MODELTHEORETISCHE SEMANTIK

Semántica de Tarski

(Recop.) Justo Fernández López

 

Modelltheoretische Semantik [Auch: Tarski-Semantik]

Von Logikern im Rahmen der Logischen Semantik entwickeltes Konzept der semantischen Interpretation formallogischer Sprachen, das im Anschluss an Tarski u.a. die Bedingungen von Wahrheit und Erfüllung (engl. truth and satisfaction) in rekursiver Weise zu beschreiben gestattet. Wichtiges Grundprinzip der M. S. ist eine strikte Unterscheidung zwischen einer (formalen) Objektsprache, die semantisch interpretiert werden soll, und einer Metasprache, durch die die semantische Prädikate wie falsch oder wahr eingeführt werden. (Vgl. auch Objekt- vs. Metasprache). Charakteristisch für das Vorgehen der M. S. ist die Angabe einer Interpretation, die u.a. aus einem »Individuenbereich« E besteht, in dem die wohlgeformten Ausdrücke der Sprache mit Hilfe einer Interpretationsfunktion g interpretiert werden. Die Werte von g sind dann die Extensionen der zugehörigen Ausdrücke; eine solche Funktion g ordnet z.B. in der Prädikatenlogik den Individuentermen Elemente von E, den einstelligen Prädikatenkonstanten Teilmengen von E und den geschlossenen Formeln Wahrheitswerte als ihre Extensionen zu. Ein Vorteil der M. S. ist, dass sie erlaubt, semantische Beziehungen zwischen geschlossenen Formeln zu erfassen. Dies macht sie auch für die Linguistik interessant. In ihrer Beschränktheit auf die Satzsemantik liegt allerdings auch ihre Grenze für die sprachwissenschaftliche Anwendung.

Der Ansatz der M. S. liegt auch der Montague-Grammatik zugrunde, in der die Begriffe der M. S., nunmehr durch kontextuellen Faktoren Möglicher Welten relativiert, zur Charakterisierung der Wahrheit, Erfüllung und Folgerung bei natursprachlichen Aussagen nutzbar gemacht werden.“ [Bußmann, H., S. 493-494]