INDEX

Índice

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Zeichen / Ikon / Symbol / Peirce

 

Index  (Pl. Indizes)  · Índice(s) / Indicio

Subklassen-Anzeiger, wird tief gestellt; zu unterscheiden sind Formindex (beim Verb), Kasusindex, Kategorialindex und Valenzindex.

Index

Der Index fungiert als Zeichen nach einem hergestellten Kausalbezug zwischen zwei Erscheinungen, etwa aufgrund eines erlebten zeitlich-räumlichen Zusammenseins, z.B. Rauch für Feuer.“

[Lewandowski, Th.: Linguistisches Wörterbuch I, S. 270]

Index

Nach M. Bense steht der Index in seiner semiotischen Qualität zwischen Ikon und Symbol. Nach C. S. Peirce ist der Index ein Zeichen, das mit dem Bezeichneten in einem Kausalbezug steht (Rauchsäule für Brand, Wegweiser).“ [Heupel, Carl, S. 97]

Index [lat. index ‘Anzeiger’.- Auch: Indexikalisches Zeichen]

„In der Semiotik von Ch. S. Peirce Klasse von Zeichen, bei denen die Beziehung zwischen Zeichen und Bezeichnetem nicht auf Konvention (Symbol) oder Ähnlichkeit (Ikon) beruht, sondern eine direkte reale (kausale) Beziehung zwischen einem »Anzeichen« und einem tatsächlich vorhandenen,  singulären Objekt ist. Indices sind hinweisende (auf Erfahrung basierende) Zeichen: ein beschleunigter Puls ist ein Index für Fieber, Rauch ein Index für Feuer.“ [Bußmann, H., S. 330]

Index

Edmund Leach (1978) unterscheidet wie folgt zwischen INDEX und SIGNAL: Beide sind Formen von ZEICHEN; der von einem Index bezeichnete Sachverhalt lautet 'A weist auf B hin', während ein Signal 'A löst B aus' bedeutet. So ist der Schüttelfrost ein Signal, das durch Fieber ausgelöst wird, während das Wort 'Fieber' ein Index der körperlichen Verfassung ist. Von einem natürlichen Index spricht Leach, wenn die Assoziation natürlich (oder MOTIVIERT) ist, dem Index aber von den Menschen eine bestimmte bezeichnende Funktion zugeschrieben wurde (zum Beispiel Rauch als Index für Feuer).

Der INDEX ist neben dem IKON und dem SYMBOL eine der drei von Peirce unterschiedenen Grundformen des Zeichens, wobei Peirce INDEX etwas anders definiert als Leach – nämlich, was verwirren mag, ganz ähnlich wie Leach SIGNAL definiert. Robert Scholes zufolge hat für Peirce ein Zeichen insofern Indexcharakter, als zwischen dem Zeichen und dem, wofür es steht, eine phänomenale oder existentielle Beziehung besteht' (1982, 144). So fasst Robinson Crusoe Freitags Fußabdruck im Sand als INDEX für die Tatsache auf, dass noch ein Mensch auf seiner Insel ist. Oder, so Scholes weiter, 'ein unwillkürlicher Gesichtsausdruck oder unbeabsichtigte Körpergesten werden als Indizes für die emotionale Verfassung gewertet, und es wird ihnen mehr Echtheit zuerkannt als rein verbalen Aussagen darüber (Symbolen)' (1982, 144).

Diese verschiedenen Ansätze sind für Fragen der INTERPRETATION literarischer Werke nicht unwesentlich. Zweifellos haben bestimmte Elemente in einem literarischen WERK Indexcharakter im Sinne der Peirceschen Definition, insofern als sie nicht vorhanden wären, würde der AUTOR nicht über ein bestimmtes Wissen oder eine bestimmte Erfahrung verfügen. Details in Bezug auf das Kochen und Kuchenbacken in den Theaterstücken Arnold Weskers oder in Bezug auf das Seemannsleben in den Werken Joseph Conrads sind Indizes für das Leben, das diese Autoren vor ihrer Schriftstellerlaufbahn führten. Das heißt allerdings nicht unbedingt, dass die Bedeutung dieser Dinge für die Interpretation einfach von der Bedeutung, die sie im Leben dieser Autoren hatten, abgeleitet werden kann.

Autoren fügen in ihr Werk sehr gerne ein, was man als falsche Indizes bezeichnen könnte – das heißt Details, auf Grund derer, so hoffen sie, die LESER eine 'phänomenale oder existentielle Verbindung' zu bestimmten Erfahrungen herstellen, so dass der Erzähler oder eine Figur aus einer bestimmten Umgebung oder einem bestimmten Milieu zu kommen scheint.“

[Hawthorn, Jeremy: Grundbegriffe moderner Literaturtheorie. Tübingen und Basel: Francke, 1994]

„Para Peirce, un signo que se refiere al objeto que aquél denota en virtud de su contigüidad y de estar realmente determinado, a diferencia de icono que se le asemeja solamente: el humo es índice del fuego.“

[Cardona, G. R.: Dicc. de lingüística,  p. 147]

Indicio

„Según Ch. Peirce, variedad del signo que se caracteriza por establecer una relación de causa entre dos fenómenos, al margen de que haya, o no, un observador; p. ej. el agujero causado por una bala es indicio del disparo.“

[Diccionario de lingüística. Anaya, p. 154]