INTENTIO und INTENTION  

Intención

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Intentional und Intentionalität

 

Intentio (lat. Spannung, Anstrengung, Vorhaben, Absicht, Aufmerksamkeit)

Das Wort wird von alters her in zwei Bedeutungen gebraucht, die aber oft nicht unterschieden werden.

  1. Es dient zur Kennzeichnung einer Absicht des Bewusstseins, der Bewusstseinstätigkeit ’beabsichtigen’.
  2. Es bezeichnet die Ausrichtung jeder Absicht auf einen Gegenstand, der Gerichtetheit des Bewusstseinsaktes.

In der spätantiken und scholastischen Philosophie wird intentio in der ersten Bedeutung in Zusammenhang mit dem religiösen Zweck des Lebens gebracht. Die Absichten des Willens müssen mit der Ausrichtung der Seele auf ein positives Verhältnis zu Gott in Einklang stehen. Die zweite Bedeutung wird mitunter im Sinn von ’aufmerksam machen’ auf einen bestimmten Inhalt mittels Büchern, Briefen und Reden gebracht. Bei Husserl bezeichnet intentio das Gerichtetsein des Bewusstseins auf ein intentum, d.h. auf einen Gegenstand mit einer bestimmten Bedeutung; intentio ist daher ein Zug der Intentionalität. Es wird von einem intentionalen Erlebnis oder Bewusstseinsakt gesprochen.“ 

[Hügli, Anton/Lübcke, Poul (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 293]

Intention (von lat. intentio, Absicht, Spannung)

1.      Die einer Handlung zugrunde liegende Absicht, Zweck und Ziel von bewussten Handlungen.

2.      Die von Brentano und Husserl hervorgehobene Gerichtetheit aller Bewusstseinsakte auf einen Inhalt (vgl. Intentionalität).

3.      Während es sich bei (1) und (2) um zwei eng miteinander verbundene Bedeutungen handelt, darf dieser bewusstseinsphilos. Ausdruck ‹I.› nicht mit dem logisch-semantischen Fachausdruck ‹I.› verwechselt werden. Letzterer dient als Bezeichnung für die Bedeutung eines Ausdrucks oder den Inhalt eines Begriffs.“

[Hügli, Anton/Lübcke, Poul (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 293]