OSTENSIVE DEFINITION

Aprendizaje ostensivo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Metasprache

 

Ostensive Definition = hinweisendes Erklären = zeigen auf etwas

„Für den allgemeinen Gebrauch ist Salz die Substanz, die auf unseren Tischen erscheint. Es ist auch dann noch Salz, wenn seine chemische Zusammensetzung nicht genau der Definition des Chemikers entspricht. Der allgemeine Sprachgebrauch unterscheidet sich von der Wissenschaftssprache gerade durch die Tatsache, dass seine Begriffe nicht klar definiert und seine Klassen nicht streng eingeteilt sind.

Ein möglicher Weg aus all diesen Schwierigkeiten bestünde in der Feststellung, dass nur EINIGE Wörter tatsächlich Objekte bezeichnen – dass Kinder einige von ihnen als Namen lernen. Der Rest wird auf eine Weise gebraucht, die irgendwie vom grundlegenderen Gebrauch abgeleitet ist. Dies entspricht im wesentlichen Bertrand Russells Idee, dass es zwei Arten von Wörtern gäbe, ‚Objektwörter’ und ‚Wörterbuchwörter’. Objektwörter würden ostensiv gelernt, d.h. durch Zeigen auf die Objekte, während Wörterbuchwörter durch Objektwörter definiert werden müssten. Die Objektwörter haben also ostensive Definitionen.

Aber das meiste, was wir gesagt haben, zeigt, dass dies keine Lösung sein kann. Denn um eine ostensive Definition zu verstehen, müssen wir genau verstehen, worauf gezeigt wird. Wenn ich auf einen Stuhl zeige und sage ‚Das ist ein Stuhl’, dann muss man zunächst erkennen, dass ich auf das ganze Objekt zeige und nicht nur auf eins seiner Beine, oder auf das Holz, aus dem der Stuhl gemacht ist. Das mag sehr leicht sein, aber es ist auch nötig, die Charakteristika eines Stuhls zu kennen, wenn die Definition Wert haben soll. Denn jemand, der nicht schon weiß, was ein Stuhl ist, könnte aufgrund der ostensiven Definition annehmen, dass ein Hocker oder ein Sessel ein Stuhl sei. Er könnte möglicherweise nicht einmal sicher sein, ob das Wort Stuhl ebenso auf einen Tisch anwendbar wäre, weil bei der ostensiven Definition auf einen Stuhl nicht als eine Sitzgelegenheit, sondern eher als Möbelstück hingewiesen wird. Das Zeigen auf ein Objekt bedingt die Identifikation des Objekts, die Spezifikation der Eigenschaften, die es zu einem Stuhl oder Tisch machen. Dabei ist ein geschultes Verständnis nötig, vielleicht sogar das Verstehen des gesamten Kategoriesierungssystems der betreffenden Sprache. Wie der Philosoph L. Wittgenstein bemerkte: »Ich muss schon eine Sprache beherrschen, um eine ostensive Definition zu verstehen«.“

[Palmer, Frank: Semantik. Eine Einführung. München: C. H. Beck, 1977, S. 30]

„Und wie soll nun das hinweisende Erklären funktionieren? Nehmen wir an, ich will jemandem die Zahl »2« erklären und zeige auf zwei Nüsse. Aber derjenige, dem ich diese Definition gebe, kann annehmen, dass ich mit dem Wort »zwei« diese Gruppe von Nüssen meine. Oder, wenn ich ihm hinweisend erklären will: »Das sind Nüsse« dann kann er annehmen, dass ich damit die Zahl »zwei« meine.

Vielleicht sagt man: Die Zwei muss so definiert werden, dass man sagt: Diese Zahl heißt zwei. Dann muss aber das Wort Zahl schon erklärt und verstanden sein. (PU 29).

Die hinweisende Definition erklärt also die Bedeutung, wenn es schon vorher klar ist, wie das Wort gebraucht werden soll (PH 30). Von Benennen oder Bezeichnen aufgrund von Hinweisen kann also keine Rede sein. [...]

Das Zeigen, das hinweisende Erklären, kann man auffassen als die Übersetzung aus einer Gebärdesprache in die Wortsprache. Wenn ich auf einen Gegenstand zeige und sage: »Das ist ‚violet’«, dann muss ich schon wissen, was eine Farbe ist, und was der Name einer Farbe ist. (Gr 45)

Gleich, wie ich versuche, einem Andern eine Sprache verständlich zu machen, so setzt dies schon eine Sprache voraus. Das zeigt uns auch, dass wir nicht eine Sprache durch eine Sprache lernen können. Wir lernen die Sprache, eben indem wir sie lernen, aber nicht durch eine Sprache, die außerhalb ihrer wäre. Wir kommen aus der Sprache nicht heraus.

»Wenn ich einem Menschen die Bedeutung eines Wortes ‚A’ erkläre, indem ich sage ‚dies ist A’ und auf etwas hinzeige, so kann dieser Ausdruck in zweierlei Weise gemeint sein. Entweder ist er selber schon ein Satz und kann dann erst verstanden werden, wenn die Bedeutung von A bekannt ist. Oder der Satz ist eine Definition. Ich hätte jemandem etwa gesagt: ‚A ist krank’, er wüsste aber nicht, wen ich mit A meine, und nun zeige ich auf einen Menschen und sage ‚das ist A’.

Nun ist der Ausdruck eine Definition, aber diese kann nur verstanden werden, wenn die Art des Gegenstandes bereits durch den grammatisch verstandenen Satz ‚A ist krank’ bekannt war. Das heißt aber, dass jede Art des Verständlichmachens einer Sprache schon eine Sprache voraussetzt. Und die Benützung der Sprache in einem gewissen Sinne nicht zu lehren ist. D. h. nicht durch die Sprache zu lehren, wie man etwa Klavierspielen durch die Sprache lernen kann. – D. h. ja nichts anderes als: Ich kann mit der Sprache nicht aus der Sprache heraus.« (PB 6)“

[Brand, Gerd: Die grundlegenden Texte von Ludwig Wittgenstein. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1975, S. 130-131]

Lugar del referente: Los elementos no lingüísticos, denominados referente, no tienen cabida en la explicación del significado de una palabra incluso cuando ésta es utilizada referencialmente. Únicamente aparecen las unidades de información sensorial elaboradas a partir de dichos elementos, y sólo en la medida en que son sometidas al proceso de acoplamiento y reducción-recuperación, es decir, en tanto que ingredientes de un acto lingüístico que parte de la existencia previa del significado (primera parte del proceso del que la referencia es parte siguiente).

Incluso en la situación de aprendizaje ostensivo, no es el objeto o hecho lo que entra en el significado, sino el dato sensorial obtenido a partir de él. Este dato es diferenciado (distinguido, discriminado) de los demás que le acompañan, y, lo mismo la palabra correspondiente; se aprende a relacionarlos (hecho lingüístico), es decir, a efectuar la reducción de una unidad a otra, y su inverso, la recuperación de la otra a partir de la una“

[Garrido Medina, Joaquín: Elementos de análisis lingüístico. Madrid: Fundamentos, 1991, p. 248]