INNERE SPRACHFORM

Forma interna de la lengua

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Energeia / Ergon / Humboldt W. v. / Inhaltsbezogene Grammatik / Generative Transformationsgrammatik

 

Innere Sprachform:

Von J. G. Herder und H. G. Hamann vorbereiteter, von W. v. Humboldt explizit begründeter Begriff, auf den verschiedene sprachwissenschaftliche Richtungen der neueren Zeit zurückgreifen. Bei Humboldt ist I. S. (im Unterschied zu der äußeren, materiell realisierten Sprachform) gleichgesetzt mit der in der jeweiligen Sprache verankerten „Weltansicht“, d. h. die Gesetze der Sprache bilden die Gesetze des Denkens ab. Von dieser Anschauung leiten sich unterschiedliche Varianten ab:

(a)  Die Sapir-Whorf-Hypothese (auch: Linguistisches Relativitätsprinzip), derzufolge die Weltanschauung der Individuen durch das jeweilige Sprachsystem determiniert ist;

(b)  L. Weisgerbers Inhaltsbezogene Grammatik, die eine Erforschung des „Weltbildes“ der dt. Sprache anstrebt, indem sie untersucht, was z. B. im begrifflichen Aufbau des Wortschatzes an muttersprachlich gestalteter Erkenntnis niedergelegt ist;

(c)  N. Chomkys Konzept einer syntaktisch motivierten Tiefenstruktur, das sich allerdings auf die I. S. einzelner Sätze, nicht aber - wie bei Humboldt - auf die zugrunde liegende Struktur verschiedener Sprachen bezieht.“ [Bußmann, H., S. 344] 

Was Weisgerber vom Strukturalismus besonders unterscheidet, ist der zentrale Gedanke der „Sprachgemeinschaft“ als Schöpferin der sprachlichen Zwischenwelt; die Sprache (im Sinne von langue oder, in Weisgerbers Terminologie, „Muttersprache“) wird - in deutlicher Anlehnung an Humboldt und die Tradition des sog. „sprachlichen Idealismus“ (Vossler 1904) - als Ausdruck der Denk- und Anschauungsweise eines Volkes angesehen. Im Zentrum des Interesses steht die „innere Sprachform“, ein ebenfalls Humboldt zugeschriebener Begriff  1 - als eben die „inhaltliche“ Gliederung, die geistige „Zwischenwelt“, die zwischen dem Menschen und der Wirklichkeit vermittelt, die durch die Sprache erfasst und gegliedert werden muss. Aus diesem Ansatz erklärt sich auch das Interesse an Wortfeldern; hier wird die Art, wie eine Sprache die Wirklichkeit ordnet und gliedert, am stärksten deutlich.“  

[Hentschel, E. / Weydt, H.: Handbuch der deutschen Grammatik, S. 399-400]

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1       Der Begriff der inneren Sprachform wurde nicht von Humboldt selbst geprägt, sondern von H. Steinthal (dem Herausgeber seiner Werke) als Kapitelüberschrift eingefügt. 

Forma interna: 

Término preestructural que traduce el „innere Sprachform“ de Von Humboldt (genio de la lengua o algo similar) y con el que se designa el conjunto de características no analizables en términos de inventarios de signos, que constituyen un modelo interno abstracto de cada lengua (lo que se manifiesta apenasse intenta traducir de una lengua a otra haciendo corresponder forma a forma).“

[Cardona, G. R.: Diccionario de lingüística, p. 119-120]