MATHESIS UNIVERSALIS

Mathesis universalis

(Recop.) Justo Fernández López

 

Mathesis universalis (griech. mathesis, Wissenschaft, und lat. universalis, allumfassend)

Descartes’ und Leibniz’ Bezeichnung für das Ideal einer Einheitswissenschaft nach dem Vorbild der Mathematik. Die mathesis universalis soll es ermöglichen, von bestimmten grundlegenden Vernunftwahrheiten aus auf allen Gebieten der Erkenntnis folgerichtige Schlüsse zu ziehen.“

[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 382]

Mathesis universalis

Von Descartes und insbesondere Leibniz geprägter Begriff für die Idee einer Philosophie als formaler Universalwissenschaft, die sich unter Benutzung einer formalisierten Sprache bzw. eines der Mathematik ähnlichen streng axiomatisch aufgebauten Zeichensystems genauso streng und exakt betreiben ließe wie die Mathematik; insofern ein Vorläufer der modernen (formalisierten) Logik und mathematischen Grundlageforschung. Von dieser jedoch dadurch unterschieden, dass sie sich zugleich als allg. Metaphysik verstand: das Seiende ist «als solches und im ganzen» quantitativ-proportional strukturiert und daher der mathesis zugänglich. Auch Kants Satz, dass in jeder Naturlehre nur so viel eigentliche Wissenschaft wie Mathematik enthalten sei, stammt aus dieser Tradition, schränkt die m. u. aber wieder auf die Naturerkenntnis ein.”

[Müller, M. / Halder, A.: Philosophisches Wörterbuch. Freiburg, Basel, Wien: Herder, 1988, S. 189]