KERNGRAMMATIK

Gramática nuclear

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

REST / GB-Theorie / Generative Transformationsgrammatik / Modularitätsprinzip

 

Kerngrammatik [engl. core grammar]

Im Rahmen der »Revidierten Erweiterten Standardtheorie« der Transformationsgrammatik von N. Chomsky (1975) zentraler Gegenstand sprachwissenschaftlicher Beschreibung: Die K. umfasst diejenigen universalen linguistischen Fakten und Prinzipien, die als unmarkierter gramm. Phänomene tendenziell in allen natürlichen Sprachen vorkommen; sie sind zugleich der Kernbereich der individuellen Kompetenz, der durch einzelsprachliche Regularitäten unterschiedlicher Ausprägung (Parameter) ergänzt wird. Zur Kompetenz gehört neben der Kerngrammatik und den einzelsprachlichen Parametern, die als mögliche Optionen ebenfalls von der Universalgrammatik zur Verfügung gestellt werden, auch die Beherrschung einzelsprachlicher »Irregularitäten«, die als »markierte« Erscheinungen zur »Peripherie« gehören. (Zum Begriffspaar »markiert vs. unmarkiert«, das aus der generativen Phonologie in die Syntax, bzw. in die allgemeine Sprachtheorie getragen wurde, vgl. Markiertheitstheorie). Sowohl die Theorie der Markiertheit als auch das Konzept der K. werden motiviert durch Hypothesen über korrelierende Phänomene beim Spracherwerb: die K. bzw. die unmarkierten sprachlichen Phänomene werden als »genetische Lernhilfen« beim Spracherwerb betrachtet und müssen als solche nicht gelernt werden, während markierte (einzelsprachliche) Eigenschaften allmählich dazugelernt werden müssen.“ [Bußmann, H., S. 378]

Vgl. oben den Beitrag von Brucart, José M. unter GB-Theorie