OBJEKTSPRACHE vs. METASPRACHE

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Metasprache

 

Objektsprache vs. Metasprache

Seit alters her bekannte, durch die formale Logik des 20. Jh. präzisierte, beim Sprechen über Sprache notwendige Unterscheidung verschiedener Aussagestufen. Aussagen über nicht-sprachliche Sachverhalte, wie z.B. München liegt an der Isar, sind Aussagen in der Objektsprache, während „München“ ist ein Eigenname mit zwei Silben ein Beispiel für Metasprache ist. Innerhalb einer metasprachlichen Beschreibung wird das objektsprachliche Beispiel graphisch gekennzeichnet durch Anführungszeichen, Kursivdruck oder Unterstreichen.

Diese Konvention entspricht der Unterscheidung engl. Sprachphilosophie in use (‘Gebrauch’) und mention (‘Erwähnung’): in München liegt an der Isar  „gebraucht“ man den Ausdruck München, um eine bestimmte deutsche Stadt zu bezeichnen, in „München“ ist ein Eigenname „erwähnt“ bzw. zitiert man das Wort München als Beispiel für Eigennamen.

Diese metasprachliche Hierarchisierung kann über mehrere Stufen verlaufen, so sind die Definitionen und Erläuterungen dieses Artikels (bzw. des gesamten Lexikons) metametasprachliche Beschreibungen der metasprachlichen Verwendung linguistischer Termini, die zur Beschreibung objektsprachlicher Ausdrücke gebraucht werden. Zwei Sprachen stehen im Verhältnis von Objekt-/Metasprache zueinander, wenn in der einen Sprache Aussagen über Ausdrücke der anderen Sprache gemacht werden, z. B. Dt. und Engl. in einer deutsprachigen Grammatik des Englischen. Die Unterscheidung verschiedener Aussagestufen ist notwendig zur Vermeidung sogen. Semantischer Antinomien, wie der Paradoxie vom Kreter, der behauptet: „Alle Kreter lügen“.“ [Bußmann., S. 541-542]