NEGATIONSPARTIKEL  

Partícula negativa

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Partikeln / Negation

 

„Die Partikel nicht dient zur Negation von Sätzen und wird deshalb gelegentlich gesondert als Negationspartikel aufgeführt. Sie nimmt diese Aufgabe jedoch aus zwei Gründen nicht ausschließlich wahr: zum einen kennt das Deutsche - außer in Dialekten - keine doppelte Negation, und nicht kann somit nur gebraucht werden, wenn nicht bereits ein negiertes Indefinitpronomen wie niemand, nichts oder niemals steht. Zum anderen ist die Negationspartikel nicht mit dem unbestimmten Artikel, dem Nullartikel oder Indefinitpronomina normalerweise nicht vereinbar. Im letzteren Fall steht das entsprechende negierte Pronomen (*nicht etwas = nichts, *nicht jemand = niemand usw.), in den erstgenannten Fällen wird hingegen kein gebraucht: Ich habe kein Taschentuch. - Ich habe keine Post.

Vgl. aber: Ich habe das Taschentuch nicht dabei.  Ich habe die Post heute nicht bekommen.

Handelt es sich nicht um den unbestimmten Artikel, sondern um das Zahlwort, so steht hingegen nicht: Ich habe nicht ein Stück Brot im Haus!

Artikellosigkeit oder unbestimmter Artikel führen nicht in allen Fällen zu kein statt nicht: wenn es sich z. B. um eine feste Wendung, einen geographischen Eigennamen oder eine Fügung mit als oder wie handelt, so steht gewöhnlich nicht: Er kann nicht Schreibmaschine schreiben.

Auch wenn die Sprecherin [sic] die Wahl eines Wortes korrigieren will, kann nicht mit dem unbestimmten oder dem Nullartikel auftreten, besonders bei Präpositionalobjekten:

Es handelt sich hier nicht um ein Virus, sondern um ein Bakterium.

Außerdem bleibt nicht immer dann erhalten, wenn die Negation eine rhetorische Funktion hat, also typischerweise bei rhetorischen, tendenziösen oder Vergewisserungsfragen. Dies liegt daran, dass die Negation hier nicht auf der wörtlichen Ebene wirksam wird; nicht die in der Frage enthaltene Aussage wird negiert, sondern der Fragecharakter der Äußerung: 

Hättest du nicht Lust mitzukommen? (aber: *Ich habe nicht Lust, mitzukommen).“

[Hentschel / Weydt, S. 294-295]