MARKIERT vs. UNMARKIERT

Marcado vs. No marcado

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Marker / Diskursmarker / Extension(al) / Intension(al) / Zeichen (Beitrag von Vidal Lamíquiz)

 

markiert (merkmalhaft) marcado vs. unmarkiert (merkmallos) no marcado

„Zur Opposition »markiert« vs. »nicht-markiert« R. Jakobson, Signe zéro, jetzt in: R. Jakobson, Selected Writtings, II: Word and Language, Den Haag-Parin 1971, S. 211-222 (Jakobson weist darauf hin, dass das Prinzip auf Saussure zurückgeht und führt die wichtigste Literatur zum Thema an, hauptsächlich eigene Arbeiten und solche con Ch. Bally).“

[Renzi, Lorenzo: Einführung in die romanische Sprachwissenschaft. Tübingen: Niemeyer, 1980, S. 126 Anm. 2]

Merkmalhaltig vs. Merkmallos. In der Phonologie der Prager Schule entwickelte Darstellungsform zur Beschreibung linguistischer Einheiten auf der Basis des Vorhandenseins bzw. Nichtvorhandenseins kleinster bedeutungsunterscheidender Merkmale. Dabei wird das merkmalhaltige Glied mit [+A], das merkmallose mit [-A] spezifiziert (wobei [A] für jedes beliebige linguistische Merkmal steht).“ [Bußmann, H., S. 482]

Markierungstheorie: Von der Prager Schule (Trubetzkoy, Jakobson) entwickelter Ansatz zur Bewertung der Glieder eines Oppositionspaares als »markiert« (merkmalhaltig) oder »unmarkiert« (merkmallos). So ist z.B. (nach Jakobson [1936]) in der Opposition »Nominativ vs. Akkusativ«  der Akkusativ der merkmalhaltige Kasus, weil er das Vorhandensein eines Bezugsgegenstandes zu einer Handlung kennzeichnet, während der Nominativ dieses Merkmal nicht aufweist, d.h. weder das Vorhandensein noch das Fehlen eines Bezugsgegenstandes signalisiert. Für unmarkierte Einheiten gilt außerdem, dass sie durch einfachere Mittel ausgedrückt werden, größere Texthäufigkeit aufweisen, in den Sprachen der Welt häufiger vertreten sind, beim Spracherwerb früher erworben werden und »Ziel« von Prozessen sind, insbesondere von Sprachwandel.

Zur theoretischen Präzisierung des Markiertheitsbegriffs hat bes. die generative Transformationsgrammatik beigetragen. Chomsky/Halle bewerten phonologische Merkmalsbeschreibungen mittels Markiertheitskonventionen: So ist z.B. das unmarkierte Glied der Opposition >rund< vs. >nicht-rund< für vordere Vokale >nicht-rund< und für hintere Vokale >rund<, so dass gemäß dieser M.-Regel /y/, ein runder vorderer Vokal, markierter ist als /u/, in runder hinterer Vokal. Auf der Basis dieser Konventionen kann man phonologische Systeme, Wortrepräsentationen und Prozesse bezüglich ihres M.-Wertes miteinander vergleichen und bewerten.

In neueren Arbeiten zur Transformationsgrammatik wird die M. auch auf die Syntax übertragen. Ein wichtiges Prinzip der M. ist der Ikonismus zwischen Formeinheiten und ihren Bedeutungsentsprechungen. So stellt Mayerthaler [1980] ein Prinzip des morphologischen Ikonismus auf, demzufolge semantisch unmarkierte Einheiten morphologisch einfacher kodiert werden als markierte Einheiten. Eine ikonische Kodierung liegt folglich bei den Nominativ- vs. Akkusativformen ein vs. einen vor. Die Auffassung, dass der Markiertheitswert sprachlicher Einheiten mehr oder weniger exakt mit kognitiv-physiologischer Einfachheit bzw. Komplexität korreliert, war schon in der Natürlichkeitskonzeption der M. im Zentrum des Interesses.“ [Bußmann, H., S. 468-469] 

„Die Einführung der Begriffe ‘markiert’ und ‘unmarkiert’ geht auf Erkenntnisse zurück, die die ‘Prager Schule’ der strukturellen Grammatik bei der Untersuchung binärer Oppositionen im Bereich der Phonologie gewonnen hatte. So stellte man u.a. fest, dass in diesen Oppositionen jeweils ein ‘merkmalhaftes’ Element einem ‘merkmallosen’ gegenübersteht. Cf. die Definition von J. Bechert (1971):

„Diejenigen theoretischen Konstrukte, die Klassen von normalerweise auftretenden Beobachtungsdaten entsprechen, werden als unmarkiert bezeichnet, die Konstrukte, die Klassen von ausnahmsweise auftretenden Beobachtungsdaten entsprechen, heißen markiert.“

‘Markiert’ heißt also stets: als Ausnahme oder Nicht-Normalfall deklariert. Ein unmarkiertes Glied repräsentiert den normalen und daher frequenzstärkeren Fall, die markierte Form den frequenzschwächeren, da nicht normalen Fall. [...]

Markiertheit in Syntax und Semantik: Es wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass in Paaren von zueinander in Antonymierelation stehenden Adjektiven wie

little / small (m)

vs.

big (u)

low  (m)

vs.

high (u)

young (m)

vs.

old (u)

jeweils eines (hier das linke Glied) als markiert ausgezeichnet wird. Die Unterscheidung spielt in der Sprachverwendung insofern eine Rolle, als in Fragen wie z. B.

how big is it?  und nicht etwa:

how little/small is it?

die unmarkierten Formen als syntaktisch-semantische ‘Neutralisierungen’ üblich sind bzw. die bewusste Wahl der markierten Form besondere stilistische Nuancen impliziert. Cf.

Wie als ist deine Schwester?

Wie jung ist deine Schwester?

Wie dich ist sein Buch?

Wie dünn ist sein Buch?“   

[Welte, W.: Moderne Linguistik: Terminologie / Bibliographie. München: Max Hueber, 1974, S. 353-356]

„Unter einer „unmarkierten“ Form versteht man eine gegenüber anderen häufigere (in der Phonologie auch: die ‘natürlichere’ oder ‘einfachere’) Form. So würde beispielsweise ein Nasal als „markiert“ (gegenüber dem „unmarkierten“ nicht-nasalierten Vokal) oder der Singular eines Wortes als „unmarkiert“ (gegenüber dem „markierten“ Plural) aufgefasst werden.“ [Hentschel / Weydt, S. 106]

„Zur Kompetenz gehört neben der Kerngrammatik und den einzelsprachlichen Parametern, die als mögliche Optionen ebenfalls von der Universalgrammatik zur Verfügung gestellt werden, auch die Beherrschung einzelsprachlicher »Irregularitäten«, die als »markierte« Erscheinungen zur »Peripherie« gehören. (Zum Begriffspaar »markiert vs. unmarkiert«, das aus der generativen Phonologie in die Syntax, bzw. in die allgemeine Sprachtheorie betragen wurde, vgl. Markiertheitstheorie). Sowohl die Theorie der Markiertheit als auch das Konzept der K. werden motiviert durch Hypothesen über korrelierende Phänomene beim Spracherwerb: die K. bzw. die unmarkierten sprachlichen Phänomene werden als »genetische Lernhilfen« beim Spracherwerb betrachtet und müssen als solche nicht gelernt werden, während markierte (einzelsprachliche) Eigenschaften allmählich dazugelernt werden müssen.“ [Bußmann, H., S. 378]

Markiert (: nicht-markiert)

Die meisten englischen Nomina haben eine Plural- und eine Singularform, die sich zueinander verhalten wie boys-boy usw. Der Plural ist positiv durch das Endungs-s markiert, während der Singular unmarkiert ist. Man könnte dasselbe auch so formulieren, dass in einem bestimmten Kontext die Anwesenheit einer bestimmten Einheit mit ihrer Abwesenheit kontrastiert. Dabei ist es gewöhnlich so, dass die unmarkierte Form von allgemeinerer Bedeutung ist oder eine größere Distribution hat als die markierte. Es hat sich auch eingebürgert, die Termini ‘markiert’ und ‘unmarkiert’ in einem noch abstrakteren Sinn zu gebrauchen, so dass die markierten und unmarkierten Glieder eines Kontrastpaares nicht notwendig durch Vorhandensein und Nichtvorhandensein einer bestimmten konkreten Einheit unterschieden sind. Zum Beispiel sind vom Gesichtspunkt der Semantik aus die Wörter dog (‘Hund’) und bitch (‘Hündin’) unmarkiert, in Bezug auf den Gegensatz des Geschlechts markiert. Das Wort dog ist semantisch unmarkiert (oder neutral), da es sowohl auf männliche als auch weibliche Hunde angewendet werden kann. Bitch ist hingegen markiert (oder positiv), da es auf weibliche Hunde beschränkt ist und im Kontrast zum unmarkierten Ausdruck verwendet werden kann, um die Bedeutung des letzteren als negativ und nicht mehr neutral festzulegen (Is it a dog or a bitch?) Das heißt, der unmarkierte Ausdruck hat eine allgemeinere Bedeutung, die im Hinblick auf einen bestimmten Kontrast neutral ist.” (Lyons [dt.] 1971: 81). [Abraham, W., S. 465]

Markiertheitstheorie (Natürlichkeitstheorie)

Es lassen sich die folgenden zusammenfassenden Feststellungen über die bisherige, vor allem in der Prager Schule geläufige Verwendung der Begriffe ‘merkmalhaltig’ und ‘merkmallos’ außerhalb der Phonologie gewinnen:

(1)  Durch die Begriffe ‘merkmalhaltig’ und ‘merkmallos’ werden nicht Merkmale sondern (Teil)Kategorien, bzw. Elemente mehrgliedriger Kategorien, z.B. die verschiedenen Tempora, die beiden Aspekte, charakterisiert.

(2)  Als merkhaltig wird die Kategorie ausgezeichnet, die für ein bestimmtes Merkmal die Bedeutung (den Wert) ‘+’ oder ‘-’ hat, während die markmallose Charakterisierung der Zuweisung eines Wertes ‘’ gleichkommt; dieser Wert kann als allgemeine Reflektierung der ‘Nichtsignalisierung von A’ (= merkmallos) gegenüber der ‘Signalisierung von –A’ (= merkmalhaltig) gelten. Als ein vierter Wert ‘O’ könnte die Aufhebung eines Merkmalgegensatzes interpretiert werden.

(3)  Kategorien mit mehr als zwei Elementen werden hypothetisch hierarchischen Klassifikationen unterworfen auf Grund fortlaufender Gegenüberstellung zweier Untermengen ihrer Elemente (Teil- oder Unterkategorien), von denen der einen, der Untermenge der jeweils ‘merkmalhaltigen’ Kategorie(n), der Wert ‘+’ oder der Wert ‘-’ eines bestimmten Merkmals, der anderen den Wert ‘’ für das gleiche Merkmal zugeordnet ist.

(4)  Die hierarchische Klassifikation von Untermengen der Elemente einer Kategorie ist nicht als generelles theoretisches Ordnungsschema aufrechtzuerhalten. Dem Prinzip der cross-classificacion scheint hier ebenso der Vorzug eingeräumt werden zu müssen wie z.B. bei der Merkmalspezifizierung von Nomina, wo die Überkreuz-Klassifikation den Versuchen hierarchischer Kategorisierung in der anfänglichen Version der generativen Transformationsgrammatik entgegengesetzt wurde. In der Nachfolge der Prager Schule gibt es bereits mehrere Beschreibungen, die sich der cross-classification bedienen.

(5)  Die in Punkt (2) erwähnte Überschreitung der Binarität der Merkmalwerte erweist sich in mehreren Fällen als vermeidbar, wenn die linguistischen Ebenen auseinander gehalten werden.

(6)  Wenn der Merkmalwert ‘+’ ebenso wie ‘-’ die Charakterisierung merkmalhaltig und der Wert ‘’ ebenso wie ‘-’ die Charakterisierung merkmallos erhalten kann, liegt die Frage nahe, ob die beiden Markierungen der Merkmale nicht grundsätzlich von den Werten der Merkmale getrennt werden können, so dass einem als merkmalhaltig oder merkmallos gekennzeichneten Merkmal positiver oder negativer Wert in Abhängigkeit vom simultanen oder linearen Kontext vermittels Regeln zugewiesen wird.

Ebendies ist ein Grundgedanke der Markiertheitshypothese von Chomsky, Halle, Postal und Lakoff, deren theoretische und formale Klarheit eine empirische Erprobung lohnend erscheinen lässt. Es erweist sich freilich schnell, dass damit nur ein Ausgangspunkt gegeben ist. (Ruzicka 1970: 174f.)

Der Terminus geht auf N. Trubetzkoys Begriff der «Merkmalhaftigkeit» zurück, der zur Systematisierung und vergleichenden Typologie in der Phonologie entwickelt wurde. Er fand über die amerikanische Linguistik und deren Übersetzung, nämlich marked und unmarked (Chomsky/Halle 1968 (Kap.  9), Greenberg 1962) wieder als (un-)markiert zurück in die europäische Sprachwissenschaft. Während Greenbergs syntaktisch-funktionaler ebenso wie Chomsky/Halle systemphonetischer Verwendung ein mehr oder weniger diskretes Normalitätskriterium zugrunde gelegt wurde (etwa «zur Kerngrammatik gehörig oder eben nicht bzw. in der überwiegenden Zahl der Fälle von Eigenschaften x», gehen Weiterentwicklungen auf den Präferenzbegriff und die dazu entwickelten logisch-systematischen Ansätze zurück.

Ziel eine linguistischen Markiertheitstheorie ist es, allen grammatischen Prozessen diachroner oder synchroner Art einen Wert auf einer Natürlichkeitsskala zuzumessen. Dabei steht unmarkiert für hohe Grade von Natürlichkeitsbereichen, markiert für niedrige. Da bei solchen «Natürlichkeitsentscheidungen» ein bestimmter Sprachtyp – je nach Beschreibungsebene oder Markiertheitsdimension – stets mehrere Natürlichkeitsskalen zu berücksichtigen hat, werden bei einer solchen diachronen Entscheidung ein oder mehrere Natürlichkeitsparameter zugunsten eines oder mehrerer anderer Typen geopfert.

Zu den Natürlichkeits- bzw. Markiertheitskriterien rechnet man (nach Dressler et al. 1987): Sprachexterne Gründen:

  1. EVOLUTION: Phylogenetisch späte Ausbildungen (wie die Funktionsverteilung auf die Gehirnhälften) sind stärker markiert, d.h. weniger natürlich als frühere Ausbildungen;
  2. REIFUNG: ontogenetisch Spätes ist höher markiert als ontogenetisch Frühes;
  3. WAHRNEHMUNGSEXPERIMENTE: Weniger Markiertes wird leichter wahrgenommen / erkannt / identifiziert als höher Markiertes (sheep ist angesichts der morphologischen Pluralsystematik im Englischen höher markiert, d.h. benötigt noch andere Identifikationskontexte als etwa girls mit dem hochproduktiven Plural-s;
  4. FEHLERLINGUISTIK: hoch Markiertes ruft mehr Versprecher hervor als Unmarkiertes;
  5. SPRACHSTÖRUNGEN (wie Aphasie): Hochmarkiertes früher gestört oder verloren als Unmarkiertes;
  6. BABYSPRACHE (Motherese): Erwachsene ziehen unmarkierte Formen markierten vor, wenn sie zu Kindern sprechen;
  7. SPRACHERWERB: Unmarkiertes wird vor Markiertem gelernt.

Sprachinterne Gründe:

  1. SPRACHTYPOLOGIE: weniger markierte Formen sind in den Weltsprachen häufiger als höher markierte;
  2. SPRACHWANDEL: bevorzugter Wandel von markierten zu unmarkierten Formen.
  3. CHRONOLOGIE des Wandels: höher markierte Formen verändern sich früher als unmarkierte.
  4. HÄUFIGKEIT: unmarkierte Formen sind häufiger nach Typus und Einzelrepräsentanz;
  5. PIDGIN- UND KREOLSPRACHEN: in Pidgins werden markierte Formen abgebaut; in Kreolsprachen erscheinen unmarkierte Formen zuerst als neueingebrachte Kategorien;
  6. ANALOGIE: bei Analogiewandel widerstehen unmarkierte Formen leichter als höher markierte;
  7. NEUTRALISIERUNG: weniger markierte Formen überleben leichter;
  8. MORPHOLOGIE: überwiegend ist die nullkodierte Form durch die weniger markierte Form einer Markiertheitsbeziehung vertreten;
  9. PHONOLOGIE: ist der phonologische Exponent einer Kategorie eine phonologisch markierte Form, so ist es die morphologisch kodierte Kategorie ebenfalls.

Die Entwicklung des Markiertheits- oder Natürlichkeitsbegriffes und einer Theorie, die diesem Begriff entsprechenden Raum gibt, ist entscheidend für die natürliche Phonologie und Morphologie. (Dressler et al. 1987).” [Abraham, W., S. 468-469]

Semantische Markiertheit

Im folgenden gebe ich sem-Werte für grammatische Kategorien an, die in natürlichen Sprachen des Öfteren morphologisch kodiert werden. Hauptrichtlinie bei des Bestimmung von sem-Werte ist hierbei vorerst die von Bechert (1978/MS) vertretene Hypothese, dass es Affinitäten bzw. eine Art ‘Wahlverwandtschaft’ zwischen grammatischen Kategorien gibt. Bechert setzt im wesentlichen zwei Kategorienklassen an, und zwar:

(a)  Nominativsystem – belebte NP – Subjekt – Agens (als semantische Rolle) – definite NP – Topic – dynamisches Verb – Präsens – imperfektiver Aspekt;

(b)  Ergativsystem – unbelebte NP – direktes Objekt – Patiens (als semantische Rolle) – indefinite NP – Comment – statisches Verb – Präteritum – perfektiver Aspekt.

Gemäß Bechert beziehen sich die Klassen (a) und (b) auf Gegebenheiten der pragmatisch strukturierten Sprechsituation. Die Kategorien der Klasse (a) bilden den Gestalt-Hintergrund der Sprechsituation, das Selbstverständliche, wovon man ausgeht, und von dem sich die Gestalt, das Markierte abhebt. Vorausgesetzt ist jeweils der Sprecher mit seinen prototypischen Eigenschaften: Der Sprecher ist belebt, definit, wird als Subjekt und Agens der Sprechhandlung aufgefasst, sein Handeln ist nach Art des Inhalts dynamischer Verben konzipiert, findet in der Gegenwart (Präsens) statt und ist unabgeschlossen (imperfektiver Aspekt). Insofern ist Klasse (a) die Sprecherklasse. Kategorien hieraus werden zugleich als unmarkiert gedeutet, bzw. ‘unmarkiert’ heißt ‘Übereinstimmung mit typischen Eigenschaften des Sprechers’. Klasse (b), das Komplement zu (a), ist entsprechend die markierte Klasse der Nicht-Sprecher-Kategorien, wobei ‘Nicht-Sprecher’ nicht notwendig mit ‘Hörer’ koinzidiert, da (b) auch den gesamten Kontext der Sprechsituation umfasst.

Ich schließe mich dieser Bechertschen Deutung grundsätzlich an, möchte jedoch – und dies modifiziert seinen Vorschlag – hinzufügen, dass m. E. ‘prototypische Sprechereigenschaft’ nicht allein über Gegebenheiten der pragmatisch strukturierten Sprechsituation expliziert werden kann, sondern auch einen Rekurs auf biologisch-neurologische Gegebenheiten des Sprechers, je insbesondere eine Berücksichtigung seiner sensorischen Systeme verlangt: ‘Prototypische Sprechereigenschaften’ umfasst ‘prototypische/arteigene Sprecherwahrnehmung’! (Mayerthaler 1980: 11f.).” [Abraham, W., S. 467-468]

Marcado / nomarcado (alem. merkmalhaft, merkmalhaltig, merkmaltragend / merkmallos, fr. marqué / non marqué, ingl. marked  /unmarked).

Se denomina marcado al término que presenta la marca de correlación y no marcado al otro. En su sentido más amplio, no marcado ha pasado a significar ‘previsible, menos informativo’; por ejemplo, en italiano o en español el masculino es menos marcado que el femenino: diciendo „Tengo tres hijos“ no especifico el sexo de éstos, lo hago, en cambio, si digo „Tengo tres hijas“. Para Hjelmslev la oposición se da entre intensivo y extensivo.“ [Cardona, G. R., p. 180]

“Antes de abandonar este tema vale la pena recordar que Greenberg (Language Universals) ha puesto de relieve la universalidad de una distinción que, por su generalidad, es común a todos los componentes de la gramática, y excede en consecuencia las diferencias entre fonología, sintaxis y semántica. Se trata de la distinción entre categorías marcadas (marked) y categorías no marcadas (unmarked), que podríamos llamar también categorías débiles y fuertes respectivamente. Entre dos categorías opuestas entre sí, es fuerte o no marcada aquella que puede tener dos valores: o bien el valor parcial que se agota en ser término de oposición a la otra categoría, o bien el valor total que integra ambos términos de la oposición. Así, cuando se trata de dos lexemas contrapuestos entre sí, es característico que el fuerte o no marcado se emplee como genérico además de como específico. Por ejemplo, en la contraposición hombre‑mujer el término «hombre» es la categoría fuerte, pues se usa tanto con el valor de «varón», en cuanto opuesto a «mujer», como con el valor genérico de «ser humano», cuando se prescinde de la contraposición que se basa en la diferencia de sexo. Greenberg ha mostrado ejemplos de la distinción entre categorías marcadas y no marcadas en los diferentes componentes gramaticales, y por lo que respecta al semántico, a propósito particularmente de los términos de parentesco.”

[Hierro S. Pescador, José: Principios de Filosofía del Lenguaje. 1. Teoría de los Signos, Teoría de la Gramática, Epistemología del lenguaje. Madrid: Alianza Editorial, Alianza Universidad, Textos, 1980, p. 81]

„Los estudios tipológicos sobre el orden de las palabras suelen limitarse a  las oraciones declarativas, que se consideran no marcadas en relación a las  de modalidad interrogativa o imperativa. Semejante exclusión, por  arbitraria que pueda parecer, obedece a la necesidad - evidente desde el  punto de vista metodológico - de hacer homogéneo el campo de estudio.  Muchas lenguas, en efecto, experimentan variaciones regulares en la  disposición de sus elementos (que frecuentemente afectan a la relación  entre sujeto y verbo) cuando se abandona el dominio de las oraciones  declarativas. En el caso del español, ese fenómeno es igualmente evidente y  nos obliga, por tanto, a dividir en dos grandes bloques los ejemplos, según  pertenezcan a la modalidad marcada, en donde la inversión S-V es  prácticamente obligatoria, o bien a la modalidad no marcada, en que dicha  inversión es, en términos generales, menos sistemática, aun cuando viene  desencadenada por factores muy definidos.  El término marcado, referido al orden de las palabras, puede ser fuente de  confusiones. Si éste se aplica a cualquier configuración no ajustada al  orden canónico de alguna lengua dada, tan marcada es la oración inglesa

  (1) This book I dislike.

como las españolas

  (2)  a. Cuando tengan mis padres el coche nuevo, viajaremos.

         b. En esta urbanización han comprado una parcela mis tíos.

Lo que justifica, sin embargo, que la (1) deba considerarse marcada en  inglés en mucha mayor medida que (8) en español es el hecho de que aquélla  sólo es posible si va ligada a un entorno melódico específico. Quede claro,  de todos modos, que con ello no se está afirmando que los ejemplos (2) sean  meras variantes mecánicas de sus correlatos con sujeto en posición  preverbal.“

[Hernanz, M. Ll./Brucart, J. M.: La sintaxis. Barcelona: Ed. Crítica, 1987,  p. 74-75]

«Término no marcado – marcado

Término: cada uno de los miembros de una oposición.

El término no marcado de una oposición suele ser más simple morfológicamente, tiene una mayor distribución y está menos especificado desde el punto de vista semántico.

El término marcado, en cambio, suele poseer un rasgo diferenciados, o marca, y presenta una distribución más reducida y una semántica más específica.

En español, por ejemplo, el masculino es el término no marcado de la oposición de género y el femenino es el término marcado. (Cf. Género, Marcado, Oposición.)»

[Eguren, Luis / Fernández Soriano, Olga: La terminología gramatical. Madrid: Gredos, 2006, p. 100]