ONOMASIOLOGISCH vs. SEMASIOLOGISCH

Onomasiológico vs. Semasiológico

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Semasiologie / Kommunikation / Code / Kontext / Diachronisch  vs. synchronisch / Morphosyntax

 

Onomasiologie   =     Namenslehre.

Semasiologie      =     Bedeutungslehre

Griechisch  tò ónoma  (der Name).

Mit Onomasiologie bezeichnet man eine bestimmte meist lexikologisch ausgerichtete Sichtweise der Sprachuntersuchung: man geht von einem bestimmten Inhalt (Idee) aus und fragt nach den gegebenen materiellen Möglichkeiten, ihn auszudrücken.

Die junggrammatische Schule ging von einem Begriff  aus und untersuchte, wie er in verschiedenen Sprachgebieten benannt wird.

Onomasiologisches Vorgehen: Von dem Inhalt zu der (materiellen) Form.

Semasiologisches Vorgehen: Von der (materiellen) Form zum Inhalt.

Bloomfield: from form to meaning.              

Die Onomasiologie geht von Begriffen und Gegenständen aus, die sprachlich bezeichnet werden; danach kann man auch für die Verbalbeziehungen allgemeine Systeme konstruieren und den Formen einer Sprache außersprachliche Gegebenheiten zuordnen; z.B.:

Die eigentliche Unzulänglichkeit der onomasiologischen Systeme beruht aber gerade darin, dass

a) sie sich auf die Bezeichnung beziehen, nicht auf die Bedeutung (den sprachlichen Inhalt als solchen); eine Bedeutung kann aber verschiedene Bezeichnungen entsprechen. Die Bezeichnung ist außerdem eine Tatsache des Redeaktes, nicht der Sprache;

b) sie Systeme sind, die für den Sprachvergleich benutzt werden können, aber nicht für sprachinterne Interpretation. So kann z. B. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft einzelsprachlich verschieden gegliedert sein – aber die Interpretation muss in jeder Sprache intern erfolgen;

c)  die Oppositionen in einem onomasiologischen System exklusive Oppositionen sind, d.h. „Gegenwart“ ist weder „Zukunft“ zugleich noch „Vergangenheit“ zugleich. Dagegen sind die sprachlichen Oppositionen oft inklusiv, wie z.B. 

     Ebenso sind grammatische Oppositionen oft neutralisiert, d.h. inklusive Oppositionen; „Präsens“ ist oft nicht nur „Gegenwart“, sondern steht auch für das „Futur“ (aber nicht umgekehrt):

d) schließlich in einem onomasiologischen System – wie in jedem klassifikatorischen System – die Unterschiede als nacheinander geordnet erscheinen. Es ist aber nicht notwendig, dass die sprachlichen Unterschiede aufeinander folgen; sie können sich auch so verhalten, dass auf derselben Ebene verschiedene Unterschiede mit verschiedenen Kriterien erscheinen. Schematisch:

[Coseriu, E.: Das romanische Verbalsystem. Tübingen: G. Narr, 1976, S. 11-12]

„Eine Perspektive, die von der bezeichneten Wirklichkeit ausgeht und sich fragt, welche sprachlichen Zeichen dafür in Frage kommen, nennt man onomasiologisch. Demgegenüber ... die entgegengesetzte, die semasiologische, d. h. vom Zeichen ausgehende Perspektive.“ [Hentschel / Weydt, S. 92]

Onomaseologie: Namenslehre. Nach Kurt Baldinger ist ein onomaseologisches Feld nach dem Prinzip Konzept: Lexem1 + Lexem2 + Lexem3 usw. aufgebaut. Es gründet sich auf der Einheit eines Konzepts und strukturiert eine Gesamtheit von Bezeichnungen, Synonymen, die ihrerseits wieder durch Sememe abgegrenzt werden.

 

Semasiologie: Bedeutungslehre, auch Semiologie. Kurt Baldingen veranschaulicht die Funktion der Semasiologie folgendermaßen:

Auf das Zeichendreieck von Odgen und Richards übertragen, sieht dies so aus: Zwei parallele, gegeneinander laufende Pfeile sollen die gegenläufigen Operationen von Semasiologie und Onomasiologie repräsentieren. Der Semasiologie-Pfeil läuft vom Wortkörper zum Begriff, d. h. die Semasiologie setzt in der Analyse beim Wortkörper an und fragt nach dem/den Begriffe(n), die der Wortkörper bedeutet. Der Onomasiologie-Pfeil läuft umgekehrt. Sie setzt beim Begriff an und fragt nach dem/den Wortkörper(n), die diesen Begriff bezeichnen.“ [Heupel, C., S. 160 und 214]

 

·

Onomasiologie (gr. onoma ‘Name’): Lehre von der Beziehung vorhandener Erscheinungen, Vorgänge, Vorstellungen mit Namen; im Unterschied zur Semantik sind Sachen, Wesen, Geschehnisse (also die außersprachl. Referenten sprachl. Zeichen) fester Ausgangspunkt der Untersuchung, in der gefragt wird, wie jene zu best. Zeiten in best. Gegenden sprachl. bezeichnet werden; vorwiegend wortgeographische Forschung (z. B. die eine „Sache“ Kinderspielzeug „Murmeln“ und ihre verschiedenen Bez. im dt. Sprachraum: neben Murmel auch Marmel, Klicker, Knicker, Schneller, Schusser, Ditscher.

Semasiologie (gr. semasia ‘Zeichen’): Terminus der älteren, traditionallen Sprachwissenschaft für Semantik, mit Lautkörper der Wörter als festem Ausgangspunkt der Untersuchung (im Unterschied zur Onomasiologie); heute bisweilen zur Abgrenzung gegen philosophische Semantik für linguistische Semantik oder zur Abgrenzung gegen synchronisch-strukturelle für diachronische Semantik (Bedeutungswandel) verwendet.“ [Ulrich, W., S. 82-83, und 105]

„Bei dieser Unterscheidung handelt es sich um zwei verschiedene Fragestellungen innerhalb der Semantik.

Die Semasiologie im engen Sinne geht von einem signifikant (Lautkörper) aus und untersucht die damit verbundenen signifiés (Bedeutungen) in ihrer Vielfalt („semasiologisches Feld“, Baldinger) und eventuell in ihren Veränderungen (Bedeutungswandel).

Die Onomasiologie (der Terminus wurde 1902 von A. Zauner eingeführt) dagegen geht von einem signifié oder einem Begriff (in der Praxis sogar z. T. von einer Sache der außensprachlicher Wirklichkeit) aus und fragt nach den verschiedenen signifiants („onomasiologisches Feld“), die den betreffenden Inhalt ‚bezeichnen’ können (in diachronischer Perspektive: Bezeichnungswandel).“ [Dietrich/Geckeler, S. 101]

 [Dietrich/Geckeler, S. 101]

„Estos mecanismos muestran la importancia de la semántica en el acto de comunicación a través de los procesos onomasiológico y semasiológico. El hablante (o emisor), que va de la conceptualización al mensaje, siguen un proceso onomasiológico, mientras que el oyente (o receptor), que parte del mensaje hacia una conceptualización, sigue un proceso semasiológico (B. Pottier).“

[Pottier Navarro, Huguette: La polisemia léxica en español. Teoría y resolución. Madrid: Gredos, 1991, p. 12]

Onomasiología (neol. del gr. onomasía ‘denominación’ y -logía). El estudio de los nombres o denominaciones asignados a un mismo referente (generalmente, dentro de una determinada área geolingüística: los nombres de los batracios en Val Graveglia.“ [Cardona, G. R., p. 202-203]

Semasiología:

a)     Término acuñado en 1825 por Reisig y usado durante algún tiempo como sinónimo de semántica, que es el término que luego se ha afirmado.

b)     Especialización de la geografía lingüística iniciada por K. Jaberg en los años treinta, que estudia los diferentes significados o los derivados diversos a lo largo del tiempo de un mismo signo lingüístico.“ [Cardona, G. R., p. 252]