PARTIKELN

Partículas

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Abtönungspartikeln / Antwortpartikeln / Fokuspartikeln / Gradpartikeln / Intensivpartikeln / Kopulapartikeln / Modalpartikeln  / Modalwörter / Rangierpartikeln / Diskursmarker

 

„Die Bezeichnung Partikel (lat. particula ‘Teilchen’) wird mit unterschiedlicher Bedeutung angewendet. So gibt es eine weite Auffassung, bei der der Begriff Partikel alle unflektierten Wortarten umfasst, und eine enge Auffassung, nach der unter dem Begriff Partikel nur so genannte Würz- oder Färbewörter verstanden werden.

Für die Abgrenzung von den (reinen) Adverbien und den Modalwörtern kommen folgende Merkmale in Frage:

1.  synsemantisch,

2.  nicht satzgliedfähig,

3.  im Kernsatz nie erststellenfähig,

4.  meist unbetont.

[Sommerfeldt / Starke: Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, 1988, S. 163-164]

Engel, Ulrich (1988: 17-18) klassifiziert die Wortklassen nach einem erweiterten Distributionskriterium:

„Auf Grund des Kriteriums der Flexion erhält man zunächst die beiden großen Teilmengen der veränderlichen und der unveränderlichen Wörter. Zu den veränderlichen oder flektierbaren Wörter gehören - mit wenigen Ausnahmen - die „Hauptwortklassen“ Nomen, Verb und Adjektiv. Die abzählbare Menge der nichtflektierbaren Wörter nennen wir Partikeln. Sie umfassen neben Adverbien und Präpositionen mehrere kleine Klassen, die ebenfalls gemäß ihrer geregelten Umgebung definiert werden.

Es ist darauf hinzuweisen, dass auch einige Elemente der Hauptwortklassen zu den Partikeln zu rechnen sind, weil sie in keinerlei Kontext eine Veränderung erfahren, so das Nomen Milch, das Determinativ lauter, die Adjektive lila und prima, die Pronomina etwas und nichts und andere.

·       Präpositionen sind Partikeln, die immer ein Nomen in spezifischen Kasus bei sich haben können.

·       Subjunktoren leiten Nebensätze ein: als, dass, weil u. a.

·       Konjunktoren können zwischen gleichartigen und gleichrangigen Elemente stehen: aber, denn, oder

·       Adverbien sind Partikeln, die im Konstativsatz vor dem finiten Verb stehen können und immer als Antworten auf w-Fragen verwendbar sind: dort, manchmal, selten u. a.

·       Modalpartikeln können im Konstativsatz vor dem finiten Verb stehen und als Antworten auf Ja/Nein-Fragen dienen: freilich, sicherlich, zweifellos.

·       Rangierpartikeln können im Konstativsatz vor dem finiten Verb stehen, aber nicht als Antworten auf irgendwelche Fragen dienen: eigentlich, erstaunlicherweise, siebtens

·       Gradpartikeln können im Konstativsatz immer zwischen Konjunktor und Vorfeldelement stehen: (und) sogar (dies war nicht zuviel)

·       Kopulapartikeln verbinden sich mit Kopulaverben wie sein, werden, bleiben und wenigen anderen: angst, leid, quitt u. a.

·       Abtönungspartikeln sind weder „vorfeldfähig“ noch erfragbar noch negierbar noch häufbar: doch, eben, wohl u. a.

·       Restliche Partikeln die keiner Definition genügen, so die Partikeln als und wie in bestimmten Verwendungen.“

·           [Engel, Ulrich: Deutsche Grammatik, Heidelberg: Groos, 1988, S. 18-19]

„Unter dem Oberbegriff  Partikeln (von lat. particula ‘Teilchen’) 1 oder „Partikeln im weiteren Sinne“ werden in den verschiedenen Grammatiken die unterschiedlichsten Wortarten zusammengefasst. So betrachtet beispielsweise der Duden Adverbien, Präpositionen und Konjunktionen als Partikeln; unter dem Begriff „Adverbien“ wird dabei eine sehr heterogene Gruppe von Wortarten zusammengefasst, die in anderen Grammatiken als Adverbien, Pronominaladverbien, Modalwörter, Abtönungspartikeln, Gradpartikeln und Intensivpartikeln bezeichnet werden. In den Grundzügen (1981: 682) werden alle diese Wortarten nach ihrer morphologischen Eigenschaft als „Unflektierbare“ bezeichnet, aber nur die bei ihnen „Modalpartikeln“ genannten Abtönungspartikeln tragen den Namen „Partikeln“. Helbig/Buscha (1984: 475-499) hingegen beschränken den Begriff „Partikeln“ auf die Gruppe, die traditionell „Grandpartikeln“ genannt wird; einen Oberbegriff für eine größere Gruppe von Wörtern gibt es bei ihnen nicht. Während Altmann (1976: 3) den Begriff „Partikel“ für sämtliche unflektierbaren Wortarten einschließlich der Interjektion (bei ihm: „Interjektionspartikeln“) verwendet, werden die Interjektionen sonst auch von Grammatiken wir dem Duden (1984), die den Begriff auf alle anderen unflektierbaren Wortarten anwenden, trotzt ihrer Unflektierbarkeit nicht zu den Partikeln gerechenet, sondern als eigenständige Wortklasse behandelt. Aber der Bereich der Partikeln lässt sich sogar noch weiter fassen: Engel (1988: 767) rechnet außer den von Altmann erfassten Wortarten auch noch sog. „Kopulapartikeln“ hinzu, eine Wortart, die in anderen Grammatiken gewöhnlich als (nur prädikative) Adjektive behandelt wird.

Die entweder explizit gegebene oder implizit mitverstandene Definition von „Partikeln“ besteht, wie diese Beispiele zeigen, häufig in „Unflektierbarkeit“. Die Flektierbarkeit ist indessen ein unsischeres Kriterium der Wortklasseneinteilung. [...] Es scheint daher sinnvoll, bei der Definition der Partikeln auf grundlegende semantische Aspekte zurückzugreifen: auf die Unterscheidung von kategorematischen (lexikalischen), deiktischen, kategoriellen und synkategorematischen Bedeutungen [vgl. Bedeutung]. Auf dieser Grundlage können „Partikeln im weiteren Sinne“ als Synkategorematika, als als Wörter ohne kategorematische und ohne kategorielle Bedeutung definiert werden.

Mit einer solchen Definition können die sog. „Kopulapartikeln“ aus der Gruppe der Partikeln ausgeschlossen werden. Sie haben eindeutig sowohl eine lexikalische als auch eine kategorielle Bedeutung. Adverbien wie gern, erfreulicherweise oder hoffentlich haben eine lexikalische Bedeutung, während solche wie dort, heute, hier eine deiktische Bedeutung haben. Die Schwierigkeit bei der Einordnung der Adverbien rührt in erster Linie daher, dass sie neben ihrer Wortartenbedeutung keine einheitliche Bedeutung aufweisen. Entsprechend verhalten sie sich auch syntaktisch nicht einheitlich.

Interjektionen stellen ihrerseits eine relativ heterogene Wortart dar. Zu ihnen können, je nach Einteilung, emotionale Äußerungen wie pfui, huch oder aua, Onomatopoetika wie kikeriki, miau oder ticktack oder auch Kurzformen wie kreisch oder ächz gezählt werden.

Zu den Partikeln im weiteren Sinne können folgende Wortarten gezählt werden:

-   Präpositionen verbinden sich stets fest mit einem nominalen Element.

-   Konjunktionen haben primär die syntaktische Funktion, Sätze zu verknüpfen.

-   Konjunktionaladverbien bilden eine heterogene Gruppe von Wörtern; nicht alle sind Partikeln.

-   Modalwörter dienen dem Ausdruck der Wahrscheinlichkeit.

-   Abtönungspartikeln stellen den Bezug einer Äußerung zu ihrem Kontext her und drücken die

     Einstellung der Sprecherin [sic] zum Gesagten aus.

-   Intensivpartikeln modifizieren den durch ein anderes Wort ausgedrückten Inhalt, den sie verstärken oder abschwächen.

-   Fokuspartikeln sind dadurch definiert, dass sie zusammen mit ihrem Skopus den Fokus des Satzes

     bilden.

-   Antwortpartikeln dienen als Antworten auf Entscheidungsfragen.

-   Negationspartikeln dienen der Verneinung.“  

[Hentschel / Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik, S. 245-248]

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1    Während es in der Physik auch das Partikel (Plural: die Partikel; ‘Elementarteilchen’) gibt, ist das Wort in der Sprachwissenschaft stets femininum und bilden den Plural auf -n.

„Ya señaló Gili Gaya cómo, en ocasiones, „ciertas conjunciones relacionan a veces la oración en que se hallan con el sentido general de lo que se viene diciendo“. Tales conjunciones quedan englobadas dentro de lo que denomina „enlaces extraoracionales“.

En realidad, las piezas lingüísticas que tienen como función marcar relaciones que exceden los límites de la sintaxis oracional constituyen un conjunto bastante heterogéneo de elementos. Tal heterogeneidad se pone de manifiesto en las vacilaciones que se observan al establecer el estatuto de estas unidades. La diversidad de términos con que se las designa es suficientemente revelador: marcadores textuales o de discurso, operadores discursivos, ordenadores del discurso, operadores pragmáticos, conectores discursivos, enlaces extraoracionales, etc. Martín Zorraquino aboga por el mantenimiento del término tradicional partícula, „que tiene la ventaja de resultar apto para referirse a elementos que operan en la gramática de la oración y en la del discurso (o en el marco de la enunciación); el uso del término partícula podría favorecer, por ello, el estudio del ‘sentido’ fundamental de las unidades aludidas, que, muchas veces, (quizá no siempre), remite a un valor subyacente a ambos planos (la oración y el discurso). En cualquier caso, junto a partícula debería utilizarse especificaciones que hicieran explícito el nivel del análisis en el que opera (partículas discursivas / partículas oracionales)“ (1992: 118-119).“

[Casado Velarde, M.: Introducción a la gramática del texto del español. Madrid: Arco Libros, 1993, p. 30-31]

„Se asombra el lingüista francés Claude Hagège de la ausencia de interés de las gramáticas académicas por los fenómenos de la lengua coloquial, particularmente en lo que ser refiere a los expletivos, silenciados o catalogados bajo la etiqueta condescendiente de particules. Se trata, para él, de los elementos más vivos del registro hablado y afirma que son sobre todo las lenguas de gran tradición oral las que poseen un mayor abanico de estas palabras breves y eficaces, a menudo simples monosílabos, cuyo equivalente sería difícil encontrar en una lengua como el francés. Cita entre estas lenguas ricas en expletivos el lapón, el finés, el sueco y el checo, insistiendo en que se trata de modalizadores de enunciado cuyo objetivo es implicar psicológicamente en el diálogo al interlocutor.“

[Soler-Espiauba, Dolores: „La insoportable complejidad del coloquio“.  In: Cuadernos Cervantes. Sept.-oct.  1996, p. 32]