NORMATIVE GRAMMATIK  

Gramática normativa

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Präskriptive Grammatik

 

Normative Grammatik [lat. norma ‘Regel’.- Auch: Präskriptive Grammatik].

Auf Belehrung über den richtigen Sprachgebrauch ausgerichtete Form gramm. Beschreibung, die sich an historischen, logischen und ästhetischen Kriterien orientiert. In Anlehnung an das Vorbild anderer Sprachen (meist an das Lat.) bzw. an die Sprache von Dichtern, Gelehrten und Gebildeten, versuchen, versuchen einzelne Sprachwissenschaftler und/oder Institutionen (z. B. Académie Française in Paris, DUDEN-Redaktion in Mannheim) verbindlich zu kodifizieren, was im Sinne sprachpflegerischer Absicht als »guter Stil«, als »richtig« oder »falsch« zu gelten hat. Solche normativen Tendenzen lassen sich im Dt. auf J. Ch. Adelung zurückführen und sind/waren bes. in Schulgrammatiken des 19./20. Jh. wirksam. Als Reaktion hierauf vgl. die nicht regulativ eingreifende, sondern die Vielfalt möglicher Sprachvarianten ohne Wertung kodifizierende Grammatikform der Deskriptiven Linguistik.“ [Bußmann, H., S. 534-535]