MONEM

Monema

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Morphem / Einheiten (die kleinsten) / Phonem / Unterscheidungsmerkmale

 

«Wenn man eine Sprache beschreiben will, so kann man dies auf verschiedenen Ebenen tun. Man kann beschreiben, welche Laute es in der betreffenden Sprache gibt, wie die Laute dieses Sprache sich anhören. Diese Beschreibungsebene heißt Phonetik.

Ebenfalls mit den Lauten, aber nicht mit ihrer physikalisch-physiologischen Gestalt, sondern mit ihrer Stellung im Sprachsystem, beschäftigt sich die Phonologie. Z. B. sind die beiden Anfangslauten in Kind und Kunde im Dt. phonetisch verschieden. Dieser Unterschied ist aber nur von der Umgebung des k-Lautes abhängig; in derselben lautlichen Umgebung kommen die Laute [k’] und [k] im Dt. nicht vor, und sie können daher auch nicht zur Bedeutungsunterscheidung verwendet werden. Dagegen ist der Unterschied zwischen [k] und [g] im Dt. bedeutungsunterscheidend: Kunst und Gunst unterscheiden sich nur in der Stimmhaftigkeit / Stimmlosigkeit des ersten Lautes, haben aber völlig verschiedene Bedeutungen.  Die Laute /k/  und /g/ sind also verschiedene Phoneme des Deutschen, d. h. bedeutungsunterscheidende Einheiten. Im Gegensatz dazu sind [k] und [k’] so genannte Allophone (von gr. allos ‘anders beschaffen als’ + phone ‘Laut’), d. h. unterschiedliche phonetische Realisierung ein und desselben Phonems.

Den Phonemen als den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elemente stehen die Morpheme (gr. morphe ‘Gestalt’, ‘Form’), die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten, gegenüber. Damit wäre die nächste Beschreibungsebene, nämlich die Morphologie, die Lehre von der Gestalt, erreicht; ihre Grundeinheit ist das Morphem.

Was ein Morphem ist, wird von einzelnen Linguistinnen [sic] unterschiedlich definiert. Gewöhnlich unterscheidet man zwei Sorten von Morphemen: die grammatischen und die lexikalischen. In Bilder ist Bild- das lexikalische Morphem; -er ist das grammatische Morphem, es drückt aus, dass betreffende Objekt mehr als einmal vorliegt.

Martinet (1964:20) würde demgegenüber Bild- als Lexem und -er als Morphem bezeichnen und beide mit dem Oberbegriff Monem belegen - um nur eine der bekanntesten Alternativen zu dieser Terminologie zu benennen. Wie das Beispiel zeigt, liegt in -er ein Morphem vor, das in der gesprochenen Alltagssprache zugleich auch ein Phonem ist (nämlich schwa); gleiches gilt auch für -s (in Autos oder Uhus), das im Dt. ebenfalls zugleich Phonem und Morphem ist. Bei der Untersuchung lautlicher bedeutungsunterscheidender Einheiten, also in der Phonologie, müssten -e und -s als Phoneme beschrieben werden; in der Morphologie hingegen als Morpheme.

In einigen Sprachbeschreibungen findet sich auch der Begriff Nullmorphem. Er wird in den Fällen verwendet, in denen eine im System der Sprache gesehene Funktion durch eine Leerstelle ausgedrückt wird.»

[Hentschel / Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik, S. 1-3]

«Moneme (gr. monos = allein) sind in der Terminologie A. Martinets die kleinsten (d. h. nicht weiter in kleinere sukzessive Einheiten als Kopplungen von ‘Bedeutung’ und ‘lautlicher Form’ zerlegbaren) sprachlichen Zeichen (wobei Martinet ein sprachliches Zeichen erklärt als „ein Äußerung wie ich habe Kopfweh oder ein Teil einer solchen Äußerung, der einen Sinn ergibt, wie Kopfweh oder ich“).

Betrachten wir zunächst folgendes Schaubild:

So besteht beispielsweise das ‘Wort’ habe aus zwei Monemen: hab-  und -e. Dabei heißt hab- als die für das ‘Wörterbuch’ relevante Einheit ‘Semantem’ bzw. ‘Lexem’, -e dagegen als Monem, das seinen Platz in der ‘Grammatik’ hat, ‘Morphem bzw. ‘Grammem’. Dass sich die Verwendungsweise von ‘Morphem’ im Sinne Martinets nicht mit der bei den nordamerikanischen Strukturalisten üblichen (und heute weithin akzeptierten) deckt, braucht kaum noch eigens erwähnt zu werden.

Grob gesprochen bestehen folgende terminologische Parallelen:

Auf die von Martinet vorgeschlagene trichotomische Einteilung der Moneme in ‘autonome’, ‘abhängige’ und ‘funktionale’ kann hier ebenso wenig eingegangen werden wie auf die spezifische (die terminologische Verwirrung nicht gerade mindernden) Verwendungsweisen dieses Terminus z. B. bei K. Heger, H.-J. Heringer und G. F. Meier.»

[Welte, W.: Moderne Linguistik: Terminologie / Bibliographie, Bd. 1, S. 388-389]

«Monem: Von A. Martinet eingeführter Terminus für kleinste Bedeutungseinheit. Die amerikanischen Linguisten verwenden dafür den Terminus Morphem [sp. morfema], die Glossematiker Plerem [sp. plerema]. Der Martinetsche Terminus hat den Vorteil, dass er lexikalische wie grammatische Minimalgebilde neutral, d.h. weder nur der lexikalischen noch nur der grammatischen Ebene zuweist. Der lexikalische Teil des Wortes wird oft Semantem [sp. semantema] (Lexem) [sp. lexema], der grammatische oft Morphem genannt. Diese Terminologie hat jedoch den Nachteil, dass sie nur dem Semantem eine Bedeutung zuerkennt. A. Martinet schlägt deshalb vor, die im Lexikon aufgeführten Moneme Lexeme und die im grammatischen Inventar aufgeführten Morpheme zu nennen. Auch dieses Paar führt - aufgrund der Tradition - zu Missverständnissen. Ich schlage deshalb vor, die lexikalischen Moneme Lexeme und die grammatischen Grammateme zu bezeichnen. Die Lexeme unterteile ich noch einmal in Radikal + Derivativ z. B. /Üb-ung/. Nach ihrer Verteilung (Distribution) kann man die Moneme einteilen:

Nach ihrer Funktion kann man folgende Einteilung treffen:

[Heupel, C., 147]

«Sei nur kurz erwähnt, dass sich die Einheiten, in die man Texte segmentiert (Phonem, Silbe, Morphem, Wort, Satzglied, Satz, Text), gegenseitig nicht ausschließen. So kann ein Phonem zugleich eine Silbe sein, sogar ein Morphem oder ein Wort. Ein Wort kann natürlich aus einer einzigen Silbe und ein Satz kann aus einem einzigen Wort bestehen. Bei Hjelmslev und Coseriu, die beide auf dieses logische Inklusionsverhältnis aufmerksam machen, wird dies durch eine Anekdote illustriert: Ein wortkarge Römer schrieb seinem Freund: „Rus eo“ (‘Ich fahre aufs Land’). Dieser schrieb ihm zurück: „I“ (‘Fahre!’), ein Brieftext, der zugleich ein Phonem, eine Silbe, ein Morphem, ein Wort, ein Satz und ein Text ist.»

[Hentschel / Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik, S. 306]

«El monema es la unidad mínima dotada de significación. Las palabras pueden estar compuestas por una o más de estas unidades: de, desde, el; perr-o, pan-ad-ero, escrib-ir.

Los monemas pertenecen a dos categorías: lexemas y fonemas.

Los lexemas aportan a las palabras su significado léxico o semántico.

Los morfemas añaden significados no léxicos, que se suman al principal modificándolo.

Sintagma es una unidad intermedia entre la palabra y la oración. Se trata de un grupo de monemas conectados entre sí que constituyen un conjunto dotado de sentido y con una misma función.

Sintagma endocéntrico está formado por núcleo y modificadores: la (M) casa (N) de sus padres (M).

Sintagma exocéntrico carece de núcleo; tiene enlace y término: en (E) la casa (T).

Sintagma nominal

el núcleo es un sustantivo.

Sintagma verbal

el núcleo es un verbo.

Sintagma adjetivo

el núcleo es un adjetivo.

Sintagma adverbial

el núcleo es un adverbio.

Sintagma preposicional

consta de enlace y término.“

[Diccionario esencial Santillana de la lengua española. Madrid: Santillana, 1991,  p. 1328]

«En el siguiente cuadro recogemos las equivalencias (aproximadas) entre la terminología de la tradición anglosajona y los términos de inspiración martinetiana (para mayor claridad, definimos además estos términos e ilustramos su extensión con la segmentación morfológica de la oración El sol se ocultó):

 

Definición

Tradición aglosajona

Tradición martinetiana

Ejemplo

Mínima unidad significativa

MORFEMA

MONEMA

el, sol, se, ocult-, -ó

Morfema (o monema) con significado conceptual

MORFEMA LÉXICO

LEXEMA (MONEMA LÉXICO)

sol, ocult-

Morfema (o monema) con significado abstracto o relacional

MORFEMA GRAMATICAL

MORFEMA (MONEMA GRAMATICAL)

el, se, -ó

 

En los manuales y estudios de morfología más recientes el uso del sistema anglosajón está muy extendido en todo el mundo, incluso España. Quizás vaya siendo ya hora de optar, al menos parcialmente, por los términos de la tradición anglosajona y emplear, en particular, ‘morfema’ con el significado de “mínima unidad significativa”, prescindiendo así del término ‘monema’ (los términos ‘morfema léxico’ y ‘lexema’ podrían, en cambio, usarse de manera indistinta, ya que ello no da lugar a confusiones).»

[Eguren, Luis / Fernández Soriano, Olga: La terminología gramatical. Madrid: Gredos, 2006, p. 13-14]