KATEGORIENFEHLER

Error categorial

(Recop.) Justo Fernández López

 

"G. Ryle entwickelt eine Theorie der sog. Kategorienfehler (engl. category‑mistakes), die entstehen, wenn Ausdrücke verschiedener logischer Kategorien vermengt werden. Zwei Ausdrücke (z. B. <Peter> und <Sonntag> gehören nach Ryle verschiedenen logischen Kategorien zu, sofern in bestimmte Satztypen (z. B. <... liegt im Bett> zwar der eine, aber nicht der andere Ausdruck hineinpasst. So liegt bei der Aussage, <Sonntag liegt im Bett> ein Kategorienfehler vor. Laut Ryle muss auch der cartesianische Dualismus von Leib und Seele als Kategorienfehler aufgefasst werden."

[Hügli, Anton/Lübcke, Poul (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 315]

"Kategorienverwechslung

Lehrer und Prüfer, Richter und Kritiker, Geschichtsschreiber und Romansschriftsteller, Beichtväter und Unteroffiziere, Unternehmer, Angestellte und Geschäftsteilhaber, Eltern, Liebende, Freunde und Feinde, sie alle wissen gut genug, wie ihre täglichen Fragen über die Eigenschaften und den Verstand eines Menschen, mit dem sie zu tun haben, zu beantworten sind.

Sie können seine Leistungen bewerten, seinen Fortschritt abschätzen, seine Worte und Taten begreifen, seine Motive durchschauen und seine Witze verstehen. Wenn sie irregehen, können sie ihre Irrtümer richtig stellen. Ja, sie können auf diejenigen, mit denen sie zu tun haben, durch Kritik oder Beispiel, durch Bestrafung, Bestechung oder Belehrung, mit Spott oder schönen Worten vorsätzlich einwirken und schließlich ihre Methoden im Lichte der erzielten Erfolge abändern.

Sowohl zur Beschreibung des Geistes anderer wie auch zur Aufstellung von Vorschriften für ihn machen sie mit größerer oder geringerer Geschicklichkeit von Begriffen für geistige Fähigkeiten und Tätigkeiten Gebrauch. Sie haben gelernt, wie man in konkreten Situationen Wörter anwendet wie: "sorgfältig", "dumm", "logisch", "unaufmerksam", "originell", "eitel", "methodisch", "leichtgläubig", "witzig", "beherrscht" und tausend andere, die geistige oder seelische Verhaltensweisen beschreiben.

Es besteht aber ein großer Unterschied zwischen der Fähigkeit, solche Begriffe anzuwenden, und der Fähigkeit, ihre Beziehungen miteinander oder mit Begriffen anderer Art ans Licht zu bringen. Viele Leute können 'mit' diesen Begriffen, aber nicht 'über' sie Sinnvolles sagen; sie wissen durch den täglichen Gebrauch, wie sie mit diesen Begriffen umgehen müssen, zumindest innerhalb der üblichen Grenzen, aber sie können nicht die logischen Regeln formulieren, die den Gebrauch dieser Begriffe bestimmen. Sie sind wie Leute, die sich wohl in ihrem eigenen Ort auskennen, aber nicht imstande sind, eine Landkarte davon anzufertigen oder zu lesen, geschweige denn eine Landkarte der Gegend oder des Kontinents, in dem ihr Ort liegt.

Für gewisse Zwecke ist es aber notwendig, die logischen Verbindungen zwischen jenen Begriffen zu bestimmen, die wir ganz gut anwenden können. Es ist immer schon ein wichtiger Teil der Aufgabe eines Philosophen gewesen, diese Arbeit für die Begriffe der Vermögen, Tätigkeiten und Zustände des Geistes oder der Seele zu leisten. Erkenntnistheorie, Logik, Ethik, Politik und Ästhetik sind das Ergebnis der Untersuchungen auf diesem Gebiet.

Einige dieser Untersuchungen sind innerhalb ihrer Grenzen beträchtlich vorangekommen, aber es gehört zur These dieses Buches, dass in den drei Jahrhunderten seit dem Beginn des naturwissenschaftlichen Zeitalters die logischen Kategorien zur Einordnung der Begriffe der geistigen Vermögen und Tätigkeiten falsch ausgewählt wurden. DESCARTES hinterließ als eines seiner einflussreichen philosophischen Verhältnisse einen Mythos, der noch immer die Geographie dieses Bereichs verfälscht.

Die Bestimmung der logischen Geographie von Begriffen ist die Erhellung der Logik jener Sätze, in denen sie verwendet werden, also das Aufzeigen davon, mit welchen anderen Sätzen sie vereinbar und mit welchen sie unvereinbar sind, welche Sätze aus ihnen folgen und aus welchen sie folgen. Ein logischer Typus oder eine Kategorie, zu der ein Begriff gehört, ist die Klasse der logisch richtigen Verwendungen des Begriffs. Die Hauptargumente dieses Buches sollen daher zeigen, warum gewisse Arten von Verwendungen der Begriffe von geistigen Vermögen und Vorgängen Verstöße gegen logische Regeln sind. Philosophie besteht darin, Kategoriengewohnheiten durch Kategoriendisziplin zu ersetzen. [...]

Zuerst muss der Ausdruck ‘Kategorienverwechslung’ erklärt werden. Ich tue das mit Hilfe einer Reihe von Beispielen.

Ein Ausländer kommt zum ersten Mal nach Oxford oder Cambridge, und man zeigt ihm eine Reihe von Colleges, Bibliotheken, Sportplätzen, Museen, Laboratorien und Verwaltungsgebäuden. Nach einiger Zeit fragt er:

„Aber wo ist denn die Universität? Ich weiß jetzt, wo die Mitglieder eines College wohnen, wo die Verwaltung untergebracht ist, wo die Wissenschaftler ihre Versuche machen und so weiter. Aber warum zeigt man mir nicht die Universität, wo die Mitglieder eurer Universität wohnen und arbeiten?“

Dann muss man ihm erklären, dass die Universität nicht noch eine weitere ähnliche Institution ist, ein weiteres Gegenstück zu den Colleges, Laboratorien und Verwaltungsgebäuden, die er schon gesehen hat. Die Universität ist einfach die Art und Weise, in der alles das organisiert ist, was er schon gesehen hat. Wenn man das alles gesehen und die Art und Weise der Zusammenarbeit verstanden hat, dann hat man die Universität gesehen.

Der Irrtum des Ausländers lag in seiner unschuldigen Annahme, es sei richtig, vom Christ-Church -College, von der Bodleian Bibliothek, vom Ashmolean Museum und 'außerdem' von der Universität zu sprechen, also von 'der Universität' so zu sprechen, als bezeichneten die Worte 'die Universität' ein weiteres Mitglied der Klasse, zu der jene anderen oben erwähnten Einheiten auch gehören. Er reihte die Universität irrtümlich in dieselbe Kategorie ein, zu der diese anderen Institutionen gehören.

Denselben Irrtum beginge zum Beispiel ein Kind, dem man beim Vorbeimarschieren einer Division verschiedene Bataillone, Batterien, Schwadronen usw. gezeigt hat und das nun wissen will, wann die Division vorbeimarschieren werde. Es würde glauben, die Division wäre ein Gegenstück zu den Einheiten, die es schon gesehen hat, ihnen teilweise ähnlich und teilweise unähnlich. Man würde ihm seinen Irrtum klarmachen, indem man ihm sagt, es habe die Division vorbeimarschieren sehen, als es die Bataillone, Batterien und Geschwader vorbeimarschieren sah. Die Parade war nicht eine Parade von Bataillonen, Batterien, Schwadronen 'und' einer Division; es war die Parade der Bataillone, Batterien und Schwadronen 'einer' Division.

Noch ein Beispiel. Ein Südseeinsulaner sieht seinem ersten Fußballspiel zu. Man erklärt ihm die Funktion des Torwarts, der Stürmer, Verteidiger, des Schiedsrichters usw. Nach einer Weile sagt er:

"Aber da ist doch niemand, der den berühmten Mannschaftsgeist beisteuert. Ich sehe, wer angreift, wer verteidigt, wer die Verbindung herstellt usw.; aber wessen Rolle ist es, den Mannschaftsgeist zu liefern?"

Und wieder müssten wir erklären, dass er nach der falschen Kategorie eines Dinges Ausschau halte. Der Mannschaftsgeist ist nicht noch eine Fußballoperation wie das Toreschießen, das Einwerfen usw. Er ist, ungefähr gesprochen, die Begeisterung, mit der alle besonderen Aufgaben des Fußballspiels ausgeführt werden, und eine Aufgabe begeistert ausführen heißt nicht, zwei Aufgaben ausführen. Gewiss, Mannschaftsgeist zeigen ist nicht dasselbe wie ein Tor schießen oder einwerfen. Aber es ist auch nicht ein drittes Ding, von dem wir sagen könnten, der Mittelstürmer habe zuerst eingeworfen 'und dann' Mannschaftsgeist gezeigt, oder der Verteidiger werde jetzt 'entweder' köpfen 'oder' Mannschaftsgeist zeigen.

Diese Beispiele von Kategorienverwechslung haben etwas gemeinsam, was wir uns einprägen müssen. Die Irrtümer wurden von Leuten begangen, die nicht wussten, wie die Begriffe 'Universität', 'Division' und 'Mannschaftsgeist' zu handhaben sind. Die Schwierigkeiten erwuchsen aus ihrer Unfähigkeit, gewisse Wörter richtig zu verwenden.

Die philosophisch interessanten Kategorienverwechslungen werden aber von Leuten begangen, die vollkommen entscheiden können, wie Begriffe zumindest in Umständen, in denen sie vertraut sind, zu verwenden sind, die aber doch im Laufe abstrakter Gedankengänge dazu neigen, diese Begriffe in Kategorien einzureihen zu denen sie nicht gehören.

Ein Beispiel eines Irrtums dieser Art wäre die folgende Geschichte. Ein Politikstudent hat die Hauptunterschiede zwischen der englischen, französischen und amerikanischen Verfassung gelernt und auch die Unterschiede und Zusammenhänge zwischen dem Kabinett, dem Parlament, den verschiedenen Ministerien, der Richterschaft und der englischen Staatskirche. Aber er gerät noch immer in Verlegenheit, wenn er nach den Zusammenhängen zwischen der englischen Staatskirche, dem Innenministerium und der Verfassung Englands gefragt wird. Denn während die Kirche und das Innenministerium Institutionen sind, ist die Verfassung nicht eine weitere Institution im selben Sinn dieses Hauptworts.

Daher können inter-institutionelle Beziehungen, deren Bestehen zwischen Kirche und Innenministerium einerseits und der englischen Verfassung andererseits man behaupten oder leugnen könnte. "Die englische Verfassung" ist nicht ein Ausdruck desselben logischen Typs wie "das Innenministerium“ oder „die englische Staatskirche". Ähnlich kann Müller ein Verwandter, ein Freund, ein Bekannter oder ein Feind von Meier sein; aber er kann in keiner dieser Beziehungen zum Durchschnittszahler machen, aber er ist verdutzt, wenn er gefragt wird, warum er ihm nicht, wie etwa dem Meier, auf der Straße begegnen kann.

Solange sich der Politikstudent die englische Verfassung nach dem Muster der anderen Institutionen vorstellt, wird er versucht sein, sie als eine rätselhaft-okkulte Institution zu beschreiben; und solange Müller den Durchschnittssteuerzahler als einen Mitbürger betrachtet, solange wird er ihn sich als einen schattenhaften und substanzlosen Mann denken, ein Gespenst, das überall und nirgends ist.

Das Ziel meines Angriffs ist, zu zeigen, dass der Ursprung der Theorie des menschlichen Doppellebens [Descartes] eine Familie von Kategorienverwechslungen ist. Die Darstellung eines Menschen als eines Gespenstes, das auf unbegreifliche Art in einer Maschine verschanzt ist, leitet sich von folgendem Argument ab. Unleugbarerweise können die Gedanken, Gefühle und Zweckhandlungen einer Person nicht ausschließlich in der Sprache der Physik, Chemie oder Physiologie beschrieben werden. Also müssen sie in einer Parallelsprache beschrieben werden.

So wie der menschliche Körper eine mannigfaltige, organisierte Einheit ist, so muss auch der menschliche Geist eine mannigfaltige, organisierte Einheit sein, wenngleich er aus einem Stoff ganz anderer Art gemacht und völlig anders gebaut ist. Anders ausgedrückt, wie der menschliche Körper, so wie jedes andere Klümpchen Materie, ein Feld von Ursachen und Wirkungen ist, so muss auch der menschliche Geist ein Feld von Ursachen und Wirkungen sein, wenn auch (Gott sei Dank) nicht von mechanischen Ursachen und Wirkungen."

Literatur:

Gilbert Ryle, Der Begriff des Geistes, Stuttgart 1969.

[Gilbert Ryle. Der Durchschnittssteuerzahler – ein Gespenst, das überall und nirgends ist.

In: http://www.weltkreis.com/mauthner/tex/ryle1.html]

"Der Ursprung der Kategorienverwechslung:

Eine der intellektuellen Hauptquellen dessen, was noch als die cartesische Kategorienverwechslung nachzuweisen sein wird, scheint folgendes zu sein: Als GALILEI bewiesen hatte, dass seine wissenschaftlichen Forschungsmethoden imstande waren, eine mechanische Theorie zu liefern, die alles Räumliche erfasste, da entdeckte DESCARTES in sich zwei widerstreitende Motive. Als ein Mann von genialer wissenschaftlicher Begabung konnte er den Behauptungen der Mechanik nur beipflichten, jedoch als religiöser und sittlicher Mensch konnte er nicht, wie HOBBES, die niederschmetternde Folge dieser Anschauungen annehmen, die menschliche Natur unterscheide sich von einem Uhrwerk bloß durch den Grad der Kompliziertheit. Das Geistige konnte nicht einfach eine Variante des Mechanischen sein.

Er und spätere Philosophen bedienten sich daher des folgenden verständlichen, aber nichtsdestoweniger irrigen Auswegs. Da die Wörter für geistiges Verhalten nicht als die Bezeichnungen von mechanischen Prozessen zu deuten sind, so sind sie also als Bezeichnungen von nichtmechanischen Prozessen zu deuten; da mechanische Gesetze die Vorgänge im Raum als Wirkungen anderer Vorgänge im Raum erklären, müssen andere Gesetze nichträumliche Vorgänge im Geist als Wirkungen anderer nichträumlicher Vorgänge im Geist erklären.

Der Unterschied zwischen jenem menschlichen Benehmen, das wir als intelligent, und dem, das wir als unintelligent bezeichnen, muss ein Unterschied in der Verursachung sein; während also einige Bewegungen menschlicher Zungen und Glieder die Wirkung mechanischer Ursachen sind, d.h. also von Bewegungen kleiner Masseteilchen herrühren, sind andere die Wirkung nichtmechanischer Ursachen, also geistiger Vorgänge.

Die Unterschiede zwischen dem Körperlichen und Geistigen wurden so als Unterschiede innerhalb des gemeinsamen Rahmens der Kategorien 'Ding', 'Material', 'Eigenschaft', 'Zustand', 'Vorgang', 'Veränderung', 'Ursache' und 'Wirkung' dargestellt. Geister sind Dinge, aber Dinge von anderer Art als Körper; geistige Vorgänge sind Ursachen und Wirkungen, aber Ursachen und Wirkungen anderer Art als Körperbewegungen. Und so weiter. So wie der Ausländer erwartete, die Universität werde ein zusätzliches Gebäude sein, ähnlich wie ein College, aber auch recht anders, so haben die Antimechanisten Geister als zusätzliche Zentren von Kausalvorgängen dargestellt, ähnlich wie Maschinen, aber auch recht anders. Ihre Theorie war eine paramechanische Hypothese.

dass diese Annahme der Kern der Lehre war, lässt sich daraus ersehen, dass von Anfang an die wechselseitige Beeinflussung von Körper und Geist als große theoretische Schwierigkeit empfunden wurde. Wie kann ein Geistesvorgang wie z.B. das Wollen eine Bewegung im Raum hervorrufen wie z.B. die Bewegung der Zunge? Wie kann eine physiologisch Veränderung im Sehnerv die geistige Wahrnehmung eines Lichtstrahls verursachen? Dieses notorische Problem allein zeigt den logischen Rahmen, in den DESCARTES seine Theorie des Geistes presste. Es war ebenderselbe Rahmen, in den er und Galilei ihre Mechanik spannten.

Während er weiterhin unbewusst an der Grammatik der Mechanik festhielt, wollte er den Schiffbruch durch eine Beschreibung des Geistigen in einem Vokabular anwenden, das nur das Gegenstück zu dem der Mechanik war. Beschreibungen geistiger Tätigkeiten mussten mit Hilfe barer Verneinungen der besonderen Körperbeschreibungen vorgenommen werden; sie sind nicht im Raum, sie sind nicht Bewegungen, sie sind keine Veränderungen der Materie, sie sind der öffentlichen Beobachtung unzugänglich. Ein Geist ist nicht ein Stückchen Uhrwerk, es ist nur ein Stückchen Nichtuhrwerk.

So betrachtet, ist der menschliche Geist nicht bloß ein an eine Maschine angespannter Geist, er ist selbst nur eine Geistermaschine. Obwohl der menschliche Körper ein Motor ist, ist er doch nicht ein gewöhnlicher Motor, da manche seiner Drehungen von einem anderen Motor in seinem Innern reguliert werden, wobei dieser vorgeschaltete Motor von ganz anderer Art ist. Er ist unsichtbar, unhörbar und hat weder Größe noch Gewicht. Er kann nicht zerlegt werden, und die Gesetze, denen er gehorcht, sind nicht die, die ein gewöhnlicher Ingenieur kennen soll. Wie er den Körpermotor reguliert, davon ist nichts bekannt.

Die zweite Hauptschwierigkeit lehrt dasselbe. Da nach der offiziellen Lehre der Geist zur selben Kategorie gehört wie der Körper und da der Körper von ehernen mechanischen Gesetzen regiert wird, schien es manchen Theoretikern, als müssten Geister von ähnlichen ehernen nichtmechanischen Gesetzen regiert werden. Die physikalische Welt ist ein deterministisches System, also muss die Geisterwelt ein deterministisches System sein. Körper können die ihnen zustoßenden Veränderungen nicht vermeiden, daher können Geister nicht vermeiden, die ihnen vorgezeichnete Laufbahn zu verfolgen.

'Verantwortlichkeit', 'Wahl', 'Verdienst' und 'Schuld' sind daher unabwendbare Begriffe - außer man nimmt die Kompromisslösung an zu sagen, die die Geistesvorgänge regierenden Gesetze unterschieden sich von den die Körpervorgänge regierenden durch die freundliche Eigenschaft, nur ziemlich ehern zu sein. Das Problem der Willensfreiheit bestand darin, die Hypothese, dass Geister mit Wörtern aus den Kategorien der Mechanik beschrieben werden müssten, mit der Einsicht zu versöhnen, dass die höheren menschlichen Verhaltensweisen völlig anders sind als die Arbeitsweisen von Maschinen.

Es ist ein Kuriosum der Geschichte, dass niemand die Unhaltbarkeit dieser ganzen Argumentation bemerkt hat. Theoretiker nahmen richtig an, jeder normale Mensch können den Unterschied z.B. zwischen rationalen und nichtrationalen Äußerungen oder zwischen absichtlichem und automatischem Benehmen erkennen. Sonst wäre ja nichts vor der Gefahr des mechanischen Materialismus zu bewahren gewesen. Und doch setzte die Erklärung der offiziellen Lehre voraus, dass ein Mensch grundsätzlich niemals den Unterschied zwischen den rationalen und irrationalen Äußerungen erkennen könnte, die von den Lippen anderer Menschen fallen, da er ja nie Zutritt zu den postulierten nichtmateriellen Ursachen einiger dieser Äußerungen haben kann.

Mit der zweifelhaften Ausnahme seiner selbst könnte er nie den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Roboter feststellen. Es müsste also z.B. zugegeben werden, dass, soweit wir feststellen können, das Innenleben eines als schwachsinnig oder verrückt Erklärten ebenso rational sein könnte wie das jedes andern. Vielleicht ist nur sein äußeres Leben unbefriedigend; d.h. also, vielleicht sind so genannte Schwachsinnige gar nicht wirklich schwachsinnig und "Irre" gar nicht wirklich irre.

Vielleicht sind außerdem einige der als normal Erklärten wirklich schwachsinnig. Nach der Theorie könnten äußere Beobachter nie wissen, wie das von außen beobachtete Benehmen anderer mit ihren geistigen Fähigkeiten und den geistigen Vorgängen in ihrem Innern zusammenhängt, und sie könnten also nie auch nur glaubwürdige Vermutungen darüber anstellen, ob ihre Anwendungen von Begriffen für geistiges Verhalten auf diese andern Leute richtig oder unrichtig waren. Von sich selbst geistige Normalität oder logische Widerspruchsfreiheit zu behaupten, wäre Glückssache oder überhaupt unmöglich, da man ja verhindert ist, seine eigenen Leistungen mit denen anderer zu vergleichen.

Kurz, Leute und ihr Verhalten hätten niemals als intelligent, klug und tugendhaft oder als dumm, heuchlerisch und feige gekennzeichnet werden können, daher hätte also das Problem nie auftauchen können, eine besondere kausale Hypothese als Grundlage für diese Diagnosen zu finden. Die Frage: "Wie unterscheiden sich Menschen von Maschinen?" tauchte gerade deswegen auf, weil ja jedermann Begriffe für geistiges Verhalten verwenden konnte, bevor die neue kausale Hypothese eingeführt wurde. Diese Kausalhypothese konnte also nicht der Ursprung der in diesen Verwendungen gebrauchten Kriterien sein.

Selbstverständlich ist auch unsere Handhabung dieser Kriterien nicht im geringsten Maße durch diese Kausalhypothese verbessert worden. Wir unterscheiden noch immer gute und schlechte Arithmetik, weises und unweises Betragen, Ideenreichtum und Ideenarmut auf genau dieselbe Art, wie DESCARTES es tat, bevor und nachdem er darüber nachgedacht hatte, wie sich die Verwendbarkeit dieser Kriterien mit dem Prinzip der mechanischen Kausalität vereinbaren ließe.

Er hatte die Logik seines Problems missverstanden. Statt zu fragen, mit welchen Kriterien man intelligentes von unintelligentem Benehmen unterscheidet, fragte er:

"Angenommen, dass das mechanische Kausalprinzip uns den Unterschied nicht verraten kann, welches andere Kausalprinzip kann ihn uns verraten?"

Er erkannte, dass es sich nicht um ein Problem der Mechanik handle, und nahm daher an, es müsse eines sein, das zu einer Art Gegenstück der Mechaniker gehöre. Als dieses Gegenstück wird begreiflicherweise oft die Psychologie ausersehen.

Wenn zwei Ausdrücke zur selben Kategorie gehören, dann ist es zulässig, durch Konjunktionen verbundene Sätze zu bilden, die diese Ausdrücke enthalten. Ein Käufer kann z.B. sagen, er habe einen rechten und einen linken Handschuh gekauft, aber nicht, er habe einen linken Handschuh, einen rechten Handschuh und ein Paar Handschuhe gekauft. "Sie kam heim in einer Flut von Tränen und in einer Sänfte" ist ein bekannter Witz, der auf der Absurdität beruht, zwei Wörter verschiedenen Typs auf diese Weise durch 'und' zu verbinden. Die Disjunktion "Sie kam entweder in einer Flut von Tränen oder in einer Sänfte nach Hause" wäre ebenso lächerlich gewesen. Aber das Dogma vom Gespenst in der Maschine tut gerade das.

Es behauptet, dass sowohl Körper, als auch Geister existierten; dass sich physische und psychische Vorgänge ereignen; dass es mechanische und geistige Ursachen von Körperbewegungen gäbe. Im folgenden soll bewiesen werden, dass diese und ähnliche Verknüpfungen absurd sind; mein Beweis wird aber wohlgemerkt nicht zeigen, dass jeder einzelne der auf diese Art unrechtmäßig verbundenen Sätze für sich allein absurd ist.

Ich leugne z.B. nicht, dass sich geistige Vorgänge abspielen. Dividieren von großen Zahlen ist ein geistiger Vorgang und Witzemachen ist es auch. Aber ich behaupte, dass der Ausdruck „ein geistiger Vorgang hat sich abgespielt“ nicht dieselbe Art von Behauptung aufstellt wie „ein physischer Vorgang hat sich abgespielt“, und dass es daher sinnlos ist, die beiden mit dem Worte 'und' zu verbinden. [..]

Es durchaus zulässig, in einem gewissen logischen Ton zu sagen, Geister existierten, und dann wieder in einem anderen logischen Ton zu sagen, Körper existierten; aber diese Ausdrücke zeigen nicht verschiedene Arten von Existenz an, denn 'Existenz' ist nicht ein Gattungswort wie 'Farbe' oder 'Geschlecht'. Sie zeigen vielmehr zwei verschiedene Bedeutungen des Wortes 'existieren' an, etwa so wie das Wort 'steigen' in dem Satz "die Flut steigt" etwas anderes bedeutet als in "die Erwartung steigt" oder "das durchschnittliche Sterbealter steigt".

Es wäre ein schlechter Witz zu sagen, dass jetzt also drei Dinge steigen, die Flut, die Erwartung und das durchschnittliche Sterbealter. Es wäre ein ebenso guter oder schlechter Witz zu behaupten, dass Primzahlen, Mittwoche, die öffentliche Meinung und Flotten existierten. In den folgenden Kapiteln will ich beweisen, dass die offizielle Lehre tatsächlich auf einer Reihe von Kategorienverwechslungen beruht, indem ich zeige, dass absurde Konsequenzen aus ihr folgen. Der Aufweis dieser Absurditäten hat die positive Wirkung, die richtige Logik der Begriffe für geistiges Verhalten zum Teil ans Licht zu bringen."

Literatur:

Gilbert Ryle, Der Begriff des Geistes, Stuttgart 1969.

[Gilbert Ryle. Sowohl Idealismus als auch Materialismus sind die Antwort auf eine falsch gestellte Frage.

In: http://www.weltkreis.com/mauthner/tex/ryle1a.html]

"Obwohl Kategorien primär als Strukturen der in Argumentationen verwendeten Sätze zu thematisieren sind, sind sie doch, sollen sie Sinn stiften können oder repräsentieren, im­mer schon Formen des Wirklichen in der Sprache. Ihre Zuordnung zu einem der beiden Felder erscheint daher von vornherein als problematisch. Ihrem Topos nach sind Kategorien sonach Weisen der Vermittlung bzw. des Vermitteltseins von Sein und Denken. Diese Einsicht besagt indessen nichts über die Möglichkeit ihrer Rechtfertigung, sie beschreibt nur den »logischen Ort« der Kategorien selbst, und d. h. die Unterscheidung von Logik und Ontologie erweist sich für das Begründungsproblem als irrelevant. Zweitens zeigt sich an der Aristoteli­schen Kategorienlehre und ihrem weiteren philosophischen Kontext, dass ihre Funktion als kritisches Instrumentarium offensichtlich nicht ohne systematische Argumentation zureichend begründet werden kann. Kritische Instrumente las­sen sich als solche nur durch Überlegungen rechtfertigen oder auch widerlegen, die in einem wie auch immer näher zu bestimmenden Sinn systematischen Cha­rakter tragen. Das Problem der Vollständigkeit der Kategorien und ihre Recht­fertigung als eindeutige und gültige Schemata der Aussage erfordern mehr als eine bloß faktische Analyse des Denkens bzw. der Sprache. Aus dem Kontext der Aristotelischen Theorie der Kategorien lässt sich vermuten, dass die Unter­scheidung von sinnlosen und sinnvollen Aussagen einen Vorgriff auf Strukturen der Vermittlung von Sein und Denken im Wissen notwendig macht, der seiner­seits die Differenz von Sinn und Unsinn allererst begründet.

Eine erste Explikation dieser Vermutung führt indessen zu eigentümlichen Schwierigkeiten. Obwohl die kritische Funktion der Kategorien dem Anschein nach nur in einem systematischen Kontext gerechtfertigt werden kann, haben Kategorien jedoch selbst nichts unmittelbar mit ihm zu tun. Sofern nämlich syste­matische Überlegungen dem Kriterium von Wahr und Falsch unterstehen, setzen sie bereits voraus, dass ihre Thesen gemäß den Kategorien überhaupt Bedeutung beanspruchen können. Der Kategorienbegriff scheint daher eine von ihnen un­abhängige Bedeutung und Funktion zu besitzen. Es ergibt sich die folgende paradoxe Situation: Sätze über Kategorien, die ihre Braucbbarkeit begründen sollen, müssen selber bereits kategorial wohlgeformt sein. Sind sie aber kategorial wohlgeformt, so können sie die Funktion der Kategorie höchstens bestätigen, jedoch nicht begründen. Sind sie nicht kategorial wohlgeformt, so können sie als sinnlose Sätze überhaupt nichts begründen. Daraus scheint zu folgen, dass die kritische Funktion und der Stellenwert der Kategorie in gewisser Weise autonom und unabhängig von systematischen Überlegungen begründbar sein müssen. Ein Versuch in dieser Richtung müsste sich jenes Mediums vergewissern, in dem Kategorien fungieren. Will man nicht vorweg schon metaphysische Hypothesen einführen, so kann dieses Medium zunächst nichts anderes als die menschliche Sprache sein, in der die Kategorien möglichen Nonsens diagnostizieren lassen.

Anhand der Aristotelischen Kategorienformulierungen lässt sich nun zeigen, dass Nonsens in der Sprache immer dann entsteht, wenn auf bestimmte Fragen so geantwortet wird, als wäre eine andere Frage gestellt worden. Antwortet jemand auf die Frage »Wer war Sokrates?«: »Er war ca. 76 kg schwer« oder »Sokrates ist auf dem Markt«, so verwechselt der Antwortende die Kategorie der Substanz mit den Kategorien der Quantität bzw. des Ortes und produziert nicht falsche Urteile, sondern einen Zusammenhang von Frage‑Schema und Antwort‑Schema, der weder wahr noch falsch ist. Kategorienverwechslungen erzeugen nicht widersprüchliche Aussagen, sondern Nonsens. Die Kategorientheorie hat also primär zu tun mit der möglichen Kombinatorik von Ausdrücken einer Sprache. je nach Ansatzpunkt diagnostiziert sie sprachlichen Unsinn als Bedeutungsverwechslung (Husserl), Sphärenvermengung (Carnap), Typenfehler (Russell) oder Kategorienfehler (Ryle). Zu beachten ist dabei allerdings, dass erstens die an der Sprache orientierten Kategorienlehren in gewisser Weise abhängig sind von dem faktisch der Analyse zugrunde liegenden Sprachsystem, und zweitens die verschieden motivierten Kategorientheorien nicht nur zu verschiedenen Kategorienbegriffen (Bedeutungskategorien, Typen, Sphären, Antwortklassen) sondern je nach Ansatz auch zu einer gelegentlich unüberschaubaren Anzahl von einzelnen Kategorien führen.

Andererseits ist auch der Begriff des Nonsens noch zu differenzieren: nicht jede grammatikalisch intakte Wortverbindung schließt Unsinn aus. Der Satz »meine orangefarbenen Ideen sind schlafen gegangen« entspricht allen Regeln der Syntax, ohne dass man ihn ohne weiteres schon darum als sinnvoll bezeichnen könnte. Das Problem der Kategorie führt daher bei Berücksichtigung der doppelten Bedeutung von »Nonsens« notwendigerweise zur Unterscheidung syntaktischer und semantischer Kategorien, von denen Chomsky nachzuweisen versuchte, dass sie sich bei natürlichen Sprachen nicht aufeinander zurückführen lassen; während für künstliche, d. h. konstruierte Sprachsysteme allgemein ihre Identität angenommen wird. Syntaktische Kategorien lassen sich definieren als jene Klassen von Ausdrücken, die in Sätzen ausgetauscht werden dürfen, ohne dass die syntaktische Wohlgeformtheit zerstört wird. Semantische Kategorien hingegen bezeichnen Klassen austauschbarer Ausdrücke, die bei Einsetzung in entsprechende Kontexte die Bedeutungsstruktur nicht verändern. Aus diesen Bestimmungen von Kategorie ergeben sich, wie es scheint, handhabbare Verfahren zu ihrer Identifikation.

Zunächst aber ist die Frage zu klären, ob sich Kategorien als Klassen austauschbarer Ausdrücke streng bestimmen lassen. Danach gehören zwei Ausdrücke der gleichen syntaktischen bzw. semantischen Kategorie an, wenn sie in verschiedenen Kontexten ohne Veränderung der Wohlgeformtheit (well‑formedness) bzw. der Bedeutungsstruktur (meaning‑fulness) wechselseitig austauschbar sind. Umgekehrt gilt, dass Ausdrücke, die unter den genannten Bedingungen nicht austauschbar sind, zu verschiedenen Kategorien zu zählen sind. Je nach spezieller Kategorientheorie führt eine Kategorienverwechslung daher zu absurden Konsequenzen, im spezifischen Fall (Russell) zu logischen Paradoxien. Obwohl Russells Intention einer Vermeidung des circulus vitiosus nicht koextensiv identisch ist mit derjenigen Ryles, lassen sich beide jedoch hinsichtlich des Verfahrens der Kategorienfindung aufeinander wie auch auf Aristoteles beziehen. Nehmen wir ein Beispiel aus den »Analytica Posteriora« (83a 30ff.) des Aristoteles, um die gemeinsame Intention zu verdeutlichen: »die Farbe Weiß ist weiß« ist nach der Aristotelischen Lehre ein Kategorienfehler, der auf der Verwechslung der Kategorien Qualität und Substanz beruht. In gleicher Weise erweist sich dieser Satz als Verwechslung logischer Typen, kann er doch umformuliert werden zu dem äquivalenten Satz: »die Klasse der weißen Gegenstände ist selber ein weißer Gegenstand«. Stimmen hierbei Aristoteles und Russell direkt überein, so lässt sich andererseits unschwer ein analoges Beispiel bei Ryle anführen: »wenn zwei Ausdrücke zur selben Kategorie gehören, dann ist es zulässig, durch Konjunktionen verbundene Sätze zu bilden, die diese Ausdrücke enthalten. Ein Käufer kann z. B. sagen, er habe einen rechten und einen linken Handschuh gekauft, aber nicht, er habe einen linken Handschuh, einen rechten Handschuh und ein Paar Handschuhe gekauft«. Identisches Prinzip der Feststellung von Kategorien ist die Tatsache, dass aus einer Satz‑Konjunktion von Ausdrücken verschiedener Kategorien sich absurde Konsequenzen ergeben. Verschiedene Kategorien sind darum nicht in Sätzen konjugierbar, Ausdrücke, die zu verschiedenen Kategorien gehören, nicht ersetzbar.

Das Prinzip der Austauschbarkeit (interchangeability) in Kontexten salva beneformatione bzw. salva significatione ist jedoch, obwohl es sich zur Auffindung und Identifikation von Kategoriendifferenzen in vergleichsweise harmlosen Paradigmen menschlicher Rede eignet, nicht unproblematisch. Es erlaubt nämlich eine exakte Unterscheidung von Ausdrücken und ihre Klassifizierung unter wohlunterschiedene Kategorien nur dann, wenn es sich um Austauschbarkeit in allen möglichen Kontexten handelt. Diese Totalität möglicher Kontexte ist indessen gerade einer ausschließlich linguistischen Analyse nicht zugänglich. Das Prinzip der Austauschbarkeit schließt, soll es sinnvoll angewandt werden können, eine totalisierende Generalisation über alle Kontexte (Husserl, Lesniewski) ein, wonach gelten soll: sind zwei Ausdrücke austauschbar in irgend einem Kontext, so müssen sie es in allen Kontexten sein. Carnap und Bar‑Hillel (Chomsky) wandten mit Recht ein, dass die Anwendung dieses Prinzips auf natürliche Sprachen nicht nur eine willkürliche Einschränkung freier Ausdrucksbildung, sondern ebenso eine selbstzerstörerische Vermehrung von Aquivokationen hervorruft (an intolerable and self‑defeating proliferation of homonymies). Dies hat zur Folge, dass das Prinzip der Austauschbarkeit höchstens für Sprachen mit besonders einfacher Struktur Geltung beanspruchen kann. Geht man davon aus, dass die Sprache der philosophischen Reflexion, obgleich vermutlich nicht koextensiv mit natürlichen Sprachen, jedenfalls nicht die einfache Struktur der hier geforderten Sprache besitzt, so ergibt sich die Konsequenz, dass das Prinzip der Austauschbarkeit nicht als Basis einer logischen Grammatik für philosophische Reflexion dienen kann.

Das durch linguistische Analysen nahe gelegte Konstruktionsverfahren zur Kategorienidentifikation erweist sich daher für eine philosophische Kategorienlehre als nicht durchführbar. Eine logisch‑linguistische Theorie der Kategorienfindung und ‑bestimmung muss unter dieser Voraussetzung als unmöglich erscheinen. Die Konsequenz kann also nicht lauten: Rekurs auf Umgangssprache, sondern allenfalls Versuch einer Festlegung jenes allgemeinen Kontextes (seiner Struktur nach), der philosophisches Argumentieren bestimmt. Der Aufweiß eines der Philosophie entsprechenden Kontexts lässt sich aber weder mit logisch‑analytischen, noch mit linguistischen Mitteln in Angriff nehmen; er wäre, wofern überhaupt möglich, ein Problem erkenntniskritischer bzw. erkenntnistheoretischer Art. Es scheint, dass Kategorien bestenfalls in einer Theorie der menschlichen Erkenntnis, die gleichzeitig alle möglichen Kontexte der philosophisch relevanten, und d. h. auf Erkenntnis dessen, was ist, ausgerichteten Sprache bestimmt, und nicht in einer Analyse aller möglichen und unmöglichen Ausdrücke faktischen Sprechens aufgewiesen und begründet werden können. Nur im Rahmen von Erkenntnistheorie ließen sich auch das bereits angesprochene Problem der Vollständigkeit kategorialer Schemata zureichend stellen und der implizit normative Charakter der Kategorie, der ihre kritische Funktion allein rechtfertigen kann, begründen."

[Krings, H. / Baumgartner, H.-M. / Wild, Ch.: Handbuch philosophischer Grundbegriffe. München: Kösel-Verlag, 1973, Bd. 3, S. 764 ff.]

"En la lógica trivalente los valores de verdad son verdadero, falso y carente de sentido. Esta lógica se puede aplicar al error categorial, presente en el conocido ejemplo de Chomsky (1987, §2.3) "Verdes ideas incoloras duermen furiosamente". Ciertos términos se pueden afirmar o negar de ciertos tipos de cosas. Aplicarlo a otros objetos es un sinsentido (siempre que no se trate de usos metafóricos). El incumplimiento de las restricciones de selección se considera que coloca al término fuera de su dominio de significación."

[Garrido Medina, J.: Lógica y Lingüística, p. 115]

„El error categorial, o incumplimiento de restricciones de selección, tan rentable como metáfora, se puede concebir como un fallo de una presuposición categorial: "La mesa sufre" presupone que el objeto que es "mesa" es capaz de sufrir."

[Garrido Medina, J.: Lógica y Lingüística, p. 138]