PARENTHESE

Frase parentética o intercalada

(Recop.) Justo Fernández López

 

= Der Schaltsatz

 

Parenthese [griech. pará ‘neben’, énthesis ‘Einfügung’]

In einem Satz eingefügter selbständiger Ausdruck (Wort, Wortfolge oder Satz), der strukturell unabhängig ist vom gesamten Satzgefüge: Cherubin - er ist ein leichtentflammter Jüngling - wirbt um Susanne. Zu P. im weiteren Sinne zählen auch Interjektionen, Anreden und Schaltsätze.“ [Bußmann, H., S. 560]

„Die Parenthese (gr. = ‘Einfügung’, ‘Dazwischenschalten’) ist die Unterbrechung des Satzflusses durch einen Satz, eine Wortgruppe oder ein Wort, ohne dass formelle Verknüpfungen grammatische Beziehungen zum umgehenden Satz herstellen. Durch Stimmführung und Interpunktion wird die Parenthese vom übrigen Satz abgehoben. Die Parenthese bringt einen neuen Gedanken des Sprechers oder Schreibers in die Rede und wirkt belebend auf das Satzganze. In der geschriebenen Sprache wird sie meist durch Klammern [sp. paréntesis] oder Gedankenstriche, zuweilen auch nur durch Kommata abgegrenzt:

Literatur - und ich bin mir der Unbescheidenheit meiner Wortwahl in diesem Zusammenhang durchaus bewusst -, Literatur muss sich auf den ersten Blick wie ein Druckfehler ausnehmen (Kant).“

[Jung, Walter: Grammatik der deutschen Sprache. Mannheim und Leipzig: Bibl. Inst., 1990, S. 128]

„Der Schaltsatz kann zu dem Satz, in den er eingebettet ist, in unterschiedlichen Beziehungen stehen. Wir bringen eine Auswahl:

§      Angabe des Autors / der Quelle: – so geht aus Presseberichten hervor

§      Angabe der Bedeutung eines Gegenstandes bzw. Hervorhebung aus einer Menge:

Das Recht auf Arbeit es besitzt eine Schlüsselstellung, wenn es um Positionen in der Gesellschaft, um den Lebensstandard und die soziale Sicherheit der Werktätigen geht – muss erkämpft werden.

§      Ausdruck einer Wertung bzw. eines subjektiven Kommentars:

Ein anderes Blatt wiederum bemerkte, dass dabei – die ehrbare Zunft verzeihe uns die Wiedergabe dieses Zitats – ‘wie unter Teppichhändlern gefeilscht’ werde.

[Sommerfeldt, K.-E. / Starke, G.: Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Leipzig: VEB, 1988, S. 188-189]