unheimliche”. In: Psychologische Schriften. Studienausgabe Bd. III, Frankfurt a. M.: Fischer, 1982, S. 263).

In der Art, wie Julia Kristeva diese Überlegungen kommentiert, findet sich bereits eine gewisse Aufweichung der Grenze zwischen materieller und psychischer Realität:

Magie, Animismus oder, prosaischer, «intellektuelle Unsicherheit» und verunsicherte Orientierung (Jentsch zufolge) begünstigen das Zustandekommen des Unheimlichen. Was nun diese ansonsten sehr unterschiedlichen symbolischen Prozesse vereint, ist eine Schwächung der Wertes der Zeichen als solcher und eine Schwächung der ihnen eigenen Logik. Das Symbol hört auf, Symbol zu sein, und übernimmt «die volle Leistung und Bedeutung des Symbolisierten» (Freud ebenda: 267). In anderen Worten, das Zeichen wird nicht mehr als arbiträr erlebt, sondern nimmt eine reale Bedeutung an. Als Folge löst sich die materielle Realität, die das Zeichen üblicherweise bezeichnen soll, allmählich zugunsten der Imagination auf, das lediglich «Die Überbetonung der psychischen Realität im Vergleich zur materiellen» (ebenda) ist. Wir haben es hier mit der «Allmacht der Gedanken» zu tun, die, um sich auszubilden, ebenso das Willkürliche des Zeichens wie die Autonomie der Realität aufhebt und sie der Herrschaft von Phantasien unterstellt, die infantile Wünsche oder Ängste ausdrücken. (Kristeva, a.a.O., S. 202f.)

Ist die Psychose unheimlich durch eine Verdinglichung der Zeichen infolge einer Schwäche der Verdrängung, so «scheint unser flüchtiges oder mehr oder weniger bedrohliches Erleben des Unheimlichen Indiz unserer psychotischen Latenz, der Schwäche unserer Verdrängung zu sein – und gleichzeitig der Unbeständigkeit der Sprache als symbolischer Barriere, die in letzter Instanz das Verdrängte strukturiert» (ebenda).

Nun hat aber gerade Derrida diese saubere Trennung zwischen Symbol und Symbolisiertem aufgehoben beziehungsweise aufgezeigt, dass schon Saussure in dieser Frage zwiespältig war. Damit rückt der Poststrukturalismus beziehungsweise die Sprache selbst wieder in den Bereich, den Freud als infantil, animistisch, magisch, unheimlich bezeichnete, oder anders gesagt, wir werden des Mittels beraubt, mit dem man in diesem Bereich eindeutige Unterscheidungen vornehmen konnte.”

[Signer, David: Konstruktionen des Unbewussten. Die Agni in Westafrika aus ethnopsychoanalytischer und poststrukturalistischer Sicht. Wien: Passagen Verlag, 1994, S. 118-120]

La inquietante extrañeza (1919)

Este texto de Freud es importante en cuanto al análisis de algunos caracteres de la literatura. Freud se pregunta a qué procesos psíquicos se debe la impresión de extrañeza inquietante despertada en nosotros, bien por ciertas circunstancias de la vida, bien por la lectura de obras literarias. Esta impresión es bastante difícil de definir. Es muy difícil traducir con exactitud la palabra alemana unheimlich que define perfectamente el concepto. Literalmente: no familiar – traducción inglesa: the uncanny. Freud señala que se trata de una impresión próxima a la angustia, pero presentando unos caracteres particulares. Se trata de un malestar que se puede desencadenar, entre otras circunstancias, a partir de la repetición de un hecho el primer momento banal y anodino. Esta impresión normalmente se despierta por algo que es o que ha sido familiar y que se ha convertido en insólito e inquietante. Freud, para analizar las fuentes de este malestar específico, va a llevar sus investigaciones en dos direcciones, por una parte del lado del lenguaje y por otra de todas las situaciones que pueden desencadenar esta impresión. Anuncia de golpe que sus investigaciones le han llevado por dos vías diferentes al mismo resultado: «la extrañeza inquietante será este tipo de espanto que se apega a las cosas conocidas desde hace mucho tiempo, y desde siempre familiares».

Entonces, Freud se entrega primero a un estudio lingüístico, en el que confronta las palabras que se relacionan con esta impresión en las diferentes lenguas. Así, se da cuenta de que «la palabra heimlich, entre los varios matices de su significado, tiene uno que coincide con su contrario unheimlich. Lo que era simpático se transforma en inquietante, turbador», y que heimlich es una palabra «cuyo significado se desarrolla hacia una ambivalencia, hasta que al final se encuentra con su contrario unheimlich».

Freud examina después diferentes casos de extrañeza inquietante: las impresiones producidas por los autómatas, las figuras de cera y los dobles. Es en la obra de un escritor que «mejor que ningún otro sabe hacer nacer en nosotros el sentimiento de extrañeza inquietante», E.T.A. Hoffmann, donde Freud va a tomar una serie de ejemplos que le servirán para analizar esta impresión y determinar su origen. Cuando Freud analiza el cuento «El hombre de arena» (Der Sandmann) demuestra que la inquietud provocada por la lectura del cuento no está ligada, como se creía, al miedo provocado por la muñeca automática Olimpia, sino más bien al tema de la culpabilidad edipiana y de la angustia de castración bajo forma de miedo a perder los ojos, particularmente intenso en el héroe del Conde Natanael.

Estudiando después la novela Los elixires del Diablo, le llama la atención a Freud la frecuencia con que en esta obra se trata el tema del doble. Freud expone entonces une entonces un estudio hecho por uno de sus discípulos, Otto Rank, sobre el tema del doble. Este último piensa que el doble, ligado al principio a unas creencias sobre la inmortalidad del alma y destinado a proteger contra el temor de la muerto, proviene por una especie de inversión, debido a la época arcaica en que apareció esta concepción, de la angustiosa repetición de lo semejante que evoca el retorno «a ciertas fases de la historia evolutiva del Yo, de una regresión a la época en la que el Yo no estaba todavía claramente delimitado en relación con el mundo exterior y con el prójimo».

Freud, después de completar su demostración con algunos ejemplos, de los cuales uno está tomado de su vida personal, concluye que la impresión de la extrañeza inquietante se debe al regreso de algo que ha sido familiar en la infancia, pero que ha sido rechazado, a consecuencia de un sentimiento de culpabilidad. De este modo, esta impresión tendría la misma causa que algunos síntomas neuróticos atribuidos por Freud al resurgimiento de lo rechazado.”

[Clancier, Anne: Psicoanálisis, Literatura, Crítica.  Madrid: Cátedra, 1973, p. 48-49]

„Desorientar para entretener, pero también para evocar lo que hay de oculto y de prohibido en las cosas más familiares, aquí reside todo el artificio del cuento: en este desplazamiento de la ilusión consistente en poner ante los ojos lo falso para obligar a descubrir lo verdadero. El alemán utiliza Unheimlich para designar esta atmósfera característica del Märchen. Nosotros hablamos de «inquietante extrañeza», incapaces de reproducir el juego de palabras basado en la etimología. Das Heim es el hogar; Das Heimliche es lo familiar y, al mismo tiempo, lo secreto. El Märchen es el maestro indiscutido de lo Unheimlich en el sentido de que juega sin cesar con el carácter oculto, extraño, ambiguo, de las cosas familiares, tales cuales, con su ambivalencia específica, las vive el niño «edípico». Cfr. Freud: Das Unheimliche (la inquietante extrañeza)”

[Robert, Marthe: Novela de los orígenes y orígenes de la novela. Madrid: Taurus, 1973, p. 85 n. 6]

[ver Freud, Sigmund: “Das Unheimliche” (1919), en: Studienausgabe, Bd. 4, S. 241-274; el sentido de unheimlich, tal como Freud lo entiende aquí, sería ‘la perturbadora sensación de familiaridad que nos produce lo extraño’]