KODE

Código

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Kodierung / Überkodierung / Unterkodierung / Extra-Codierung / Kontext / Kommunikation / Kode-Theorie / Compiler / Langue vs. Parole

 

Kode = Zeichenvorrat.

Kode [lat. cõdex ‘Schreibtafel’, ‘Verzeichnis’- Auch: Code].

(1)  In der Informationstheorie Vorschrift für die Zuordnung von Zeichen(folgen) zweier verschiedener Zeichenrepertoires, die die gleiche Information darstellen können; vgl. z. B. den sogen. Binärkode, der auf den zwei Werten 0 und 1 bzw. Ja/Nein beruht und technisch einfach realisierbar ist durch Stromzufuhr/Stromunterbrechung. So kann man den Zahlen 1, 2, 3, 4 die Kombinationen 00,01, 10, 11 zuordnen, so dass die beiden Zeicheninventare semantisch äquivalent sind. Ein ähnliches Prinzip liegt dem Morsealphabet zugrunde. Für die elektronische Datenverarbeitung ist die Entwicklung rationeller (optimaler) K. unerlässlich.

(2)  In der Sprachwissenschaft wird Kode im Sinne (1) auf sprachliche Zeichen und ihre syntaktischen Verknüpfungsregeln angewendet. Bei Martinet wird der Terminus Kode für langue (= Sprachsystem) im Unterschied zu »Nachricht« für parole (= Sprachverwendung) gebraucht.

(3)  Zu Kode in der Computerlinguistik vgl. Compiler.

(4)  In der Soziolinguistik Bezeichnung für schichtenspezifische Sprachvarianten bzw. für verschiedene Strategien verbaler Planung, vgl. Kode-Theorie.“ [Bußmann, H., S. 386]

Kode, Code

Eindeutige Zuordnung zwischen zwei Mengen von Zeichen. Zugleich eine Verschlüsselungsvorschrift für Information, aber auch das dafür verwendete Zeichensystem (Sprache, Schrift). Man kann unterscheiden: 1 / redundante Kodes, 2 / nichtredundante Kodes: Nichtredundante Kodes arbeiten mit einem Minimum von Elementen. Ihr Nachteil ist die Anfälligkeit gegen Störungen. Bei einem Binärkode werden alle Informationen, die mit dem üblichen Buch-Alphabet wiedergegeben werden können, durch 0/1 dargestellt, so dass eine Zuordnungsreihe wie folgt entsteht A = 00/B = 01/C = 10/D = 11 usw. Die Zeichenvorräte oder Kodes zweier Sprecher sind nie identisch. Sie bilden eine Durchschnittsmenge.“ [Heupel, C., S. 113-114]

Kode, der (engl. code = Chiffrierschlüssel): Vereinbartes Zeicheninventar und Regelsystem zur Zeichenverknüpfung als Grundlage einer Vorstellungs- und Nachrichtenübermittlung (Kommunikation); ein Sprach-K. besteht aus 3 Komponenten:

(a)  semantischer K.: Inventar der Zeichen, die den Vorstellungen des Sprechers inhaltlich entsprechen (z.B.: Wasser, koch- ...);

(b)  syntaktischer K.: Regeln zur Kombination der Zeichen (Morpheme), zur Fügung ihrer Inhalte zu Satzinhalten (z.B.: Das Wasser kocht.);

(c)  phonologischer K.: Regeln zur Kombination von Lauten zu Phonem-Ketten, welche die Redeinhalte, Satzinhalte repräsentieren (z.B.: [d+a+s+v+a+s+s+e+r+k+x+t]).“ [Ulrich, W., S. 56]

„Dies sind verschiedene Überlegungen, die uns erkennen lassen, wie komplex das Problem der Gliederung einer Sprache ist. Und es wird eine doppelte methodische Unterscheidung nötig:

1.      Der Name »Sprache« wird den Codes der verbalen Sprache vorbehalten, bei denen das Vorhandensein der doppelten Gliederung außer Zweifel steht.

2.     Die anderen Zeichensysteme werden als »Codes« betrachtet, und man muss nachprüfen, ob es nicht Codes mit mehreren Gliederungen gibt.

Es ist falsch, zu glauben, 1) dass jeder Kommunikationsakt auf einer den Codes der verbalen Sprache ähnlichen »Sprache« basiere; 2) dass jede Sprache zwei fixe Gliederungen haben müsste. Und es ist fruchtbarer, wenn man annimmt, 1) dass jeder Kommunikationsakt auf einem Code basiert; 2) dass nicht jeder Code unbedingt zwei fixe Gliederungen hat (dass er nicht zwei hat; dass diese nicht fix sind).“

[Eco, Umberto: Einführung in die Semiotik. München: Wilhelm Fink, 1972, S. 235-236]

„Eine Semiotik des Codes ist ein operationales Hilfsmittel im Dienste einer Semiotik der Zeichenerzeugung. Eine Semiotik des Codes lässt sich ‑ zumindest teilweise ‑ aufstellen, wenn die Existenz einer Botschaft sie als Erklärungsbedingung postuliert. Die Semiotik muss so vorgehen, als ob eine definitive umfassende Struktur existierte; doch muss man, um das tun zu können, annehmen, dass diese umfassende Struktur eine bloße regulative Hypothese ist und dass immer, wenn eine Struktur beschrieben wird, im Universum der Signifikation etwas geschieht, das sie nicht mehr völlig zuverlässig sein lässt.

Aber diese Bedingung des Ungleichgewichts und des offenbaren Mangels an Stabilität hat die Semiotik mit anderen Disziplinen gemeinsam, die, wie etwa die Physik, von methodologischen Kriterien wie Unbestimmtheit oder Komplementarität gekennzeichnet sind. Nur wenn sie dieses Bewusstsein der eigenen Grenzen erlangt und nicht mehr nach einer absoluten Form von Wissen strebt, wird die Semiotik zu einer wissenschaftlichen Disziplin werden können.”

[Eco, Umberto: Semiotik. Ein Entwurf einer Theorie der Zeichen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2., korrigierte Ausgabe 1991, S. 183]

„Wir haben gesagt, dass der Code nicht einfach ein System von Oppositionen ist, auch wenn man manchmal ein System deswegen »Code« nennt, weil es Ordnung in eine Situation mit hoher Entropie bringt. Dann schien es, als mache der Code die Elemente zweier Systeme Ausdruck für Ausdruck äquivalent. Der Morse-Code erschien als das typische Beispiel eines Systems von Signifikanten (verschieden kombinierte Punkte und Striche), das Ausdruck für Ausdruck mit einem System von Signifikanten, den Buchstaben des Alphabets, gekoppelt wurde. Aber die Untersuchung der semantischen Felder hat uns gezeigt, dass man (wenn man von einer »langue« als »Code« spricht) sich eine lange Reihe von kleinen semantischen Systemen (oder Feldern) vorstellen muss, die sich auf verschiedene Weise mit den Einheiten des signifikanten Systems koppeln. An diesem Punkt begann der Code sich abzuzeichnen als:

a)      System der signifikanten Einheiten und ihrer Kombinationen;

b)      System der semantischen Systeme und der Regeln der semantischen Kombination der verschiedenen Einheiten (durch ihre semantischen Komponenten voneinander unterschieden und miteinander vereinbar oder unvereinbar);

c)      System ihrer möglichen Koppelungen (couplings) und die Regeln der Transformation vom einen zum anderen;

d)      ein repertoire an Umstandsregeln, das verschiedene Kommunikationsumstände vorsieht, die verschiedenen Interpretationen entsprechen.

Man könnte auch sagen, dass am Code beteiligt sind

e)      die morphologischen Systeme;

f)        die grammatikalischen Regeln;

g)      die semantischen Systeme;

h)      die Koppelungs- und Übergangsregeln zwischen morphologischen und semantischen Systemen;

i)        die Regeln semantischer Projektion.“

[Eco, Umberto: Einführung in die Semiotik. München: Wilhelm Fink, 1972, S. 129-130]

„Man kann sogar sagen, es sei nicht richtig, dass ein Code Zeichen organisiere; richtiger sei es zu sagen, Codes stellten die Regeln bereit, die im kommunikativen Verkehr Zeichen als konkrete Gebilde generieren. Der klassische Begriff >Zeichen< löst sich also auf in ein hochkomplexes Netzwerk wechselnder Beziehungen. Die Semiotik sieht hier eine Art molekularer Landschaft, in der das, was wir als alltägliche Formen zu erkennen gewohnt sind, sich als Resultat vorübergehender chemischer Aggregationen erweist und die so genannten >Dinge< nur das Oberflächenbild eines zugrunde liegenden Netzwerks elementarerer Einheiten sind. Oder, besser, die Semiotik gibt uns eine Art photomechanischer Erklärung der Semiose, indem sie uns enthüllt, dass da, wo wir Bilder zu sehen glaubten, sich nur strategisch angeordnete Aggregationen schwarzer und weißer Punkte befinden, Alternationen von Anwesenheit und Abwesenheit, die nicht‑signifizierenden, nach Gestalt, Position und Farbintensität verschiedenen Grundelemente eines Rasters. Wie die Musiktheorie stellt die Semiotik fest, dass da, wo wir bekannte Melodien erkennen, nur eine komplizierte Verflechtung von Intervallen und Noten vorliegt, und wo wir Noten wahrnehmen, nur Bündel von Formanten.”

[Eco, Umberto: Semiotik. Ein Entwurf einer Theorie der Zeichen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2., korrigierte Ausgabe 1991, S. 77-78]

Struktur – System - Code

„Für Ferdinand de Saussure wir für die ganze linguistisch-strukturalistische Tradition ist Struktur ein System, a) in dem jeder Wert durch Positionen und Differenzen bestimmt wird und b) das nur in Erscheinung tritt, wenn man verschiedene Phänomene durch Rückführung auf dasselbe Bezugssystem miteinander vergleicht.

Betrachten wir diese beiden Punkte etwas näher, die von Claude Lévi-Strauss (1960) sehr gut zusammengefasst worden sind: »Struktur ist nur die Zusammenstellung, die zwei Bedingungen entspricht: Sie ist ein System, das von einer inneren Kohäsion zusammengehalten wird. Und diese Kohäsion, die dem Beobachter eines isolierten Systems unzugänglich ist, enthüllt sich in der Untersuchung der Transformationen, durch die ähnliche Eigenschaften in scheinbar verschiedenen Systemen enthüllt werden.«

In der Linguistik ist Phonem die minimale Einheit, die unterscheidende Lauteigenschaften aufweist; sein Wert wird durch eine Position und durch eine Differenz in Bezug auf die anderen Elemente bestimmt. Es kann fakultative Varianten (free variants) einer phonologischen Opposition geben, die sich von Sprecher zu Sprecher verändern, die aber nicht die Differenz berühren, von der die Bedeutung abhängt.

Das System der Phoneme bildet ein System von Differenzen, das in verschiedenen Sprachen homolog sein kann, auch wenn die phonetischen Werte sich verändern (die »-ethischen« Werte im Sinn der physikalischen Natur der Laute, Hjelmslev würde sagen: die Ausdruckssubstanz). Ebenso kann der für unser Modell entwickelte Code funktionieren, ob A, B, C oder D nun Lämpchen, elektrischer Impuls, Felder in einer Lochkarte oder anderes sind. Dasselbe differentielle Kriterium funktioniert auf der Ebene der mit Bedeutung ausgestatteten Einheiten und folglich auf der Ebene der semantischen Systeme.

Hier stellt sich nun folgendes Problem: Ist die so definierte Struktur eine objektive Realität oder eine operationelle Hypothese? Für den Moment beschränken wir uns darauf, den Sinn zu klären, in dem auf den folgenden Seiten der Terminus «Struktur» gebraucht wird (der dieselbe Extension hat wie der Terminus »System« und fast immer wie der Terminus «Code», auch wenn der Code eher die Koppelung von Elementen zweier Systeme ist).

Eine Struktur ist ein Modell, das nach Vereinfachungsoperationen konstruiert ist, die es ermöglichen, verschiedene Phänomene von einem einzigen Gesichtspunkt aus zu vereinheitlichen.

Eine phonologische Struktur erlaubt es, verschiedene physikalische Typen von Lautproduktionen vom Gesichtspunkt der Übertragung eines bestimmten Bedeutungssystems aus zu vereinheitlichen (indem man von den Intonationsvarianten abstrahiert, die in anderen Sprachen, wie dem Chinesischen, unterscheidenden Wert haben).

Von diesem Gesichtspunkt aus ist es nutzlos, sich zu fragen, ob die solchermaßen identifizierte Struktur an sich existiert. Die Struktur ist ein technisches Mittel, um auf homogene Art und Weise verschiedene Dinge benennen zu können.

Wenn man sich zu fragen beginnt, ob dieses Modell eine objektive Natur des Menschlichen Geistes darstellt, verwickelt man sich in eine Reihe von philosophischen Widersprüchen, die der semiotischen Analyse den Garaus bereiten. Man geht dann nämlich von einem methodologischen Strukturalismus (der den Begriff der Struktur gebraucht, solange er ihm nutzt) zu einen ontologischen Strukturalismus über.”

[Eco, Umberto: Einführung in die Semiotik. München: Wilhelm Fink, 1972, S. 62-63]

Eine Zeichen‑Funktion liegt immer dann vor, wenn es eine Möglichkeit zum Lügen gibt: das heißt, wenn man etwas signifizieren (und dann kommunizieren) kann, dem kein realer Sachverhalt entspricht. Eine Theorie der Codes muss alles untersuchen, was man zum Lügen verwenden kann. Die Möglichkeit zum Lügen ist für die Semiose das proprium, so wie für die Scholastiker die Fähigkeit zum Lachen das proprium des Menschen als eines animal rationale war.

Wo Lüge ist, da ist auch Signifikation. Wo Signifikation ist, da ist auch die Möglichkeit zum Lügen. Wenn das stimmt (und es ist methodologisch notwendig, das zu behaupten), dann haben wir eine neue Grenze des semiotischen Bereichs gefunden: nämlich die zwischen Signifikationsbedingungen und Wahrheitsbedingungen, anders ausgedrückt: die Grenze zwischen einer intensionalen und einer extensionalen Semantik.

Eine Theorie der Codes befasst sich mit einer intensionalen Semantik, während die Probleme, die mit der Extension eines Ausdrucks zusammenhängen, in den Bereich einer Theorie der Wahrheitswerte oder einer Theorie der Hinweisakte gehören. Doch handelt es sich hier um eine >innere< Grenze, und sie muss nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft als eine methodologische Grenze gesehen werden.”

[Eco, Umberto: Semiotik. Ein Entwurf einer Theorie der Zeichen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2., korrigierte Ausgabe 1991, S. 89]

Der Begriff der Enzyklopädie wurde vorgeschlagen, um zu erklären, wie Zeichen nach einem Inferenzmodell arbeiten und auf welche Weise ihre Bedeutung als Menge kotextuell orientierter Instruktionen interpretiert werden kann. Wenn man einen so flexiblen Begriff mit dem Begriff des Codes vergleicht, so wie er in den ersten linguistischen, semiotischen und anthropologischen Schriften der fünfziger und sechziger Jahre ausgearbeitet wurde, fragt man sich, ob diese beiden Begriffe überhaupt etwas miteinander zu tun haben.

Die Idee der Enzyklopädie versucht, einen Interpretationsprozess zu erklären, der die Form eines Schlusses annimmt, wohingegen Codes allgemein als Mengen von Punkt-zu-Punkt-Äquivalenzen angesehen werden. [...]

Wie können mit Leichtigkeit von der Annahme ausgehen, dass der Ausdruck Code, so wie er auftauchte und gierig angewandt wurde, eine bloße Metapher ist. Aber Metaphern enthüllen die zugrunde liegende Struktur einer Enzyklopädie, d. h. sie zeigen (wenn sie interpretiert werden) die »Familienähnlichkeiten« verschiedener Konzepte. Sie sollten also nie als bloße »poetische« Mittel abgetan werden. Wenn wir verstehen, warum sie geprägt wurden, wissen wir, was sie vorschlagen wollten. Und was vorgeschlagen wird, ist niemals bloß eine idiosynkratische Verbindung, es hat mit den semantischen Verbindungen etwas zu tun, die von einer gegebenen historischen Enzyklopädie zur Verfügung gestellt werden.

Bis zur zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts wurde Code benutzt, wie es die Wörterbücher vorschlagen, d. h. in drei Bedeutungen: paläographisch, institutionell und korrelational.

Die paläographische Bedeutung liefert einen Hinweis zum Verständnis der beiden anderen: codex war auf lateinisch der Strunk oder Stamm eines Baumes, aus dem hölzerne Schreibtäfelchen gemacht wurden, die mit Wachs bestrichen wurden; auf diese Weise kam der Ausdruck dazu, Pergament oder Papierbücher zu bezeichnen. Ein Code ist also etwas, das etwas anderes sagt; es hat seit seinen fernsten Ursprüngen mit Kommunikation oder Signifikation zu tun.

Bei korrelationalen Codes gibt es auch ein Buch und eine Kommunikationsabsicht: der Morsecode ist ein Codebuch oder ein Wörterbuch, das eine Menge von Korrelationen zwischen einer Serie oder einem System elektrischer Signale (die als Punkte und Striche aufgeschrieben werden) und einer Reihe von Buchstaben des Alphabets zur Verfügung stellt. Es gibt Codes, die Ausdrücke mit Ausdrücken, und Codes, die Ausdrücke mit Inhalten korrelieren.

Auch institutionelle Codes sind Bücher, weil sie nämlich eine »systematische Sammlung von Statuten« sind, »ein Gesetzeskörper, der so arrangiert ist, dass Inkonsistenz und Überschneidung vermieden werden ... ein Satz von Regeln für jegliches Thema«, und in diesem Sinne auch »die vorherrschende Moral einer Gesellschaft oder Klasse« (Oxford English Dictionary). Gesetzescodes, Benimmcodes, Ritter-Codices usw. sind Instruktionssysteme. [...]

Wir fragen uns jedoch folgendes: Hatte die Vorstellung von Code, wie sie in der Jahrhundertmitte im strukturalistischen Milieu auftauchte, etwas mit einer oder mehreren dieser Vorstellungen zu tun? Und warum?

Saussure spricht (im Cours de linguistiche générale) vage von le code de la langue. Der Ausdruck verrät Verlegenheit: Saussure sagt nicht, dass eine Sprache ein Code ist, sondern dass es den Code einer Sprache gibt.“

[Eco, Umberto: Semiotik und Philosophie der Sprache. München: Wilhelm Fink Verlag, 1985, S. 242-244]

„Ein Großteil des Widerstandes gegen den Begriff des Codes rührte aus der Furcht vor der Hyperrationalisierung her, als ob code-orientierte Theorien den menschlichen Geist einem Computer überantworten wollten. Auf der anderen Seite wies die Popularität der neuen Kategorie auch alle Charakteristika eines Exorzismus auf: stellte sie doch den Versuch dar, der Bewegung Ordnung aufzuzwingen, den Ereignissen Struktur und den Erdbeben Organisation. Von Codes zu sprechen, bedeutete für viele, »Skripten« zu identifizieren, wo zuvor nur Willkür, blinder Impuls, unaussprechliche Kreativität, dialektische Widersprüche erkannt worden waren. Vielleicht war es nur eine kurze »rationalistische« Saison, denn sobald wie möglich ersetzte der Poststrukturalismus Codes durch Triebe, désirs, Pulsionen, Driften.

Wir sind jedoch an dieser neuen Manifestationen des ewigen Kampfes zwischen Apollo und Dionysos wenig interessiert. Wir wollen lieber die technische Geschichte unseres Konzepts verfolgen: das gegenwärtige Problem ist, dass die frühen Offenbarungen der Vorstellung von Code dem semantischen Feld »Regel« näher standen als dem semantischen Feld »Kommunikation und/oder Signifikation«.“

[Eco, Umberto: Semiotik und Philosophie der Sprache. München: Wilhelm Fink Verlag, 1985, S. 248]

Código

Un código es un sistema de signos, es decir, un sistema de correspondencias entre las clases complementarias formadas por un conjunto de señales, por un lado, y las formadas por un conjunto de mensajes, por otro; un c. tendrá, por lo tanto, un campo noético y un campo semántico. Las señales del campo semántico tienen que ser producidas, sin embargo, con el fin específico de dar las indicaciones necesarias para la transmisión de un mensaje, en caso contrario, tenemos un simple sistema indicador: en el ejemplo de Prieto, los colores del cielo constituyen un universo del discurso cuyas divisiones en clases complementarias corresponden a divisiones análogas en otro universo del discurso, el constituido por las condiciones meteorológicas posibles en el futuro; no obstante, en este caso no se trata de un código porque viene a faltar la naturaleza instrumental de los mensajes. La lengua puede considerarse un código en cuyo ámbito se encuentran una serie de subcódigos; existe un código de la lengua italiana, un código de la lengua francesa y existe, asimismo, el subcódigo de la lengua familiar italiana, el subcódigo de la lengua diplomática francesa, etc. La determinación de un código en la lengua se encuentra ya en Saussure, que distingue en la „parole“ ‘las combinaciones con las que el sujeto hablante utiliza el código de la lengue para la expresión del propio pensamiento personal’ (Saussure 1960: 31). De hecho, señala Martinet ‘la oposición tradicional entre „langue“ y „parole“ se puede expresar también en términos de código y mensaje, el código es la organización que permite la composición del mensaje y aquello con lo que se confronta cada uno de los elementos de un mensaje para obtener un sentido’ (Martinet, 1960: 29) (cfr. G. Mounin, La notion de code en linguistique, en Linguistique contemporaine. Mélanges Eric Buyssens, Bruselas, 1970, recogido en Introduction à la sémiologie, Minuit, París, 1970, 77-86, a la que se puede añadir la definición hjelmsleviana, no presente aquí, de código como un sistema de reglas de correspondencia entre las unidades o figuras del plano de la expresión y las del plano del contenido, es decir, como un sistema de figuras semióticas, o sistema de sistemas (dado que la forma de cada uno de los dos planos lingüísticos es ella misma un sistema).“ [Cardona, G. R., p. 50]

El hablante al transmitir un mensaje en unas hormas lingüísticas selecciona en su mente los elementos de contenido que desea comunicar, los codifica, los cifra en unos moldes y estructuras lingüísticas - que ordenan el pensamiento - y los traslada hacia un o unos receptores, que decodifican parcialmente el mensaje y que le añaden otras ideas y conceptos propios para configurar el mensaje recibido, que no coincide exactamente con el emitido. Lo cierto es que el proceso comunicativo, en su realización, va del contenido a la expresión; mientras que en la fase receptiva hay, sí, una decodificación junto a una recodificación de mensaje.

Código elaborado y código restringido

El término ‘código’ ha sido utilizado en lingüística, con el significado de sistema lingüístico, es decir, el de lengua o langue, a imagen de las telecomunicaciones y de la teoría de la información. Un código es, pues, un sistema convencional explícito que, con un número limitado de señales, permite la conversión de la forma de un mensaje en otra forma (la escritura, por ejemplo) para su transmisión. Aunque normalmente el término ‘código’ se usa para sistemas de lenguas artificiales, el mismo Saussure habla del «código del lenguaje» refiriéndose al sistema lingüístico. Aquí este término, que forma parte de la dicotomía ‘código’-mensaje, alude al sistema convencional de símbolos y de reglas que permite que un mensaje pueda ser codificado o producido y descodificado o interpretado. Jakobson en su esquema de la comunicación utiliza el término ‘código’ en este sentido.

El sociólogo Bernstein ha utilizado los términos código restringido y código elaborado aplicado a distintas clases sociales. El primero es propio de una clase social baja, caracterizado por insuficiencias sintácticas, deficiencias nominales y pobreza en la adjetivación. El segundo es el de las ricas manifestaciones lingüísticas, caracterizado por una sintaxis compleja y una abundancia de nombre y de adjetivos. Aunque esta división de códigos no es teóricamente sólida o sostenible, ha servido también para aludir a los miembros de una comunidad de saberes o epistemológico. Así, los físicos, que pertenecen a la misma comunidad epistemológica, la de los físicos, pueden intercambiar entre ellos información y conocimientos especializados valiéndose de un ‘código restringido’. En pragmática existe una modalidad de elipsis llamada elipsis de los códigos restringidos.”

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 116]

«Código restringido y código elaborado:

Se da el nombre de código restringido al conjunto de recursos lingüísticos propios del lenguaje vulgar; y el de código elaborado al característico del lenguaje formal. [...]

El código restringido está configurado como un sistema pobre (aunque, a veces, la viveza del coloquio pueda hacer parecer lo contrario), rutinario, impersonal, categórico y poco matizado; resistente al ejercicio de la libertad expresiva para manifestar los sentimientos, que se polarizan hacia lo mucho o hacia lo poco; uniformador de las relaciones entre los individuos (las relaciones pueden ser muy variadas y sentidas, pero no se expresan verbalmente); simplificador de los conceptos (en política, en el trabajo, en la vida familiar, etc.). Al enunciar estas características, tan poco alentadoras, del código restringido, no debe olvidarse su carácter general; las excepciones de personalidades que saben manifestar su individualidad a pesar de las escasas posibilidades que ofrece su código idiomático.

Entre las clases económicamente superiores, hay millares de ciudadanos que sólo saben emplean un código restringido. El código elaborado va anejo a la instrucción y a la cultura, no al dinero. La extensión del código elaborado a todo el cuerpo social es un deber que impone a los poderes públicos y a los ciudadanos la democracia.

Diversidad de situaciones en la comunicación oral: el registro idiomático:

Como sabemos, toda comunicación se produce dentro de una situación, de la que forman parte el hablante, el oyente y las circunstancias (de lengua, tiempo, ocasión, etc.) en que se habla.

La diversidad de situaciones posibles obliga al hablante a adaptarse a ellas; si no lo hace, responderá y extrañará a los oyentes. [...] Cada modalidad expresiva adaptada a una situación, se denomina registro. Una pers0na instruida cambia de registro con facilidad. En cambio, una persona poco instruida es incapaz de cambiar de registro: sólo pone en juego el código restringido propio de la lengua vulgar. Por desgracia, en muchos estudiantes se da esa aflictiva deficiencia.

Multitud de situaciones requieren un registro propio: el de la vida familiar, el coloquial para comunicarnos descuidadamente con los demás, el de las relaciones profesionales, amorosas, políticas ... También cambia el registro cuando narramos, describimos, argumentamos, etc. Y ello acontece tanto en la lengua oral como en la escrita

[Lázaro, Fernando / Tusón, Vicente: : Lengua española. C.O.U., Madrid: Grupo Anaya, 1992, pp. 224-225]

«El lenguaje proverbial:

Podemos tomar los términos proverbio y refrán como sinónimos, según hace el Diccionario académico, aunque algunos tratadistas establecen diferencias entre ellos. Estas diferencias, si existen, son irrelevantes a los efectos de nuestra exposición.

Entre los rasgos del código restringido hay que señalar el empleo de refranes. Desde la Edad Media, los escritores han puesto infinidad de ellos en labios de personajes populares. Recuérdese cómo don Quijote – que era capaz de hablar muy culta y refinadamente – reprocha algunas veces a Sancho Panza el uso y abuso que hace de los refranes. El escudero, que sólo conocía el código restringido del castellano, sabía emplearlos siempre con oportunidad, mientras que el caballero sudaba como si estuviera cavando (II-43) para utilizar uno con tino.

Los refranes, como sabemos, formular aserciones que se aceptan como válidas y prácticamente indiscutibles por la comunidad. Tienen una forma fija, que permite retenerlos en la memoria, y evita el esfuerzo de crear oraciones para expresar lo que quiere decirse. A cambio, como sus presuntas verdades valen para todos, generalizan en exceso, y, usándolos, el hablante renuncia a expresar lo que es particularmente suyo. Se explica así que los refranes se empleen abundantemente en el código restringido, del cual hemos dicho que apenas si permite manifestar lo individual. [...]

El refrán en particular, ahorra esfuerzo idiomático – y, por tanto, esfuerzo mental –. Dado el carácter de verdad absoluta que se le atribuye (se ha llamado “evangelios breves” a los refranes), usarlo facilita las aserciones categóricas y tajantes propias del código restringido. A veces, puede llegar a justificar aberraciones. Cuando Celestina intenta convencer a Pármeno para que le ayude a estafar a Calisto, contesta el criado: “No querría bienes mal ganados.” Pero la vieja le replica, acogiéndose a la contundencia del refrán: “Yo sí. A tuerto o a derecho, nuestra casa hasta el techo.” (‘con buenas o malas artes, lo importante es tener bienes’).

El Refranero forma parte del folklore de una comunidad. Su misión fundamental es – y sobre todo ha sido – confirmar un determinado modo de cultura, con sus aserciones, prescripciones y prohibiciones. Los refranes son a modo de consigna, cuya vigencia ha ido perdiéndose a medida que han ido cambiando las creencias y las costumbres. Tienden a uniformar; de ahí el escaso papel que siempre han desempeñado en el código elaborado. Hoy es apreciable su retroceso entre quienes emplean el código restringido, aunque es dentro de él donde aún subsisten. Su desaparición no significaría, sin embargo, que ha aumentado la capacidad idiomática de los hablantes, sino que sus supuestas verdades ya no les sirven. Pero tal vez sean sustituidas por otras “verdades”, que sin ser acuñadas en refranes, resulten tan dominadoras y contrarias a la libertad personal de pensar como las de éstos.

Los refranes se introducen en la conversación con una entonación autónoma, porque ellos mismos son unidades independientes de imposible articulación con el discurso que va creando el hablante.

Son breves: no deben interrumpir demasiado el discurso en que se insertan. Muchas veces, ni siquiera se enuncian completos: “Yo, de momento, cojo esto, porque más vale pájaro en mano ...

Para poder ser recordados, están construidos con artificios que, frecuentemente, los separan de la norma constructiva general. Así:

§         poseen un ritmo muy marcado; suelen componerse de dos proposiciones (estructura bimembre); y es frecuente la rima consonante o asonante: No hay mejor pariente / que el buen amigo presente.

§         dado su carácter ritual, y su permanencia a través de los siglos, no es raro que contengan arcaísmos; pero, para “extrañar” y ser mejor retenidos, cuentan también con regionalismos, extranjerismos o, incluso, con palabras inventadas o sin sentido

[Lázaro, Fernando / Tusón, Vicente: Lengua española. C.O.U., Madrid: Grupo Anaya, 1992, p. 225-226]

«Código

Conjunto sistemático de signos y de reglas que los combinan que permite que un mensaje pueda ser producido o interpretado. (Cf. Canal, Contexto, Emisor, Mensaje, Receptor.)

Código elaborado

En la teoría sobre los códigos de la comunicación del sociólogo Basil Bernstein, un código elaborado es una forma de habla propia de las personas instruidas de clase alta que se caracteriza por el empleo de una amplia gama de recursos lingüísticos explícitos. (Cf. Código restringido.)

Código lingüístico

Véase Lengua.

Código restringido

En la teoría sobre los códigos de la comunicación del sociólogo Basil Bernstein, forma de habla de las personas de la clase trabajadora con un bajo nivel educativo, en la que se emplea un número reducido de recursos lingüísticos y se hacen más suposiciones acerca del conocimiento del oyente. (Cf. Código elaborado.)»

[Eguren, Luis / Fernández Soriano, Olga: La terminología gramatical. Madrid: Gredos, 2006, p. 57-58]

«Cambio de código

Uso alternativo de dos o más sistemas lingüísticos en un mismo acto comunicativo, v.g., el enunciado inglés-español Codeswitching among fluent bilinguals ha sido la fuente de numerosas investigaciones. (Véase Mezcla de lenguas.)»

[Eguren, Luis / Fernández Soriano, Olga: La terminología gramatical. Madrid: Gredos, 2006, p. 55]