LOKUTIONÄRER AKT

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Sprechakte / Sprechakttheorie

 

Lokutionärer Akt (engl. locutionary act)

Ein Ausdruck in der von Austin begründeten Theorie der Sprechakte. Er bezeichnet den Akt des Aussprechens eines sinnvollen Satzes.“

[Hügli, Anton/Lübcke, Poul (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 367]

Lokutiver / illokutiver / perlokutiver Akt

Der Sprechakt umfasst – nach J. L. Austin – drei Teilaktivitäten: der lokutive Akt umfaßt den phonetischen, phatischen und rhetischen Teil (oder Artikulation – Konstruktion-Proposition). Der illokutive Akt umfasst die kommunikative Funktion, der perlokutive Akt die Konsequenzen der «Sprechhandlung».” [Heupel, C., S. 138]

“Austin unterscheidet zunächst zwischen performativen und konstativen Äußerungen. Während für konstative Äußerungen gilt, dass sie wahr oder falsch sein können, haben performative Äußerungen zwei Merkmale: dass sie den Vollzug von Handlungen darstellen und dass sie weder wahr noch falsch sind. Die für sie relevante Beurteilungsdimension ist nicht die der Wahrheit, sondern die des Glückens bzw. Nicht-Glückens. [...]

Später hat Austin diese Unterscheidung aufgrund theorieimmanenter Schwierigkeiten zugunsten einer neuen aufgegeben. Diese neue Distinktion beruht auf der Einsicht, dass nicht bloß mit einigen sprachlichen Ausdrücken, sondern mit allen Äußerungen Handlungen vollzogen werden. Seine Theorie der Sprechakte untersucht systematisch diesen Handlungscharakter. Austin beschreibt nun drei Aspekte eines S.:

1.      den lokutionären,

2.      den illokutionären und

3.      den perlokutionören Akt.

Während der lokutionäre Akt bloß den Akt des Etwas-Sagens bedeutet («Der Hund ist bissig»), wird mit dem illokutionären Akt das Gesagte in einer bestimmten Weise verwendet, etwa als Warnung, Rat oder Empfehlung. Dieser Akt kennzeichnet den eigentlichen Handlungscharakter der Äußerung. Der perlokutionäre Akt schließlich bezeichnet eine Handlung, die darauf abzielt, einen bestimmten Effekt hervorzurufen, z.B. den, dass jemand aufgrund meiner Warnung (illokutionärer Akt) «Der Hund ist bissig» den Weg durch den Garten zum Haus meidet (perlokutionärer Akt). Der Unterschied dieses Akts zum illokutionären besteht in erster Linie darin, dass er nicht wie letzterer kraft einer Sprachkonvention nach Regeln vollzogen wird.”

[Hüglig, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 544]