KONVENTION

Convención

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Arbitrarität / Motivierung

 

Konvention

Der Streit, ob die Sprache von Natur aus (physei) oder durch Vereinbarung (thesei) festgelegt sei, hat seit Plato die Sprachphilosophie beschäftigt. Nach F. de Saussure ist sie durch Konvention entstanden. Über die Art und Zeit dieser Vereinbarung gibt es nur Spekulationen.“ [Heupel, C., S. 128]

Konvention [lat. conventio ‘Übereinkunft’]

Verhaltensregularität von Mitgliedern einer Gruppe, die wiederholt vor einem Koordinationsproblem stehen (einer Situation, in der wechselseitiger Nutzen von koordiniertem Verhalten abhängt) und dies auf eine bestimmte von mehreren möglichen Weisen lösen, wobei und weil sie das Entsprechende von den anderen erwarten. Zur Konventionalität einer solchen Problemlösung gehört auch, dass die Gruppenmitglieder eine andere Lösung vorziehen würden, falls die übrigen Gruppenmitglieder diese praktizierten. Ein Beispiel ist das Rechtsausweichen sich begegnender Autofahrer auf einspurigen Straßen in Deutschland: Wichen die anderen links aus, so würde wohl jeder sich dieser alternativen Regularität anschließen.

Versteht man sprachliche Kommunikation als ein Koordinationsproblem, so sind die fundamentalen Verhaltensregularitäten des Sprachgebrauchs, die Konventionen einer bestimmten Sprache, eine Lösung dieses Problems, und die Konventionen anderer Sprachen sind andere Lösungen des gleichen Problems. Die Arbitrarität des sprachlichen Zeichens ergibt sich also bereits aus der Konventionalität von Sprache.“ [Bußmann, H., S. 421]