INTERPRETATIVE SEMANTIK

Semántica interpretativa

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Generative Transformationsgrammatik / Lexikalistische vs. Transformationalistische Hypothese / Generative Semantik / Chomsky 

 

Interpretative Semantik

Von N. Chomsky, J. J. Katz u.a. im Rahmen der generativen Transformationsgrammatik vertretene Position, derzufolge die Syntax  als autonome generative Komponente gilt, während die semantische Komponente rein interpretativen Charakter hat, indem sie die abstrakten syntaktisch motivierten Tiefenstrukturen durch semantische Regeln interpretiert, d.h. ihnen eine oder mehrere Lesarten zuweist. Ziel der I. S. ist die Beschreibung der Kompetenz des idealen Sprechers/Hörers im Sinne der »Interpretationsfähigkeit der Sprechenden, indem sie ihr Verhalten bei Feststellen von Anzahl und Inhalt der Bedeutungen eines Satzes berücksichtigt, semantische Anomalien aufdeckt, die Beziehungen zwischen den Sätzen hinsichtlich einer möglichen Paraphrasierung beurteilt und jede andere semantische Eigenart oder Beziehung, die bei dieser Fähigkeit eine Rolle spielt, kennzeichnet«. (Katz/Fodor [1963: 213]. Die semantische Repräsentation der I. S. beruhte anfänglich vor allem auf drei – inzwischen weitgehend umstrittenen Hypothesen:

(a)  die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke lässt sich durch ein begrenztes Inventar semantischer Merkmale von weitgehend universeller Natur vollständig beschreiben.

(b)  die syntaktisch motivierte Tiefenstruktur liefert alle für die semantische Interpretation notwendige semanto-syntaktische Information und

(c)  Transformationen zwischen Tiefen- und Oberflächenstrukturen sind bedeutungsneutral.

Die I. S. besteht aus zwei Komponenten, dem Lexikon und den Projektionsregeln. Das Lexikon liefert sowohl syntaktische als auch semantische Information. Die semantische Information setzt sich zusammen aus

(a)  systematischen semantischen Beziehungen zwischen einzelnen Lexemen und dem übrigen Wortschatz der Sprache (Semantische Merkmale),

(b)  aus den idiosynkratischen, nicht systematischen Merkmalen (Unterscheider) und

(c)  aus Selektonsmerkmalen.

Diese Lexikoeinträge werden in die syntaktische Tiefenstruktur eingesetzt, bei mehrdeutigen Lexemen (Polysemie) ergibt sich eine entsprechende Anzahl von unterschiedlichen Lesarten. Diese potentiellen Lesarten werden durch Projektionsregeln auf Grund von Verträglichkeitsbedingungen selegiert und die einzelnen lexikalischen Elemente unter Berücksichtigung ihrer grammatischen Relationen (wie sie der Stammbaum abbildet) zur Gesamtdeutung des Satzes zusammengefasst, d.h. »amalgamiert«. Die Konzeption der I. S. wurde unter verschiedenen Aspekten kritisiert, so der Status der Unterscheider von D. L. Bolinger, der universelle Anspruch durch Y. Bar-Hillel, die Gesamtkonzeption durch U. Weinreich sowie vor allem nachhaltig durch die Vertreter der Generativen Semantik. Zur Weiterentwicklung der I. S. in den Revisionen zum Aspekt-Modell vgl. Transformationsgrammatik.“ [Bußmann, H., S. 350-351]

„Unter ‘interpretative Semantik' versteht man jene Konzeption von Semantik, die im Rahmen der Standard-Theorie der generativen Transformationsgrammatik mit der syntaktischen Komponente als dem generativen Teilsystem der Grammatik vertreten wird. Innerhalb des generativ-transformationellen Gesamtmodells (à la Chomsky 1965) kommt ihr der Status einer separaten Komponente zu. Die innere Organisation dieser Komponente wird unter dem Stichwort ‘Semantische Komponente’ kurz skizziert.“ [Welte, Werner, Bd. 2, S. 568]

«Semántica interpretativa

El modelo semántico interpretativo de J. J. Katz y P. M. Postal (1964) parte de los siguientes axiomas:

1)       el hablante y el oyente de una lengua interpretan semánticamente los contenidos de las estructuras lingüísticas de manera composicional;

2)       estos contenidos han sido conseguidos por las ciencias de manera no formalizada lingüísticamente, y

3)       un buen compendio de ellos puede encontrarse en cualquier diccionario de tipo tradicional.

De esta forma, el objetivo de esta teoría interpretativa semántica será formalizar los contenidos gramaticales y léxicos en un diccionario de tipo tradicional y añadir, posteriormente, una serie de reglas que introduzcan el significado componencial de estos morfemas en los indicadores sintagmáticos producidos por las reglas del componente sintáctico y los combinen entre sí, de acuerdo con unas reglas llamadas de proyección semántica. En este sentido, la significación de la relación transitiva entre verbo y objeto no sería más que la simple suma de los significados de cada verbo y cada objeto en cada oración concreta, lo cual impediría, por tanto, el establecimiento de una paradigmática oracional de las construcciones transitivas e intransitivas en español.»

[Espinosa, Jacinto: Estructuras sintácticas transitivas e intransitivas en español. Cádiz: Universidad de Cádiz, 1997, p. 227 n. 4]