INTERPRETATION

Interpretación

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Hermeneutik / Verstehen / Verstehen und Erklären / Text / Literatur / Poesie / Sinn / Bedeutung und Sinn / Dekonstruktion

 

Il y a plus affaire à interpréter les interprétations qu’à interpréter les choses. (Montaigne)

[zit. nach J. Derrida: „Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaften vom Menschen“. In: Lepenies, Wolf / Henning Ritter, Hanns (Hrg.): Orte des wilden Denkens. Zur Anthropologie von Claude Lévi-Strauss. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1970, S. 387]

„Während in der gegenwärtigen Auseinandersetzung das Vorrecht der Initiative des Lesers (als einziges Definitionskriterium des Textes) besonders herausgestellt wurde, befasste die klassische Diskussion sich vor allem mit der Gegenüberstellung der folgenden beiden Programme:

a)      man muss im Text nach dem suchen, was der Autor sagen wollte;

b)      man muss im Text nach dem suchen, was er unabhängig von den Intentionen seines Autors sagt.

Nun wenn man den zweiten Pol dieser Gegenüberstellung akzeptierte, konnte man eine weitere Gegenüberstellung formulieren:

b1)  man muss im Text nach dem suchen, was er in Bezug auf seine eigene kontextuelle Kohärenz und auf die Signifikationssysteme sagt, auf die er sich bezieht;

b2) man muss im Text nach dem suchen, was der Adressat in Bezug auf seine eigenen Signifikationssysteme und / oder seine eigenen Wünsche, Impulse, Vorlieben in ihm findet.

Diese Diskussion über den Sinn des Textes ist zwar von größter Wichtigkeit, fällt aber keineswegs zusammen mit der Diskussion über den Gegenstand zwischen generativem und interpretativem Ansatz. Denn man kann durchaus einen Text generativ beschreiben, ihn in seinen angeblich objektiven Merkmalen betrachten – und dennoch der Ansicht sein, dass das generative Schema, das ihn erklärt, nicht die Intentionen des Autors wiedergeben möchte, sondern vielmehr die abstrakte Dynamik, der gemäß die Sprache sich in Texten aufgrund eigener Gesetze koordiniert und unabhängig von den Absichten des Emittenten Sinn erzeugt.

Ebenso kann man einen hermeneutischen Standpunkt einnehmen und dabei annehmen, Ziel der Interpretation sei die Suche nach dem, was der Autor wirklich sagen wollte, oder nach dem, was das Sein vermittels der Sprache sagt, ohne im übrigen der Meinung sein zu müssen, das Wort des Seins sei definierbar aufgrund der Impulse des Adressaten. Man müsste also die weitgespannte Typologie untersuchen, die entsteht aus dem Sichüberkreuzen der Option Generierung und Interpretation mit der Option zwischen Intention des Autors, des Werkes oder des Lesers; und diese Typologie gäbe allein nach den Regeln abstrakter Kombinatorik die Möglichkeit zur Formulierung mindestens sechs grundverschiedener Theorien und Methoden der Textbehandlung.

Ich habe unlängst zu zeigen versucht, dass das Mittelalter angesichts der unbezweifelbaren Fähigkeit eines Textes, unendlich viele oder nicht festgelegte Interpretationen anzuregen, bei der Suche nach der Vielheit der Bedeutungen dennoch an einer Vorstellung vom Text festgehalten hatte, während die Welt der Renaissance, inspiriert von der neuplatonischen Hermetik, den idealen – nämlich poetischen – Text als einen solchen zu definieren versuchte, der alle möglichen, auch die widersprüchlichsten Auslegungen erlaubt.

An diese Grenze wird heute die Theorieschlacht um eine Neudefinition der Rolle der Interpretation geschlagen. Doch erzeugt der Gegensatz Mittelalter-Renaissance einen sekundären Gegensatz innerhalb des Renaissancemodells. Denn die hermetisch-symbolische Lektüre des Textes kann auf zweierlei Arten erfolgen:

§         indem man nach der Unendlichkeit der Bedeutungen sucht, die der Verfasser in den Text gelegt hat;

§         indem man nach der Unendlichkeit der Bedeutungen sucht, von denen der Verfasser selber nichts gewusst hat (und die vermutlich vom Empfänger hineingelegt werden, ohne dass man schon sagen könnte, ob das gemäß der intention auctoris geschieht oder im Widerspruch zu ihr).

Auch wenn man sagt, ein Text könne unendlich viele Interpretationen stimulieren und il n’y a pas de vrai sens d’un texte (Valéry), so ist damit noch nicht entschieden, ob die Unendlichkeit der Interpretationen von der intentio auctoris, der intentio operis oder der intentio lectoris abhängt. [...]

Es kann also eine Ästhetik der unendlichen Interpretierbarkeit poetischer Texte geben, die mit einer Semiotik der Abhängigkeit der Interpretation von der intentio auctoris einhergeht, und es kann eine Semiotik der univoken Interpretation von Texten geben, die nicht an die intentio auctoris gebunden sein will, sondern der intentio operis das Vorrecht einräumt. Man kann durchaus einen Text als unendlich interpretierbar lesen, den sein Autor als absolut univok konzipiert hatte (etwa bei einer phantasierenden und gänzlich danebenliegenden Interpretation des katholischen Katechismus oder – um sich nicht auf Science-fiction-Hypothesen einzulassen – bei der Interpretation eines Textes von Searle durch Derrida 1977). Es ist möglich, einen Text als unendlich interpretierbar zu lesen, der von der intentio operis her ganz gewiss nicht mehrdeutig ist, zumindest, wenn man sich an die Konventionen der Gattung hält: Ein als solches abgeschicktes Telegramm mit dem Wortlaut Ankomme morgen Mittwoch 21. um 22.50 kann drohende oder hoffnungsvolle Untertöne haben.

Andrerseits kann jemand einen Text als univok lesen, den sein Verfasser als unendlich interpretierbar konzipiert hat (das wäre der Fall des Fundamentalisten, wenn der Gott Israels der Vorstellung der Kabbalisten entspricht). Man kann einen Text als univok lesen, der unter dem Gesichtspunkt der intentio operis verschiedene Interpretationen zulässt, zumindest, wenn man sich an die Gesetze der Sprache hält: das wäre der Fall von They are flying planes, gelesen von einem Beobachter des Flugverkehrs, oder der Fall dessen, der den Ödipus als Kriminalroman liest, bei dem es nur darauf ankommt, den Schuldigen zu finden.

Das ist der Hintergrund, vor dem wir einige der Richtungen zu untersuchen haben, die sich heute mit den Problemen der Interpretation beschäftigen. Die Literatursoziologie etwa befasst sich hauptsächlich mit dem, was der einzelne oder eine Gemeinschaft mit Texten anfangen. Sie kümmert sich in diesem Sinn nicht um die Unterscheidung intentio auctoris, operis oder lectoris, weil sie nur den Umgang der Gesellschaft mit den Texten registriert, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob dieser Umgang richtig oder falsch sei. Die Rezeptionsästhetik hingegen geht von dem hermeneutischen Prinzip aus, dass das Kunstwerk durch die Interpretationen, die es im Lauf der Jahrhunderte erfährt, immer mehr bereichert werde; sie betrachtet die Beziehung zwischen sozialer Wirkung des Werkes und Erwartungshorizont der sich in einer bestimmten geschichtlichen Situation befindlichen Adressaten; sie streitet aber nicht ab, dass die Interpretationen einer Hypothese über die Natur Tiefen-intentio des Textes entsprechen müssen. Ebenso sucht eine Semiotik der Interpretationen (Theorien vom Modell-Leser und von der Lektüre als einem Akt der Mitarbeit) gewöhnlich im Text nach der Gestalt des konstituierenden Lesers, und das heißt, dass auch sie in der intentio operis das Kriterium zur Bewertung der Manifestationen der intentio lectoris finden möchte.

Im Gegensatz dazu legen die verschiedenen Praktiken der Dekonstruktion das Gewicht auf die Initiative des Adressaten und auf die irreduzible Ambiguität des Textes, was diesen zum bloßen Stimulus für die Willkür der Interpretationen werden lässt. Doch darüber, dass die so genante Dekonstruktion keine kritische Theorie, sondern ein Archipel verschiedener Einstellungen und Methoden ist, liest man besser bei Ferraris (1984), Culler (1982), Franci (1989) nach.”

[Eco, Umberto: Die Grenzen der Interpretation. München / Wien: Carl Hanser, 1992, S. 35-39]

„Auch diese Geschichte hat nichts mir einer möglichen Interpretation meines Buches zu tun. Hat sie eine Moral, so diese, dass das Privatleben der empirischen Autoren in gewissen Weise undurchdringlicher ist als ihre Texte. Ich habe sie nur erzählt, weil es auch eine Psychologie und eine Psychoanalyse der Texterzeugung gibt, die uns innerhalb ihrer Grenzen und Ziele helfen, das Funktionieren des Lebewesens Mensch zu verstehen. Zum verstehen dessen, wie das Lebewesen Text funktioniert, sind sie aber zumindest prinzipiell, irrelevant.

Zwischen der geheimnisvollen Geschichte der Hervorbringung eines Textes und der unkontrollierbaren Abdrift seiner zukünftigen Interpretation ist der Text als Text eine beruhigende Gegenwart, ein Parameter, an den man sich halten kann.“

[Eco, Umberto: Die Grenzen der Interpretation. München / Wien: Carl Hanser, 1992, S. 167-168]

„So haben wir auf der einen Seite die Zeichentheorie und Linguistik, die zu neuen Erkenntnissen über die Funktionsweise und den Aufbau von sprachlichen Systemen und von Zeichensystemen geführt haben, und auf der anderen Seite die Theorie der Erkenntnis, die realisiert, dass es Sprache ist, was allen Weltzugang überhaupt vermittelt. Beides wirkt dahin zusammen, die Ausgangspunkte einer philosophischen Rechtfertigung des wissenschaftlichen Weltzugangs in einem neuen Lichte zu sehen. Deren Voraussetzung bestand ja darin, dass sich das Subjekt in methodischer Selbstgewissheit mit den Mitteln der rationalen mathematischen Konstruktion der Erfahrungswirklichkeit bemächtigt und ihr in Urteilssätzen Ausdruck gibt. Damit erfüllte es seine eigentliche Erkenntnisaufgabe, und diese Erfüllung gipfelt in der mathematischen Symbolisierung, in der sich die Naturwissenschaft allgemeingültig formuliert. Die Zwischenwelt der Sprache ist der Idee nach ausgeklammert. Sofern sie als solche jetzt bewusst wird, zeigt sie sich als die primäre Vermitteltheit allen Weltzugangs. Damit wird die die Unüberschreitbarkeit des sprachlichen Weltschemas klar. Der Mythos des Selbstbewusstseins, das in seiner apodiktischen Selbstgewissheit zum Ursprung und Rechtfertigungsgrund aller Geltung erhoben worden war, und das Ideal der Letztbegründung überhaupt, um das sich Apriorismus und Empirismus streiten, verliert seine Glaubwürdigkeit angesichts der Priorität und Unhintergehbarkeit des Systems der Sprache, in dem sich alles Bewusstsein und alles Wissen artikuliert. Wir haben durch Nietzsche den Zweifel an der Begründung der Wahrheit in der Selbstgewissheit des Selbstbewusstseins gelernt. Wir haben durch Freud die erstaunlichen wissenschaftlichen Entdeckungen kennen gelernt, die mit diesem Zweifel Ernst machen, und an Heideggers grundsätzlicher Kritik am Begriff des Bewusstseins die begrifflichen Voreingenommenheiten eingesehen, die aus der griechischen Logos-Philosophie stammen und in moderner Wendung den Begriff des Subjektes ins Zentrum rückten. All das verleiht der «Sprachlichkeit» unserer Welterfahrung den Primat. Die Zwischenwelt der Sprache erweist sich gegenüber den Illusionen des Selbstbewusstseins ebenso wie gegenüber der Naivität eines positivistischen Tatsachenbegriffs als die eigentliche Dimension dessen, was gegeben ist.

Man versteht von da den Aufstieg des Begriffs der Interpretation. Das ist ein Wort, das ursprünglich auf das Vermittlungsverhältnis, auf die Funktion des Mittelsmanns zwischen Sprechen verschiedener Sprachen ging, d.h. also auf den Übersetzer, und wurde dann von dort auf die Aufschließung von schwerverständlichen Texten überhaupt übertragen. In dem Moment, in dem sich die Zwischenwelt der Sprache dem philosophischen Bewusstsein in ihrer prädeterminierenden Bedeutung darstellte, mussten nun auch in der Philosophie Interpretation eine Art Schlüsselstellung einnehmen. Die Karriere des Wortes begann mit Nietzsche und wurde gleichsam zur Herausforderung allen Positivismus. Gibt es das Gegebene, von dessen sicherem Ausgangspunkte aus die Erkenntnis nach dem Allgemeinen, dem Gesetz, der Regel sucht und darin ihre Erfüllung findet? Ist das Gegebene nicht selbst Resultat einer Interpretation? Interpretation ist es, was zwischen Mensch und Welt die niemals vollendbare Vermittlung leistet, und insofern ist es die einzig wirkliche Unmittelbarkeit und Gegebenheit, dass wir etwas als etwas einzig wirkliche Unmittelbarkeit und Gegebenheit, dass wir etwas als etwas verstehen. Der Glaube an die Protokollsätze als das Fundament aller Erkenntnis hat auch im Wiener Kreis nicht lange gewährt. Die Begründung der Erkenntnis kann selbst im Bereich der Naturwissenschaften der hermeneutische Konsequenz nicht ausweichen, dass das so genannte Gegebene von der Interpretation nicht ablösbar ist.

Erst in deren Lichte wird etwas zu einer Tatsache und erweist sich eine Beobachtung als aussagekräftig. Radikaler noch hat Heideggers Kritik den Bewusstseinsbegriff der Phänomenologie und – ähnlich wie Scheler – den Begriff der «reinen Wahrnehmung» als dogmatisch entlarvt. So wurde im so genannten Wahrnehmen selber das hermeneutische Etwas-als-etwas-Verstehen aufgedeckt. Das aber heißt in letzter Konsequenz, dass Interpretation nicht eine zusätzliche Prozedur des Erkennens ist, sondern die ursprüngliche Struktur des «In-der-Welt-Seins» ausmacht.

Aber heißt das, dass Interpretation ein Einlegen von Sinn und nicht ein Finden von Sinn ist? Das ist offenbar die durch Nietzsche gestellte Frage, die über Rang und Reichweite der Hermeneutik wie über die Einwände ihrer Gegner entscheidet. Jedenfalls ist festzuhalten, dass erst vom Begriff der Interpretation aus der Begriff des Textes sich als ein Zentralbegriff in der Struktur der Sprachlichkeit konstituiert; das kennzeichnet ja den Begriff des Textes, dass er sich nur im Zusammenhang der Interpretation und von ihr aus als das eigentlich Gegebene, zu Verstehende darstellt.”

[Gadamer, Hans-Georg: “Text und Interpretation” (1983). In: Grondin, Jean (Hrg.): Gadamer-Lesebuch. Tübingen: Mohr, 1997, S. 148-251]

Symbol und Mythos

Viele moderne Theorien haben das Symbol zu strikt mit dem Mythos identifiziert. Wenn ein Mythos eine Erzählung ist, dann ist er folglich auch ein Text, und dieser Text ist – wie Bachofen gesagt hat – die Exegese eines Symbols. Betrachten wir also den Mythos als Text, nehmen wir ihn – metaphorisch gesprochen – als das alles übersteigende Beispiel jedes möglichen Textes. Ein Text ist der Ort, an dem die irreduzible Polysemie der Symbole tatsächlich reduziert wird, weil die Symbole im Kontext verankert sind. Das Mittelalter hatte recht, wenn es verlangte, dass man die Regeln kontextueller Vereindeutigungen beachten sollte, um die übertriebene Fruchtbarkeit der Symbole zu steuern.

Das Moderne Empfinden geht im Gegensatz dazu mit den Mythen um, als seien diese Makrosymbole, und obwohl es die unendliche Polysemie der Symbole anerkennt, beachtet es doch nicht mehr die Disziplin, die die Mythen denjenigen Symbolen auferlegen, die sie selbst beinhalten. So sind viele moderne Theorien unfähig zu erkennen, dass Symbole zwar paradigmatisch für unendliche Bedeutungen offen sind, syntagmatisch aber, d. h. textuell, nur offen für unbestimmte, auf keinen Fall jedoch – weil durch den Kontext reguliert – offen für unendliche Interpretationen.

Dieses Prinzip zu beachten, heißt nicht, dass man die »repressive« Idee unterstützt, nach der ein Text nur eine einzige Bedeutung hat, die von einer Interpretationsautorität garantiert wird. Vielmehr besteht jeder Akt des Interpretierens aus der Dialektik von Offenheit und Form, die sich aus der Einstellung des Interpreten und den kontextuellen Zwängen ergibt. Es ist ein Unterschied, ob man sagt: »Es gibt keine bestimmbare Wahrheit in den Texten, die wir über die Welt erarbeiten«. Das Mittelalter irrte, als es die Welt als Text verstand, die Moderne irrt, wenn sie den Text als Welt betrachtet.

Text sind menschliche Versuche, die Welt auf ein handliches Format zu bringen, das zugleich offen ist für die intersubjektive, erläuternde Rede. Wenn also Symbole in einen Text eingefügt werden, dann gibt es vielleicht keinen Weg zu bestimmen, welche der Interpretationen, die sie evozieren, als »gut« zu bezeichnen wäre. Man kann jedoch immer auf der Basis des Kontextes entscheiden, welche Interpretation nicht dem Versuch nach Verständnis »dieses« entspricht, sondern eher einer halluzinatorischen Reaktion des Adressaten.“

[Eco, Umberto: Streit der Interpretationen. Konstanz: Universitätsverlag, 1987, S. 29]

La interpretación

Interpretar un fenómeno significa decir cómo ese fenómeno funciona en cierto contexto, por qué funciona de esa manera, si es posible pronosticar su funcionamiento. Con estos fines el fenómeno a interpretar es puesto en relación con otros fenómenos concomitantes, anteriores o posteriores. Si la concomitancia o la sucesión se repite con cierta regularidad durante cierto tiempo y en cierto espacio, esta relación se puede expresar con una hipótesis, regla o teoría del tipo: „Si P, entonces Q“. 

Una vez aceptada una regla se intenta descubrir la(s) causa(s) de la concomitancia o de la sucesión y de las excepciones y, si es posible, formular la validez de su funcionamiento. Si la concomitancia o la sucesión se verifica sólo una vez, estamos en presencia de un fenómeno accidental. Nótese que pueden coexistir reglas obligatorias o facultativas divergentes, como las siguientes:

mamá > mamás,  papá > papás

bajá > bajáes, maharajá > maharajáes.“

[Metzeltin, M.: Semántica, pragmática y sintaxis del español. Wilhelmsfeld: Eggert, 1990, p. 7-8]