KATEGORIAL GRAMMATIK

Gramática categorial

(Recop.) Justo Fernández López

 

Kategorial(E) Grammatik  [KG]  ·   Gramática categorial

Kategoriale Grammatik / categorial grammar

Die Kategoriale Grammatik (KG) ist eine von dem polnischen Logiker K. Ajdukiewicz (1935) konzipierte und besonders von Y. Bar-Hillel und J. Lambek weiterentwickelte Syntaxtheorie, die mit einer kontextfreien Phrasenstrukturgrammatik schwach äquivalent (Äquivalente Grammatiken) ist. Sie ist keine generative Grammatik, sondern eine ‘Rekognitions’ – oder ‘Identifikationsgrammatik’ insofern, als es ihr nicht um das Generieren aller (und nur der) grammatikalischen Sätze (Grammatikalität) einer bestimmten natürlichen Sprache geht, sondern um die mechanische Überprüfung vorgegebener (als Symbolketten notierter) Sätze hinsichtlich ihrer ‘Wohlgeformheit’ oder Grammatikalität (der ‘syntaktischen Konnexität’ Ajdukiewiczs) sowie die Ermittlung syntaktischer Konstituenten. Die ‘Grundkategorien’, auf denen das System der KG basiert, sind ‘s’ (für ‘Satz’) und ‘n’ (für ‘Nomen’ bzw. ‘Nominalphrase’); alle Einheiten, die weder n noch s sind, werden als Ketten von n und/oder s analysiert. Y. Bar-Hillel (1953) hat hierzu ein ‘quasi-arithmetisches’ Notierungsverfahren vorgeschlagen.“ 

[Welte, W.: Moderne Linguistik. Terminologie/ Bibliographie ... Bd. I, S. 178-179]

Kategorialgrammatik [Abk. KG]

Von polnischen Logikern als algorithmisches Verfahren zur Überprüfung der Wohlgeformtheit von Sätzen erarbeitetes grammatisches Modell, zu dessen Entwicklung im Hinblick auf natürliche Sprachen vor allem J. Lambek, Y. Bar-Hillel, D. Lewis und R. Montague wesentlich beitrugen. Charakteristisch für alle Varianten von K. sind die Konzeption der ‘Kategorien’ sowie der parallele Aufbau von Syntax und Semantik. Die Kategoriennamen der K. kodieren die Kombinationsmöglichkeiten der sprachlichen Ausdrücke und damit wichtige Aspekte ihrer Distribution und syntaktischen Funktion. [...]

Die mathematische Darstellungsform erleichtert die Überprüfbarkeit der Grammatik und einige ihrer Anwendungen u.a. in der Computerlinguistik. [...] Allerdings ist »klassische« K. nicht ausreichend für die Beschreibung der Gesamtgrammatik einer Sprache, da sie u.a. diskontinuierliche Konstituenten, Umstellungen der Wortfolge eines Satzes, morphologische Markierungen und Beziehungen (wie Kongruenz und Rektion) nicht erfassen kann.

Vorschläge zur Erweiterung der Beschreibungsmöglichkeiten der K. beziehen sich auf die Einführung von Transformationen, syntaktischen Merkmalen im Rahmen der Generalisierten K. und der Kategorialen Unifikationsgrammatik.“ [Bußmann, H., S. 372-374]

Kategoriale Grammatik

„In einer kategorialen System gibt es nur zwei fundamentale grammatische Kategorien, nämlich Satz und Nomen. Allen lexikalischen Einheiten, die keine Nomina sind, wird eine abgeleitete kategoriale Klassifikation im Lexikon zugeteilt und zwar je nach ihren Kombinationsmöglichkeiten untereinander oder mit einer der fundamentalen Kategorien in der Konstituentenstruktur von Sätzen.

 

(Lyons [dt.] 1971: 234)

[Abraham, Werner: Terminologie zur neueren Linguistik. Tübingen: Niemeyer, 1988, Bd. 1, S. 249f]